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Alien 3 Kinoversion und Special Edition (USA 1992)
DVD - Regionalcode 2, Fox Home Entertainment
FSK: 16
Laufzeit: ca. 110 Minuten (Kinoversion) bzw. 138 Minuten (Special Edition)
Extras Kinoversion:
Original Kinotrailer. Making of Alien 3.
Extras Special Edition:
Audiokommentare der Schauspieler und des Produktionsteams. Produktionsskizzen, Storyboards, Fotogalerien (teilweise mit Texttafeln). Multi-Angle-Vergleich der Bioscan-Szene. Ausführliche Dokumentation, unterteilt in die Bereiche Pre-Production ("Entwicklung - Abschluß der Story", "Geschichten vom hölzernen Planeten", "Pre-Production Teil III", "Xeno-Erotik"), Production ("Production Teil I", "Bau des Schmelzofens - Zeitraffersequenz", "Anpassungsfähiger Organismus - Design der Kreatur", "Production Teil II und III") und Post-Production ("Bildersturm - Optische Effekte", "Musik, Schnitt und Ton", "Post Mortem - Reaktionen auf den Film")
Regie:
David Fincher
Hauptdarsteller:
Sigourney Weaver (Ellen Ripley)
Charles Dance (Clemens)
Charles S. Dutton (Dillon)
Lance Henriksen (Bishop)
Inhalt:
Fiorina "Fury" 161, aufgegebener Minenplanet mit nicht besonders freundlichen Umweltverhältnissen, gepflastert mit labyrinthischen Fabrikanlagen, zur Strafkolonie für Schwerverbrecher mit Doppel-Y-Chromosomen-Störung umfunktioniert. Man beobachtet den Absturz einer Rettungskapsel und birgt die einzige Überlebende: Ellen Ripley.
Irgend etwas hat einen Brand auf der Sulaco (siehe Aliens) verursacht, so daß der Bereich mit den Kälteschlafkapseln abgesprengt werden mußte. Newt und Hicks haben den Absturz nicht überlebt, der ohnehin schwer lädierte Android Bishop hat nur noch Schrottwert. Ripley muß sich nun allein in dem komplett von der Außenwelt isolierten Gefangenenlager zurechtfinden, was alles andere als einfach ist, weil die Leute dort seit Jahren keine Frau mehr gesehen haben... Die beiden Aufseher haben die Situation weniger unter Kontrolle, als sie glauben. In Wirklichkeit werden die aufgewühlten Emotionen nur mühsam durch den charismatischen Anführer der Sträflinge und durch die eigenartige Religion eingedämmt, der die Schwerverbrecher anhängen. Ripley findet Verätzungen in der Rettungskapsel, die genau so aussehen wie die Spuren, die die Aliens hinterlassen. Eine Autopsie der Leiche von Newt bleibt aber ohne Ergebnis. Clemens, der Arzt der Strafkolonie, wird mißtrauisch, aber Ripley bleibt schweigsam.
Von den noch für wenige Minuten funktionierenden Überresten Bishops erhält Ripley Hinweise darauf, daß ein Facehugger es geschafft haben könnte, sich in das Rettungsmodul zu schleichen. Tatsächlich gibt es bald die ersten Opfer: Ein Hund (in der Special Edition: Ein Ochse) dient diesmal als lebendiger Brutkasten für das Alien und kaum ist dieses ausgewachsen, da fällt es auch schon mit brachialer Gewalt über die Gefangenen und Aufseher her. Ripley wird allerdings seltsamerweise verschont, als sie dem Wesen begegnet. Ein medizinischer Scan bringt die furchtbare Wahrheit an den Tag: Auch Ripley trägt in sich ein Alien-Embryo, und zwar nicht irgend eines, sondern das einer Königin. Das Alien hat Ripley nicht angegriffen, weil es nichts tun wird, was der Königin irgendwie schaden könnte.
Ripley ist die einzige, die Erfahrung mit diesen Wesen hat, außerdem ist sie vor dem Alien sicher, solange die Königin noch nicht "geboren" ist. Deshalb hilft Ripley den Sträflingen dabei, ihre Verteidigung aufzubauen und das Alien in eine Falle zu locken, in der es nach hartem Kampf vernichtet werden kann. Dann mischt sich unerwarteterweise einmal mehr die Weyland-Yutani-Corporation ein, deren skrupellose Wissenschaftler wenigstens das Embryo bergen wollen, welches in Ripleys Brustkorb schlummert. In dieser Situation bleibt ihr nur ein Ausweg, wenn sie vermeiden will, daß das gefährliche Monstrum den nicht minder gefährlichen Leuten von der Weyland-Yutani-Corporation in die Hände fällt: Sie begeht Selbstmord, indem sie sich in einen Hochofen mit flüssigem Metall stürzt, und nimmt das in diesem Augenblick aus ihr hervorbrechende Alien mit in den Tod.
