Alien 3

Alien Legacy Box

Alien 3 Special Edition


Alien 3 - Kinoversion und Special Edition (USA 1992)

DVD - Regionalcode 2, Fox Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 110 Minuten (Kinoversion) bzw. ca. 139 Minuten (Special Edition)

Extras Kinoversion:
- Making of "Alien 3" Featurette (22:29 Min.)
- Original Kinotrailer

Extras Special Edition:
- Audiokommentar der Schauspieler und des Produktionsteams (nur für Kinoversion)
- The Making of "Alien 3" (Einzelheiten: siehe unten!)

Regie:
David Fincher

Hauptdarsteller:
Sigourney Weaver (Ellen Ripley)
Charles Dance (Jonathan Clemens)
Charles S. Dutton (Dillon)
Brian Glover (Harold Andrews)
Ralph Brown (Aaron - "85")
Lance Henriksen (Bishop)
Paul McGann (Golic)
Danny Webb (Morse)




Inhalt:

Zur Vorgeschichte: Siehe Aliens.

Die SULACO ist auf dem Rückweg vom Planeten Acheron zur Erde. Ellen Ripley, Corporal Hicks, Newt und der schwer beschädigte Android Bishop, die einzigen Überlebenden des Kampfes gegen die Aliens, verbringen die Reise im künstlich erzeugten Tiefschlaf. Nicht alle Aliens wurden jedoch vernichtet. Mindestens ein Facehugger befindet sich an Bord der SULACO. Er versucht in eine der Stasiskammern zu gelangen und löst einen Brand aus. Das Rumpfsegment mit den Stasiskammern der Überlebenden wird vom Hauptschiff abgesprengt. Es stürzt auf den Planeten Fiorina "Fury" 161 zu. Diese Welt ist ein Minenplanet mit lebensfeindlichen Umweltverhältnissen, auf dem eine Strafkolonie für Schwerverbrecher mit Doppel-Y-Chromosomen-Störung eingerichtet wurde. Die Kolonie wurde schon vor langer Zeit aufgegeben, aber gut zwei Dutzend Sträflinge leben immer noch in den verrottenden labyrinthischen Fabrikanlagen, beaufsichtigt von den Wächtern Anrews und Aaron. Ein Arzt mit dunkler Vergangenheit ist ebenfalls vor Ort. Der Absturz der Rettungskapsel wird beobachtet. Nur Ripley überlebt. Sie wird von Clemens, dem Arzt, geborgen und in die Kolonie gebracht, wo sie nach einiger Zeit aus dem Koma erwacht. Andrews informiert die Weyland-Yutani-Corporation, der die Anlage gehört. Die Corporation entsendet sofort ein Rettungsschiff.

Ripley muss ihre Trauer überwinden und sich allein in der komplett von der Außenwelt isolierten Anlage zurechtfinden, was alles andere als einfach ist, weil die Gefangenen einem archaischen christlichen Glauben anhängen und seit Jahren keine Frau mehr gesehen haben. Ripleys Anwesenheit sorgt für Unruhe, obwohl sie sich wie alle anderen Bewohner Fiorinas eine Glatze rasiert. Dillon, das charismatische Oberhaupt der bizarren Gemeinde, muss seine Brüder mit Gewalt an ihr Gelübde erinnern - die Wärter haben die Situation nicht unter Kontrolle. Als Ripley die Rettungskapsel untersucht und Verätzungen findet, wächst in ihr der Verdacht, ein Alien könne mit ihr auf den Planeten gelangt sein. Eine Autopsie von Newts Leiche bleibt aber ohne Ergebnis. Clemens wird misstrauisch, aber Ripley bleibt zunächst schweigsam, obwohl sie sich zu ihm hingezogen fühlt. Es gelingt Ripley, die Reste Bishops vorübergehend zu reaktivieren und mit dem Flugrecorder der Kapsel zu verbinden. So erfährt sie, dass tatsächlich ein Alien an Bord war. Sie ahnt jedoch nicht, dass sich das Monster längst im Inneren der Station befindet. Einer der Ochsen der Kolonie ist von einem Facehugger angefallen worden. Das tote Tier wird ins Schlachthaus gebracht, wo unbemerkt ein Alien aus ihm hervorbricht.

