Die Mumie


Die Mumie (USA, 2017)
- The Mummy -

Blu-ray, Universal
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 110 Minuten

Extras:
- Audiokommentar
- Unveröffentlichte und erweiterte Szenen (4:52 Min.)
- Cruise & Kurtzman: Ein Gespräch (21:15 Min.)
- Basierend in der Realität (6:52 Min.)
- Leben in der Schwerelosigkeit: Den Flugzeugabsturz erschaffen (7:32 Min.)
- Ahmanet vorstellen (7:39 Min.)
- Cruise in Aktion (6:09 Min.)
- Die Entstehung von Jekyll und Hyde (7:10 Min.)
- Choreografiertes Chaos (6:35 Min.)
- Nick Morton: Auf der Suche nach einer Seele (5:43 Min.)
- Ahmanet Reborn - Animierter Grafikroman (3:52 Min.)

Regie:
Alex Kurtzman

Hauptdarsteller:
Tom Cruise (Nick Morton)
Annabelle Wallis (Jennifer Halsey)
Sofia Boutella (Ahmanet)
Russell Crowe (Dr. Henry Jekyll)
Jake Johnson (Chris Vail)




Inhalt

Im alten Ägypten zur Zeit des Neuen Reiches bereitet sich Prinzessind Ahmanet, eine harte und skrupellose junge Frau, Tochter des Pharaos Meneheptre, auf die Thronbesteigung vor. Doch es kommt anders, denn dem alten Pharao wird ein Sohn geboren. Ahmanet denkt nicht daran, zu seinen Gunsten auf ihr Erbe zu verzichten. Sie schließt einen Pakt mit dem Totengott Seth und wird von ihm in eine mörderische Bestie mit Macht über Tiere und die Elemente verwandelt. Sie tötet ihren Vater und dessen Sohn. Mit einem Dolch, den sie von Seth erhalten hat und der einen magischen Kristall trägt, soll sie nun ihren Geliebten erstechen, auf dass dieser zum Gefäß für das absolut Böse werde und es Seth ermögliche, auf Erden zu wandeln. Doch die Priester des Pharaos töten Ahmanets Geliebten und überwältigen die Prinzessin. Zur Strafe für ihre Taten wird Ahmanet bei lebendigem Leibe mumifiziert. Ihr versiegelter Sarkophag wird im weit von Ägypten entfernten Lande Mesopotamien tief unter der Erde in einem mit Quecksilber gefüllten Schacht versenkt. Jahrtausende später, Mitte des 12. Jahrhunderts, entdecken englische Kreuzfahrer den Dolch. Sie nehmen ihn mit nach London, wo der aus dem Knauf entfernte Kristall zusammen mit einem Kreuzritter in einer Krypta beerdigt wird. Die Krypta wird in der heutigen Zeit bei Bauarbeiten für eine neue Untergrundbahn freigelegt. Die von Dr. Henry Jekyll geleitete Geheimorganisation Prodigium übernimmt dort die Kontrolle. In der Krypta findet Jekyll Hinweise auf Ahmanets Grabkammer.

Jennifer Halsey, eine Archäologin aus Jekylls Team, reist nach Mesopotamien (= Irak), um nach der Grabkammer zu suchen. Der ungefähre Standort ist in einer Karte verzeichnet. Sergeant Nick Morton verbringt eine Nacht mit Jennifer und stiehlt die Karte. Morton und sein Freund Chris Vail dienen als Fernerkunder in der US-Army und nutzen diese Tätigkeit, um sich wertvolle Antiquitäten unter den Nagel zu reißen. In einem von Aufständischen besetzten Dorf geraten die beiden Abenteurer unter schweren Beschuss. Vail fordert einen Luftschlag an. Durch die Explosion wird die Grabkammer freigelegt. Morton und Vail werden dazu verdonnert, gemeinsam mit Jennifer in die Höhle hinabzusteigen. Der Archäologin dämmert allmählich, womit sie es hier zu tun hat. Als der Sarkophag aus dem Quecksilber gezogen wird, strömen unzählige Walzenspinnen in die Grabkammer. Vail wird von einer Spinne gebissen. Die Erkundung muss abgebrochen werden, weil sich feindliche Einheiten nähern. Außerdem zieht ein Sandsturm auf. Der Sarkophag soll mit einem Transportflugzeug nach England gebracht werden. Vail stirbt unterwegs und wird zum Werkzeug Ahmanets. Er versucht den Sarkophag zu öffnen, tötet einen Soldaten und geht auf die anderen los. Morton ist gezwungen, ihn zu erschießen. Ein Vogelschwarm kracht in das Flugzeug und bringt es zum Absturz. Morton überlässt Jennifer den einzigen Fallschirm, so dass die den Crash überlebt. Alle anderen Insassen sterben.

