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Flash Gordon (GB, 1980)
DVD - Regionalcode 2, Kinowelt
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 107 Minuten
Extras
Trailer, Fotogalerie, Filmposter
Regie:
Mike Hodges
Hauptdarsteller:
Sam Jones (Flash Gordon)
Melody Anderson (Dale Arden)
Max von Sydow (Imperator Ming)
Topol (Dr. Hans Zarkov)
Timothy Dalton (Prinz Barin)
Ornella Muti (Prinzessin Aura)
Brian Blessed (Prinz Vultan)
Peter Wyngarde (Klytus)
Inhalt:
Imperator Ming von Mongo langweilt sich. Was ist da zu tun? Klytus, sein Vertrauter und Chef der Geheimpolizei, findet umgehend ein neues Spielzeug für den gewissenlosen Gewaltherrscher: Den Planeten Erde. Hoch erfreut lässt Ming ein ganzes Arsenal ferngesteuerter Katastrophen auf die Erde los und amüsiert sich köstlich. Es gibt allerdings einen ernsthaften Grund für den Angriff. Alle tausend Jahre untersucht Ming nämlich sämtliche Welten seines Reiches. Wenn die Planetenbewohner die von ihm ausgelösten Phänomene für Naturkatastrophen halten, dann sind sie harmlos und werden verschont. Wird ihnen jedoch klar, dass es sich um einen Angriff handelt, dann betrachtet Ming sie als potentielle Bedrohung und vernichtet sie vollständig. Zu diesem Zweck verändert er nun die Umlaufbahn des Mondes, so dass dieser in wenigen Tagen auf die Erde stürzen wird.
Flash Gordon, Quarterback bei den New York Jets und Dale Arden geraten mit einem kleinen Privatflieger in einen von Ming entfesselten Sturm und müssen in der Nähe eines Privatlabors notlanden, wo Dr. Hans Zarkov, ein Ex-NASA-Wissenschaftler, nach der Ursache für die Katastrophen forscht. Zarkov hat schon immer eine Bedrohung außerirdischer Mächte für möglich gehalten. Wegen seiner Theorien musste er die NASA verlassen und hat insgeheim ein Raumschiff konstruiert, um einen Gegenangriff starten zu können. Als Flash und Dale dem recht exzentrischen Doktor begegnen, zwingt dieser die beiden, ihm bei der Steuerung des Raumschiffs zu helfen. Er hat jedoch keine Ahnung, worauf er sich einlässt. Kaum sind die unfreiwilligen Gefährten mehr schlecht als recht in der Nähe von Mings Palast gelandet, da werden sie auch schon verhaftet und dem Imperator vorgefürt, der gerade dabei ist, den Tribut der ihm untergebenen Völker einzufordern. Ming findet besonderen Gefallen an der schönen Dale Arden. Das gefällt wiederum Flash überhaupt nicht und so mischt der Footballspieler die Palastwachen auf. Er wird aber schnell außer Gefecht gesetzt.
Die verzweifelte Dale wird in Mings Harem gesperrt, Zarkov bekommt von Generalin Kala eine Gehirnwäsche verpasst. Flash soll hingerichtet werden. Da mischt sich Mings Tochter Aura ein. Der blonde Muskelprotz gefällt der Prinzessin, und so sorgt sie dafür, dass das Gift, mit dem Flash getötet werden soll, nur zu einem vorübergehenden Koma führt. Dann reanimiert sie den vermeintlich Toten und fliegt mit ihm nach Arboria. Auf diesem Mond lebt Prinz Barin mit seinem Volk von Waldmenschen. Er ist Aura hoffnungslos verfallen und soll Flash verstecken. Unterwegs nimmt Flash telepathischen Kontakt mit Dale auf, um sie wissen zu lassen, dass er noch lebt. Leider sieht Barin in Flash einen Rivalen um Auras Gunst und will ihn entsorgen. Flash überlebt jedoch die von Barin inszenierte Begegnung mit einem tödlichen Baumstumpfbewohner und kann fliehen. Barin stellt ihn und will ihn erschießen. Da kommen Prinz Vultan und seine gefiederten Falkenmenschen ins Spiel, die mit Barin verfeindet sind. Inzwischen sind Dale und Zarkov (der die Gedächtnislöschung durch die Rezitation von Gedichten überstanden hat) nämlich zwar aus Mings Palast entkommen, aber von den Falkenmenschen aufgegriffen worden. Vultan will Flash an Ming ausliefern, um Zeit zu gewinnen; tatsächlich plant er bereits eine Rebellion. Barin nimmt er gleich mit. In der schwebenden Stadt der Falkenmenschen müssen Flash und Barin in einem Kampf auf Leben und Tod gegeneinander antreten. Flash obsiegt, verschont aber Barins Leben. Durch diesen Akt der Menschlichkeit werden die Feinde zu Freunden.