Das Alien tötet mehrere Männer, darunter Clemens und Andrews. Ripley wird verschont, obwohl das Alien die Möglichkeit hätte, sie zu töten. Ripley gewinnt den Respekt der Männer und entwickelt einen Plan für den Kampf gegen das Alien. Da es in der Kolonie praktisch keine Waffen gibt, werden die Korridore mit brennbarem Giftmüll präpariert. Obwohl die Substanz zu früh in Brand gesetzt wird, so dass weitere Menschen sterben, kann das Alien in einen Sicherheitsbereich getrieben und hinter meterdicken Stahltüren gefangen gesetzt werden. Ein Sträfling namens Golic ist inzwischen jedoch dem Wahn verfallen, das Alien sei ein Drache und verdiene Verehrung. Er befreit das Alien, wobei er einen Kameraden tötet, fällt dem Monster dann aber selbst zum Opfer. Inzwischen verschlechtert sich Ripleys Gesundheitszustand. Ein medizinischer Scan bringt die furchtbare Wahrheit an den Tag: Ripley trägt ein Alien-Embryo in ihrem Körper, und zwar nicht irgendeines, sondern das einer Königin. Ripley erfährt, dass die Weyland-Yutani-Corporation dieses Embryo um jeden Preis in ihren Besitz bringen will. Nun ist auch klar, warum das Alien Ripley nicht angegriffen hat: Nur die Königin kann den Fortbestand seiner Art sicherstellen.

Ripley bittet Dillon um den Tod. Er ist einverstanden, aber zuerst muss das Alien beseitigt werden. Ripley ist der ideale Köder, denn solange sie die Königin in ihrem Körper trägt, ist sie vor dem Alien sicher. Das Wesen soll in einen der riesigen Schmelzöfen gelockt werden. Der Plan gelingt, fordert aber einen hohen Blutzoll. Auch Dillon kommt ums Leben, als er sich dem Alien im Inneren des Schmelzofens stellt, um es dort festzuhalten. Das Alien zerplatzt, nachdem es mit heißem Blei und kaltem Wasser übergossen wurde. Kurz danach trifft ein Landeteam von Weyland-Yutani ein. Ein Mann, der sich als Schöpfer des Bishop-Androiden ausgibt, bietet Ripley Rettung an. Angeblich kann das Embryo operativ entfernt werden. Für Ripley steht fest, dass die Corporation die Alien-Königin nicht zerstören, sondern für die Biowaffenforschung missbrauchen wird. Deshalb stürzt sie sich in die glühende Schmelze. Aaron wird von den Weyland-Yutani-Soldaten erschossen, als er Bishop angreift. Der Sträfling Morse ist der letzte Überlebende. Er wird abgeführt, die Anlage wird endgültig geschlossen.

Fortsetzung folgt!

Der Film:

David Finchers Beitrag zum Alien-Universum ist wiederum ganz anders als die beiden Vorgänger, er lässt sich auch nicht ganz so einfach einordnen wie die ersten beiden Filme. Teil 1 ist ein perfekter SF-Horrorfilm, Teil 2 ist ein perfekter SF-Actionfilm. Was ist Teil 3? Schwer zu sagen. Jedenfalls ist "Alien 3" sehr viel düsterer, "schmutziger" und pessimistischer als seine Vorgänger. Es gibt nicht einmal Andeutungen eines "Happy Ends", stattdessen werden alle Hoffnungen, die sich Ripley (und der Zuschauer) am Ende von Teil 2 machen konnte, schon gleich zu Beginn zerstört. Den Tod von Hicks und Newt muss man erst einmal schlucken. Schon recht bald wird klar, dass es für Ripley diesmal keine Erlösung gibt. Diese Ausweglosigkeit und die Atmosphäre der totalen Hoffnungslosigkeit, die den gesamten Film prägt, machen es schwer, "Alien 3" zu mögen. Faszinierend ist er aber auf jeden Fall, schon aufgrund seiner ungewöhnlichen, für David Fincher so typischen Bildersprache.

