What happened to Monday?


What happened to Monday? (GB/F/Belgien, 2017)

Blu-ray, Splendid Film
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 124 Minuten

Extras:
- Behind the Scenes (13:42 Min.)
- B-Roll (4:16 Min.)
- Mini-Making-of (4:02 Min.)
- Trailer

Regie:
Tommy Wirkola

Hauptdarsteller:
Noomi Rapace/Clara Read (Die Geschwister Settman)
Glenn Close (Dr. Nicolette Cayman)
Willem Dafoe (Terrence Settman)
Marwan Kenzari (Adrian Knowles)




Inhalt

In den Siebzigerjahren des 21. Jahrhunderts ist die Erde hoffnungslos überbevölkert. Infolge der weltweiten Einführung gentechnisch veränderter Nahrungsmittel kommt es obendrein zu einer überdurchschnittlich hohen Anzahl von Mehrlingsgeburten. Durch eine von Dr. Nicolette Cayman eingeführte Ein-Kind-Politik soll die Krise überwunden werden. Alle Neugeborenen müssen bei der Kinderzuteilungsbehörde (CAB) registriert werden. Bei Mehrlingsgeburten werden alle Kinder außer dem erstgeborenen von der Familie getrennt und auf unbestimmte Zeit in Kryoschlaf versetzt. Jeder Mensch muss stets ein Armband tragen, in dem alle persönlichen Daten gespeichert sind und das per GPS jederzeit geortet werden kann. Diese Maßnahmen sind extrem unpopulär, aber man hofft auf eine bessere Zukunft für die schlafenden Kinder. Um seine Enkelinnen zu retten, deren Mutter bei der Geburt gestorben und deren Vater unbekannt ist, hat Terrence Settman einen ausgeklügelten Plan entwickelt. Die Schwestern wurden nach den Wochentagen benannt und dürfen die von Terrence in ein trickreiches Versteck umgebaute Wohnung nur an jeweils dem Tag verlassen, der ihrem Namen entspricht. Abends bringen sich die Geschwister stets auf den aktuellen Stand ihrer Erlebnisse. In der Außenwelt nehmen sie alle dieselbe Identität an und werden zu einer Bankangestellten namens Karen Settman. Ihre Armbänder sind entsprechend manipuliert, außerdem können sie damit Filmaufnahmen machen und Kontakt mit ihren Schwestern aufnehmen. Aufgrund des Trainings, das Terrence seinen Enkelinnen angedeihen lässt, funktioniert die Täuschung dreißig Jahre lang bestens - auch nach Terrences Tod.

Eines Montags steht sogar eine Beförderung an. An diesem Tag kommt Monday nicht nach Hause zurück. Tuesday findet heraus, dass Monday nach der Beförderung feiern wollte und sich mit einem konkurrierenden Kollegen namens Jerry gestritten hat. Das teilt sie ihren Schwestern via Armband mit. Auf dem Nachhauseweg wird Tuesday von CAB-Häschern gefangen genommen. Sie wird in die Zentrale zu Cayman gebracht, die über die Existenz der Siebenlinge im Bilde ist und sie in aller Heimlichkeit verschwinden lassen will, weil es für ihr Image gar nicht gut wäre, würde herauskommen, dass die Ein-Kind-Politik unterlaufen werden kann. Weitere Schergen dringen in die Wohnung ein, wobei sie ein Auge Tuesdays für den Retinascanner benutzen. Es gelingt den Schwestern, alle Angreifer zu eliminieren, doch dabei wird Sunday tödlich verwundet. Nachdem sie festgestellt haben, wem das Auge gehört, wird den Schwestern klar, was geschehen ist. Am nächsten Tag fühlt Wednesday Jerry auf den Zahn. Er kennt Karen Settmans echte Identität nicht, sondern wollte versuchen, Monday mit seinem Wissen über einen Vertrag zu erpressen, den Karen Settman demnächst mit Cayman abschließen wollte. Karen Settman hat insgeheim Millionenbeträge an Cayman transferiert, mit der die Politikerin ihren Parlamentswahlkampf finanziert. Die Beförderung war der Lohn für diesen Deal. Jerry wird von einem Scharfschützen erschossen. Einsatzkräfte stürmen die Wohnung. Wednesday entkommt knapp, wird aber auf der Flucht getötet.

