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Atlan Heftroman Nr. 27 - Dunkelstern 3: Im Zeichen des Bösen

Autor: Horst Hoffmann

Inhalt

Während die AMENSOON ihre Verfolger abschüttelt, kommt Kalarthras allmählich zu sich. Es dauert eine Weile, bis er wieder bei Sinnen ist und sowohl seine Erinnerungen als auch seine Fähigkeit zu sprechen wiedergewinnt. In dieser Zeit werten Atlan, Kythara und Gorgh-12 die ersten Ortungsergebnisse über Dwingeloo aus. In dieser Kleingalaxie gibt es eine große Zahl von farbenprächtigen planetaren Nebeln, in deren Zentren sich rotierende Neutronenstern-Pulsare befinden - und diese weisen alle die gleiche Pulsperiode auf. Außerdem scheinen sie alle ziemlich gleichzeitig vor wenigen hunderttausend Jahren entstanden zu sein. Die Pulsare sind so angeordnet, dass sie Raumsektoren von einigen hundert Lichtjahren Durchmesser wie Kugelschalen umschließen. Diese Raumsektoren machen rund ein Drittel des Volumens Dwingeloos aus. Dass es sich dabei nicht um zufällig und auf natürliche Weise entstandene Formationen handeln kann, ist klar, zumal in diesen Raumsektoren Störungen des Raum-Zeit-Gefüges messbar sind. Die Sonnen, die zu den Kugelschalen gehören, sind überstarke Hyperstrahler. Dort scheinen große Massen ständig auf der Stelle zu transistieren.

Eine dieser hyperstrahlenden Sonnen sticht ganz besonders hervor, dort treten auch die stärksten Strukturerschütterungen auf. Auf diese Sonne scheinen sich die Aktivitäten der Lordrichter zu konzentrieren. Atlan und Kythara bestimmen diese Sonne zu ihrem nächsten Ziel. Noch ahnen sie nicht, dass dies der Dunkelstern ist. Die Garbyor nennen ihn Helast und hier arbeiten sie am Projekt Durchbruch - für dieses Projekt war die Psi-Energie bestimmt, die durch das Eingreifen Atlans und Kytharas ausgeblieben ist. Garbgursha, der kommandierende Erzherzog aus dem Volk der Zaquoor, hat schon einen Plan, wie er die Varganin und den Arkoniden unschädlich machen kann…

Auf der AMENSOON erzählt der allmählich genesende Kalarthras seine Geschichte. Nach Fertigstellung der Psi-Quellen und der Rückkehr der meisten Varganen in den Mikrokosmos war er auf der Suche nach neuen Herausforderungen mit 30 Oktaederschiffen und 74 Varganen nach Dwingeloo geflogen. Er kannte diese Galaxie unter dem Namen Gantatryn. Das war vor 750.000 Jahren. In Gantatryn fielen einige Varganen einer seltsamen "Seuche" zum Opfer, die ihre Zellkerne veränderte: Einer nach dem anderen starb ohne ersichtlichen Grund. Kalarthras selbst wurde allmählich von dem Gedanken besessen, irgendwo in Gantatryn hause etwas "unglaublich Böses", dessen Ausstrahlung er spüren konnte und von dem er sich verfolgt fühlte. Auf hunderten Planeten Gantatryns wurde durch varganische Aktivierungskapseln Leben verbreitet, anschließend wurden dort Kolonien errichtet. Allerdings hatte das wenig Sinn, denn Varganen sind bekanntlich untereinander nicht zeugungsfähig.

Gegen Kalarthras' Willen errichteten die Varganen eine Basis, von der aus sie nach einer zehntausend Jahre dauernden Tiefschlafphase, die sie in Konservierungstanks verbrachten, ihre Kolonien in Besitz nahmen. So zerstreuten sie sich immer mehr. Kalarthras zog sich für weitere 100.000 Jahre in den Tiefschlaf zurück. Nach seinem Erwachen wurde ein humanoides Volk entdeckt, das aus den Aktivierungskapseln hervorgegangen war. Mit diesen varganoiden Wesen konnten die echten Varganen Nachkommen zeugen. Mit der Zeit wurde ein großes, blühendes Sternenreich errichtet. Es wurden Hinterlassenschaften eines uralten Volkes entdeckt. Die vogelähnlichen Rhoarxi waren vor mehreren hunderttausend Jahren plötzlich aus Gantatryn verschwunden. Hier enden die Erinnerungen des wiedererweckten Varganen zunächst.

Als die AMENSOON den Dunkelstern erreicht, setzt dessen Anblick weitere verschüttet gewesene Erinnerungen in Kalarthras frei. Die blauweiße Riesensonne ist teilweise von riesigen schwarzen Flecken bedeckt und schleudert gewaltige Protuberanzen von sich, die aus schwarzer und dunkelgrauer Substanz zu bestehen scheinen. Die Schwarze Substanz sammelt sich in einer Akkretionsscheibe, die den Stern umgibt und an mehreren Stellen planetengroße Verdickungen aufweist. Die Schwarze Substanz wird ständig von hyperenergetischen Entladungen durcheilt. 15.000 Garbyor-Schiffe sind in der Nähe stationiert.

