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Atlan Heftroman Nr. 31 - Dunkelstern 7: Angriff der Togronen

Autor: Michael H. Buchholz

Inhalt

Auf der Flucht vor den hartnäckigen Zaqoor geraten Atlan und seine Freunde vom Regen in die Traufe, als sie mitten in einen Angriff der Togronen auf das Criil-System geraten. Eines dieser annähernd humanoiden Wesen, deren massiger Rumpf von dicken Hornplatten bedeckt ist, deren Arme bewegliche Tentakel zu sein scheinen und deren kantiger Schädel am Hinterkopf eine lang gestreckte hornartige Verlängerung aufweist, hatte Atlan schon in der Lordrichterstation auf Sothin gesehen. Jetzt rotten sie offenbar die Bevölkerung des Criil-Systems aus und wollen sich dabei auch von der AMENSOON nicht stören lassen - sie greifen an. Prompt erscheinen auch wieder die Zaqoor-Raumer und alsbald schießt jeder auf jeden. Die Lage für die AMENSOON scheint aussichtslos, doch da erscheint überraschend ein 1840 Meter hoher, 1300 Meter breiter Großraumer der Varganen, in dem Kalarthras sein einstiges Flaggschiff, die GANTA, erkennt. Der Gigant vernichtet gnadenlos sämtliche Togronen- und Zaqoor-Raumer, funkt Koordinaten für einen Treffpunkt an die AMENSOON und verschwindet.

Irritiert über die Grausamkeit, mit der die GANTA vorgegangen ist, wittern Gorgh-12 und Atlan eine Falle der Lordrichter. Dennoch trifft man sich mit der GANTA und deren einzigem Besatzungsmitglied: Der Vargane Veschnaron, einst Flottenkommandeur und direkter Untergebener von Kalarthras, behauptet, er sei jahrtausendelang nicht in Dwingeloo gewesen, sei jetzt aber zurückgekehrt, um den Lordrichtern Einhalt zu gebieten, die schon Teilerfolge erzielt hätten, in den Mikrokosmos vorzustoßen, um dort irgend etwas zu initiieren. Dabei würden sie sich der Forschungsergebnisse des varganischen Wissenschaftlers Haitogallakin bedienen. Galadat, eine von mehreren geheimen Forschungswelten Haitogallakins, liege im Einflussbereich eines besonderen Transferorts der Schwarzen Substanz und Haitogallakin habe dort mit ziemlicher Sicherheit Daten hinterlassen, die sich als entscheidend im Kampf gegen die Lordrichter erweisen könnten. Veschnaron bittet seine beiden Artgenossen und Atlan um Hilfe. Die willigen ein, obwohl ihr Misstrauen nicht ausgeräumt wurde - Veschnaron hat seinen alten Freund Kalarthras nämlich erst nicht erkannt und macht bei der Bedienung der GANTA Fehler, die einem echten Varganen nie unterlaufen wären.

Auf Galadat, dem einzigen Planeten eines Doppelsternsystems im Zentrum von Dwingeloo, gibt es nur eine große Landmasse. Diese ist komplett von einer gigantischen Ruinenstadt der Rhoarxi überbaut, nur ein riesiger See aus reinem Quecksilber ist von der Überbauung ausgespart worden. Haitogallakins Station mit dem Eigennamen Cabjarl ist ein kreisförmiger Komplex mit 40 Kilometern Durchmesser, in dessen 3 Kilometer breiten Außenring drei Städte mit je 8 Kilometern Durchmesser eingebettet sind. 200 mal 200 Meter große Korridore verbinden die Städte miteinander und mit dem Zentrum der Anlage. Dieses hat eine Kantenlänge von rund 10 Kilometern. Cabjarl liegt in 2 Kilometern Tiefe unter der Planetenoberfläche und ist mit Fallen nur so gespickt. Beim Versuch, ins Zentrum vorzudringen, erkennt Atlan, dass es nur einem echten Varganen möglich wäre, die Zentrale zu erreichen, denn alle Fallensysteme sind genau auf die körperlichen Eigenschaften der Varganen ausgelegt. Da Kalarthras mit Gorgh-12 auf der AMENSOON geblieben ist und Veschnaron sich verdächtig zurückhaltend zeigt, ist Kythara die einzige, die den Zugang öffnen kann.