Währenddessen klopft der CAB-Sicherheitsbeamte Adrian Knowles an Karen Settmans Wohnungstür. Es hat seit Monaten ein Verhältnis mit Monday, worüber deren Schwestern bisher nichts gewusst haben. Saturday geht mit Adrian in dessen Wohnung und schläft mit ihm. Bei dieser Gelegenheit greift sie unbemerkt Daten von Adrians Armband ab und übermittelt diese an ihre Schwestern. Am nächsten Morgen geht Adrian zur Arbeit. Wenig später tauchen Caymans Schwergen auf und erschießen Saturday. Mit Adrians Daten kann sich Friday ins Überwachungssystem der Behördenzentrale hacken. Eine ihrer Schwestern sitzt dort in einer Zelle. Friday und Thursday glauben, es handele sich um Monday. Als die Wohnung erneut gestürmt wird, bleibt Friday zurück, um die Angreifer aufzuhalten und Thursday die Flucht zu ermöglichen. Friday verursacht eine Explosion, bei der sie selbst ums Leben kommt. Als Adrian von der Explosion erfährt, eilt er zur Wohnung. Er liebt Monday wirklich und ist verzweifelt, als er ihre vermeintliche Leiche sieht. Kurz danach steht er ihrem quicklebendigen Ebenbild (Thursday) gegenüber und erfährt, was es mit den Siebenlingen auf sich hat. Die beiden verbünden sich, um Monday zu befreien.

Adrian steckt Thursday in einen Leichensack, um die Zentrale gemeinsam mit ihr infiltrieren zu können. Thursday filmt die Prozedur, mit der Kinder angeblich in den Kryoschlaf versetzt werden. In Wahrheit werden die Kinder betäubt und verbrannt. Adrian und Thursday befreien die Gefangene, aber es ist nicht Monday, sondern die jetzt einäugige Tuesday. Adrian wehrt mehrere CAB-Killer ab, um Tuesday Zeit zum Hochladen des brisanten Films auf die Firmenserver zu geben. Thursday begegnet Monday und erfährt, dass diese ihre Schwestern an Cayman verraten hat. Es kommt zum Kampf, bei dem sich Thursday durchsetzt. Derweil startet das Video auf einem Großbildschirm hinter Cayman, die gerade eine Rede während einer großen Spendengala gehalten hat. Nun kennt auch die Öffentlichkeit die grausige Wahrheit. Monday wird von einem CAB-Killer niedergeschossen, der sie für eine ihrer Schwestern hält. Mit ihren letzten Worten macht Monday Thursday klar, warum sie so gehandelt hat: Sie ist schwanger. Cayman landet hinter Gittern. Die Ein-Kind-Politik wird beendet. Thursday, Tuesday und Adrian kümmern sich um Mondays Zwillinge, die den Tod ihrer Mutter überlebt haben.


Kringels Meinung

Beim Anschauen dieses Films konnte ich nicht umhin, Vergleiche mit der Fernsehserie Orphan Black anzustellen, in der Tatjana Maslany viele verschiedene Rollen gleichzeitig spielt. In der Serie geht es um Klone, im Film verkörpert Noomi Rapace Siebenlinge. Ich muss sagen, dass Rapace es nicht so gut wie Maslany geschafft hat, mir das Gefühl zu vermitteln, es nicht mit einer Schauspielerin in diversen Verkleidungen zu tun zu haben, sondern mit mehreren eigenständigen, ganz unterschiedlichen Personen. Das liegt sicher auch daran, dass Rapace viel weniger Zeit als Maslany hat, um den sieben Rollen Profil zu verleihen. Dieser Umstand ist nicht nur der vergleichsweise kurzen Laufzeit des Films geschuldet, sondern auch der bedauerlichen Tatsache, dass vier Schwestern innerhalb kurzer Zeit sterben und eine weitere auf andere Weise für längere Zeit aus der Handlung verschwindet. Außerdem finde ich Rapaces deutsche Synchronstimme ganz furchtbar. Alle sieben Schwestern sprechen mit derselben Stimme, die sich anhört, als hätten sie jahrelang eine Eckstein nach der anderen geraucht und den Qualm mit Strohrum runtergespült. Ich finde die Stimme an sich schon unangenehm, vor allem verleiht die Synchronsprecherin den sieben Figuren nicht die geringsten stimmlichen Nuancen. Keine Ahnung, ob das im Originalton genauso ist, auf jeden Fall zeigt Maslany in der verlinkten Serie eindrucksvoll, wie man es besser macht.

