Resident Evil Damnation


Resident Evil: Damnation (Japan, 2012)
- Biohazard: Damnation -

Blu-ray, Sony Pictures Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 100 Min.

Extras
- Die DNA der Verdammnis (30:03 Min.)
- Las Plagas: Organismen des Krieges (6:59 Min.)
- Die besten Versprecher (6:03 Min.)
- Konzept-Kunstgalerie

Regie:
Makoto Kamiya




Inhalt

Leon S. Kennedy reist in geheimer Mission in die Ostslawische Republik, einen nach dem Zerfall der UdSSR entstandenen autonomen Staat. Leon ist Agent der BSAA, einer UN-Spezialeinheit zur Bekämpfung bioorganischer Waffen (BOWs). Er soll Gerüchten nachgehen, denen zufolge die von Präsidentin Svetlana Belikova als Terroristen verunglimpften Freiheitskämpfer BOWs einsetzen. Leon wird zwar zurückgepfiffen, denkt aber gar nicht daran, die Mission abzubrechen. Seit der Katastrophe von Raccoon City hat er sich der Aufgabe verschrieben, die BOWs ein für alle Mal zu vernichten. Er trifft sich auf eigene Faust mit seinem Kontaktmann in der Hauptstadt, doch dieser wird von einem Licker getötet. Die Gerüchte sind also wahr. Leon fällt den Widerstandskämpfern Alexander Kozachenko (genannt "Buddy"), Ivan Judanovich und JD in die Hände. Er erfährt, dass sich ihre Anführer Plagas-Parasiten injizieren, um die BOWs per Gedankenübertragung steuern zu können. Nach einiger Zeit verwandeln sie sich aber selbst unweigerlich in Monster und geben den Parasiten weiter. Ivan beginnt just in dem Moment zu mutieren, als das Versteck der Widerständler von Soldaten angegriffen wird. So gelingt den Männern die Flucht in eine Kirche, aber Buddy ist gezwungen, Ivan zu erschießen. Außerdem wird inzwischen der gesamte Stadtteil von Infizierten überrannt. Leon rettet JDs Leben und wird von diesem freigelassen, nachdem Buddy die Kirche verlassen hat, um die Plagas-Parasiten zu sichern.

Leon begegnet seiner alten Flamme, der undurchsichtigen Ada Wong, die sich als Gast der Präsidentin in der Ostslawischen Republik aufhält. Ada hat sich als BSAA-Agentin ausgegeben, doch Belikovas Berater hat bereits herausgefunden, dass bei der BSAA niemand mit diesem Namen arbeitet. Ada warnt Leon vor einer bevorstehenden Vernichtung des Stadtviertels durch Regierungstruppen und kehrt in den Präsidentenpalast zurück. Sie wird überwältigt und in den Atombunker unterhalb des Palasts gebracht - tatsächlich war genau das ihr Ziel. Leon kann nicht verhindern, dass sich Buddy einen Parasiten injiziert. Viele andere Widerstandskämpfer, darunter JD, fallen den Infizierten zum Opfer. Dennoch greifen die Kämpfer am nächsten Tag den Palast an, wobei zahlreiche von Buddy gelenkte Licker eingesetzt werden. Die Palastwachen werden von den Ungeheuern niedergemetzelt. Die Präsidentin zieht sich mit ihrem Berater und einigen Soldaten in den Bunker zurück. Leon dringt ebenfalls dorthin vor. Buddy und seine Licker erscheinen wenig später. Es zeigt sich, dass die Präsidentin hier eine Plagas-Zuchtanlage betreibt. Buddy hetzt seine Licker auf die Präsidentin, doch die kann eigene BOWs in den Kampf werfen: Zwei riesige Tyrants erscheinen und töten einen Licker nach dem anderen. Ada zieht es vor zu verschwinden. Dabei lässt sie einen Plagas-Parasiten mitgehen und entriegelt einen Fahrstuhl, um Leon und Buddy zu helfen.