Morton kommt völlig unversehrt im Leichenschauhaus zu sich. Er hat Visionen von Ahmanet und von Vail, der ihm erklärt, dass Ahmanet Morton mit einem Fluch belegt und als Wirt für Seth auserwählt hat. Beim Absturz ist der Sarkophag aufgesprungen, Ahmanet ist frei. Sie entreißt einigen Menschen die Lebensenergie, um ihren mumifizierten Körper zu heilen und gleichzeitig eine Armee von Untoten zu erschaffen. Durch seine Visionen wird Morton zu einer Kirche gelockt, in der sich Ahmanet zurzeit aufhält. Als er dort mit Jennifer eintrifft, hat Ahmanet bereits den in einer Statue versteckten Dolch des Seth an sich genommen. Morton und Jennifer drohen der mit übermenschlichen Kräften ausgestatteten Mumie zu unterliegen. Da treffen Prodigium-Einsatzkräfte ein, setzen Ahmanet außer Gefecht und bringen sie in ihre Londoner Basis. Die inzwischen fast vollständig wiederhergestellte Prinzessin wird in Jekylls Labor gefangen gehalten. Morton erfährt, dass Prodigium die Aufgabe hat, übernatürliche Bedrohungen zu neutralisieren. Zu diesem Zweck beabsichtigt Jekyll das Ritual durchzuführen und Morton zum Wirt für Seth zu machen, um diesen vernichten zu können. Währenddessen gewinnt Ahmanet die Kontrolle über einen Labortechniker, so dass sie sich befreien und den Dolch an sich bringen kann. Sie verbreitet Tod und Zerstörung in London, dringt in die Krypta der Kreuzfahrer ein und kann nun den magischen Kristall wieder an seinen Platz im Knauf des Dolches setzen. Jetzt braucht sie nur noch ihren Auserwählten.

Beim Kampf gegen Ahmanet kommt Jennifer ums Leben. Morton erhält eine Tracht Prügel. Er lässt Ahmanet gewähren, um ihr den Dolch unbemerkt entwenden zu können. Er zerstört die magische Waffe jedoch nicht, sondern beschädigt den Kristall lediglich und vollendet das Ritual insoweit, als er Seths Kräfte in sich aufnimmt, aber nicht unter die Kontrolle des Gottes gerät. Morton raubt Ahmanets Lebensenergie, bis von der Frau nur noch eine vertrocknete Mumie übrig ist, die einige Zeit später in einem mit Quecksilber gefüllten Bassin in der Prodigium-Basis landet. Dann holt er Jennifer ins Leben zurück und verschwindet. Mit dem von ihm wiederbelebten Vail reitet Morton in die Wüste.


Kringels Meinung

Obige Handlungszusammenfassung gibt die Geschehnisse in chronologischer Reihenfolge wieder. So ist der Film allerdings nicht aufgebaut. Es wird mit in die Handlung eingestreuten Rückblicken gearbeitet, außerdem wird erst allmählich klar, wer Jekyll ist, was es mit Prodigium auf sich hat und dass Jennifer für diese Organisation arbeitet. In der Zusammenfassung habe ich nicht erwähnt, dass Dr. Jekyll tatsächlich der Dr. Jekyll ist, also jene von R.L. Stevenson erdachte Romanfigur, deren böse Seite (Mr. Hyde) manchmal die Kontrolle übernimmt und scheußliche Verbrechen verübt. Dabei gehört Russel Crowes saft- und kraftvolle Verkörperung des Mannes mit den zwei Gesichtern zu den wenigen Lichtblicken dieser ansonsten ziemlich öden Neuauflage eines klassischen Horrorfilms aus dem Jahre 1939 (mit Boris Karloff in der Titelrolle), der 60 Jahre später schon einmal einen mehr auf Humor ausgerichteten Reboot erfahren hat. Ähnlich wie in der 1999er Version gefallen mir auch in der aktuellen Fassung die im alten Ägypten spielenden Szenen am besten. Sofia Boutella ist großartig als skrupellose, machtgierige Prinzessin. Die Mumifizierung bei lebendigem Leib ist angemessen gruselig, das ganze Ambiente passt. Der Rest? Na ja ...