Währenddessen deckt Klytus die Machenschaften der wieder in den Palast zurückgekehrten Prinzessin Aura auf und foltert sie mit Mings Einwilligung so lange, bis sie alles ausplaudert. Als er in der Stadt der Falkenmenschen eintrifft, um Flash und Barin festzunehmen, wird er von den beiden getötet. Da Mings Kriegsschiff ebenfalls schon unterwegs ist, evakuiert Vultan sein Reich, anstatt sich mit Barin zu verbünden und gegen den Imperator zu kämpfen. Ming lässt Dale, Zarkov und Barin zurück in seinen Palast bringen. Dann spricht er unter vier Augen mit Flash, der ihn mit seinem Heldenmut beeindruckt hat, und bietet ihm ein eigenes Königreich an: Die Erde. Flash lehnt natürlich ab und soll nun den Tod bei der Vernichtung der Falkenmänner-Stadt finden. Ihm gelingt aber die Flucht mit einem Raketoped. Während Dale für die Hochzeit vorbereitet wird, befreit die durch die Folter geläuterte Aura Prinz Barin und Zarkov, die ihrerseits den Energieschild des Palastes sabotieren. Gleichzeitig greifen Flash und die Falkenmänner von außen an. Vultan hat seine Unentschlossenheit bereut und sich Flashs Führung unterstellt. Flash steuert ein erobertes imperiales Kriegsschiff direkt in den Palast und die Proforma-Hochzeitszeremonie hinein. Ming hat gerade großzügig gelobt, Dale nicht sofort ins All zu schießen, sondern erst, wenn er von ihr gelangweilt sein sollte. Jetzt wird er von der Spitze des Kampfschiffes aufgespießt. Bevor er stirbt, transferiert er sich selbst in seinen Ring der Macht.
Damit ist die Erde gerettet. Barin wird zum Thronerben erklärt, er bestimmt Vultan zum Oberbefehlshaber der Armee. Alle Völker Mongos sollen künftig in Frieden zusammenleben. Noch während die Erdlinge überlegen, ob und wie sie jetzt in ihre Heimat zurückkehren sollen, findet jemand Mings Ring und streift ihn über, so dass bald wieder das bekannte sardonische Gelächter des Imperators erschallt...
Der Film:
Es gibt Dinge, an die kann man sich so kristallklar erinnern, als wären sie erst gestern gewesen - auch wenn in Wirklichkeit schon Jahrzehnte vergangen sind. So geht es mir mit diesem Film. Ich weiß noch ganz genau, wie damals die Titelmelodie von Queen in den Charts war und wie ich, ca. 14 Jahre alt, Flash Gordon im Kino gesehen habe. Seitdem habe ich mir dieses knallige Machwerk alle paar Jahre mal wieder angesehen - und ich kann immer noch nicht begreifen, warum der Film in allen Kritiken, die ich kenne, als fürchterlich schlecht bezeichnet wird. Wenn er denn wirklich schlecht ist, dann auf einem Niveau, das schon wieder als genial bezeichnet werden kann. Denn hier wird nichts vorgetäuscht, d.h. man weiß sofort: Nichts ist ernst gemeint, alles ist absolut irreal. Pathetische Momente, Gewaltdarstellung und ähnliche Hürden werden immer wieder durch Selbstironie gebrochen. Wenn Prinz Barin den neben ihm im Kerker angeketteten Dr. Zarkov bittet, ihm mehr über jemanden namens Houdini zu erzählen, oder wenn die riesigen Ming-Skulpturen nach dem Tod des Imperators mit spöttischen Sprüchen bzw. Tränen an den Augen beschmiert werden, dann sollte jedem klar sein, dass man es hier nicht mit tiefschürfender Filmkunst zu tun hat. Der Film will und soll gar keine Botschaft oder tieferen Sinn haben. Er soll unterhalten, Spaß machen - sonst nichts. Und das gelingt ihm ganz hervorragend.
