Planet der Affen Survival


Planet der Affen: Survival (USA, 2017)
- War for the Planet of the Apes -

Blu-ray, Fox Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 140 Minuten

Extras:
- Audiokommentar von Matt Reeves
- Entfallene Szenen mit optionalem Audiokommentar von Matt Reeves (23:03 Min.)
- Making of Planet der Affen: Survival (29:38 Min.)
- Caesars Geschichte (12:40 Min.)
- Die visuellen Effekte (10:36 Min.)
- Die Filmmusik (6:20 Min.)
- Die Hintergründe der Planet der Affen - Filme (20:15 Min.)
- Eine Hommage an die klassischen Planet der Affen - Filme (7:48 Min.)
- Konzeptkunst (Bildergalerien)
- Original Kinotrailer

Regie:
Matt Reeves

Hauptdarsteller:
Andy Serkis (Caesar)
Woody Harrelson (Colonel)
Amiah Miller (Nova)




Inhalt

Zur Vorgeschichte siehe Planet der Affen: Revolution.

Die von Caesar angeführten intelligenten Affen werden in ihrer Heimat, den Wäldern im Umfeld der Ruinenstadt San Francisco, von Überresten der US-Streitkräfte belagert. Ein namenloser Colonel, Anführer der Armeeeinheit "Alpha-Omega", hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Affen endgültig zu vernichten. Der Colonel nutzt ein gut gefülltes Waffendepot als Operationsbasis. Einige Affen - ehemalige Anhänger Kobas, die von den Menschen als Donkeys bezeichnet werden - stehen in den Diensten der Menschen und kämpfen an ihrer Seite mit unversöhnlichem Hass gegen Caesar. Eines Tages reiben Caesars Kämpfer einen Spähtrupp des Colonels auf. Ein paar Überlebende werden mit der Botschaft zurückgeschickt, dass Caesar keinen Krieg will. Die Affen möchten nur in Ruhe gelassen werden. Wenn sich die Menschen von den Wäldern fernhalten, können die Waffen ruhen. Tatsächlich plant Caesar bereits den Auszug aus diesem Gebiet. Sein Sohn Blue Eyes hat einen neuen, sicheren Lebensraum jenseits der Berge ausgekundschaftet. Noch in derselben Nacht überfällt der Colonel die Stadt der Affen, deren Position ihm durch Verrat bekannt geworden ist, und tötet Blue Eyes sowie Caesars Gefährtin. Caesar, das eigentliche Ziel, überlebt den Anschlag. Der Colonel entkommt.

Da die Menschen jederzeit erneut zuschlagen könnten, befiehlt Caesar den Exodus. Er selbst sucht Rache und macht sich allein auf den Weg zur Basis des Feindes. Seine alten Freunde Maurice, Rocket und Luca folgen ihm. Sie stoßen auf eine Siedlung, in der nur ein Mann und ein kleines Mädchen leben. Da der Mann zur Waffe greift, erschießt Caesar ihn. Das Mädchen ist stumm. Allein könnte es nicht überleben. Die Affen nehmen es mit und geben ihm später den Namen Nova. In einem Camp der Menschen begegnet Caesar dem Verräter, einem Albinogorilla namens Winter. Winter sagt, die Soldaten seien unterwegs zur Grenze. Caesar ist gezwungen, Winter zu erdrosseln, damit dieser ihn nicht erneut verrät. Bei der Verfolgung der Soldaten stellen die Affen fest, dass die Menschen ihresgleichen töten. Bei den Opfern handelt es sich um solche wie Nova, die nicht sprechen können. In einem ehemaligen Skigebiet macht die Gruppe die Bekanntschaft eines sprachbegabten Schimpansen, der sich selbst Bad Ape nennt. Caesar ist überrascht, hat er doch bisher gedacht, nur sein eigener Stamm besitze Intelligenz. Bad Ape kennt den genauen Standort der Basis des Colonels und kann die Gruppe dorthin führen. Die Affen werden von einer menschlichen Patrouille überrascht. Sie besiegen die Menschen, doch Luca wird tödlich verwundet.