Der Film:
David Finchers Beitrag zum Alien-Universum ist wiederum ganz anders als die beiden Vorgänger. Er ist "schmutziger", düsterer und pessimistischer - es gibt nicht einmal ein "Happy End" wie in Teil 1 und Teil 2. Auch kommt wieder "nur" ein einziges Alien darin vor, wenn man mal von dem armen kleinen Chestburster ganz am Schluß absieht. Ich muß gestehen, daß ich damals ein wenig enttäuscht war, als ich den Film im Kino gesehen hatte, denn ich hatte einen weiteren Blockbuster in der Machart von Teil 2 erwartet. Oder zumindest eine Horrorstory mit ständig ansteigender Spannungskurve in der Machart von Teil 1. Und beides bietet dieser Film definitiv nicht. Das Alien hat zwar ausreichend Gelegenheit, Körper zu zerlegen, aber darum ging es ja schon im ersten Teil des Films nicht in der Hauptsache, es ging eher darum, wie die Besatzung der NOSTROMO mit der unbekannten Bedrohung fertig zu werden versuchte. Der zweite Teil war dann ein Feuerwerk aus pausenloser Action. In Teil 3 wird viel Zeit mit der Darstellung der seltsamen "Männergemeinschaft" und mit Ripleys Auseinandersetzung mit den dortigen Verhältnissen vertan. Es dauert viel zu lange, bis die Bedrohung akut wird und auch danach unterbrechen noch viele Szenen, die nichts mit der Gefahrensituation zu tun haben, den Spannungsbogen. Dadurch wirkt der Film etwas zu "lahm" - man wird nicht richtig mitgerissen. Außerdem kann man nicht wirklich mitfiebern, denn diesen Schwerverbrechern, die in bekannter Art und Weise einer nach dem anderen umkommen, bringt man bis auf wenige Ausnahmen praktisch keine Sympathie entgegen und so ist es ziemlich egal, wen es als nächsten erwischt. Ripleys Leid und (vorläufiges) Ende können dann aber wiederum beeindrucken, obwohl gerade dieses Ende durch Teil 4 der Serie wieder total entwertet wird.
Das Alien-Design ist erneut sehr gut gelungen, leider sieht man den Szenen, in denen ein Modell in den Film hineinkopiert wurde (oder handelt es sich um Computergrafiken?), die Künstlichkeit aber doch sehr an. Anders wäre es vermutlich nicht möglich gewesen, ein derart schnelles und wendiges Alien darzustellen. Umso deutlicher fällt der Unterschied auf, wenn dann wieder ein lebensgroßes Alien-Modell bzw. ein entsprechend kostümierter Schauspieler auftritt. Da hätte man vielleicht besser ganz auf CGI oder ähnlich leicht identifizierbare Tricks verzichten sollen.
Die schauspielerischen Leistungen lassen nichts zu wünschen übrig. Am besten finde ich Charles Dance, der den beherrschten, desillusionierten und zynischen Gefängnisarzt sehr überzeugend verkörpert. Er ist eine der wenigen erwähnten Ausnahmen bei den vielen teils ziemlich anonymen Opfern des Aliens.
Inzwischen kann ich den Film trotz seiner Schwächen und trotz einiger Logik- und Kontinuitätsfehler durchaus goutieren, denn die gespenstische, düstere, klaustrophobische Atmosphäre der Strafkolonie mit ihrem Steampunk-Touch ist gut inszeniert. Sehenswert sind auch die langen Kamerafahrten aus der teilweise verzerrten Perspektive des Aliens.
Die "Special Edition" dieses Films enthält über zwanzig Minuten zusätzlicher Handlungsszenen, die dem Film aber nicht immer gut tun. Schon zu Anfang, nach dem Absturz der Rettungskapsel, gibt es eine längere neue Sequenz. Darin findet Clemens die bewußtlose Ripley, die an den Strand gespült wurde und ganz mit schwarzem Öl bedeckt ist. Die Rettungskapsel wird dann mit einem Ochsengespann an Land gezogen. Dabei bekommt man auch einiges von der Umgebung der Kolonie zu sehen. Eine weitere auffällige Änderung besteht darin, daß das Alien nicht in einem Hund heranwächst, sondern in einem Ochsen (offenbar züchten die Sträflinge ihr eigenes Fleisch). Die "Geburt" des Aliens erfolgt während der Feuerbestattung von Newt und Hicks - die ständigen Überblenden von Dillons Predigt zu der blutigen Aliengeburt sind äußerst effektvoll, fürs Kino war das vielleicht etwas zu hart. Das Alien sieht denn auch schon bei der Geburt anders aus, als wir es kennen. Es ist kein "normaler" Chestburster, sondern hat schon beinahe die Form eines ausgewachsenen Warriors. Diese beiden Szenen sind sehenswert, verändern aber den Charakter des Films nicht unerheblich. Beispielsweise fand ich die Idee, daß die Häftlinge offenbar Rinder züchten, etwas irritierend. Wo halten sie die und womit werden sie gefüttert? Na, egal. Andere Szenen dagegen sind eigentlich überflüssig, sie enthalten hauptsächlich Dialoge zwischen den Häftlingen. In einer besonders sinnlosen neuen Szene wird das bereits gefangen gesetzte Alien von einem durchgedrehten Häftling wieder befreit. Warum der Knabe auf diese Schnapsidee kommt, bleibt unklar... Auch das Ende wurde verändert: In der Special Edition wird deutlicher, daß der Mann, der sich als Designer der Bishop-Androiden bezeichnet, wahrscheinlich wirklich selbst kein Android ist. Außerdem bricht die Alien-Königin am Ende nicht aus Ripleys Brustkorb heraus. Übrigens kann man die neuen Szenen in der deutschen Version sehr gut identifizieren, denn wenn jemand spricht, klingen die Stimmen teilweise ganz anders.
