Antboy 3


Antboy 3 - Superhelden hoch 3 (Dänemark, 2016)

DVD Regionalcode 2, MFA+/AL!VE
Altersfreigabe: FSK 6
Laufzeit: ca. 84 Minuten

Extras:
Keine

Regie:
Ask Hasselbalch

Hauptdarsteller:
Oscar Dietz (Pelle Nohrmann - "Antboy")
Samuel Ting Graf (Wilhelm)
Nicolas Bro (Dr. Albert Gaemelkra)
Paprika Steen (Alicia Dufort)
Amalie Kruse Jensen (Ida Sommersted)
Astrid Juncher-Benzon (Maria - "Red Fury")




Story

Zur Vorgeschichte siehe Antboy und Antboy - Die Rache der Red Fury.

Seit drei Jahren steht die Stadt Middellund unter dem Schutz des Superhelden Antboy, hinter dessen Maske sich der Neuntklässler Pelle Nohrmann verbirgt. Ihm zu Ehren wird sogar eine von der Firma Exofarm gesponsorte Statue aufgestellt, die demnächst enthüllt werden soll.



Antboy 2

(Noch freuen sich Pelle und Ida auf die Enthüllung der Statue)


Antboy war so erfolgreich, dass es in Middellund inzwischen so gut wie keine Verbrecher mehr gibt. Pelle beabsichtigt deshalb den Antboy-Anzug an den Nagel zu hängen und die Stadt zu verlassen, um zusammen mit seiner Freundin Ida Sommersted eine innovative neue Schule zu besuchen. Wilhelm, Pelles bester Freund und Antboys Helfer im Hintergrund, ist hiervon nicht begeistert, zumal Maria (Antboys "Kollegin" Red Fury) mit ihren Eltern nach Deutschland umgezogen ist. Wilhelm hätte nach Pelles und Idas Weggang keine Freunde mehr in Midellund. Dann allerdings erscheint ein neuer maskierter Verbrecherjäger in der Stadt, der Antboy bald den Rang abläuft und "Held ohne Namen" genannt wird. Er besitzt keine echten Superkräfte, stattdessen setzt er auf Schnelligkeit und bringt verschiedene Ausrüstungsgegenstände zum Einsatz, zum Beispiel ein Hightech-Skateboard. Es glingt Pelle nicht, die Identität des Namenlosen zu ergründen. Wilhelm will ihm nicht bei der Suche helfen. Pelle ist genervt, um nicht zu sagen neidisch, denn seine Mitschüler finden den Namenlosen viel cooler als Antboy. Obendrein erweist sich die Antboy-Statue als hässliche Karikatur und wird zu einem Ärgernis für die Bürger.



Antboy 2

(Die Antboy-Statue in voller ... "Pracht")


Dann wird Dr. Albert Gaemelkra vorzeitig aus der Sicherungsanstalt Dragensborg entlassen. Er hasst Antboy noch immer, will allerdings nicht mehr dessen Erzfeind "Der Floh" sein. Gaemelkra gilt als geheilt und resozialisiert. Die Bürger Middellunds sehen das anders. Auch Pelle glaubt nicht an Gaemelkras Läuterung. Als Gaemelkra in sein Haus zurückkehrt, schlägt ihm offene Ablehnung entgegen. Die Menschen können ihm die Taten seines verbrecherischen Alter Ego nicht verzeihen. Deshalb geht Gaemelkra auf ein Angebot Alicia Duforts ein, der neuen Direktorin von Exofarm. Die Firma wurde von ihrem Vater aufgekauft, dieser hat seiner Tochter Sommersteds Posten gegeben. Dufort stellt Gaemelkra wieder ein. Er soll mit der Herstellung des von ihm entwickelten Herkules-Serums beginnen, durch das er seinerzeit Superkräfte gewonnen hat. Das Serum soll zur Heilung von Krankheiten eingesetzt werden.



Antboy 2

(Gaemelkra wurde aus der Haft entlassen - aber ist er wirklich geheilt?)