Ich jedenfalls mag diesen knallbunten Film mit seinen üppigen Kostümen, bizarr übertriebenen Charakteren, herrlich bescheuerten Dialogen, seltsamen Schauplätzen und seinem comic-artigen Stil voller nie ganz ernst gemeinter Theatralik auch heute noch. Und ich liebe den Queen-Soundtrack! "Flash! Ahaaaa! Saviour of the Universe!" Herrlich. Natürlich gibt es auch ganz gravierende Schwächen, die Spezialeffekte und viele Sets wirken zum Beispiel aus heutiger Sicht nur lächerlich. Mings Reich scheint in einem merkwürdigen Kontinuum zu schweben, das offensichtlich aus Farbe besteht, die sich in Wasser auflöst, wobei sich Wolken bilden. Die verschiedenen Planetenoberflächen sehen so aus, als hätte ein mäßig begabter Hobbybastler sie für seine Märklin-Eisenbahn gebaut. Die Falkenmenschen sehen keineswegs flugfähig aus, und so bewegen sie sich auch. Dem stehen andere, phantasievolle Kulissen wie Mings Palast, der Sumpf usw. gegenüber, die durchaus überzeugend wirken. Aber irgendwie stören all diese Mängel nicht weiter. Außerdem könnte man sie auch als Hommage an die Pappkulissen früherer Produktionen verstehen.
Die Comicfigur Flash Gordon ist nämlich schon in den Dreißigerjahren des vorigen Jahrhunderts auf der Kinoleinwand zum Leben erweckt worden. In kurzen Episoden musste Flash jeweils vor dem Hauptfilm die Welt/seine Freundin/sich selbst retten, und zwar ganz ohne übernatürliche Superhelden-Kräfte, denn er ist ja nur ein normaler Mensch. Jede Episode endete mit einem Cliffhanger. Das abendfüllende Remake aus dem Jahre 1980 ist vollgestopft mit Reminiszenzen sowohl an die ursprünglichen Comics als auch an die Schwarzweiß-Serials. Die neuere Version von "Flash Gordon" ist genauso naiv wie die alte, hier wie dort gibt es kein Fünkchen Logik in der Handlung. Der Oberbösewicht könnte direkt aus den alten Serials kopiert sein: Max von Sydow ist als Ming einfach unschlagbar. Flash (d.h. der Schauspieler) agiert dagegen womöglich noch hölzerner als Arnold Schwarzenegger in Herkules in New York, was aber irgendwie auch wieder gut zu seiner Rolle passt. Melody Anderson ist zwar eigentlich nur schmückendes Beiwerk, sie darf aber auch ganz allein ein paar Schurken vermöbeln. Es ist schon lustig, wie die Stuntmen solange stillhalten, bis die gute Melody endlich ausgeholt hat! Brian Blessed neigt zu Over-Acting, während Timothy Dalton seine Rolle solide wie immer spielt. Ornella Muti ist in ihren knappen Kostümen, die mehr enthüllen als verbergen, ein wahrer Augenöffner. Überhaupt gibt es in diesem Film eine ganze Menge an ziemlich eindeutig-zweideutigen Anspielungen...
Hirn abschalten und genießen, so lautet meine Gebrauchsanweisung für diesen Film. Er gehört zu meinen Top-Ten-Kultklassikern aus den Achtzigern.
Die DVD:
Bei einem farbenprächtigen Abenteuer dieser Art ist die Bildqualität natürlich von entscheidender Bedeutung für den Filmgenuss. Und so ist es besonders schön zu sehen, wie klar, störungsfrei und detailreich das Bild dieser DVD ist. Der Ton kann qualitätsmäßig leider nicht ganz mithalten, er ist etwas dumpf und liegt auch "nur" in Stereo vor. Das ist wegen des Soundtracks besonders schade. Immerhin ist es lobenswert, dass man sich die Mühe gemacht hat, sowohl die deutsche als auch die englische Version auf den Silberling zu bannen.
Die Extras (s.o.) kann man getrost vergessen. Das Booklet kann auseinandergefaltet werden, so bekommt man ein kleines Filmposter.
J. Kreis, 19.10.2009 (überarbeitet)
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