Caesar, der inzwischen befürchtet, er sei genauso von Hass zerfressen wie einst Koba, nähert sich der Basis allein. Er fällt den Leuten des Colonels in die Hände und muss feststellen, dass sein gesamter Stamm bereits in Gefangenschaft geraten ist. Caesar muss Zwangsarbeit leisten wie alle anderen. Als er es wagt, sich zu widersetzen, wird er brutal gemaßregelt. Der Colonel erklärt, das Virus, das den größten Teil der Menschheit ausgelöscht habe, sei mutiert. Es greife jetzt die höheren Hirnfunktionen an und nehme den Betroffenen zuerst die Fähigkeit zu sprechen. Man müsse hart durchgreifen, um zu verhindern, dass die Menschheit in die Primitivität zurückfällt. Der Colonel hat schon unzählige Infizierte ermordet, unter anderem seinen eigenen Sohn, und er hat sich in dem Waffendepot verschanzt, weil er und seine Leute aufgrund ihrer Gräueltaten gejagt werden. Reguläre Einheiten der US-Armee werden in wenigen Tagen aus dem Norden erwartet. Caesar erkennt, dass der Colonel am Rande des Wahnsinns steht. Eine große Schlacht steht bevor, zwischen deren Fronten die Affen unterzugehen drohen. Maurice, Rocket und Bad Ape kundschaften derweil die Kanalisation unterhalb der Basis aus und finden einen geheimen Weg hinein. Nova schleicht sich in die Basis und hilft Caesar, so gut sie kann. Um die Menschen abzulenken, damit Nova nicht entdeckt wird, begibt sich Rocket freiwillig in Gefangenschaft.

Die Affen fliehen aus der Basis, als diese von den aus dem Norden kommenden Truppen unter Beschuss genommen wird. Caesar bleibt zurück, um den Colonel zu töten. Er kann sich die Mühe sparen, denn der Mann ist infiziert. Er hat sich an einer Stoffpuppe angesteckt, die Nova in Caesars Käfig zurückgelassen hat, und kann schon nicht mehr sprechen. Der Colonel begeht Selbstmord. Ein Soldat schießt Caesar an, wird aber von einem Donkey getötet, bevor er Caesar den Rest geben kann. Caesar verursacht eine Explosion, durch die der Verteidigungswall der Basis vernichtet wird. Eine gewaltige Lawine begräbt die Basis sowie die siegreichen Angreifer unter sich. Caesar und die Affen retten sich in die Baumwipfel. Anschließend überqueren sie die Berge, um sich in der von Blue Eyes entdeckten Gegend niederzulassen. Dort erliegt Caesar seiner Verwundung.


Kringels Meinung

"Planet der Affen: Survival" ist einer jener Filme, zu denen mir kein schlauer Kommentar einfällt, weil ich sie weder besonders gut noch wirklich schlecht finde, so dass ich sie nicht mit Lob überschütten und auch nicht genüsslich in der Luft zerreißen kann. Als letzter Teil einer Trilogie, die im Jahre 2011 mit "Planet der Affen: Prevolution" begonnen hat und 2014 mit Planet der Affen: Revolution fortgesetzt wurde, geht der Film insoweit in Ordnung, als Caesars Geschichte zu einem würdigen Abschluss gebracht wird, denn Caesar ist die zentrale Hauptfigur aller drei Filme. In "Survival" geht es darum, dass er sich selbst im Rachedurst zu verlieren droht, deshalb sogar sein Volk im Stich lässt und am Ende doch noch die Kurve kriegt. Außerdem sind die intelligenten Affen jetzt dort angelangt, wo sie in den Filmen der Sechziger-/Siebzigerjahre stehen. Sie sind die dominante Spezies des Planeten Erde! Was von der Menschheit noch übrig ist, wird infolge der Viruserkrankung weiter degenerieren und vollends in die Primitivität zurückfallen.

