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matrix Matrix (USA, 1999)
DVD - Regionalcode 2, Warner Home Video
FSK: 16
Laufzeit: ca. 131 Minuten

Extras
Original-Dokumentationen: Making the Matrix - Auf der Spur des weißen Kaninchens - Wählen Sie die rote Pille. Hintergrundinformationen zu Cast & Crew (Texttafeln). DVD-ROM-Funktionen.

Regie:
Andy und Larry Wachowski

Hauptdarsteller:
Keanu Reeves (Thomas A. Anderson / Neo)
Laurence Fishburne (Morpheus)
Carrie-Anne Moss (Trinity)
Hugo Weaving (Agent Smith)





Inhalt:

Thomas Anderson, ein junger, unauffälliger Programmierer in einer Softwarefirma, verdient sich nebenher unter dem Decknamen Neo etwas Geld als Hacker. Sein Leben könnte in völlig normalen, geregelten Bahnen verlaufen, wenn da nicht eine Frage wäre, die schon seit langer Zeit in der Hackerszene kursiert und die Neo keine Ruhe läßt: Was ist DIE MATRIX? Neo staunt nicht schlecht, als eines Abends auf seltsame Weise ein berühmter Hacker mit ihm Kontakt aufnimmt: Trinity lautet der Deckname jener jungen Frau, die genau zu wissen scheint, wer Neo ist und welche Träume er hat. Sie will ihn mit einer legendären Gestalt der Szene zusammenbringen, die sich selbst Morpheus nennt und nach der Neo schon lange sucht. Schon am nächsten Tag stellt Neo fest, daß hinter dieser Sache mehr steckt, als er je wissen wollte. Ein Bote überbringt ihm am Arbeitsplatz ein Handy, das in genau dem Moment klingelt, als Neo es auspackt. Morpheus selbst ist der Anrufer, und er warnt Neo vor Agenten einer namenlosen, scheinbar aber sehr mächtigen Behörde, die ihn festnehmen wollen. Neos Flucht scheitert und er wird von einem überheblichen Agenten namens Smith in die Mangel genommen. Agent Smith unterbreitet Neo einen Vorschlag: Er soll ihm dabei helfen, Morpheus dingfest zu machen. Natürlich geht Neo nicht darauf ein. Es folgt ein surreales Erlebnis: Neos Mund scheint zuzuwachsen und irgend ein seltsamer, krabbelnder Apparat wird in seinen Bauch gepflanzt...

Neo erwacht wie aus einem Alptraum in seiner Wohnung, als wieder einmal Morpheus anruft. Er sagt, Neo sei auserwählt, und eigentlich habe er, Morpheus, sein ganzes Leben lang nach Neo gesucht. Ein Treffpunkt wird vereinbart, Neo wird von Trinity abgeholt. Daß sein surreales Erlebnis keine Einbildung war, erfährt Neo, als Trinity eine Art Sonde aus seinem Leib holt - ein Spionsender, durch den Agent Smith ihn überall hätte aufspüren können. Morpheus eröffnet Neo, daß das, was er für die Realität hält, nur eine Scheinwelt ist, die die Menschen von der Wahrheit ablenken soll. Er bietet Neo zwei Kapseln an. Schluckt Neo die blaue Kapsel, wird er in seinem Bett aufwachen, sich an nichts erinnern, und weiter in der Scheinwelt leben. Nimmt er die rote Kapsel, wird er die Wahrheit erfahren. Neo entscheidet sich natürlich für die rote Kapsel. Kaum hat er sie geschluckt, überzieht sein ganzer Körper sich mit einer spiegelnden Substanz - und dann erwacht Neo in einer winzigen Kapsel, wo er an Dutzenden von Kabeln hängt und nackt in einer Nährlösung liegt. Die Kapsel ist an einer Wand angebracht, die zu einem gigantischen kegelförmigen Gebilde gehört, welches von Millionen weiterer Kapseln übersät ist und zwischen hunderten anderen Gebilden dieser Art in der Dunkelheit steht! Die Kabel springen ab, die Kapsel öffnet sich und eine fliegende Maschine wirft Neo in eine Art Abfallgrube. Ein Hovercraft erscheint, Neo wird ins Innere gezogen. Das letzte, was er sieht, bevor er das Bewußtsein verliert, ist Morpheus, der ihn in der wirklichen Welt willkommen heißt.

