7 Zwerge - Männer allein im Wald


7 Zwerge - Männer allein im Wald (D, 2004)

Blu-ray, Universal
Altersfreigabe: FSK 0
Laufzeit: ca. 94 Minuten

Extras:
Keine

Regie:
Sven Unterwaldt

Hauptdarsteller:
Cosma Shiva Hagen (Schneewittchen)
Nina Hagen (Königin)
Heinz Hoenig (Brummboss)
Otto Waalkes (Bubi)
Boris Aljinovic (Cloudy)
Mirco Nontschew (Tschakko)
Ralf Schmitz (Sunny)
Martin Schneider (Speedy)
Markus Majowski (Cookie)
Hans Werner Olm (Spliss)
Atze Schröder (Hofnarr)
Christian Tramitz (Jäger)
Rüdiger Hoffmann (Spiegel)




Inhalt

Die Königin mag es gar nicht, sich von ihrem Spiegel sagen lassen zu müssen, dass man sie nicht direkt als schönste Frau des Landes bezeichnen kann, weil Schneewittchen viel schöner ist. Der Hofnarr bekommt den Zorn der Königin zu spüren und landet im Kerker, als er es wagt, einen Witz auf ihre Kosten zu machen. Spliss, der Handlanger der Königin, hätte Schneewittchen schon kurz nach der Geburt entsorgen sollen. Die Königin hatte eine radikale Lösung im Sinn, doch Spliss hat das Baby in ein Waisenhaus gebracht. Jetzt soll Schneewittchen sterben. Ein Jäger soll das erledigen. Der Spiegel warnt die junge Frau, so dass sie in den Wald fliehen und sich in der Hütte der dort lebenden sieben Zwerge verstecken kann. Brummboss, das Oberhaupt der Zwerge, hat seinen sechs Kumpanen jahrelang eingebläut, dass man Frauen, jenen garstigen Wesen, deren einziger Daseinszweck darin besteht, Männer ins Unglück zu stürzen, nicht trauen kann. Diese leidvolle Erfahrung hat Brummboss vor 18 Jahren, in jener Nacht, über die er sonst nichts berichten will, selbst machen müssen. Deshalb verlassen die Zwerge den Wald niemals. Sie wollten sicherheitshalber sogar die einzige in den Wald führende Brücke zerstören. Doch beim Anblick des schönen Schneewittchens verlieben sich alle Zwerge außer Brummboss sofort. Schneewittchen darf bei den Zwergen einziehen.

Eine Zeitlang bleiben Schneewittchen und die sieben Zwerge unbelästigt, denn der Jäger findet die Hütte nicht. Gegenüber der Königin behauptet er, sein Hund habe Schneewittchen in winzige Fetzen gerissen (eine reife Leistung für einen Westie-Terrier), so dass er keine Leiche präsentieren könne. Dummerweise sagt der Spiegel immer die Wahrheit, und so erfährt die Königin bei der nächsten Frage nach der schönsten Frau im ganzen Land, dass diese Bezeichnung auf sie nur dann zutrifft, wenn man den Wald ausklammert, weil dort Schneewittchen lebt. Kurzerhand kümmert sich die Königin selbst um die Sache. In Begleitung ihres Schergen dringt sie in den Wald ein und entführt Schneewittchen, deren Geburtstagsparty (sie wird 18) somit ausfällt. Brummboss weiß, wer dahintersteckt, denn die Königin hat ihre Krone bei der Zwergenhütte vergessen. Die Zwerge rüsten sich zum Sturm auf die königliche Burg, um ihre Freundin zu befreien. Zuvor enthüllt Brummboss, was in jener Nacht vor 18 Jahren wirklich geschehen ist. Damals war Brummboss König, hat aber nach dem Kindbetttod seiner Frau abgedankt. Die Hebamme - die jetzige Königin - und ihr Gehilfe Spliss haben behauptet, auch das Kind sei gestorben. In Wahrheit ist dieses Kind niemand anderer als Schneewittchen!

Während Brummboss als Mönch getarnt in den Kerker schleicht, um Schneewittchen zu erklären, dass er ihr Vater ist, lenken die anderen Zwerge die Königin ab. Zu ihrem Glück findet gerade ein Hofnarr-Casting statt, so dass sie anstandslos in die Burg gelassen werden. Als Schneewittchen aufs Schafott geführt wird, um die schlimmste denkbare Folter zu erleiden (sie soll onduliert werden), greifen die sieben Zwerge ein. Schneewittchen wird gerettet. Brummboss gibt sich dem jubelnden Volk als rechtmäßiger König zu erkennen. Die Königin wird vom wetterwendischen Spliss verhaftet und zur Reinigungskraft degradiert. Der König möchte seine treuen Gefährten belohnen, indem er Schneewittchen einem von ihnen zur Frau gibt. Sie hat sich jedoch im Kerker in den Ex-Hofnarren verliebt. Ohne Schneewittchen und ihren alten Boss kehren die Zwerge in den Wald zurück. Ihre Zahl wird durch Ralfie vervollständigt, einen muskelbepackten Hünen, der sich schon mehrfach vergeblich um Aufnahme in die Männer-WG beworben hat. Niemals wieder wollen sich die Zwerge von einer Frau die Köpfe verdrehen lassen. Dieser Vorsatz ist vergessen, als Rotkäppchen bei der Hütte auftaucht ...