Gaemelkra produziert eine Probe des Serums, findet dann aber heraus, welche Ziele Dufort wirklich verfolgt. Ihr neuestes Projekt, ein Exoskelett, das angeblich Gelähmten das Gehen ermöglichen soll, ist in Wahrheit ein Waffensystem. Die Entwicklung ist teurer als gedacht (die Fernsteuerung des Exoskeletts ist anfällig für andere Funksignale), deshalb soll das Herkules-Serum zur Herstellung von Supersoldaten an Exofarms Kunden verkauft werden. Als Gaemelkra sich weigert, die Probe herauszugeben, hetzt Dufort ihre Schergen auf ihn. Der Namenlose befreit Gaemelkra, kommt dabei aber Antboy ins Gehege. Nach kurzem Schlagabtausch verschwindet der Namenlose. Antboy misstraut Gaemelkra, der über Exofarms Machenschaften berichtet, doch der Namenlose hat alles mit einer Kamera aufgezeichnet, die Antboy in die Hände fällt. Somit muss er seinem alten Widersacher wohl oder übel glauben.



Antboy 2

(Der Held ohne Namen)


Dufort wird von ihrem Vater unter Druck gesetzt. Er gibt ihr zwei Tage Zeit, um Gaemelkra oder das Serum zurückzugewinnen. Da sich ihre Schergen als unfähig erweisen, nimmt sie die Sache selbst in die Hand. Sie benutzt den Prototypen des Exoskeletts, um Angst und Schrecken in Midellund zu verbreiten. So lockt sie Antboy und den Namenlosen hervor. Sie will die Superhelden zwingen, Gaemelkra für sie zu fangen. Natürlich weigern sich beide. Daraufhin knockt Dufort Antboy aus, prügelt den Namenlosen zu Boden und stapft davon. Als Antboy wieder zu sich kommt, sieht er, wie der Namenlose die Maske abnimmt. Darunter kommt Wilhelm zum Vorschein! Er landet mit gebrochenem Bein im Krankenhaus. Dort spricht er sich mit Pelle aus und erklärt, er habe schon lange wissen wollen, wie es sich anfühlt, ein Held zu sein. Deshalb hat er angefangen zu trainieren und verschiedene Gadgets herzustellen. Pelle ist versöhnt und gibt dem Namenlosen einen Namen: Sidekick! Währenddessen dreht Dufort komplett durch. Sie will das Serum jetzt nur noch an sich bringen, um es selbst zu verwenden. Damit und mit dem Exoskelett wäre sie unbesiegbar und könnte die Weltherrschaft an sich reißen.



Antboy 2

(Mit dem Exoskelett kann Dufort Antboy Saures geben)


Das muss Antboy verhindern, aber ihm ist klar, dass er allein nicht gegen Dufort ankommen kann. Helfen kann ihm nur noch einer: Gaemelkra! Antboy verbündet sich mit seinem ehemaligen Widersacher (der hasst Dufort noch mehr als Antboy) und dringt ins Exofarm-Forschungslabor ein. Er lässt sich von Dufort bis hinauf aufs Dach prügeln, so dass Sidekick eingreifen kann - Gaemelkra hat Wilhelm im Krankenhaus aufgesucht und ihm eine Dosis konzentrierten Serums verabreicht, so dass Wilhelm nun superstark ist. Der Bruch ist natürlich sofort verheilt. Doch selbst mit vereinten Kräften sind die Jungs Dufort nicht gewachsen. Gaemelkra weiß Rat. Per Funk informiert er Antboy über die Schwäche des Exoskeletts. Antboy aktiviert die Fernsteuerung, so dass Dufort mit ihren eigenen Waffen bezwungen werden kann. Nachdem sie verhaftet wurde, erklärt Antboy vor der Presse, dass er die Schurkin ohne Gaemelkras Hilfe nicht hätte besiegen können. Als Gaemelkra das hört, erlischt sein Hass auf Antboy. Er tut sich mit Sidekick sowie der nach Middellund zurückgekehrten Red Fury zusammen und richtet unter seinem Haus ein Superhelden-Hauptquartier ein. Nun kann Pelle beruhigt zur weiterführenden Schule fahren; er weiß Middellund in guten Händen.