Kalarthras erzählt weiter: Zusammen mit seiner damaligen Gefährtin Jertara hatte er die prosperierende Zivilisation seiner Nachkommen verlassen, war 300.000 Jahre lang durch das Universum gereist und hatte sich vor ca. 50.000 Jahren, in der Epoche des Kriegs der Lemurer gegen die Bestien, letztmals mit Kythara in der Milchstraße getroffen. Bei seiner Rückkehr nach Gantatryn war keiner der echten Varganen mehr zu finden. Das einstige Sternenreich war zerfallen, weil die Nachkommen der Varganen keine expansionistischen Bestrebungen besaßen. Die Völker lebten isoliert und in Harmonie mit der Natur auf ihren Planeten. Außerdem war das "unglaublich Böse" noch immer spürbar. Kalarthras identifizierte den Dunkelstern als die Quelle dieser negativen Ausstrahlung, fiel aber einer der schwarzen Protuberanzen zum Opfer: Sein Schiff, auf dem sich auch Jertara befand, wurde von der Eruption verschlungen. An dieser Stelle enden seine Erinnerungen endgültig. Kalarthras hat keine Ahnung, wie er nach Vassantor gelangt ist, was aus Jertara geworden ist und wie es zu seiner körperlichen Veränderung kommen konnte. Er spürt aber, dass "das Böse" immer noch da ist: Ein fremdartiges, instinktgesteuertes Bewusstsein, dessen Ausstrahlungen er wahrnehmen kann. Außerdem fängt er mentale Impulse von Varganen auf, die von einer der Verdickungen in der Akkretionsscheibe des Dunkelsterns auszugehen scheinen.

Kalarthras versichert zwar, "das Böse" habe keine Kontrolle über ihn, aber Atlan bleibt skeptisch. Er und Kythara haben beobachtet, dass die Haut des Varganen seit der Ankunft beim Dunkelstern noch schwärzer geworden ist. Bevor sie wieder einmal vor den Garbyor fliehen müssen, stellen sie noch fest, dass die Lordrichter ihre Forschungen auf eine der Verdickungen der Akkretionsscheibe konzentrieren, die etwa die Größe des Jupiter hat und in deren Zentrum sich ein fester, mondgroßer Körper befindet. In hyperenergetischen Überschlägen fließt immer wieder Energie vom Dunkelstern zu dieser Verdickung und verschwindet dort. Die Garbyor versuchen offenbar, zum Kern der Verdickung vorzudringen - bisher noch vergeblich…

Kommentar:

Ein Roman, der zwar viele Informationen, aber wenig echte Unterhaltung zu bieten hat. Deshalb ist obige Zusammenfassung auch so lang ausgefallen - der Kommentar wird dafür eher kurz, denn durch die Zusammenfassung ist eigentlich alles gesagt worden, was es zu dem Roman zu sagen gibt. Man kann jetzt nur spekulieren, was die Lordrichter mit dem Dunkelstern bzw. der seltsamen Substanz, die er auskotzt, im Sinn haben. Und warum sich Varganen - oder deren Bewußtseine - in der Verdickung zu befinden scheinen. Handelt es sich dabei um die letzten Varganen, die noch am Leben waren, als Kalarthras Dwingeloo verlassen hat? Oder sind es die Bewußtseine derjenigen, die von der geheimnisvollen Seuche dahingerafft worden sind? Die Lordrichter brauchen Psi-Energie für das Projekt Durchbruch. Durchbruch wohin? In den varganischen Mikrokosmos vielleicht?

Noch ist mir nicht klar, welche Rolle das untergegangene Volk der Rhoarxi spielen soll. Wenn ich den Roman richtig verstanden habe, müsste die Entstehung der Pulsar-Kugelschalen und das Verschwinden der Vogelwesen zeitlich zusammenfallen. Sind diese künstlich erschaffenen Pulsare Hinterlassenschaften der Rhoarxi und welche Ziele haben diese Wesen damit verfolgt? Nutzen die Lordrichter diese Hinterlassenschaften für ihre eigenen undurchsichtigen Zwecke? Warum sind diese Pulsare eigentlich den Varganen bei ihrer Ankunft oder ihrem langen Aufenthalt in Dwingeloo nicht aufgefallen - zu diesem Zeitpunkt müssen sie doch schon existiert haben???

Es wäre auch interessant zu erfahren, was aus den Nachkommen der Varganen geworden ist. Ob auch sie noch eine Rolle zu spielen haben? Es kommt mir übrigens ein wenig merkwürdig vor, dass die echten Varganen überhaupt in der Lage waren, neues Leben nach ihrem Ebenbild zu erschaffen und mit diesen Wesen dann Kinder zu zeugen. Wenn sie das konnten - warum haben sie nicht schon viel früher, also in der Milchstraße, damit angefangen?

Das so genannte "unglaublich Böse" kommt mir ein wenig wie ein Buhmann vor, der in diesem Zyklus für eine bedrohliche Atmosphäre sorgen soll. Bis jetzt hat das aber noch nicht so recht geklappt. Man kann noch so sehr von etwas "Bösem" faseln - wenn diese Bösartigkeit keine Auswirkungen hat, dann bleibt sie wirkungslos. Warum ist der Dunkelstern böse? Ist er ein Lebewesen?

Fragen über Fragen. Nach den Erfahrungen, die ich mit den letzten Atlan-Minizyklen gemacht habe, fürchte ich nur, dass diese Fragen nicht alle beantwortet werden…


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