Kringels Meinung

Otto Waalkes war in den Siebzigern einer meiner Helden. Ich habe keine Otto-Show verpasst, auch nicht in der x-ten Wiederholung. Die LP "Oh, Otto", habe ich wieder und wieder gehört, bis ich jeden Sketch auswendig nachspielen konnte. Irgendwann ist Otto dann uncool für mich geworden. Die Otto-Kinofilme der Achtzigerjahre fand ich schon nicht mehr so prickelnd, die späteren habe ich ignoriert. Auch um die "7 Zwerge"-Filme habe ich bisher immer einen großen Bogen gemacht, denn was ich beim TV-Zapping davon gesehen habe, hat mich nicht überzeugt. Wahrscheinlich habe ich bei diesen Gelegenheiten immer die missratenen Szenen und schlechten Witze erwischt (davon gibt es einige), jedenfalls habe ich mir die beiden Filme jetzt doch endlich mal zugelegt - bei 5 Öcken pro Blu-ray kann man kaum was falsch machen - und konnte somit feststellen, dass "7 Zwerge - Männer allein im Wald" trotz unleugbarer Schwächen durchaus Spaß macht! An der Story liegt das nicht; die kann man getrost vergessen. Der Film besteht eher aus einer lose verknüpften Aneinanderreihung von Sketchen. Look und Ausstattung können sich dagegen sehen lassen. Angesichts des Zwergenlandes fühlt man sich fast ins Auenland versetzt, das Königsschloss erinnert an Sarumans Turm Orthanc (tatsächlich wimmelt der Film nur so vor Anspielungen auf die Herr der Ringe-Filme). Auch sonst gibt es nichts zu bemängeln. Und natürlich ist allein die anbetungswürdige Cosma Shiva Hagen schon ein Grund, sich den Film anzuschauen.

Otto Waalkes trägt kaum etwas zum Spaßfaktor bei. Zumindest findet sich hier so gut wie nichts von seiner früheren Originalität wieder. Er hält sich zudem eher im Hintergrund. Gut so, denn seine auf totale Doofheit getrimmte Rolle des Zwergen Bubi gehört nicht zu den Höhepunkten des Films. Auch die anderen Zwerge, bis auf Heinz Hoenig allesamt namhafte Comedians, sind nur selten witzig. Eine Ausnahme ist Mirco Nontschew. Er war schon zu Zeiten von "RTL Samstag Nacht" klasse und daran hat sich nichts geändert. Ich finde seine Darstellung des Kampfzwergs, der immer übers Ziel hinausschießt (beim Dynamitfischen bleibt den rußgeschwärzten Zwergen nur eine Gräte), einfach köstlich. Humor ist nun mal Geschmackssache! Dem einen gefallen infantile Gags, Witze unterhalb der Gürtellinie, Slapstick und sonstiger Klamauk. Der andere schmeißt sich bei absurden Situationen, Overacting und purem Wahnsinn weg. Von alldem wird in diesem Film genug geboten! Nur Freunde subtilerer Humorspielarten, feinsinniger Dialoge und dergleichen dürften nicht auf ihre Kosten kommen. Es wird zwar nicht mit Torten geworfen, aber es fliegen Pferdeäpfel und insbesondere in den Zwergen-Szenen kommt der Humor für meinen Geschmack zu oft buchstäblich mit dem Holzhammer daher.

Viel besser gefallen mir einerseits Nina Hagen und Hans Werner Olm, andererseits die Cameoauftritte zahlreicher Gaststars. Nur ein paar Beispiele: Harald Schmidt als gescheiterter Teilnehmer beim Hofnarrencasting. Tom Gerhardt als gar nicht so harter Kerkermeister. Hilmi Sözer als Türsteher (pardon) Torwächter. Und natürlich Helge Schneider in einer wahrhaft bizarren Szene als Gandalf-Parodie "Der weiße Helge". Herrlich albern! Hans Werner Olm chargiert wunderbar als sinistrer Scherge. Aber Nina Hagen spielt sie alle an die Wand! Schriller, lauter und abgedrehter geht es kaum noch - genialer auch nicht. Das ist wohlgemerkt meine persönliche Meinung! Ich kann mir vorstellen, dass mancher Zuschauer ihr Geschrei und Grimassieren nervtötend finden wird.


J. Kreis, 23.10.2018




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