Insgesamt kann ich den Erwerb der Special Edition nur jenen empfehlen, die den Film noch in keiner anderen Version besitzen. Lobend erwähnen sollte man, daß man auch in der Special Edition nicht auf die Kinoversion verzichten muß. Man kann über einen Menüpunkt wählen, ob man sich den altbekannten Film ansehen möchte oder die verlängerte Version mit den zusätzlichen Filmszenen.
Die DVD:
Ich besitze den Film in zwei Versionen: Einmal in der Kinoversion der Alien-Quadrilogy-Box und einmal in der Special Edition.
Kinoversion:
Das Making of zu diesem Film ist ca. 20 Minuten lang und - naja - nicht so besonders interessant. Die üblichen Interviews, ein paar Filmausschnitte, ein paar Aufnahmen vom Dreh, nichts außergewöhnliches.
Details zu den Extras der Legacy-Box findet ihr hier
Special Edition:
Meiner Ausgabe dieser DVD war noch eine Bonus-Scheibe mit Featurettes zu einigen Kino-Blockbustern des Jahres 2004 beigelegt sowie ein Gutschein, der zum Besuch des Films "Alien vs. Predator" berechtigt. Den habe ich natürlich gleich eingelöst!
Das komplette Bonusmaterial befindet sich auf einem zweiten Silberling. Zum einen wären da über Tausend (!) Artworks und Storyboardbilder, teils mit Texttafeln, zu bewundern. Bis man sich da in Ruhe durchgeklickt hat... Am interessantesten sind aber natürlich die Featurettes zu den verschiedenen Produktionsphasen. Man kann sämtliche Beiträge in Folge abspielen (aber auch einzeln anwählen), so daß eine mehrstündige Dokumentation entsteht, die kaum noch Fragen offen läßt, insgesamt aber recht uneinheitlich zusammengestoppelt wirkt.
Obwohl es sich zumeist nur um Interviews unterschiedlichen Alters handelt, werden durch die Dokumentation viele interessante Blicke hinter die Kulissen gewährt. Man erhält auch eine annähernde Vorstellung von den Schwierigkeiten, mit denen die Entstehung des Films verbunden war. So hatte man zu Anfang noch überhaupt keine Vorstellung von der Story, außerdem war David Fincher der dritte Regisseur, der sich an dem Stoff versuchte. Wären die ersten Entwürfe verwirklicht worden, so hätte "Alien 3" entweder auf dem Heimatplaneten der Aliens gespielt oder auf einer Art Raumstation aus Holz, die von technikfeindlichen Mönchen bewohnt gewesen wäre - ziemlich skurrile Idee, die zwar faszinierend, aber völlig unlogisch ist und mit der Tricktechnik der damaligen Zeit wahrscheinlich auch gar nicht vernünftig realisierbar gewesen wäre. Wenn man sich die Designentwürfe so ansieht, kann man die Sorgen der Filmgesellschaft verstehen: Allein durch diesen 5 Kilometer großen hölzernen Planeten wäre das Budget mit Sicherheit gesprengt worden. In einem leider unkommentierten, knapp fünf Minuten langen Teilbeitrag sieht man den Bau des Schmelzofens im Zeitraffer. An diesem Beispiel kann man mal sehr deutlich den unglaublichen Aufwand erkennen, der beim Aufbau solcher riesigen Kulissen, die dann ja nur für ein paar kurze Szenen verwendet werden, betrieben wird.
Auch Giger kommt ausführlich zu Wort. Er zeigt und erläutert zahlreiche seiner Entwürfe, die er für diesen Film gefertigt hat, die aber zum größten Teil gar nicht berücksichtigt worden sind. In einem späteren Beitrag wird nochmal sehr ausführlich auf die Alien-Masken eingegangen, aber dabei war Giger offenbar gar nicht mehr involviert.
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