A Little Bit Zombie


A Little Bit Zombie (Kanada, 2012)

Blu-ray, Ascot Elite Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 84 Minuten

Extras:
- Interviews (4:38 Min.)
- Trailer

Regie:
Casey Walker

Hauptdarsteller:
Kristopher Turner (Steve)
Crystal Lowe (Tina)
Shawn Roberts (Craig)
Kristen Hager (Sarah)
Emilie Ullerup (Penelope Pendleton)
Stephen McHattie (Max)




Story

Steve und Tina wollen in einer Woche heiraten. Tina und Steves Schwester Sarah können sich nicht ausstehen. Steve kommt auf die Idee, ein gemeinsames Wochenende im idyllisch gelegenen Ferienhaus der Familie sei eine gute Methode zur Konfliktbewältigung. Sarahs Mann Craig, Steves bester Freund, kommt mit. Schon kurz nach der Ankunft fliegen die Fetzen, denn die beiden Frauen sind zu verschieden. Sarah meint, der überkandidelte Kontrollfreak Tina sei nicht die richtige Partnerin für ihren Bruder. Tina hält Sarah für prollig. Steve wird von einem Moskito gestochen, der nur durch Anwendung brachialer Gewalt totzukriegen ist. Schon kurz danach fühlt sich Steve schlecht. Er ist blass, hat eiskalte Füße und verbringt eine von wirren Träumen erfüllte Nacht. Am nächsten Morgen hat Steve einen Bärenhunger, der durch Unmengen von Rührei nicht gestillt werden kann. Steve kann sein Frühstück nicht bei sich behalten und leidet vor sich hin, während sich Tina und Sarah immer wieder in die Haare kriegen. Da tauchen Penelope Pendleton und Max bei der Hütte auf. Craig kennt das skurrile Pärchen aus dem Internet. Was er nicht weiß: Die beiden halten sich nicht nur für Zombiejäger, sondern haben just in der vergangenen Nacht zahlreiche in der näheren Umgebung herumstreunende Untote vernichtet.



A Little Bit Zombie

(Max und Penny auf Zombiejagd)


Der Moskito, von dem Steve gestochen wurde, hatte sich zuvor an einem Zombie gelabt und die Infektion somit an Steve weitergegeben. Penelope besitzt eine Art Ortungsgerät für Zombies (eine leuchtende Glaskugel), die ihr den Weg zur Hütte gewiesen hat. Die Anzeige ist merkwürdig, ganz anders als bei "normalen" Zombies. Penny glaubt, der Untote sei ein Mensch-Zombie-Hybrid, aus dessen Blut sich womöglich ein Gegenmittel entwickeln lässt. Craig, Tina und Sarah halten die Zombiejäger für verrückt, doch Steve beginnt zu begreifen, was mit ihm geschehen ist, zumal ihm das Wasser im Mund zusammenläuft, sobald er an seine neue Leib- und Magenspeise denkt: Hirn! Penny und Max fahren wieder davon, nicht ohne eine Visitenkarte und ein von ihnen selbst verfasstes voluminöses Handbuch über Zombies zurückzulassen. Erbost versetzt Max der Kristallkugel einen Tritt, so dass sie nicht mehr anzeigt, wo sich der Zombie befindet.



A Little Bit Zombie

(v.l.n.r.: Tina, Craig und Sarah)


Während sich die anderen in der Stadt vergnügen, geht Steve im Wald auf die Jagd, hat aber keinen Erfolg. Also muss Tinas Kaninchen dran glauben. Dummerweise wird Steve in flagranti erwischt. Zunächst glauben die anderen, der Hochzeitsstress sei Steve über den Kopf gewachsen, doch nach und nach wird ihnen klar, dass er wirklich ein Zombie ist. Craig vertieft sich in das Handbuch. Nach einem Besuch bei einem Metzger, der auch Brägen verschiedener Herkunft führt, geht es Steve vorübergehend besser, bis sich herausstellt, dass Gehirne toter Tiere nicht die richtige Diät für einen Zombie sind. Steves Körper zeigt schon bald erste Auflösungserscheinungen. Gemäß Handbuch braucht er frisches Menschenhirn. Tina ist wild entschlossen, ihren Verlobten auch in diesem Zustand zu heiraten. Ein in Verlust geratenes Ohr wird angetackert, aber so kann es nicht weitergehen. Man beschließt, einen Menschen, den niemand vermissen wird, als Futter für Steve zu entführen. Tina und Sarah brezeln sich auf und suchen sich ein besonders widerwärtiges Exemplar der lokalen Hinterwäldler aus. Der riesenhafte Mann wird angelockt, mit einem Elektroschocker außer Gefecht gesetzt und im Keller der Hütte an einen Stuhl gefesselt. Als Steve mit dem Bewusstlosen allein ist, stellt er fest, dass er es trotz seines schrecklichen Hungers nicht über sich bringt, jemanden zu töten.