Leon und Buddy kämpfen nun gemeinsam und entkommen ins Freie. Während sie von den Tyrants in die Mangel genommen werden, bereitet die Präsidentin eine Pressekonferenz vor. Sie hat inzwischen alle verbliebenen Köpfe des Widerstands beseitigt, will aber behaupten, die Männer hätten sich zuvor auf ihre Seite gestellt und seien von ihresgleichen als Verräter ermordet worden. Ihren "Sieg" will sie nutzen, um ihr Land in die EU-Mitgliedschaft zu führen. Draußen geht der Kampf weiter, bis Leon den Tyrants allein gegenübersteht - nur mit seinem Messer bewaffnet. Im letzten Moment greifen US-Kampfjets ein und zerstören die Tyrants. Russische und amerikanische Streiträfte marschieren in der Hauptstadt ein. Die Präsidentin tritt zurück. Leon erkennt, dass diese Aktion von Anfang an geplant war. Es ging nur darum, den Alliierten einen Anlass zur Intervention zu geben. Buddy hat alles verloren. Seine Verwandlung in ein Plagas-Opfer scheint unausweichlich zu sein. Er bittet Leon, ihn zu erschießen. Leon schießt wirklich, fügt Buddy aber nur eine Wunde zu, durch die die Verbindung zwischen Gehirn und Rückenmark getrennt wird. So kann der Parasit nicht die Kontrolle über Buddys Körper übernehmen, aber Buddy muss den Rest seines Lebens im Rollstuhl verbringen.

Ada führt ein Bildgespräch mit ihrem unbekannten Auftraggeber und präsentiert den Plagas-Parasiten. Sie hat noch nicht entschieden, ob sie die Beute ausliefern soll oder nicht...

Kommentar

2012 ist ein gutes Jahr für "Resident Evil" - Fans wie mich. Der fünfte Film mit Milla Jovovich läuft im Kino, das sechste Vidospiel der Reihe ist erschienen, und nun ist auch noch der zweite CGI-Film erhältlich. Zusammenhänge mit den fünf Kinofilmen gibt es nicht, wohl aber mit den Spielen und dem ersten CGI-Film Resident Evil: Degeneration. In "Degeneration" hat Leon bereits eine der Hauptrollen gespielt, er war seinerzeit schon Spezialagent. Mit den "Plagas"-Parasiten und ihren Opfern hat Leon in Resident Evil 4 unliebsame Bekanntschaft gemacht. Er wurde sogar selbst infiziert. Ada Wong hat damals schon ihr eigenes Spiel gespielt. Mehr über die Bioterrorism Security Assessment Alliance (BSAA) erfährt man in Resident Evil 5, in diesem Spiel kommt Leon allerdings nicht vor. Mit dem aktuellen Spiel "Resident Evil 6", in dem Leon und Ada vorkommen, habe ich gerade erst angefangen. Deshalb weiß ich nicht, ob die Geschichte des Films dort fortgesetzt wird. Jedenfalls liegen die Ereignisse des Spiels zeitlich nach dem Film. Leons Kontaktfrau am Bildtelefon (Ingrid Hunnigan) kommt auch im Spiel vor, ebenfalls die waffenschwingenden Infizierten, bei denen es sich nicht um "richtige" Zombies handelt, sondern um kranke Menschen. Wie dem auch sei: Es ist zwar nützlich, "Degeneration" und die Spiele - vor allem Teil 4 und 5 - zu kennen, aber man kann der Handlung des Films auch als Neuling problemlos folgen.

