Downsizing


Downsizing (USA, 2017)

Blu-ray, Paramount
Altersfreigabe: FSK 0
Laufzeit: ca. 136 Minuten

Extras:
- Die Arbeit mit Alexander (12:22 Min.)
- Die Besetzung (11:30 Min.)
- Eine visuelle Reise (14:02 Min.)
- Eine Frage des Blickwinkels (9:06 Min.)
- Dieses Lächeln (6:27 Min.)
- Ein globales Anliegen (6:39 Min.)

Regie:
Alexander Payne

Hauptdarsteller:
Matt Damon (Paul Norris Safranek)
Hong Chau (Ngoc Lan Tran)
Christoph Waltz (Dusan Mirkovic)
Kristen Wiig (Audrey Safranek)
Rolf Lassgard (Dr. Jorgen Asbjornsen)




Inhalt

Langfristig gesehen ist die Überbevölkerung das größte Problem auf dem Planeten Erde. Norwegische Wissenschaftler suchen nach Lösungen und entwickeln ein als "Downsizing" bezeichnetes Verfahren, mit dem sich Lebewesen verkleinern lassen. Ein auf eine Körpergröße von zwölf Zentimetern geschrumpfter Mensch benötigt lediglich einen Bruchteil des bisherigen Wohnraums, verbraucht kaum noch Ressourcen, produziert nur sehr wenig Müll und belastet die Umwelt somit in vernachlässigbarem Ausmaß. Die Downsizing-Prozedur ist ungefährlich, aber unumkehrbar. Nebenwirkungen und Spätfolgen existieren nicht. Mit einer Miniaturkolonie in Norwegen stellen die Norweger unter Beweis, dass der Planet durch Downsizing gerettet werden könnte. Daraufhin lassen sich tausende Menschen verkleinern, allerdings größtenteils aufgrund der Tatsache, dass ein Minimensch nur minimale Lebenshaltungskosten hat, so dass selbst ein mäßig gefülltes Sparkonto für ein ganzes Leben im Saus und Braus ausreicht. Wer trotzdem Geld braucht, kann einen Job annehmen, bei dem die Körpergröße keine Rolle spielt. Somit entstehen innerhalb von zehn Jahren überall auf der Welt stetig wachsende abgeschirmte Kuppelstädte für die Kleinen. Das Downsizing ist jedoch nicht unumstritten. Schließlich schaden die Kleinen der Wirtschaft und dem Staat, weil sie sehr wenig konsumieren und entsprechend wenig Steuern zahlen. Außerdem kann das Downsizing missbraucht werden. Verkleinerte Terroristen sind fast nicht aufzuspüren und verbrecherische Regimes können sich lästiger Dissidenten einfach durch Verkleinerung entledigen.

Als die Eheleute Paul und Audrey Safranek in Geldnot geraten, beschließen sie gemeinsam, sich dem Downsizing zu unterziehen und in die Ministadt Leisureland überzusiedeln. Nach Verkauf ihres gesamten Besitzes verfügen sie über zirka 150.000 Dollar, was in Leisureland einem Gegenwert von mehreren Millionen entspricht. In letzter Minute macht Audrey einen Rückzieher, als Paul schon geschrumpft ist. Nachdem Paul einige Monate lang in seiner riesigen Leisureland-Luxusvilla Trübsal geblasen hat, kommt es zur Scheidung. Infolgedessen sieht Pauls Finanzlage nicht mehr ganz so rosig aus. Er muss einen Job in einem Callcenter annehmen und in ein vergleichsweise bescheidenes Appartement umziehen. Er freundet sich mit seinem Nachbarn Dusan Mirkovic an, einem gewieften Geschäftsmann und reichen Playboy, der eine wilde Party nach der anderen feiert. Als Paul nach einer durchzechten Nacht in Dusans Wohnung aufwacht, wird er auf eine Frau aus der Putzkolonne aufmerksam, die vor Jahren für internationalen Medienrummel gesorgt hat. Sie heißt Ngoc Lan Tran, kommt aus Vietnam und ist seinerzeit in ihrer Heimat als politische Aktivistin in Ungnade gefallen. Nach einer von der Regierung veranlassten Zwangsverkleinerung ist sie illegal in die USA eingereist und hat dabei einen Unterschenkel verloren. Als gelernter Physiotherapeut bemerkt Paul, dass Ngoc Lan eine schlecht sitzende Prothese trägt. Er bietet ihr an, sich das Ding einmal anzusehen.

