Resident Evil Vendetta


Resident Evil: Vendetta (Japan, 2017)
- Baiohazado Vendetta -

Blu-ray, Sony Pictures Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 18
Laufzeit: ca. 97 Minuten

Extras:
- Audiokommentar
- Von CGI zur Realität (24:05 Min.)
- Motion-Capture Set-Tour mit Dante Carver (11:03 Min.)
- Teaser und Trailer
- Fotogalerie

Regie:
Takanori Tsujimoto




Story

Vor vielen Jahren hat der an der Biowaffenforschung beteiligte Pharmakonzern Umbrella Corporation verschiedene Viren hergestellt, durch die Menschen und Tiere in Bioorganische Waffen (BOWs) verwandelt werden können. Chris Redfield, Rebecca Chambers und Leon S. Kennedy sind Überlebende des ersten von Umbrella verschuldeten Virenausbruchs, der zum Untergang der Stadt Raccoon City geführt hat. Umbrella wurde zerschlagen, doch gewissenlose Geschäftemacher, korrupte Regierungen, eine als "Los Illuminados" bekannte Sekte und so genannte Bioterroristen haben die Virenforschung fortgesetzt, wodurch immer neue bizarre Monstrositäten entstanden sind. Schreckliche Katastrophen waren die Folge. Daraufhin wurde die Bioterrorism Security Assessment Alliance (BSAA) gegründet, eine weltweit operierende Organisation zur Bekämpfung von BOWs. Chris hat sich der BSAA angeschlossen und schon viele Einsätze in aller Welt absolviert. Eines Tages kommt es in den USA zu einer neuen Ausbruchswelle. In mehreren Bundesstaaten werden gesunde Menschen innerhalb von Sekunden zu aggressiven Zombies und die Toten erheben sich aus ihren Gräbern.

Chris unterstützt einen gegen den mächtigen Waffenhändler Glenn Arias gerichteten Militäreinsatz in Mexiko. Die bei Arias eingeschleuste Undercover-Agentin Cathy White und ihr Sohn Zack sind verschwunden. Sie sollen aufgespürt und in Sicherheit gebracht werden. Dass der Verdacht, Arias handele mit BOWs, nur zu begründet ist, erfahren die Soldaten am eigenen Leib. In einem von Arias als Basis genutzten und mit Fallen gespickten alten Herrenhaus werden sie von Zombies attackiert - Zack ist einer der Untoten. Nur Chris überlebt, wird aber von Arias außer Gefecht gesetzt. Der Waffenhändler hetzt weitere Zombies (darunter Cathy) auf Chris und demonstriert dabei eine neue Fähigkeit der BOWs. Im Gegensatz zu früheren Generationen können diese Kreaturen zwischen Freund und Feind unterscheiden. Chris wird von nachrückender BSAA-Verstärkung gerettet. Arias verfolgt nur ein Ziel: Rache für den Tod seiner Frau am Hochzeitstag. Sie sowie fast alle Verwandte und Freunde von Arias waren bei einem von der US-Regierung autorisierten Einsatz einer Kampfdrohne getötet worden. Außer Arias hatten nur sein Freund Diego Gomez und dessen Tochter Maria überlebt. Er hatte beide mittels eines BOW-Virus in Kämpfer mit übermenschlichen Fähigkeiten verwandelt.

Einige Zeit später infiltriert Maria Gomez ein Forschungsinstitut, in dem Rebecca (inzwischen Professorin) die jüngsten Zombie-Zwischenfälle untersucht. Rebecca hat herausgefunden, dass das Virus in praktisch jedem Bürger der USA schlummert. Es wurde durch die Wasserversorgung im ganzen Land verbreitet und kann durch einen zweiten Virenstamm aktiviert werden, der mittels Gas übertragen wird. Kurz nachdem es Rebecca gelungen ist, ein Gegenmittel zu synthetisieren, setzt Maria das Aktivierungsgas im Institut frei. Alle Wissenschaftler, auch Rebecca, beginnen sich zu verwandeln. Rebecca verabreicht sich selbst eine Dosis des Gegenmittels und überlebt, bis ein von Chris geleitetes BSAA-Team eintrifft und die Lage bereinigt. Chris und Rebecca gehen zu Recht davon aus, dass Arias hinter allem steckt. Für den Kampf gegen Arias brauchen Chris und Rebecca die Hilfe eines Spezialisten. Sie suchen ihren alten Freund Leon auf, der bisher für das US-Verteidigungsministerium gearbeitet hat, seit einem wegen Verrats fehlgeschlagenen Einsatz aber Trost im Alkohol sucht. Ausgerechnet Patricio, der Verräter, wendet sich hilfesuchend an Leon. Er fühlt sich bedroht, weil er zuviel weiß. Maria, Diego und einige Söldner greifen an. Patricio wird erschossen. Rebecca wird entführt. Den im Smartphone des Verräters gespeicherten Daten können Chris und Leon entnehmen, dass Arias eine großmaßstäbliche Virusattacke in New York plant, wo sich auch sein Hauptquartier befindet. Dort hortet Arias große Mengen des Gegenmittels für sich selbst und seine Schergen. Mehrere Tankwagen mit dem Aktivierungsgas sind bereits unterwegs.