Es wird viel Action geboten, die wirkt aber völlig austauschbar. Von Gruselatmosphäre kann bei den in der Gegenwart spielenden Szenen, die natürlich den Löwenanteil des Films ausmachen, keine Rede sein. Mit Tom Cruise bin ich diesmal überhaupt nicht warm geworden, was daran liegen kann, dass seine Figur nicht sonderlich sympathisch angelegt ist. Immer noch besser als sein nervtötender Sidekick, trotzdem nicht genug, um bei mir eine emotionale Beteiligung auszulösen. Annabelle Wallis hat die undankbare Aufgabe, die ständig in Not geratende und zu rettende Schöne spielen zu müssen. Mehr gibt diese Rolle nicht her. Außerdem stimmt die Chemie zwischen Cruise und Wallis meiner Meinung nach nicht. Die Story ist komplett vorhersehbar, ich fand sie schlicht uninteressant.

Mehr hätte ich zu diesem durchaus toll gemachten, aufwändig produzierten, aber uninspirierten Film nicht zu sagen, wenn da nicht das "Dark Universe" wäre, dessen Schriftzug nach dem Universal-Logo erscheint. Schon vor dem Kinostart von "Die Mumie" war bekannt, dass die Universal Studios die Absicht hatten, einige Horrorfilm-Klassiker für ein modernes Publikum neu zu erschaffen und - wohl nach dem Vorbild des äußerst erfolgreichen Marvel Cinematic Universe - thematisch miteinander zu verknüpfen. Verbindendes Element hätte vermutlich Dr. Jekylls Organisation Prodigium sein sollen. So hätte es ein Wiedersehen mit Frankenstein (bzw. dessen Braut), dem Wolfsmenschen, dem Phantom der Oper und anderen Horrorfilm-Ikonen geben können - beziehungsweise eine Erstbegegnung; schließlich dürfte das angepeilte jugendliche Publikum keinen dieser alten Filme kennen. Da "Die Mumie" an den Kinokassen nicht sonderlich erfolgreich war, wurde das "DU" vorerst auf Eis gelegt ... und das ist besser so, würde ich sagen.


Extras

Die vier erweiterten bzw. nicht veröffentlichten Szenen sind so uninteressant, dass ich gar nicht auf sie eingehen möchte. Das Gespräch zwischen Tom Cruise und dem Regisseur Alex Kurtzman (unterlegt mit Konzeptzeichnungen, Hinter-den-Kulissen-Material und Ausschnitten aus klassischen Monsterfilmen) ist zum Fremdschämen. Die beiden erzählen sich gegenseitig, wie toll sie den Film finden und wie brillant die Schauspieler sind, welch herrliche Ideen und wie viel Spaß sie hatten etc. p.p., unechtes Lachen inklusive. Peinlicher kann man Werbung für einen Film kaum noch gestalten ...

Die anderen Featurettes ergeben zusammengenommen ein akzeptables Making of. Um die Szenen in Schwerelosigkeit beim Flugzeugabsturz hinzubekommen, wurde nicht nur in einer großen drehbaren Kulisse gedreht, sondern auch während eines Parabelfluges - mit 64 Wiederholungen! Tom Cruise freut sich sichtlich auf dieses Erlebnis. Wie üblich hat er wieder einmal praktisch alle Stunts selbst gemacht. Der Mann ist ein echtes Phänomen! Annabelle Wallis und Russel Crowe waren ebenbürtige Partner; erstere vor allem bei Szenen, in denen viel gerannt werden musste, letzterer bei einem Kampf zwischen Morton und Mr. Hyde, in dem sich die beiden Schauspieler nicht zurückgehalten haben. Crowe sagt, Stephen Fry und Ray Winston seien Inspirationsquellen für die zwei Seiten der von ihm verkörperten Figur gewesen. Die Ähnlichkeiten sind wirklich frappierend. Einige Drehorte wie die Krypta der Kreuzfahrer und die Prodigium-Basis wurden mit großen Aufwand eigens gebaut, es wurde aber auch in London gedreht, sogar im echten Naturhistorischen Museum. Man kann einen genauen Blick auf die verschiedenen Stadien von Ahmanets Transformation werfen und anhand von Konzeptgemälden wird deutlich, wie viele Ideen für Ahmanet und das alte Ägypten nicht umgesetzt wurden.

In der Graphic Novel "Ahmanet Reborn", erzählt von der Prinzessin höchstpersönlich, sehen wir noch einmal das von ihr begonnene Ritual. Hier geht es weiter als im Film: Ahmanet landet in Seths Reich.


J. Kreis, 15.11.2018




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