Ngoc Lan nimmt Paul mit zu sich nach Hause. So lernt Paul erstmals die Schattenseiten Leisurelands kennen. Auch in diesem scheinbar perfekten Utopia gibt es Benachteiligte, die hart arbeiten müssen und trotzdem am Existenzminimum leben. Viele können sich nicht einmal eine Wohnung in Leisureland leisten. Sie hausen in Slums außerhalb der Mauern. Ngoc Lan ist so etwas wie der gute Geist dieser Slums. Sie versorgt die Alten und Kranken mit Nahrungsmitteln und Medikamenten, die sie von den Familien geschenkt bekommt, bei denen sie putzt. Paul beginnt an Ngoc Lans Prothese herumzuschrauben, richtet aber mehr Schaden als Nutzen an. Eine neue Prothese wird erst in einigen Wochen fertig sein. Deshalb muss Paul die junge Frau in den folgenden Tagen zur Arbeit tragen und beim Putzen helfen. Außerdem macht er sich mit seinen medizinischen Kenntnissen in den Slums nützlich. Dusan möchte seinem Freund unter die Arme greifen. Er wird demnächst ein lukratives Geschäft mit der Ur-Kolonie in Norwegen abschließen. Paul soll ihn begleiten. Auch Ngoc Lan darf mitkommen, denn sie wurde damals kurz nach Bekanntwerden ihres Schicksals von Dr. Asbjornsen, dem legendär gewordenen Erfinder des Downsizing-Verfahrens, persönlich eingeladen, konnte sich die Reise aber nicht leisten. Während der Reise zur Kolonie verlieben sich Paul und Ngoc Lan ineinander.

Von Dr. Asbjornsen erfahren sie, dass das Ende der Welt bevorsteht. Große Mengen von Methangas entweichen wegen des Abschmelzens der Polkappen in die Atmosphäre, so dass in absehbarer Zeit kein menschliches Leben auf der Erde mehr möglich sein wird. Die Norweger haben schon vor vielen Jahren damit begonnen, ein vollkommen autarkes Höhlenhabitat für mehrere tausend verkleinerte Menschen einzurichten. Dorthin wollen sich Asbjornsen und seine Anhänger jetzt für die nächsten Jahrtausende zurückziehen, um das Überleben der Menschheit sicherzustellen. Paul ist fasziniert von dieser Idee und will sich Asbjornsen anschließen. Er überlegt es sich anders, weil Ngoc Lan nicht bereit ist, ihn zu begleiten. Sie kann die von ihrer Hilfe abhängigen Menschen in den Slums nicht sich selbst überlassen. Zurück in Leisureland nehmen Paul und Ngoc Lan ihre humanitäre Arbeit wieder auf.


Kringels Meinung

Ant-Man hat's 2015 vorgemacht: Klein ist fein! Allerdings habe ich mich gar nicht an diesen Superheldenfilm erinnert gefühlt, als der Kinotrailer zu "Downsizing" erstmals zu sehen war. Mein erster Gedanke war stattdessen: "Siganesen!" Das sagt euch nichts? Nun, dann seid ihr wahrscheinlich keine Perry Rhodan-Leser! In dieser Science-Fiction-Romanserie gibt es ein Volk auf einer Kolonialwelt - eben die Siganesen - das aufgrund besonderer Umwelteinflüsse im Verlauf der Jahrhunderte auf eine Größe geschrumpft ist, die jener der downgesizten Menschen im Film entspricht. Ich war deshalb sofort fasziniert. Ich finde es toll, dass solche Minimenschen und ihre Welt mit der heutigen Tricktechnik derart perfekt in Szene gesetzt werden können. Wahrscheinlich bin ich aus diesem Grund mit anderen Erwartungen an "Downsizing" herangegangen als das internationale Publikum, bei dem der Film gar nicht gut angekommen zu sein scheint.

