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Atlan Heftroman Nr. 32 - Dunkelstern 8: Fluchtpunkt Craddyn
Autor: Rüdiger Schäfer
Inhalt
Atlan und Kythara sind auf Betreiben des verräterischen Gestaltwandlers Veschnaron von Zaqoor-Einsatztruppen gefangen genommen worden und sollen per Transmitter abtransportiert werden. Doch einer der Lordrichter-Soldaten ist nicht er selbst: Der Ganjase Gevaron hat seinen Geist in den Körper eines Zaqoor-Kämpfers transferiert und verhilft nun Atlan und Kythara zur Flucht. Gevaron ist einer von vielen Cappin-Agenten, die auf Befehl ihres Kommandanten Heroshan Offshanor nach Atlan und Kythara gesucht haben. Alle drei fliehen zur AMENSOON, die den Planeten Galadat umgehend verlässt. Kalarthras legt noch schnell Haitogallakins Forschungsstation mit den Bordwaffen in Schutt und Asche und zerschießt außerdem die Antriebssektion des varganischen Riesenschiffs GANTA, damit Veschnaron der AMENSOON nicht etwa mit diesem weit überlegenen Schiff folgen kann. Gevaron gibt die Koordinaten eines Treffpunkts bekannt, an dem Offshanor mit der MORYR wartet. Unterwegs dorthin berichtet Gevaron, dass die Garbyor an den Mythos von Trodar und der Großen Horde glauben und dass das Schwert der Ordnung in der Sprache der Garbyor Garbogthera heißt. Angesichts dieser Begriffe fällt es Atlan wie Schuppen von den Augen: Die Garbyor müssen in irgend einer Beziehung zu den Horden von Garbesch stehen - schon allein wegen der Namensähnlichkeit, aber auch, weil die Garbeschianer ebenfalls an Trodar geglaubt haben. Auch der Begriff Garbogthera hat für Atlan eine Bedeutung, denn in der Sprache der Anximen, die seinerzeit von der negativen Superintelligenz Seth-Apophis verwendet worden war, bedeutet die Silbe "Thera" soviel wie "Ordnung". Der Sitz der Superintelligenz war damals der Planet Aitheran - "Hort der Ordnung", Seth-Apophis hatte den Beinamen Ipotherape - "Schöpferin der Ordnung" getragen, und sie war es gewesen, die die Horden von Garbesch entfesselt hatte.
Es bleibt keine Zeit für längere Überlegungen zu der Frage, welche Bedeutung all diese Übereinstimmungen haben könnten, denn wieder einmal tauchen einige Zaqoor-Raumer auf, vor denen die AMENSOON fliehen muss, bevor der Flug zum Treffpunkt weitergehen kann. Dort angelangt, melden Atlan und Kythara sich sogleich freiwillig für die nächste Mission. Offshanor hatte nämlich vor einer Woche Kontakt zu drei ganjasischen Agenten aufnehmen können, die hochbrisantes Material aus einer von den Lordrichtern übernommenen ehemaligen Station der Varganen beim Dunkelstern geborgen haben. Das Material konnte nicht via Pedotransferierung mitgenommen werden, was bedeutet, dass ein Treffpunkt vereinbart werden musste: Die Wüstenwelt Craddyn. Leider kommen die drei Agenten nicht allein - sie werden von Zaqoor verfolgt, ihr Schiff stürzt auf Craddyn ab. Atlan, Kythara und die Ganjasen setzen mit einem Beiboot der MORYR nach, doch das Treffen wird nicht nur durch den Kampf mit den Zaqoor erschwert, sondern auch durch die ungewöhnlichen Verhältnisse, die auf dem Planeten herrschen. Dieser wird nämlich alle paar Stunden von seiner Sonne mit hyperenergetischen Strahlungsschauern überschüttet, was dazu führt, dass höherwertige Technik jeweils elf Minuten lang nicht funktioniert.
