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Atlan Heftroman Nr. 35 - Dunkelstern 11: Chaos im Miniaturuniversum

Autor: Michael Marcus Thurner

Inhalt

Nach der Vernichtung von Kopaar und der Zerstörung des dortigen Umsetzer-Aggregats materialisiert massenweise Schwarze Substanz im Miniaturuniversum. Sonnen werden befallen und explodieren, das Miniaturuniversum beginnt zusammenzubrechen. Die Schwarze Substanz bildet Blasen in der Ummantelung des Miniaturuniversums, die den Zusammenbruch beschleunigen, gleichzeitig aber Portale bilden, über die das Normaluniversum erreicht werden kann. Diese Portale stehen mit anderen Orten Dwingeloos in Verbindung, wo ebenfalls große Mengen von Schwarzer Substanz gelagert sind. Das Ephaiston-System, Alarna und der Dunkelstern selbst gehören zu diesen Gegenpolen. Atlan, der mit dem Kardenmogher zur AMENSOON zurückgekehrt ist, schlägt vor, den Durchflug zu wagen. Kalarthras, Offshanor und die Cappins sollen mit der AMENSOON nach Ephaiston fliegen, um das dortige Umsetzer-Aggregat zu zerstören. Atlan, Kythara und Gorgh-12 wollen mit dem Kardenmogher direkt zum Dunkelstern vorstoßen. Sie nehmen Farangon mit, der selbst zugibt, als Doppelagent für die Lordrichter zu arbeiten. Er betrachtet sich als zur Horde von Garbyor gehörig.

Die Passage durch die Portale gelingt nur mit Hilfe der Vargiden von Alarna, mit denen Atlan mentalen Kontakt erhält. Die Vargiden schützen den Kardenmogher noch für einige Zeit, nachdem das Schiff in der Anaksa-Station in der Akkretionsscheibe des Dunkelsterns materialisiert ist, und entziehen ihn so der Ortung durch die Garbyor. Der Lordrichter Yagul Mahuur und Erzherzog Garbgursha, der sich aus dem zusammenbrechenden Miniaturuniversum hat retten können, erwarten Atlan nämlich schon. Der Arkonide soll für sie die Intrawelt besuchen. 200 Zaqoor sollen ihm in die Anaksa-Station folgen. Zunächst einmal können Atlan und Kythara den seltsamen Planetoiden, in dem sich die Anaksa-Station befindet - oder ist es ein gigantisches Lebewesen? - ungestört erkunden. Schwarze Substanz befindet sich überall in den zahlreichen Kavernen und Einbauten des Planetoiden, dessen Inneres irgendwie organisch aussieht. Irgendwo in der Tiefe scheinen gewaltige Aggregate zu laufen und die gesamte Station pulsiert in der gleichen Frequenz wie die Neutronensterne Dwingeloos.

Kythara will versuchen, Kontakt zu den Varganen aufzunehmen, die angeblich mit den Aggregaten der Station verschmolzen sind. Viel Erfolg hat sie dabei nicht. Die Technik beginnt wieder einmal verrückt zu spielen. Gleichzeitig wird der Kardenmogher von Schwarzer Substanz befallen und zerstört. Gorgh-12, der kurz zuvor Farangon in Notwehr hat töten müssen, kann sich gerade noch retten. Atlan und Kythara leiden unter Sinnestäuschungen und verlieren allmählich den Kontakt zur Realität. Da erscheinen drei gespenstische Gestalten, Varganen ähnlich, aber grausam entstellt…

Kommentar:

So allmählich verliere ich die Lust, die wirre, krude und langweilige Handlung der Atlan-Romane zusammenzufassen. Und mir fällt nichts mehr ein, was ich als Kommentar zu diesem Schwachsinn schreiben könnte. Wieder einmal wird mit höheren Energieformen, unerklärlichen Phänomenen, Visionen, Sinnestäuschungen, Realitätsverschiebungen usw. herumhantiert. Das ist natürlich sehr bequem, denn dadurch ist man von der lästigen Pflicht entbunden, plausible Erklärungen für all den Kram liefern zu müssen, den man sich ausgedacht hat. Es könnte ja alles nur Einbildung sein. Beim Leser hinterlässt das aber einen faden "Beigeschmack" - man würde doch gern mal etwas lesen, das nicht an drogeninduzierte Halluzinationen erinnert.

Michael Marcus Thurner hat eine blühende Phantasie, das muss man ihm lassen. Er schießt damit aber gern mal übers Ziel hinaus, so auch hier. Solche Absonderlichkeiten wie Varganenroboter, die sich in Pegasus-ähnliche Reittiere verwandeln, sind nur ein Beispiel dafür. Ich hatte des Öfteren das Gefühl, dass vieles einfach nicht zur Situation oder zu den handelnden Personen passt. Übrigens wird in diesem Roman erstmals ein Lordrichter näher beschrieben. Man hat den Eindruck, es sei ein humanoides, ziemlich geistesgestörtes Wesen. Erstmals werden die Intrawelt und die Konterkraft erwähnt, die im nächsten Zyklus noch eine Rolle spielen werden. Letzteres ist ein Phänomen, das sich in den Schiffen der Garbyor breit macht und möglicherweise mit Feinden der Lordrichter aus deren eigenen Reihen in Zusammenhang steht.

Die ganzen angeblichen Fallen, die Atlan gestellt worden sind, erweisen sich als völlig nutzlos. Entweder hat der Arkonide einfach unverschämtes Glück, oder aber die Lordrichter stellen sich so dämlich an, dass Atlan eigentlich gar nicht eingreifen müsste - würde er die Lordrichter sich einfach selbst überlassen, dann würden die sich wahrscheinlich aus purer Blödheit früher oder später selbst vernichten. Immer dann, wenn die Situation eigentlich aussichtslos erscheint, taucht plötzlich irgend ein Retter in der Not auf oder irgend ein Gerät, das zuvor nie erwähnt oder für längere Zeit ignoriert worden ist, dient als Problemlöser. So auch in diesem Roman: Da mischen sich plötzlich aus fadenscheinigsten Gründen doch wieder die Vargiden von Alarna ein. Die Art und Weise, wie Atlan und seine Begleiter von einem chaotischen Ereignis ins nächste stolpern, irgendwie immer wieder entkommen und dabei mehr oder weniger zufällig irgend etwas in Gang setzen, was die Pläne der Lordrichter stört, ist so unglaubwürdig, so lächerlich, dass es schon fast weh tut.

Farangon war also tatsächlich der Verräter und die Lordrichter haben ein Ortungsgerät, das ihnen irgendwie immer Atlans Aufenthaltsort verrät. Was war Farangons Motivation, sich den Lordrichtern anzuschließen? Er scheint mental beeinflusst worden zu sein, eine bessere Erklärung liefert der Roman nicht. Wie das Ortungsgerät funktioniert, wird auch nicht erklärt. Überhaupt bietet dieser vorletzte Roman des Zyklus so gut wie überhaupt keine Informationen zu all den offenen Fragen, die der Leser sich in den letzten Monaten gestellt hat. Und soll ich euch was sagen? Inzwischen interessiert es mich auch gar nicht mehr.


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