Ich muss gestehen, dass ich damals ein wenig enttäuscht war, als ich den Film im Kino gesehen hatte, denn ich hatte einen weiteren Blockbuster in der Machart von Teil 2 erwartet. Oder zumindest eine Horrorstory mit ständig ansteigender Spannungskurve in der Machart von Teil 1. Beides bietet dieser Film definitiv nicht. Das Alien hat zwar ausreichend Gelegenheit, Köpfe zu penetrieren usw., aber darum ging es ja schon im ersten Teil der Reihe nicht in der Hauptsache. Es ging eher um die Versuche der Besatzung der NOSTROMO, mit der unbekannten Bedrohung fertig zu werden. Der zweite Teil war dann ein Feuerwerk aus pausenloser Action. In Teil 3 wird viel Zeit auf die Darstellung der seltsamen "Männergemeinschaft" sowie Ripleys Auseinandersetzung mit den dortigen Verhältnissen verwendet - um nicht zu sagen: verschwendet. Es dauert zu lange, bis die Bedrohung akut wird. Danach wird der Spannungsbogen durch viele Szenen unterbrochen, die nichts mit der Gefahrensituation zu tun haben. So interessant das ganze Setting an sich auch sein mag - der Film wirkt etwas zu "lahm". Man wird nicht richtig mitgerissen. Außerdem kann man nicht wirklich mitfiebern, denn diesen Schwerverbrechern, die in bekannter Art und Weise einer nach dem anderen umkommen, bringt man bis auf wenige Ausnahmen praktisch keine Sympathie entgegen und so ist es ziemlich egal, wen es als nächsten erwischt. Mal ganz abgesehen davon, dass es beim ersten Anschauen schwer fällt, die ganzen Glatzköpfe auseinanderzuhalten. Ripleys Leid und (vorläufiges) Ende können dann aber wiederum beeindrucken, obwohl gerade dieses Ende durch Teil 4 der Serie mehr oder weniger entwertet wird.

Das Alien wird diesmal nicht von einem Menschen ausgebrütet und sieht deshalb ein wenig anders aus als in den ersten beiden Filmen. Ich finde das Design gut gelungen, und wenn ein echtes Modell zum Einsatz kommt, dann ist das Monster ungemein beeindruckend. Jeder dürfte zum Beispiel die tolle Szene kennen, in der das Alien Ripley "beschnüffelt". Aber leider sieht man in vielen Szenen überdeutlich, dass das Modell nachträglich in den Film hineinkopiert wurde. Das zerstört die Glaubwüdigkeit sofort. Aber anders wäre es damals vermutlich nicht möglich gewesen, ein derart schnelles und wendiges Alien darzustellen. Umso deutlicher fällt der Unterschied auf, wenn dann wieder ein lebensgroßes Alien-Modell bzw. ein entsprechend kostümierter Schauspieler auftritt. Man hätte vielleicht besser ganz auf solch leicht identifizierbare Tricks verzichten sollen.

Die schauspielerischen Leistungen lassen dagegen nichts zu wünschen übrig. Am besten finde ich Charles Dance, der den beherrschten, desillusionierten und zynischen Gefängnisarzt sehr überzeugend verkörpert. Er ist eine der wenigen Ausnahmen bei den vielen teils ziemlich anonymen Opfern des Aliens. Nach all den Jahren, und nachdem ich ihn mehrmals angeschaut habe, kann ich den Film trotz seiner Schwächen durchaus goutieren, denn die gespenstische, düstere, klaustrophobische Atmosphäre der Strafkolonie mit ihrem Steampunk-Touch ist gut inszeniert. Sehenswert sind auch die langen Kamerafahrten aus der teilweise verzerrten Perspektive des Aliens.

Obige Zusammenfassung bezieht sich auf die verlängerte Special Edition des Films, deren Handlung in einigen entscheidenden Punkten von der Kinoversion abweicht. Die Special Edition ist fast eine halbe Stunde länger als die Kinoversion! Viele Dialoge wurden ausgeweitet und es gibt mehr Action. Hier nur ein paar Beispiele für völlig neue Szenen: In der Special Edition bekommt man mehr vom Planeten Fiorina und den Oberflächenbauten der Kolonie zu sehen. Es wird gezeigt, wie Clemens die bewusstlose, mit schwarzem Öl und Insekten bedeckte Ripley am Strand findet und in die Station bringt. Die Häftlinge finden einen besonders großen Facehugger - es wird klar, dass es sich um einen Königinnen-Facehugger handeln muss. In der Kinoversion wird das Alien nicht von einem Ochsen "ausgebrütet", sondern von einem Hund. In der Special Edition sind die Szenen mit dem Hund nicht vorhanden, dafür aber eine längere Sequenz, in der zwei Sträflinge den Ochsen in ein Schlachthaus bringen. Die komplette Sequenz mit der Gefangennahme des Aliens und der Befreiung durch Golic kommt nur in der Special Edition vor. In der Kinoversion wird Golic nach der Szene, in der das Alien Clemens tötet, einfach ignoriert. Als sich Ripley in den Tod stürzt, bricht in der Kinoversion ein Königinnen-Chestburster aus ihrer Brust hervor. Ripley drückt das Vieh an sich, damit es nicht entkommen kann. Diese Schmerzen bleiben Ripley in der Special Edition erspart; die Königin wird nicht "geboren". Ob der Film mit all diesen Veränderungen denn nun besser oder schlechter ist als die Kinoversion? Ich kann mich nicht entscheiden. Übrigens kann man die neuen Szenen in der deutschen Version sehr gut identifizieren, denn wenn jemand spricht, klingen die Stimmen teilweise ganz anders.