Nach einem kurzen Intermezzo, bei dem Atlan zusammen mit der etwas kratzbürstigen Ganjasin Nareile Scharakan unter Geröll verschüttet wird und bei dem die beiden herausfinden, dass es im Gestein Craddyns eine Substanz gibt, die dem PEW-Metall ähnelt und einer seltsamen Lebensform als Sitz dient, begegnet der Arkonide dem letzten Agenten, der den Kampf mit den Zaqoor überstanden hat, ohne gezwungen gewesen zu sein, die Pedotransferierung rückgängig zu machen. Von ihm erhält Atlan die Koordinaten des Verstecks, in dem sich das Material befindet, das die Agenten aus der Dunkelstern-Station mitgebracht haben. Und dieses Material ist nichts anderes als - eine Probe der geheimnisvollen Schwarzen Substanz! Zurück im Versteck der MORYR werden weitere Informationen ausgetauscht und Pläne geschmiedet. Farangon (einer der drei Agenten, dem die Rücktransferierung in seinen eigenen Körper gelungen war) bestätigt Atlans Vermutungen über die Pläne der Lordrichter. Diese wollen tatsächlich eine in beide Richtungen nutzbare Verbindung zum varganischen Mikrokosmos etablieren. Zu diesem Zweck wollen sie die von Haitogallakin konstruierten Umsetzer-Aggregate mit Hilfe der Schwarzen Substanz in Betrieb nehmen. Zufällig kennt Farangon auch noch den Standort eines solchen Umsetzers. Das Gerät befindet sich auf dem Planeten Kopaar. Damit steht Atlans nächstes Ziel fest…
Kommentar:
Man merkt, dass Rüdiger Schäfer sich mit Atlan sehr gut auskennt und dass ihm die adäquate Charakterisierung dieser Figur ebenso sehr am Herzen liegt wie die Ausschmückung der Story mit der einen oder anderen Anspielung auf frühere Abenteuer des Arkonidenhäuptlings. Außerdem hatte Rüdiger Schäfer das Glück, einen Roman schreiben zu dürfen, in dem endlich mal auf den Punkt gekommen und Klartext gesprochen wird. Allerdings konnte sich jeder, der sich ein bisschen in der Perry Rhodan - Historie auskennt, alles schon seit geraumer Zeit selbst zusammenreimen. So kommt die Information, dass es tatsächlich eine Verbindung zwischen den Lordrichtern, den Horden von Garbesch und evtl. auch Seth-Apophis geben muss, nicht mehr überraschend - es gibt also leider nicht den erhofften Aha-Effekt. Wie diese Verbindung nun wirklich aussieht, ist natürlich noch unklar. Seth-Apophis selbst existiert ja nicht mehr, jedenfalls nicht als Superintelligenz. Theoretisch könnte das kleine Nagetier, in das die einstige Superintelligenz seinerzeit hatte zurückschlüpfen müssen, aus irgend einem Grund immer noch am Leben sein - aber das halte ich für unwahrscheinlich, und selbst wenn, dann wäre das Vieh unintelligent und keine Gefahr. Da fällt mir ein, dass die Torkroten, die damals von Perry Rhodan beauftragt worden sind, in M 82 (einst "Stammgalaxie" von Seth-Apophis) für Ordnung (sic!) zu sorgen, von der Statur her den Zaqoor recht ähnlich sind. Bis auf den verlängerten Steiß und den Hornkamm auf dem Kopf. Hmmmm…
Der Roman selbst wirkt wegen der eher sinnlosen Szene mit dem unter Geröll begrabenen Atlan und wegen den unvermeidlichen Technik-Ausfällen etwas gestreckt, liest sich aber trotzdem sehr angenehm und ist nach der seit Heft Nr. 4 (28) anhaltenden Durststrecke geradezu ein Lichtblick. Eine Sache fand ich aber nicht überzeugend: Kalarthras beschädigt die GANTA, damit Veschnaron nicht mehr mit ihr fliegen kann. Okay, schön mitgedacht, aber warum nutzt Kalarthras nicht seine Überrang-Befehle, um das fette Schiff einfach mitzunehmen? Veschnaron ist ja wohl nicht an Bord und selbst ein solches Riesenschiff kann, wie auch in diesem Roman wieder betont wird, von einem einzigen Varganen geflogen werden. Gut, es könnte sein, dass sich weitere Lordrichter-Truppen irgendwo in der GANTA versteckt halten. Aber mit uneingeschränkter Kontrolle über die Schiffssysteme und die Varg-Roboter, die es ja wohl auch in der GANTA geben dürfte, wäre es doch sicher kein Problem, auch ein paar Dutzend Zaqoor in Schach zu halten?
A Apropos Veschnaron: Welchem Volk gehört der Gestaltwandler an? Entstammt er einem der uns bekannten Völker mit gestaltwandlerischen Fähigkeiten, oder hat man ihn einfach mal aus dem großen Exposé-Hut hervorgezaubert? Und wenn er gar ein Cyno oder ein Gys-Voolbeerah wäre - was zum Geier könnten die denn mit den Lordrichtern am Hut haben?
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