Kalarthras nutzt seine Überrang-Bevollmächtigung, um unbemerkt Informationen über Veschnaron aus der GANTA zu holen. Diese beweisen, dass er in Verbindung zu den Garbyor stehen muss. Man beschließt deshalb, Veschnaron außer Gefecht zu setzen, bevor Haitogallakins Daten geborgen werden. Dazu kommt es aber nicht mehr, denn als Atlan, Kythara und Veschnaron tatsächlich zur Zentrale gelangen, überflutet die Station alle Eindringlinge mit Strahlung zur Zellkern-Abtastung. So zeigt sich, dass nicht nur Atlan (der von der Station verschont wird, als Kythara ihn berührt) kein Vargane ist, sondern auch Veschnaron: Unter dem Einfluss der Impulse nimmt sein Körper zahlreiche andere Formen an - er ist ein Gestaltwandler! Kurz danach werden alle drei von einem Transmitterfeld wieder aus der Zentrale befördert - der Stationsrechner hat sie wegen der Anwesenheit des Fremdlings Veschnaron als feindlich eingestuft. Bei der Verfolgung des Gestaltwandlers laufen Atlan und Kythara einem Zaqoor-Trupp genau in die Arme. Sie werden entwaffnet und abgeführt.

Kommentar:

Was soll ich sagen? Genau wie die Atlan-Autoren kann auch ich mich nur wiederholen: Mit leichten Abwandlungen habe ich diese Geschichte schon x-mal in verschiedenen Lordrichter- und Dunkelstern-Romanen gelesen. Immer wieder muss erstmal vor Lordrichter-Schergen geflohen werden, dann werden irgendwelche varganischen Hinterlassenschaften untersucht, die sich aus diesem oder jenem Grund als unzugänglich oder zumindest rätselhaft erweisen, später tauchen dann wie die sprichwörtlichen Springteufel von irgendwoher irgendwelche Garbyor auf und bringen Atlan in Gefahr, so dass ihm erneut nur die Flucht bleibt. Erkenntnisse über die Lordrichter, deren Projekt Durchbruch oder die Verhältnisse in Dwingeloo gewinnt man bei dem ganzen Gefummel nicht oder nur in solch magerer Dosis, dass sie auch nicht mehr überraschen können, weil man sich das meiste ohnehin schon lange vorher zusammenreimen konnte. Jetzt hat schon die zweite Hälfte des neuen Zyklus begonnen und man ist immer noch keinen Schritt weitergekommen. Man weiß bis jetzt nur, dass die Lordrichter in den Mikrokosmos vordringen und dort irgendwas erreichen wollen, wofür sie offenbar nur wenig Zeit haben. Wie aufregend! Wie spannend! Im Ernst: Mir reicht es.

Wieder einmal benimmt Atlan sich wie der Narr, als den sein Extrasinn ihn immer bezeichnet. Gut, er ist erst ein paar tausend Jahre alt. Aber hätten die mehrere hunderttausend Jahre alten Varganen nicht etwas mehr Vorsicht im Umgang mit ihrem vermeintlichen Artgenossen an den Tag legen können? Warum nehmen sie ihn immer noch mit auf Erkundungsgänge in Haitogallakins Station, nachdem sie sich nach Zusammenfassung aller erdrückenden Beweise endlich dazu durchgerungen haben, in ihm einen Verräter zu sehen? Geschieht ihnen recht, dass sie ihm in die Falle gehen. Ich zweifle übrigens nicht daran, dass sie sich schon im nächsten Roman wieder befreien können, schließlich muss die endlose, zu keinem Ziel führende Flucht doch bald weitergehen…

Abgesehen von diesen konzeptionellen Schwächen des Zyklus ist der Roman ganz nett geschrieben und man schläft bei der Lektüre nicht ein. Allerdings geht mir das "wir Varganen sind so toll, Klein-Atlan ist so doof" - Getue allmählich auf den Keks. Wenn es darum geht, sich zum Narren zu machen, stehen die Varganen dem Arkoniden sowieso in nichts nach.


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