Als er wieder erwacht, erhält Neo weitere Informationen. Die ihm vertraute Welt des Jahres 1999 ist identisch mit der Matrix. Die Matrix ist nichts anderes als eine neuro-interaktive Simulation, eine perfekte Virtuelle Realität, in der alle Menschen vernetzt sind. In Wirklichkeit schreibt man - vermutlich - das Jahr 2199! Die Matrix ist nach einem Krieg entstanden, in dem die Welt völlig verwüstet worden ist. Der Krieg wurde von den Menschen gegen die von ihnen erschaffenen Maschinen mit künstlicher Intelligenz geführt - die Menschheit war damals besiegt worden, hatte zuvor aber noch den Himmel verdunkelt, um den Maschinen ihre Energiequelle zu entziehen: die Sonne. Nach ihrem Sieg haben die Maschinen die Menschen versklavt. Menschen werden seitdem auf gigantischen Feldern gezüchtet, die bio-elektrischen Felder und die Wärme ihrer Körper werden von den Maschinen als Energiequelle genutzt. Damit die menschlichen "Batterien" ruhig und unter Kontrolle bleiben, werden sie in Kokons gelagert und ihre Bewußtseine werden in die Scheinwelt der Matrix eingespeist, wo sie von der wirklichen Realität nichts mitbekommen. Diese Illusion ist so perfekt, daß man wirklich stirbt, wenn man in der virtuellen Welt der Matrix getötet wird. Die letzten freien Menschen leben in der unterirdischen Stadt Zion, immer in der Gefahr, von den Maschinen entdeckt und auch noch versklavt zu werden. Morpheus und seine Leute sind in der Lage, sich in die Matrix zu hacken und dort übermenschliche Fähigkeiten zu entwickeln. Sie durchstreifen mit ihrem Hovercraft, der NEBUKADNEZAR, die verwüstete Erde und begeben sich immer wieder in die Matrix, um Menschen wie Neo zu befreien. Doch Neo ist etwas Besonderes. Er soll in der Lage sein, die Matrix nach seinem Willen umzugestalten. Morpheus glaubt, daß Neo der Auserwählte ist, der die Matrix zerstören, alle Menschen befreien und den Krieg mit den Maschinen beenden wird.

Neo begibt sich mit seinen neuen Freunden in die Matrix, um das Orakel zu befragen - aber erst nach einem harten virtuellen Training, denn in der Matrix lauern Agent Smith und seine "Kollegen". Die Agenten sind intelligente Programme, die die Matrix beschützen. Sie können jeden Menschen "übernehmen", kennen alle Codes, können selbst Maschinengewehrsalven ausweichen und sind praktisch unbesiegbar. Auch in der wirklichen Welt gibt es Wächter: Flugfähige, schwer bewaffnete Roboter, die man nur durch einen Elektromagnetischen Puls (EMP) außer Gefecht setzen kann, der dann aber auch gleichzeitig das Hovercraft lahmlegt. Das Orakel (eine ältere Frau in der Matrix, die wirklich immer genau zu wissen scheint, was als nächstes passiert) sagt Neo, er sei nicht der Auserwählte - oder noch nicht. Der Besuch beim Orakel hat schlimme Folgen, denn Cypher, einer aus der Crew der NEBUKADNEZAR, ist ein Verräter und hat die Agenten auf Neo und seine Begleiter gehetzt. Er hat einen Deal mit den Agenten: Als Gegenleistung für seinen Verrat will er wieder in die Matrix eingespeist werden - aber ohne jegliche Erinnerung an die deprimierende Realität. Cypher schießt die noch im Hovercraft verbliebenden Besatzungsmitglieder Dozer und Tank nieder und zieht bei zwei von Neos Begleitern, die noch in der Matrix sind, sozusagen den Stecker - das ist ihr Tod. Als er das gleiche mit Neo machen will, wird er von Tank getötet - der war nur verletzt. Neo und Trinity glingt die Flucht aus der Matrix, aber Morpheus ist von den Agenten gefangen genommen worden. Smith foltert ihn, um die Zugangscodes für Zion zu erhalten. Wenn Zion vernichtet ist, so hofft Smith, wird er die Matrix verlassen dürfen. Das ist sein sehnlichster Wunsch, denn er erträgt die Menschen nicht.

