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Atlan Heftroman Nr. 36 - Dunkelstern 12: Endstation Anaksa

Autor: Uwe Anton

Inhalt

Atlan und Kythara erhalten Kontakt mit den Varganen, die vor langer Zeit mit der Anaksa-Station verschmolzen sind. Die Varganen leben in Scheinwelten, die sie für sich selbst und für andere real werden lassen können. Manche von ihnen leiden unter der Verschmelzung und sind in ihren Alpträumen gefangen. Atlan und Kythara werden in verschiedene unwirkliche Traumwelten versetzt, erfahren aber auch mehr über die Vergangenheit. 343.000 v.Chr. haben die Varganen riesige Lebewesen entdeckt, die nur eine Art Instinktbewusstsein haben und natürliche Energiewandler sind. Eines dieser mondgroßen Wesen, die sich in Transitionssprüngen fortbewegen können, wurde zur Anaksa-Station ausgebaut. Dazu wurde eine 15 Kilometer durchmessende varganische Arsenalstation verwendet. Das Lebewesen ernährt sich durch Sonnenzapfung und kann die Energie speichern sowie in Materie umsetzen.

Den Varganen war es danach gelungen, eine beidseits nutzbare Verbindung zum Mikrokosmos herzustellen. Theoretisch konnten Raumschiffe jederzeit eine beliebige Sonne des Mikrokosmos zur Energiegewinnung anzapfen, die Versetzung ganzer Galaxien in den Mikrokosmos oder aus dem Mikrokosmos heraus wäre ebenfalls möglich gewesen. Vor allem jedoch erlangte jedes Lebewesen durch die Versetzung in den Mikrokosmos und zurück die Unsterblichkeit. Dann war es zur unkontrollierten Freisetzung Schwarzer Substanz aus dem Mikrokosmos gekommen - die Folgen sind bekannt. Eine nutzbare Verbindung zum Mikrokosmos befindet sich noch immer im Zentrum von Anaksa. Einige Varganen, die sich seinerzeit nicht an der Verschmelzung mit der Station beteiligt hatten, konnten diese Verbindung in den folgenden Jahrzehntausenden immer wieder nutzen, um befreundeten Wesen die Unsterblichkeit zu verschaffen.

Die von Veschnaron/Heronar und Garbgursha angeführten Zaqoor dringen in die Anaksa-Station ein. Es war Gorgh-12 oder vielmehr sein Todesimpuls-Implantat, das es den Garbyor ermöglichte, auf Atlans Spur zu bleiben. Obwohl es deaktiviert ist, steht das Implantat immer noch in Verbindung mit einem größeren Ganzen, dessen Funktionsweise auf der Siegel-Aura der Superintelligenz Seth-Apophis beruht. Die Zaqoor greifen Atlan und Kythara an, diese werden jedoch von den Anaksa-Varganen gerettet und in die unmittelbare Nähe der Zentrale versetzt. Die Anaksa-Varganen können die Zentrale nicht betreten, aber Kytharas Zugangscodes werden akzeptiert. Der Zentralrechner funktioniert noch, Kythara wird als befehlsberechtigt anerkannt. Bevor sie aber auch nur den Versuch machen kann, den Sonnenfokus im Zentrum der Station, der den Übergangspunkt zum Mikroversum darstellt, zu deaktivieren, greifen erneut die Garbyor an. Veschnaron/Heronar entwaffnet Atlan und Kythara.

Veschnaron/Heronar ist in Wirklichkeit niemand anderer als Lordrichter Yagul Mahuur persönlich. Er hat Heronar geistig übernommen, um mit seiner Fähigkeit des Gestaltwandelns unerkannt unter den Garbyor spionieren zu können. Und er ist vermutlich einer jener Varganen, die nicht mit Anaksa verschmolzen waren und später diverse Sklavenvölker erschaffen hatten. Bevor er Atlan und Kythara abführen lassen kann, trifft die Kavallerie in Gestalt von Gorgh-12 ein. Der Insektoide hat einen Varg-Roboter dabei und schießt einige Zaqoor nieder, bevor er selbst von Veschnaron getötet wird. Kythara schaltet derweil Garbgursha aus. Veschnaron hüllt sich in sein Eishaarfeld, dessen intensive Ausstrahlung Atlan in die Knie zwingt. Da greifen die Anaksa-Varganen ein und schleudern Massen von Schwarzer Substanz auf den Lordrichter, die diesen außer Gefecht setzt.

