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Atlan Heftroman Nr. 48 - Intrawelt 12: Atlan, Bote des Flammenstaubs

Autor: Leo Lukas

Inhalt

Nach Atlans Verschwinden ist Kythara auf sich allein gestellt. Sie erkundet den Transfer-Trabanten und untersucht dabei zwei Raumschiffe: Eines ist ein gewaltiges, aus fünf miteinander verbundenen Kugeln bestehendes Gebilde, das andere ist ein schwarzer Oktaeder. In ersterem leben die Hemeello, seltsame Geschöpfe aus zwei miteinander verbundenen Individuen, die allesamt Peonus Seelensklaven sind. Um ihre Leiden zu lindern, haben sie unabsichtlich alle anderen Raumfahrer getötet, die es auf den Trabanten verschlagen hat: Sie haben versucht, diese anderen Lebewesen in eine Art Symbiose zu zwingen, um den Verlust des von Peonu geraubten Seelensplitters auszugleichen, doch keines der Wesen hat diese Prozedur lange überlebt. Nach dem ersten Kontakt mit diesen eigenartigen Doppelwesen dringt Kythara in den schwarzen Oktaeder ein, ohne zu ahnen, dass dies Peonus Schiff DEKAPINON ist. Das Schiff greift die Varganin an, indem es ihre schlimmsten Ängste körperliche Gestalt annehmen lässt. Sie kann sich gegen ihre eigenen Ängste nicht wehren und droht durch sie umzukommen. In höchster Not löst sie ihr Bewusstsein vom Körper und schlüpft in einen Hemeello hinein, bis ihr Körper aus dem Oktaederschiff gestoßen wird und sie in diesen zurückkehren kann. Sie ist geschwächt und verliert das Bewusstsein.

Als Kythara wieder zu sich kommt, haben die Hemeello sie in ihr Schiff gebracht und körperlich mit einem der ihren verbunden. Allmählich verliert Kythara ihre Identität in dieser bizarren Symbiose, ihr Körper verfällt zusehends. Da erscheint Peonu auf dem Transfer-Trabanten. Er bittet die Hemeello um Hilfe - er behauptet, er werde von einem noch grausameren Wesen verfolgt. Die Dualwesen glauben, Peonu würde ihnen ihre Seelensplitter zurückgeben, wenn sie ihm gegen seinen Verfolger helfen. Kythara erkennt, dass nur Atlan gemeint sein kann. Es gelingt ihr, sich aus der Symbiose zu befreien.

Atlan hat Peonu derweil durch die ganze Intrawelt verfolgt. Würde es dem ehemaligen Chaotarchendiener gelingen, mit dem Flammenstaub das Normaluniversum zu erreichen, so würde er unermessliche Macht erlangen. Das muss Atlan natürlich verhindern, aber leicht hat er es dabei nicht, denn Peonu hetzt eine ganze Armee seiner Seelensklaven auf seine Verfolger. Nur mit Tuxits Hilfe gelingt es Atlan, weiter auf Peonus Spur zu bleiben. Am Transferschlauch trennen sich die Wege des Arkoniden und des Rhoarxi. Tuxit versichert dem Arkoniden, er habe mit dessen Hilfe viel über die wahren Verhältnisse in der Intrawelt erfahren und wolle seine Sache besser machen als seine Vorgänger. Atlan kehrt auf den Transfer-Trabanten zurück, was zum Tod des krakenartigen Wächters Teph führt, denn dieser wehrt sich gegen Atlans Rückkehr aus der Intrawelt und der Transferschlauch ist eine Art Körperteil des Riesenkraken.