Für "Damnation" gilt dasselbe wie für "Degeneration": Als Fan der Spiele (dessen Begeisterung allerdings angesichts des schwachen fünften Teils und der ersten Erfahrungen mit Teil 6 schon deutlich nachgelassen hat) finde ich die Einbettung des Films ins "Resident Evil"-Universum sehr gut. Beide Filme fügen sich nahtlos in die große Geschichte ein, dasselbe gilt für die Hauptpersonen, zumindest Leon und Ada, sowie die Kreaturen. Ganado-Zombies, deren Köpfe gern mal von selbst explodieren und sich in eine wimmelnde Tentakelmasse verwandeln, bizarre Plagas-Parasiten, agile Licker und massive Tyrants sind genau das, was man aus den Spielen kennt und was man in einer Verfilmung sehen möchte. Leider wirkt der Film wie eine auf neunzig Minuten gedehnte Videospiel-Zwischensequenz mit ziemlich holpriger Dramaturgie. Der eher lahme Handlungsablauf ist dem Spielgeschehen sehr ähnlich: Leon erkundet einen neuen Bereich. Dort wimmelt es vor Monstern, die bekämpft werden müssen. Sind die Gegner besiegt, erhält Leon neue Informationen o.ä. und gelangt in den nächsten Bereich, wo alles wieder von vorn beginnt. Am Schluss folgt der obligatorische besonders schwere Endgegnerkampf. Das wäre alles nicht so schlimm, wenn die Handlung nicht so flach und voller Logiklöcher wäre. Wer hat denn nun die Parasiten unter der Bevölkerung verbreitet? Die Widerständler oder die Präsidentin? Warum besitzen beide überhaupt Plagas-Parasiten? Warum halten sie es für eine gute Idee, die Parasiten unter der Bevölkerung zu verbreiten? Stellen sich die Widerständler so die Befreiung vor bzw. wer soll Steuern zahlen, wenn es nur noch Zombies gibt? Warum wird Leon kein einziges Mal getroffen, obwohl er von -zig Soldaten beschossen wird, trifft aber selbst mit jedem Schuss? Warum haben die -zig Soldaten keine Chance gegen die Licker, während Leon die Dinger sogar im Nahkampf besiegt?

Vielleicht liegt es ja an dem Umstand, dass man es nicht mit realen Schauspielern zu tun hat, jedenfalls ist mir das Schicksal der fast durchweg nur oberflächlich skizzierten Protagonisten herzlich gleichgültig geblieben. Es kann auch an der CGI liegen, denn die ist durchwachsen. Im Gegensatz zu den wunderbar detailreichen Szenarien, spektakulären Explosionen, schön ekligen Kreaturen und wahrhaft beeindruckenden Riesentyrants, deren Schritte das Wohnzimmer erbeben lassen, können die menschlichen Figuren nicht immer überzeugen. Avatar hat vorgemacht, wie Animationen, CGI-Gesichter und dergleichen auszusehen haben. Diese Qualität wird in "Damnation" nicht einmal annähernd erreicht. Wenn sich ein Tyrant etwas steif und ungelenk bewegt, dann passt das zu seiner Figur. Im Falle von Leon, Ada und Buddy sieht die Sache ganz anders aus! Genau wie in "Degeneration" sind die Menschen alle etwas zu breitschultrig, das scheint mir nicht anatomisch korrekt zu sein. Bei der Gewaltdarstellung wird übrigens ein bisschen gemogelt. Mit Blut und Leichen wird durchaus nicht gegeizt, Kopfschüsse usw. erfolgen aber fast immer "off camera". Insgesamt ist "Degeneration" durchaus akzeptables Futter für Fans. Nicht-Fans dürften aber so ihre Probleme mit der Story haben.

Blu-ray-Features

Das Bonusmaterial ist ganz OK: "Die DNA der Verdammnis" ist ein halbstündiges, von Hido Kojima (das Mastermind hinter den "Metal Gear Solid"-Spielen) gefilmtes Making of, in dem man u.a. sieht, wie die Motion-Capturing-Aufnahmen entstanden sind. Der Regisseur hat selbst bei diesen Aufnahmen mitgewirkt. Leon wird von Kevin Dorman "gespielt", der schon bei Avatar dabei war und in einem extrem witzigen Kurzfilm zu sehen ist, der zum Bonusmaterial der "Avatar"-Blu-ray gehört. "Las Plagas: Organismen des Krieges" ist ein kurzer CGI-Film, in dem ein gewisser Dr. William Gibson über die Plagas-Parasiten usw. referiert - hierbei werden nicht nur Filmszenen verwendet, sondern auch gerenderte Figurenmodelle und Szenen aus dem Spiel "Resident Evil 4". "Die besten Versprecher" ist eine Zusammenstellung von Filmszenen mit alternativen, witzigen Dialogen.


J. Kreis, 22.10.2012




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