Masters of Horror


Sick Girl (USA, 2005)

Blu-ray, Splendid Film
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 57 Minuten

Extras:
- Audiokommentar
- Die Spinne in der Maske (3:58 Min.)
- Masters of Horror: Lucky McKee (17:32 Min.)
- Interview Chandra Berg (2:01 Min.)
- Interview Mike McKee (5:16 Min.)
- Interview Brad McDonald (9:47 Min.)
- Interview Jesse Hlubik (13:51 Min.)
- Interview Angela Bettis (14:08 Min.)
- Interview Misty Mundae (5:58 Min.)

Regie:
Lucky McKee

Hauptdarsteller:
Angela Bettis (Ida Teeter)
Erin Brown (Misty Falls)
Marcia Bennett (Lana Beasley)
Jesse Hlubik (Max Grubb)




Inhalt

Ida Teeter liebt Insekten. Sie arbeitet in der entomologischen Abteilung des McNaughton Museum of Natural History und hat ihre ganze Wohnung mit Terrarien vollgestellt, in denen sich Insekten und Spinnen aller Arten und Größen tummeln. Diese Vorliebe wirkt sich allerdings fatal auf Bekanntschaften aus. Wenn Ida jemanden mit nach Hause nimmt, dann sucht derjenige schnell das Weite und kommt nicht wieder. Eines Tages erhält Ida ein Päckchen, in dem sich ein besonders großes und ziemlich aggressives Insekt einer unbekannten Art befindet. Ein Absender ist nicht angegeben. Ida ist fasziniert von der Kreatur und gibt ihr den Namen "Mick". Weder Ida noch ihr Kollege Max können das Insekt identifizieren. Das Tier bricht aus, streunt im Mietshaus umher und verspeist den kleinen Hund der Vermieterin Mrs. Beasley. Das alles entgeht Idas Aufmerksamkeit, denn sie ist mit ihren Gedanken ganz woanders. Sie hat sich in Misty Falls verliebt, eine junge Frau, die seit geraumer Zeit Tag für Tag im Foyer des Museums sitzt und zeichnet. Einem Rat ihres Kollegen folgend spricht Ida die Schöne an und lädt sie zum Abendessen ein, erwähnt aber nichts von ihren vielbeinigen Freunden. Glücklicherweise hat Ida alle Terrarien aus dem Wohnzimmer ins Schlafzimmer verfrachtet, denn Misty scheint nur darauf gewartet zu haben, dass Ida sie anspricht. Die beiden verbringen die Nacht miteinander und bemerken nicht, dass Mick Misty sticht.

Misty zieht bei Ida ein. Zu ihrer Überraschung und Freude stellt Ida fest, dass ihre neue Freundin keine Angst vor Insekten und Spinnen hat. Im Gegenteil; Misty interessiert sich für die Tiere und kann einige von ihnen sogar beim wissenschaftlichen Namen nennen. Es stellt sich heraus, dass Misty die Tochter von Professor Malcolm Wolf ist, Idas ehemaliger Tutor. Die traute Zweisamkeit wird getrübt, als Misty erkrankt. Sie fühlt sich geschwächt, außerdem wird sie zunehmend aggressiv, was sich zum Problem mit der Vermieterin entwickelt, der die Beziehung der beiden Frauen ohnehin ein Dorn im Auge ist. Mrs. Beasley fordert Ida auf, die Wohnung innerhalb einer Woche zu räumen. Ida erhält einen Brief ohne Absender. Darin gibt der Unbekannte, von dem Ida das Päckchen erhalten hat, beunruhigende Details über das Rieseninsekt preis. Es ernährt sich von Säugetieren und injiziert seinen Opfern ein Sekret, das zu Mutationen führt. Der Körper des Wirts entwickelt sich mit der Zeit zu einer Art lebendigem Brutkasten für die Nachkommen des Insekts.

Ida erkennt zu spät, dass genau das mit Misty geschehen ist. Wieder und wieder hat Mick vom Blut der jungen Frau getrunken und ihr Erbgut verändert. Misty ist bereits zu einem Mensch-Insekt-Hybridwesen geworden. Sie tötet Mrs. Beasley in Idas Abwesenheit und attackiert Ida bei deren Rückkehr. Misty erklärt, dass eigentlich Ida dem Rieseninsekt zum Opfer hätte fallen sollen. Absender des Päckchens ist Mistys Vater, dem schon vor geraumer Zeit aufgefallen ist, dass sich seine Tochter in Ida verliebt hat. Er wollte die potentielle Geliebte Mistys aus dem Weg räumen. Max, der Ida zu Hilfe eilt, fällt dem Hybridwesen zum Opfer. Mick injiziert nun auch Ida das DNS-verändernde Sekret. Einige Zeit später sind Misty und Ida schwanger mit Micks Brut. Das Rieseninsekt kontrolliert beide, so dass sie diesen Zustand für höchst wünschenswert finden.