A Little Bit Zombie

(Steve hat Hunger, aber noch mehr Skrupel und vor allem nicht das richtige Werkzeug)


Craig, der das Schlimmste befürchtet, ruft die Zombiejäger an. Penny und Max eilen herbei, nehmen jedoch irrtümlich an, der Riese sei der Zombie, und erschießen ihn. Nachdem ihnen die Verwechslung klar geworden ist, will Max Steve töten, doch Penny verhindert das, indem sie Max ein Loch quer durch den Schädel schießt. Sie versucht Steve zur Kooperation zu bewegen. Er ist nicht abgeneigt, aber aus der Sache wird nichts. Tina glaubt, Penny wolle Steve vivisezieren, und erschießt sie. Jetzt kann endlich geheiratet werden.


Kringels Meinung

Sind Zombies inzwischen beliebter als Vampire, Werwölfe und andere Kreaturen aus dem Horror-Repertoire? Zumindest für Komödien trifft das nach meinen Beobachtungen definitiv zu. Man denke nur an Shaun of the Dead und Zombieland. Auch Scouts vs. Zombies kann sich sehen lassen. Nicht so bekannte (und bestenfalls mäßig witzige) humoristische Werke mit Zombies in meiner Sammlung sind Deadheads, Wasting away, Dead and Breakfast, Boy eats Girl und Dead Snow. Fast könnte man sogar sagen, dass es bereits ein neues Subgenre gibt, nämlich romantische Komödien mit Zombies (RomComZom)! An erster Stelle ist hier Warm Bodies zu nennen. "A Little Bit Zombie" gehört ebenfalls in diese Kategorie.

Auf "A Little Bit Zombie" bin ich beim Zapping gestoßen. Ein Privatsender, auf dem vorwiegend Mockbuster und sonstige Heuler laufen, hat den Film irgendwann nach 22:00 Uhr ungekürzt gezeigt. Ich bin hängengeblieben, weil gerade zu sehen war, wie der zombiefizierte Moskito ein neues Opfer sucht. Diese Szenen werden aus der Sicht des Insekts gezeigt, und zwar a) mit optischer Verfremdung, so als hätte man Blut in den Augen, b) mit Metal-Musik unterlegt und c) mit aggressivem Gebrabbel, das die Stechmücke von sich gibt. Köstlich! Nach der Szene beim Metzger konnte ich leider nicht weitergucken, außerdem hatte ich den Anfang verpasst. Also her mit der DVD, war billig, da konnte ich nichts falsch machen. Allerdings habe ich nach wenigen Minuten den englischen Originalton eingeschaltet, denn es wäre noch geschmeichelt, die deutsche Synchronisation als "amateurhaft" zu bezeichnen. Insgesamt kann ich sagen, dass ich den Kauf nicht bereut habe. Das hemmungslose Overacting ist grenzwertig, aber akzeptabel; in einem Film, der sich so wenig ernst nimmt wie dieser, stört es nicht so sehr. Zugegeben, in der einen oder anderen Szene machen manche Schauspieler den Eindruck, als ob sie noch nie vor der Kamera gestanden hätten. Kristopher Turner macht seine Sache dagegen gut. Er sorgt in zahlreichen herrlich absurden Szenen für slapstickhafte Komik. Einziges echtes Manko ist die zu oft zum Einsatz kommende "lustige" Musik.

An den Effekten gibt's nichts auszusetzen - es sind ja nicht so viele vorhanden ... Zu Beginn werden einige Zombies mehr oder weniger gekonnt ins Jenseits befördert und am Schluss wird es so richtig blutig, wenn auch nur kurz. Zwischendurch hat Steve einen Traum im Stil eines Fünfzigerjahre-Werbespots (in Schwarzweiß), in dem es um Gehirn geht. Der Film macht durchaus Spaß, wenn man schwarzen Humor mag und weder bei durch die Luft fliegender Kotze noch bei platten Zoten zusammenzuckt. Man darf sich nur nicht fragen, woher die Untoten eigentlich kommen, warum sie außer dem Zombiejägerpärchen offensichtlich noch niemandem aufgefallen sind, woher Penelopie die zur Zombieortung eingesetzte Kristallkugel hat und wie diese überhaupt funktioniert (soll ein jahrhundertealtes Artefakt sein). Geärgert habe ich mich über den Kauf der DVD also nicht, muss aber zugeben, dass "A Little Bit Zombie" bei besagtem Trash-Fernsehsender ganz gut aufgehoben ist ...


DVD-Features

Angesichtes der lächerlichen Laufzeit wird wohl niemand tiefschürfende Erkenntnisse von den Interviews der 4 Hauptdarsteller erwarten, zumal auch noch Filmszenen und ganz kurze Blicke hinter die Kulissen eingeflochten sind. Etwas lernen konnte ich doch noch. Der von Crystal Lowe erwähnte Begriff "Brautzilla" war mir nämlich bis dato unbekannt.


J. Kreis, 23.10.2017




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