(Die neuen Beschützer Middellunds - in Zivil: Gaemelkra, Maria und Wilhelm)


Kringels Meinung

Die "Antboy"-Filme bilden eine echte Superhelden-Trilogie nach dem Vorbild von Sam Raimis "Spider-Man" und Christopher Nolans "Batman" - zumindest thematisch. Auf die Origin-Story des ersten Films folgen Selbstzweifel im zweiten, im dritten Teil kommt es zum tiefen Sturz des Helden sowie (möglicherweise) zu einem Neubeginn. Wie Spidey in Spider-man 3 muss sich Antboy mit einem geläuterten Feind verbünden, um seine Gegnerin besiegen zu können. Wie Batsy in The Dark Knight Rises wird auch Antboy von einem übermächtigen Superschurken (dort Bane, hier Dufort) in die Knie gezwungen und nimmt am Ende seinen vorläufigen Abschied. Allerdings sagt Pelle am Schluss, dies sei nicht das Ende, sondern erst der Anfang! Bis jetzt habe ich noch nichts von einem vierten Antboy-Film gehört. Die Filme basieren auf Romanen des dänischen Schriftstellers Kenneth B. Andersen und der Wikipedia zufolge gibt es drei weitere Antboy-Bücher. Genug Material für Filmfortsetzungen müsste also vorhanden sein. Ich hätte nichts dagegen einzuwenden, denn auch im dritten Film wird spaßige Unterhaltung für die ganze Familie geboten und die Spezialeffekte können sich erneut sehen lassen. Das Exoskelett wirkt jedenfalls absolut überzeugend.

In meinen Anmerkungen zum zweiten Film habe ich Pelles Niedlichkeit bemängelt. Oscar Dietz war damals zu jung, so dass seine Probleme mit den Damen auf mich nicht glaubwürdig gewirkt haben. Tja, Oscar Dietz hat eindeutig einen Wachstumsschub hinter sich! Er ist nicht mehr ganz so pausbäckig wie bisher, wirkt reifer und hat einiges an Niedlichkeit eingebüßt. Allerdings spielen Beziehungskisten diesmal praktisch keine Rolle. Trotzdem könnte man "Antboy 3" als Film übers Erwachsenwerden bezeichnen. Pelle erkennt, dass Menschen sich ändern können, wenn man ihnen die Chance dazu gibt (das dürfte die Hauptbotschaft des Films sein), Wilhelm verkauft seine gesamte Comicsammlung, Ida möchte an einer höheren Schule die Weichen für die Zukunft stellen. Aus alldem hätte man natürlich viel mehr herausholen können, insbesondere wird der Konflikt zwischen Antboy und dem Namenlosen etwas zu schnell und einfach abgehandelt. Aber man sollte nicht vergessen, dass sich der Film hauptsächlich an ein jugendliches Publikum richtet. Außerdem gefällt mir das versöhnliche Ende.

In diesem Zusammenhang finde ich die schauspielerischen Leistungen der Erwachsenen erwähnenswert. Nicolas Bro (Gaemelkra) erweist sich als erstaunlich wandlungsfähig. Zunächst strahlt er eine unterschwellige Bedrohlichkeit aus, so dass ich ebenso wie Pelle Zweifel an Gaemelkras Friedfertigkeit hatte. Ich hatte angenommen, er verberge seine wahren Absichten nur, um es Antboy irgendwann heimzahlen zu können. Zum Ende hin entwickelt er sich zu einer wahrhaft sympathischen Figur. Auch diese Entwicklung verläuft sehr schnell, ich habe sie dem Schauspieler dennoch abgekauft. Durch die anfängliche Ungewissheit gewinnt der Film übrigens mehr Spannung als aus der Frage, wer hinter der Maske des Namenlosen steckt, denn das kann man sich schon bald zusammenreimen. Paprika Steens Overacting passt zu der Figur und ist einfach köstlich. Die durchgedrehte Firmenchefin und Großwildjägerin mit Allmachtsphantasien sorgt für einige der witzigsten Szenen.


J. Kreis, 08.10.2017




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