DVD-Features:

Ich besitze den Film in zwei Versionen: Einmal in der Kinoversion der Alien-Quadrilogy-Box und einmal in der Special Edition. In der Alien-Quadrilogy-Box ist nur die Kinoversion enthalten, in der Special Edition sowohl die Kinoversion als auch die verlängerte Version.

Kinoversion:

Das Making of ist ca. 20 Minuten lang und nicht besonders interessant. Die üblichen Interviews, ein paar Filmausschnitte, ein paar Aufnahmen vom Dreh, nichts außergewöhnliches.

Details zu den Extras der Legacy-Box findet ihr hier.

Special Edition:

Meiner Ausgabe dieser Doppel-DVD war noch eine dritte Disc mit Featurettes zu einigen Kino-Blockbustern des Jahres 2004 beigelegt sowie ein Gutschein, der zum Besuch des Films Alien vs. Predator berechtigt. Den habe ich natürlich gleich eingelöst!

Das komplette Bonusmaterial befindet sich auf einem zweiten Silberling. Zum "Making of" gehören über tausend Fotos, Artworks und Storyboardbilder, teils mit Texttafeln, sowie zahlreiche Einzel-Featurettes zu den verschiedenen Produktionsphasen. Man kann sämtliche Featurettes in Folge abspielen, aber auch einzeln anwählen. Insgesamt entsteht eine mehrstündige Dokumentation, die kaum noch Fragen offen lässt, insgesamt aber recht uneinheitlich zusammengestoppelt wirkt.

Obwohl es sich zumeist nur um Interviews unterschiedlichen Alters handelt, werden durch die Dokumentation viele interessante Blicke hinter die Kulissen gewährt. Man erhält eine annähernde Vorstellung von den Schwierigkeiten, mit denen die Entstehung des Films verbunden war. So hatte man zu Anfang noch überhaupt keine Vorstellung von der Story, außerdem war David Fincher der dritte Regisseur, der sich an dem Stoff versucht hat. Wären die ersten Entwürfe verwirklicht worden, so hätte "Alien 3" entweder auf dem Heimatplaneten der Aliens gespielt oder auf einer Art Raumstation aus Holz (!), die von technikfeindlichen Mönchen bewohnt gewesen wäre - ziemlich skurrile Idee, die zwar faszinierend, aber völlig unlogisch ist und mit der Tricktechnik der damaligen Zeit wahrscheinlich auch gar nicht vernünftig realisierbar gewesen wäre. Wenn man sich die Designentwürfe so ansieht, kann man die Sorgen der Filmgesellschaft verstehen: Allein durch diesen fünf Kilometer großen hölzernen Planeten wäre das Budget mit Sicherheit gesprengt worden. In einem unkommentierten, knapp fünf Minuten langen Teilbeitrag sieht man den Bau des Schmelzofens im Zeitraffer. An diesem Beispiel kann man mal sehr deutlich den unglaublichen Aufwand erkennen, der beim Aufbau solcher riesigen Kulissen, die dann ja nur für ein paar kurze Szenen verwendet werden, betrieben wird. Auch Giger kommt ausführlich zu Wort. Er zeigt und erläutert zahlreiche seiner Entwürfe für die neuen Kreaturen. Zum größten Teil wurden seine Ideen nicht berücksichtigt. Am eigentlichen Produktionsprozess war Giger offenbar gar nicht mehr beteiligt.

Hier der komplette Inhalt des "Making of":

Pre-Production:
- Development - Concluding the Story
- Tales of the wooden Planet - Vincent Ward's Vision
- The Art of Arceon - Conceptual Art Portfolio
- Pre-Production Part III
- Storyboard-Archives
- The Art of Fiorina - Conceptual Art Portfolio
- Xeno-Erotic - H.R. Giger's Re-Design

Production:
- Production Part I
- Production-Gallery - Photo Archive
- Furnace Construction - Time-lapse Sequence
- Adaptive Organism - Creature Design
- A.D.I.'s Workshop - Photo Archive
- EEV Bioscan - Multi-Angle Vignette
- Production Part II
- Production Part III

Post-Production:
- Optical Fury - Visual Effects
- Music, Editing and Sound
- Visual Effects Gallery - Photo Archive
- Post-Mortem - Reaction to the Film
- Special Shoot - Promotional Photo Archive


J. Kreis, 28.07.2011 (Inhalt und Kommentare überarbeitet)




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