Während die Jäger-Roboter schon auf der Spur der NEBUKADNEZAR sind, kehren Neo und Trinity in die Matrix zurück, um Morpheus zu befreien, was ihnen nach einigen ziemlich spektakulären Schießereien sogar gelingt. Neo muß sich jedoch den Agenten stellen - und jeder, der das bisher gewagt hat, ist getötet worden. Es sieht erst ganz gut für Neo aus, doch im letzten Moment, bevor er die Matrix wie Trinity und Morpheus verlassen kann, schießt Smith ihn nieder. Neo scheint tot zu sein, doch Trinity weiß es besser. Das Orakel hatte ihr prophezeit, daß sie sich verlieben würde, und daß der Mann, den sie liebt, der Auserwählte sei. Nun - sie hat sich in Neo verliebt... Tatsächlich erhebt sich Neo in der Matrix wieder. Er kann die Matrix jetzt "codiert" sehen. Auch die Agenten sind für ihn nur noch Programmzeilen, genau wie die Kugeln, die sie jetzt auf ihn abfeuern. Mit einer kleinen Willensanstrengung kann Neo die Kugeln aufhalten, so daß sie mitten in der Luft stehenbleiben, und er kann Smith "hacken", genau so, wie die Agenten sonst ihre Opfer übernehmen. Die übrigen Agenten ergreifen daraufhin die Flucht.

Jetzt beginnt eine neue Phase im Befreiungskampf der Menschheit...

Fortsetzung folgt!

Der Film:

Daß ich mehr als sonst zur Handlung geschrieben habe, liegt ganz einfach daran, daß dies einer meiner Lieblingsfilme ist, ein Film, den ich mir immer wieder ansehen kann und der neue Standards für SF-Filme im speziellen und Actionfilme im allgemeinen gesetzt hat. Der kühle, immer leicht grünstichige Look der Matrix im Gegensatz zu der düsteren postapokalyptischen Szenerie des Verfalls und der High-Tech der intelligenten Maschinen in der realen Welt erzeugt zusammen mit der "Bullet-Time-Trickechnik", die hier zwar nicht erstmals, dafür aber in Perfektion eingesetzt wurde (also das Einfügen von extremer Zeitlupe mitten in Actionsequenzen), den wunderbar choreografierten Martial-Arts-Kampfszenen und den coolen Outfits eine ganz besondere Atmosphäre, die vom hervorragenden Soundtrack noch gesteigert wird. Beim erstmaligen Ansehen war der Film damals durch seinen visuellen Stil, seine Rasanz und durch das Auf-den-Kopf-stellen aller (damaligen) Sehgewohnheiten für mich eine echte Offenbarung. Heute hat man schon allzu viele Plagiate gesehen (und zu diesen möchte ich fast auch die beiden Fortsetzungen Matrix Reloaded und Matrix Revolutions zählen) und viele der damals neuen Ideen sind in unzähligen Filmen verwurstet worden. Daß man diesen Film dennoch immer wieder genießen kann, spricht für seine einzigartige Qualität. Die unglaublichen Spezialeffekte, die Action usw. sind nicht Selbstzweck und stehen nicht im Vordergrund im Sinne von "Schaut her, was wir für tolle Tricks und Stunts hinkriegen". Alles paßt zusammen und alles dient der Handlung und der Atmosphäre.