Caesars Selbstfindung ist ja ganz OK, hat mich aber längst nicht so berührt wie sein Schicksal (und das seiner menschlichen Freunde) in "Prevolution". Tatsächlich fand ich diesen Teil der Story sogar uninteressant. Er wird in eine Rahmenhandlung eingebettet, die nicht das bietet, was die Werbung vermuten ließ, nämlich einen epischen Endkampf zwischen Affen und Menschen. Zugegeben, der Film beginnt durchaus mit einer super gemachten Schlacht im Wald und gegen Ende wird nochmals fleißig geballert. Aber es sind nicht die Affen, die die Menschheit auslöschen. Das erledigen die Menschen schon selbst, Hand in Hand mit besagtem Virus. Selbst wenn Caesar die Lawine nicht ausgelöst hätte, so hätten sich die beiden Menschenarmeen sicherlich gegenseitig aufgerieben. Insgesamt unterscheidet sich die Handlung von "Survival" für meinen Geschmack zu wenig vom Mittelteil der Trilogie, oder besser gesagt, sie erreicht trotz (oder wegen?) mehr Action nicht die Qualität von "Revolution" und erst recht nicht die von "Prevolution". Hier fehlt mir das Alleinstellungsmerkmal, das Besondere, das Unerwartete. Ich wurde nicht mitgerissen und habe mich streckenweise ein wenig gelangweilt.

Auf der Habenseite sind die CGI-Effekte zu verzeichnen. Schon im Kommentar zu "Revolution" habe ich geschrieben, dass ich manchmal gedacht habe, echte Affen hätten vor der Kamera agiert, was weder damals noch jetzt der Fall war. Diesmal wird noch eine gute Schippe draufgelegt! Caesar ist ein Charakterkopf im wahrsten Sinne des Wortes - so lebensecht und ausdrucksvoll war vor ihm noch keine computergenerierte Figur. Blick und Mienenspiel bringen perfekt zum Ausdruck, was er durchgemacht hat und was er empfindet. Besonders interessant finde ich dabei, dass immer noch Andy Serkis erkennbar ist, der Mann hinter der digitalen Maske. Performance Capturing macht's möglich! Die anderen Affen sind größtenteils ebenso gut gelungen.


Extras

Die zehn zum Bonusmaterial der Blu-ray gehörenden entfallenen Szenen wurden aus gutem Grund nicht verwendet, denn mit ihnen wäre nur Bekanntes weiter vertieft worden, der (meiner Meinung nach komplett verzichtbare) Soldat Preacher hätte mehr Screentime gehabt und der Colonel hätte noch mehr pathetische Reden geschwungen. Man kapiert auch ohne diese Szenen, was es mit der neuen Seuche auf sich hat, dass die Affen von den Menschen unterdrückt werden und so weiter. Neue Elemente sind nicht vorhanden, allerdings erfährt man, was aus Malcolm geworden ist, der menschlichen Hauptfigur von Teil 2. Der Colonel hat Malcolm erschossen, weil dieser einen Friedensschluss mit den Affen gefordert hat. In fast allen Szenen sind Andy Serkis und die anderen Affendarsteller zu sehen, d.h. die CGI-Effekte fehlen.

Das Making of und die übrigen Featurettes ergeben zusammengenommen eine ganz akzeptable Filmdoku mit den üblichen Hinter-den-Kulissen-Aufnahmen, Interviews und Filmausschnitten. Natürlich wird recht viel über Figuren und Story erzählt - also nichts neues, wenn man den Film schon gesehen hat - aber es ist doch ganz interessant, Andy Serkis und die anderen Schauspieler dabei zu beobachten, wie sie ihre Rollen beim Performance Capturing spielen. So kann man gut erkennen, wie viel von ihnen tatsächlich in die Kunstfiguren eingeflossen ist. Szenen aus allen Filmen der Trilogie werden gezeigt, und so wird deutlich, welche Fortschritte die Tricktechnik in den letzten Jahren gemacht hat. Vergleicht man Caesar in "Survival" mit der ersten Version in "Prevolution", dann ist das besonders auffällig. Er ist aber in allen drei Filmen erkennbar Caesar, nicht irgendein CGI-Affe. Besonders nett finde ich, dass ausführlich auf die alten "Planet der Affen"-Filme eingegangen wird. Viele Szenen sowie Bilder von den Dreharbeiten, der Maskenerstellung usw. werden gezeigt und Hintergrundinfos werden vermittelt. Zu guter Letzt beschäftigt sich eine eigene Featurette mit den erstaunlich vielen Parallelen, Anspielungen und Querverweisen auf diese alten Filme, die es in der neuen Trilogie zu entdecken gibt.


J. Kreis, 09.01.2019




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