Ich finde, man hätte die individuellen Charaktereigenschaften der Siebenlinge und ihre Probleme beim Hineinschlüpfen in die Rolle einer Kunstfigur, die ja immer ganz genau dieselbe sein muss, besser ausarbeiten können. Und man hätte nicht so viele Schwestern sterben lassen müssen ... Jedenfalls hatte keine der sieben Schwestern genug Zeit, um mir richtig ans Herz zu wachsen, was natürlich auch damit zusammenhängen kann, dass ich Rapace noch nie besonders sympathisch gefunden habe. Erstaunlicherweise ist das in den zahlreichen Rückblicken, in denen die Zwillinge von der sehr niedlichen Clara Read verkörpert werden, ganz anders. Auch in diesen Szenen hatte ich Schwierigkeiten, die Schwestern auseinanderzuhalten, aber ich fand die Darstellung ihrer Situation berührender. In diesem Zusammenhang ist Willem Dafoe hervorzuheben, der den fürsorglichen, aber auch kompromisslosen Großvater sehr feinfühlig spielt. So trennt er allen Kindern ein Zeigefingerendglied ab, als sich Thursday beim Spielen eine derartige Verletzung zuzieht; schließlich kann "Karen Settman" nicht mal mit intaktem und mal mit verkürztem Finger durch die Gegend laufen. Dass er so handeln musste, setzt ihm erkennbar zu.

Die düstere Vision einer Zukunft, die uns in ähnlicher Form zweifellos erwartet, sofern wir denn so lange leben, wurde nicht schlecht umgesetzt. Die Weltbevölkerung wird spätestens Ende des Jahrhunderts die Zehn-Milliarden-Marke knacken. Umweltverschmutzung und -zerstörung werden immer weiter um sich greifen und immer schlimmere Naturkatastrophen nach sich ziehen, so dass irgendwann nicht mehr genug Nahrung produziert werden kann. Man wird versuchen, mit gentechnisch veränderten, robusteren Nutzpflanzen Abhilfe zu schaffen. Man muss keine hellseherischen Fähigkeiten besitzen, um zu wissen, dass dieser im Film dargestellte Ablauf wirklich so eintreten wird. Niemand weiß, welche Auswirkungen der ständige Verzehr manipulierter Nahrungsmittel hat - im Film sind es die häufigen Mehrlingsgeburten. Die Extrapolationen im Film sind schlüssig (mit Sicherheit wird man auch in der Realität unpopuläre Maßnahmen ergreifen müssen) und sie werden realistisch - oft mit ziemlich vielen Statisten - in Szene gesetzt. Nur ab und zu hatte ich den Eindruck, dass deutlich von der Grundprämisse abgewichen wird. Wenn alle Städte angeblich furchtbar überfüllt sind, warum kann sich denn eine kleine Sicherheitskraft wie Adrian Knowles eine großzügig bemessene Stadtwohnung leisten? Zudem wird der dystopischen Welt relativ wenig Aufmerksam gewidmet. Vermutlich war das Budget nicht groß genug für genauere Blicke in die überquellenden Megacitys. Es geht mehr um die in sich abgeschlossene Welt der Siebenlinge, zwischendurch wird recht viel geschossen, geprügelt und durch die Gegend gerannt. Das ist nicht immer spannend und hätte zu Gunsten einer besseren Figurenentwicklung verkürzt werden können.


Extras

Das Bonusmaterial ist nicht der Rede wert. "Behind the Scenes" bietet die übliche wenig informative Mischung aus Filmausschnitten, Aufnahmen von den Dreharbeiten und kurzen Interviews, in denen hauptsächlich die Handlung nacherzählt wird. "B-Roll" bietet dieselben Aufnahmen von den Dreharbeiten erneut und das "Mini-Making-of" enthält nochmal dasselbe wie "Behind the Scenes", nur verkürzt und deutsch synchronisiert. Absolut verzichtbar.


J. Kreis, 19.12.2018




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