Dabei ist die Grundidee einer Virtuellen Realität (VR), die von ihren Bewohnern für die wirkliche Welt gehalten wird, gar nicht einmal so neu. Ich denke da z.B. an die Kurzgeschichte "Simulacron Drei" von Daniel F. Galouye, die schon im Jahre 1973 kongenial von Rainer Werner Fassbinder mit Klaus Löwitsch unter dem Titel "Welt am Draht" verfilmt worden ist. Eine der Grundfragen der Matrix lautet: Was ist Realität? Wie Morpheus schon sagt: Manche Träume erscheinen uns vollkommen real. Was wäre, wenn man aus einem solchen Traum nicht mehr aufwachen könnte? Woher würde man wissen, was Traum ist und was Realität? Und was würde man vorziehen - Traum oder wirkliche Welt? Am Beispiel der Figur des Cypher wird demonstriert, daß es vielleicht gar nicht so wünschenswert wäre, aus der Matrix "befreit" zu werden, wenn das - scheinbar reale - Leben in der VR doch viel angenehmer ist als das Dahinvegetieren in der vom Krieg zerstörten Welt. Obwohl solche Überlegungen weder besonders neu noch originell sind, so sind sie in Die Matrix doch zu einer spannenden Handlung verarbeitet worden, die neben aller Action auch zum Nachdenken anregt. Es gibt natürlich auch Kritikpunkte, z.B. die explizite Gewaltdarstellung. Neo und seine Leute wissen, daß die von ihnen in der Matrix niedergestreckten Menschen wirklich sterben müssen. Trotzdem gehen sie mit brutaler Rücksichtslosigkeit und massivem Waffeneinsatz in der Matrix gegen sie vor. Hätten sie es in den Kämpfen "nur" mit Programmen zu tun gehabt, wäre das was anderes gewesen, so aber bleibt ein unangenehmer Beigeschmack: Die Menschen werden zu Kanonenfutter degradiert, das man aus dem Weg räumt, ohne darüber nachzudenken.

Obwohl die Schauspieler die meiste Zeit damit beschäftigt sind, in ihren Lack- und Leder-Outfits und mit ihren Sonnenbrillen cool auszusehen, liefern sie doch beeindruckende Vorstellungen ab. Allen voran Laurence Fishburne und Carrie-Anne Moss, die mal eine richtig starke, kämpferische und trotzdem sensible Frauenfigur verkörpert. Keanu Reeves agiert, wenn man seine Leistung mit dem vergleicht, was er in Johnny Mnemonic abgeliefert hat, durchaus überzeugend, aber mir ist er etwas zu glatt. Ein paar Ecken und Kanten hätten der Figur sicher nicht geschadet. Hugo Weaving hat sich mir durch seine hervorragende Darstellung des fiesen, heimtückischen Agenten Smith so nachhaltig eingeprägt, daß ich ihn in Der Herr der Ringe, wo er ja den edlen Elbenfürsten Elrond spielt, irgendwie nicht ernst nehmen konnte.

Die Matrix ist ein Meilenstein des SF-Films, ein Meisterwerk, das in keiner Sammlung fehlen darf.

Die DVD:

Die DVD hat ein richtig nettes Extra zu bieten: Wenn man den Film mit aktiviertem "Folge dem weißen Kaninchen" schaut, erscheint in den meisten Actionszenen ein kleines Kaninchen auf dem Bildschirm. Drückt man dann Enter auf der Fernbedienung, wird zu einem Clip umgeblendet, in dem die Entstehung der jeweiligen Szene gezeigt wird. Das sollte man natürlich nur nutzen, wenn man den Film schonmal gesehen hat, sonst wird das Filmerlebnis durch die ständigen Unterbrechungen doch zu sehr gestört.

Auch die "normalen" Filmdokumentationen können sich sehen lassen. Wenn man bedenkt, daß die DVD inzwischen schon zum Low-Budget-Preis erhältlich ist, wird hier enorm viel geboten.

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