Die Hemeello fangen Atlan ein und transportieren ihn zur DEKAPINON, wo auch Atlan sich seinen Urängsten stellen muss. Schlimmer noch: Peonu gibt zu, er habe den Flammenstaub gar nicht an sich genommen (das Risiko war ihm zu groß): Atlan sollte die wertvolle Substanz zu ihm bringen. Jetzt will der Lutvenide den Arkoniden töten, denn nur so kann er den Flammenstaub aus seinem Körper bergen. Da dringt Kythara mit einem Beiboot der Hemeello in die DEKAPINON ein und lenkt Peonu ab, so dass Atlan ihn angreifen kann. Peonu raubt Atlan weitere Seelensplitter, doch damit hat der Arkonide gerechnet. Gezielt lässt er seinen Extrasinn auf den Lutveniden übergehen, was diesen übersättigt. Peonu muss den Seelensplitter wieder zurückgeben - auf diese Weise erhält Atlan auch den Rest seiner Seele zurück und ist wieder vollständig. Atlan flieht mit Kythara aus Peonus Schiff, das wenig später mit unbekanntem Ziel verschwindet.

Durch die unnatürliche Symbiose mit den Hemeello und den erneuten Kampf gegen Peonus Schiff ist Kythara so geschwächt, dass sie stirbt. Am nächsten Tag, dem 03.09.1225 NGZ, verlässt Atlan den Transfer-Trabanten mit der DYS-116. Auch die Hemeello verschwinden. Atlan hat nicht vor, den Flammenstaub zu seinen Auftraggebern von der Konterkraft zu bringen. Er will erst lernen, mit der geheimnisvollen Substanz umzugehen. Viel Zeit hat er dafür möglicherweise nicht, denn nach Tuxits Bericht vernichtet der Flammenstaub seinen Träger im Normalraum binnen kurzer Zeit…

Kommentar:

Ausnahmsweise doch mal ein kurzer Kommentar von mir, den kompletten Zyklus betreffend: Zweifellos enthält der Intrawelt-Zyklus einige sehr unterhaltsame Romane (der vorliegende ist einer davon) und die Intrawelt selbst ist ein interessanter, farbenprächtiger Schauplatz. Der Zyklus scheint mir auch besser konzipiert zu sein als die beiden letzten, insgesamt ist er sogar mehr oder weniger in sich abgeschlossen, was man von den anderen ja überhaupt nicht behaupten konnte.

Dennoch bleiben für meinen Geschmack zu viele Ungereimtheiten zurück, zu viele Fragen bleiben unbeantwortet. Nur zwei Beispiele:

1.) Wenn es schon schwer fällt, die Existenz einer "Nabe" zu akzeptieren, um die das gesamte Multiversum sich "dreht" (wie dreht das Multiversum sich überhaupt um diese Nabe?), dann ist die Behauptung, bei dieser "Drehbewegung" könne ein Abrieb entstehen, erst recht schwer zu akzeptieren. Woraus soll dieser Abrieb denn bestehen? Aus der Substanz der Universen oder der Nabe? Was die Frage aufwirft, woraus so ein handelsübliches Universum eigentlich besteht oder aus welchem "Material" die Nabe konstruiert wurde…

2.) So faszinierend die Intrawelt an sich auch ist: Warum musste sie so gebaut werden, wie es geschehen ist? D.h. warum mussten Parzellen unterschiedlichster Art konstruiert werden, in denen die verschiedensten Lebewesen existieren? Welchen Nutzen haben diese Landschaften oder Lebewesen für die Rhoarxi, wenn die sowieso immer in einer einzigen Parzelle bleiben? Ihre Vorhaben, den Flammenstaub vor unbefugtem Zugriff zu sichern und sich selbst zu verstecken, hätten sie auch einfacher, unauffälliger und vor allem schneller realisieren können als durch den Bau einer gigantischen bewohnten Hohlwelt!

So halte ich diesen Zyklus zwar nicht für komplette Zeitverschwendung, aber vom Hocker gerissen hat er mich auch nicht gerade. Deshalb werde ich den folgenden "Flammenstaub"-Zyklus nicht sofort lesen. Ich muss etwas Abstand gewinnen, so dass die Neugier auf Atlans nächste Abenteuer vielleicht doch wieder stärker wird. Also wird es von mir vorerst keine Zusammenfassungen dazu geben.

J. Kreis, 05.03.2006
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