Kringels Meinung

"Sick Girl" ist die zehnte Episode der zwei Staffeln zu je 13 Folgen umfassenden Fernsehserie "Masters of Horror". Die titelgebenden Meister sind namhafte Regisseure des Horror-Genres und sie haben ganz unterschiedliche Beiträge zur Serie beigesteuert. Jede Episode ist eigenständig und in sich abgeschlossen, es gibt keine serienübergreifenden Zusammenhänge. Beide Staffeln sind in je einer Blu-ray-Box erhältlich. Jede Box enthält vier Discs, die es auch gesondert zu kaufen gibt. Die Staffeloxen haben eine Altersfreigabe ab 18 Jahren erhalten, was allerdings nicht bedeutet, dass alle Filme entsprechend eingestuft wurden. Die meisten sind (wie "Sick Girl") uncut frei ab 16 Jahren. Drei der ab 18 Jahren freigegebenen Episoden liegen leider nur in geschnittener Version vor.

Lucky McKee hat auch bei dem Film May - Schneiderin des Todes Regie geführt. Das ist der einzige andere mir bekannte Film dieses Regisseurs und witzigerweise kann ich im wesentlichen wiederholen, was ich seinerzeit zu "May" geschrieben habe. Horror-Elemente sind in "Sick Girl" durchaus vorhanden, dennoch würde ich den Film eher als romantische Komödie mit zu vielen (chitinösen) Beinen bezeichnen. In der ersten Hälfte geht es ausschließlich um Idas eigenbrötlerisches Dasein sowie die aufkeimende Beziehung zwischen ihr und Misty. In der zweiten Hälfte kommt mit dem tricktechnisch leider nicht wirklich überzeugenden Rieseninsekt (eine nicht allzu gut animierte Stop-Motion-Figur) und Mistys beginnender Veränderung ein wenig Grusel ins Spiel. Erst im Showdown wird es blutig; Mistys Körper verändert sich drastisch und Max fällt ihr zum Opfer. Das alles wird in wenigen Minuten abgehandelt und dürfte Genrefans kaum zufriedenstellen, zumal von Anfang bis Ende ein (schwarz-)humorischer Grundton vorherrscht. Ganz davon abgesehen ist die Story vom eifersüchtigen Vater, der sich der noch-nicht-Liebhaberin seiner Tochter auf ziemlich umständliche Weise entledigen will, denn doch etwas zu abstrus. Ganz wie bei "May" habe ich mich gefragt, was denn nun die Aussage des Films sein soll. Ich fürchte, er hat keine.

Sehenswert ist "Sick Girl" dennoch, und das ist den Hauptdarstellerinnen zu verdanken. Angela Bettys spielt das schüchterne Mauerblümchen mit Vorliebe für Krabbeltierchen mit genau der richtigen Portion weirdness, ohne die Grenze zur Karikatur zu überschreiten. Erin Browns Figur hat völlig andere, nicht minder seltsame Charakterzüge, und ihre Wandlung vom introvertierten, schon vor der Verwandlung leicht gruseligen Hippie zur aggressiven Furie ist hervorragend gelungen. Schade, dass die beiden Schauspielerinnen nicht mehr Zeit hatten, um ihre Rollen sowie die Beziehung der Figuren untereinander besser auszuarbeiten. Diese Dreiecks-Liebesgeschichte der außergewöhnlichen Art hätte es verdient, dass ihr mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird. Bei voller Spielfilmlänge hätte auch die Spannung besser aufgebaut werden können - in der jetzigen Form ist alles schon wieder vorbei, als es gerade angefangen hat.


Extras

Abgesehen vom Audiokommentar besteht das Bonusmaterial hauptsächlich aus Interviews. Man erfährt, dass die Hauptrolle im Originaldrehbuch eigentlich männlich hätte besetzt sein sollen und dass Angela Bettis versucht hat, ihrer Figur etwas maskulines zu geben, um das beizubehalten. Der Vater des Regisseurs hat in allen Filmen seines Sohnes mitgespielt und überall hatte seine Figur den Namen Wolf. Brad McDonald, der Besitzer der im Film eingesetzten Insekten und Spinnen, präsentiert einige seiner Lieblinge. Angela Bettis hat überhaupt keine Angst vor den Tieren; sie lässt eine Tarantel auf ihren Händen herumkrabbeln. Ein ganz besonderes Insekt, eine kleine Gottesanbeterin, hat alle Schauspieler und den Regisseur verzaubert. In einer der ersten Szenen des Films streckt es die Ärmchen nach Ida aus, als wolle es die unter Liebeskummer leidende Frau trösten! Chandra Berg, ein kleines Mädchen, das die Enkelin der Vermieterin spielt, wird gefragt, was sie vom Regisseur hält. Sie sagt, er sei sehr nett, rauche aber .... Der Regisseur spricht im Interview von nicht verwendeten Szenen und Outtakes, die er gern fürs DVD-Release verwenden würde. Nun, warum hat er es nicht getan? Damit hätte man die nicht so rasend interessanten Extras etwas aufpeppen können.


J. Kreis, 01.11.2018




Gastkommentare


Wenn du einen Kommentar hinterlassen möchtest, schreib eine Mail an jokringel@web.de!

Gastkommentare werden nicht von J. Kreis verfasst und dürfen nicht auf anderen Homepages oder in Printmedien weiterverwendet werden.


Noch keine Gastkommentare vorhanden!


Seitenanfang


Startseite

Filme