Ich fand ihn sehenswert, und zwar nicht nur aufgrund der verblüffenden (aber nicht aufdringlich in den Vordergrund gerückten) Tricktechnik und den unzähligen liebevoll designten Details, sondern auch, weil er nicht ganz so harmlos ist, wie es die Alterseinstufung vermuten lässt. Gesellschaftskritische Aspekte werden zumindest gestreift, wenn anklingt, dass manche Menschen den Kleinen gern das Wahlrecht absprechen würden, und wenn sich herausstellt, dass die Geschrumpften ihre Probleme nicht hinter sich lassen, sondern mit nach Leisureland hineinnehmen. Ein großes Plus sind die Schauspieler, insbesondere Christoph Waltz, der als schlitzohrig-großspuriger Lebemann (mit osteuropäischem Akzent) wieder einmal seinen ganz typischen Charme versprüht, und Hong Chau, deren resolut-burschikoses Auftreten mit immer wieder durchschimmernder Verletzlichkeit mir besonders gut gefällt. Die beiden stehlen Matt Damon, der natürlich sympathisch wie immer daherkommt, glatt die Show.

Ich muss allerdings sagen, dass mich die Prämisse nicht ganz überzeugt, das heißt, ich bin nicht sicher, ob die Lebensweise der Verkleinerten in der Weise möglich wäre, wie sie im Film so effektvoll gezeigt wird. Würden die Ministädte wirklich so gut funktionieren und wären die Lebenshaltungskosten wirklich so niedrig, nur weil die Menschen sehr klein sind? Es muss ja alles - von den an sich unbedeutendsten Gegenständen des täglichen Bedarfs sowie Kleidung und dergleichen über entsprechend zugeschnittene Nahrung, Bauteile für Fahrzeuge, elektronische Geräte usw. bis hin zu Gebäuden - alles eigens hergestellt werden. Haben die Ministädte die benötigte Industrie und Infrastruktur oder werden sie von den Großen beliefert? Ersteres kann ich mir nicht vorstellen, zumindest wirkt Leisureland nicht so, als könne die Stadt sich selbst versorgen, und im letzteren Falle müssten die Produktionskosten doch exorbitant sein!


Extras

Ich bin's ja gewöhnt, dass es in manchen Featurettes, die man beim Bonusmaterial von Filmen findet, gar nicht so sehr um den Film geht, sondern um gegenseitige Beweihräucherungen. Diesmal besteht so ziemlich die Hälfte der Featurettes aus nichts anderem als derartigen Lobhudeleien! Man könnte fast auf die Idee kommen, die Leute seien dafür bezahlt worden, wieder und wieder zu betonen, was für ein toller Mensch dieser und jener doch sei, wie viel Spaß die Zusammenarbeit mit dem Regisseur / Matt Damon / sonst irgendwem gemacht habe ... Immerhin wird in "Eine visuelle Reise" und " Eine Frage des Blickwinkels" auch ein wenig darauf eingegangen, wie der Film entstanden ist. Ein paar Tricks bei der Realisierung verschiedener Szenen mit verkleinerten Menschen werden verraten, man sieht, dass die untersten Stockwerke des Wohncontainers, in dem Ngoc Lan wohnt, wirklich gebaut worden sind und so weiter.

"Ein globales Anliegen" beschäftigt sich nicht mit dem Film, ist aber trotzdem interessant. Schauspieler und Teammitglieder gehen auf die nur zu realen Probleme ein, die durch das Downsizing gelöst werden sollen, und erklären, was sie selbst tun, um Energie oder Ressourcen zu sparen. Laura Dern hat einen guten Tipp parat: Man sollte einen Eimer in die Dusche stellen, in den man das Wasser laufen lässt, das sonst in den Abfluss rauschen würde, während man darauf wartet, dass die gewünschte Temperatur erreicht ist. Mit diesem Wasser kann man zum Beispiel die Zimmerpflanzen gießen.


J. Kreis, 17.01.2019




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