Die Manipulationen der Anaksa-Varganen führen dazu, dass der Dunkelstern sich zu einer Supernova aufbläht. In letzter Sekunde transitiert sich das Anaksa-Lebewesen aus der Gefahrenzone. Es rematerialisiert in der Nähe eines unbekannten Planeten und zerbricht in zwei Teile. Der Hauptteil schwenkt als neuer Mond in den Planetenorbit ein, der kleinere Teil, mit Atlan und Kythara "an Bord", rast auf den Planeten zu.

Kommentar:

Die letzten Sätze des Romans lauten: "Es ist vorbei […]. Seltsamerweise verspürte ich lediglich Erleichterung". Ein Schelm, wer Böses dabei denkt! Jedenfalls habe ich das Gleiche empfunden. Für mich war es nur noch eine "Pflichterfüllung", mich durch die letzten Atlan-Romane zu quälen. Den wirren Unsinn dann auch noch zusammenfassen zu müssen (schließlich wollte ich die Reviews nicht unvollendet lassen) war noch viel schlimmer… Aber das war es jetzt: Mir reicht's. Den nächsten Minizyklus werde ich nicht lesen, da kann ich meine Zeit auch angenehmer verschwenden! Reviews zum Intrawelt-Zyklus wird es von mir also erstmal nicht geben.

Zum "abschließenden" Roman des Dunkelstern-Zyklus ist zu sagen, dass er bei weitem nicht alle offenen Fragen beantwortet - eigentlich wird sowieso nur ein bisschen was angedeutet. Dass Seth-Apophis bzw. ihre Hinterlassenschaften irgendwie in die Geschehnisse verwickelt sind, steht wohl fest. Dass die Lordrichter Varganen sind, darf man ebenfalls annehmen. Den Zugang zum Mikroversum brauchen sie vermutlich, um die Unsterblichkeit "verkaufen", auf unbegrenzte Energiereserven zugreifen und ihren Feinden mit der Versetzung ins Mikroversum drohen zu können. Aber allzu viele offene Fragen und noch mehr verworrene, ins Leere laufende Handlungsfäden bleiben ungelöst. Aber ehrlich gesagt: Die Antworten interessieren mich gar nicht mehr…

Die Romanhandlung ist wieder einmal ein Musterbeispiel für die Fehler, die in diesem Zyklus gemacht worden sind. Atlan agiert nicht, er verfolgt kein klar erkennbares Ziel. Meist ist er nur damit beschäftigt, vor jemandem zu fliehen. Dabei stolpert er planlos von einem Ereignis zum anderen, und was am Schluss passiert, findet gänzlich ohne sein Zutun statt. Das heißt: Atlan wurde für den gesamten Zyklus eigentlich überhaupt nicht gebraucht. Weiterhin wird auch diesmal wieder mit unwirklichen Phänomenen, Visionen und so weiter herumhantiert. Man möchte allmählich mal etwas Handfestes lesen, etwas, das sich nicht gleich wieder in hyperdimensionale heiße Luft auflöst. Es ist ja so einfach, übergeordnete Energieformen und ähnliches als Pseudoerklärung für all den chaotischen Kram heranzuziehen, den man sonst nicht erklären könnte. Nur leider reicht das nicht, um all die Löcher in der Handlung zu stopfen.

Dass der Dunkelstern-Zyklus nicht in sich abgeschlossen sein würde (die Atlan-Redaktion behauptet dreisterweise immer noch das Gegenteil), war ja zu erwarten. Aber dass der langweilige letzte Roman dieses so genannten Minizyklus mit einem waschechten Cliffhanger endet, ist nichts anderes als eine Frechheit. Wie gesagt: Mir reicht's!


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