Rebecca ähnelt Arias' Frau wie aus dem Gesicht geschnitten. Er will sie heiraten und ihr einen Arm annähen; den einzigen Überrest seiner Frau. Zu diesem Zweck verabreicht er Rebecca eine extrem hohe Dosis des Virus, der in Bälde wirksam werden wird. Leon, Chris und ein dreiköpfiges BSAA-Team fliegen mit einem Osprey-Senkrechtstarter nach New York und vernichten die Tankwagen, doch die Straßen sind schon voller Zombies. Beim Kampf gegen feindliche Söldner und BOWs wird ein Teammitglied getötet. Leon und Chris kämpfen sich durch Zombiehorden bis ins gegnerische Hauptquartier vor und befreien Rebecca, deren Verwandlung langsam fortschreitet. Nach hartem Kampf stößt Chris Arias in einen tiefen Schacht. Der im Sterben liegende Mann wird von Diego gefunden. Beide verschmelzen zu einem riesigen Tyrant, der Chris und Leon schwer zusetzt. Als die Osprey eingreift, kann der Tyrant schließlich vernichtet werden. Chris verabreicht Rebecca das Gegenmittel in letzter Sekunde. Mit der Osprey wird das Gegenmittel über der ganzen Stadt versprüht, so dass sich die überlebenden Infizierten in Menschen zurückverwandeln. Maria ist noch am Leben. Sie findet die Überreste ihres Vaters.


Kringels Meinung

"Vendetta" ist der dritte im Universum der "Resident Evil"-Spielereihe angesiedelte CGI-Film nach Degeneration und Damnation. Mit den sechs Realfilmen, bei denen Milla Jovovich die Hauptrolle spielt, haben die drei CGI-Filme ebenso wenig zu tun wie die Spiele, nämlich rein gar nichts. Ich nehme an, dass die Handlungszeit von "Vendetta" irgendwann nach dem Spiel Resident Evil 6 angesiedelt ist. Da es nur wenige inhaltliche Bezugnahmen gibt, kann man der Handlung von "Vendetta" problemlos folgen, ohne einen der Filme gesehen oder eines der Games gespielt zu haben. Gamer werden sich allerdings schon während des Auftakts verdutzt die Augen reiben, denn Arias' Basis in Mexiko ähnelt dem alten Herrenhaus, das sie als Schauplatz des allerersten "Resident Evil"-Spiels kennen und fürchten gelernt haben. Auch im weiteren Verlauf werden Gamer-Veteranen immer wieder Anspielungen und Zitate entdecken.

Wer die Spiele und die beiden älteren CGI-Filme kennt, weiß auch, wer Chris, Leon und Rebecca eigentlich sind. Neulinge haben es nicht so leicht, etwas mit den drei Hauptfiguren anzufangen, denn von einer Expositionsphase kann in "Vendetta" nicht die Rede sein. Ein paar kurze Dialogzeilen müssen reichen. Ausgerechnet dem Antagonisten wird größere Aufmerksamkeit gewidmet; kein Wunder, das ist ja eine neue Figur. Ebenso wenig hält sich der Film mit verständlichen Erklärungen für das ganze Durcheinander aus den verschiedensten Viren, Pharmaunternehmen, Intrigen usw. auf - oder mit der Frage, was die Infektion für die Betroffenen wirklich bedeutet. Es gibt halt einfach Viren, durch die Menschen in Zombies verwandelt werden und Zombies lassen sich durch Ausbringung eines Gegenmittels wieder zurückverwandeln. Punkt. Man hätte vielleicht mal zeigen können, wie sich beispielsweise jener Passant nach der Rückverwandlung fühlt, der das Aktivierungsgas eingeatmet und seine nicht infizierte Frau gefressen hat! Zudem habe ich den Eindruck, dass in buchstäblich jedem Film/Game im wesentlichen die gleiche vorhersehbare Story erzählt wird. Irgendwelche Schurken setzen aus irgendwelchen Gründen das Zombievirus frei, Chaos bricht aus und es wird fleißig gegen Zombies sowie mehr oder weniger phantasievolle BOWs gekämpft (diesmal außer dem Tyrant nur zwei Zombiehunde - schade), bis hin zum Endkampf gegen ein permanent mutierendes Riesenmonster. Zugegeben, man langweilt sich nicht und ich kenne viele Realfilme mit noch dünnerer Story, aber so allmählich wäre es mal an der Zeit für neue Ideen.

Wie schon bei den ersten beiden Filmen muss ich auch diesmal wieder sagen, dass mich die Qualität des computergenerierten Geschehens nicht hundertprozentig überzeugt hat. Die meisten Umgebungen (Herrenhaus, New York, das Innere von Arias' HQ usw.), Fahrzeuge und Waffen sehen klasse aus, das gilt auch für Explosionen, Licht- und Schatteneffekte. Viele Actionszenen sind außerdem hervorragend choreografiert, insbesondere der zwar übertriebene, aber superdynamische Kampf von Leon und Chris gegen Zombiehorden in den Korridoren des Arias-Hochhauses. Andere Szenen, etwa Leons Fahrt auf einem Motorrad durch New York, bewegen sich dagegen auf dem Niveau einer durchschnittlichen Game-Cutscene. Sobald Menschen ins Spiel kommen, ist es meist ganz vorbei mit der Herrlichkeit. Zumindest können sich die Gesichtsanimationen in der Regel nicht mit dem messen, was bei Nahaufnahmen in Kingsglaive geboten wird. Die Gewaltdarstellung hat es in sich, die FSK-18-Einstufung ist gerechtfertigt. Köpfe und Gliedmaßen werden abgetrennt, beim Zählen der Headshots bin ich gar nicht mehr mitgekommen und auch sonst wird nicht mit blutigen Szenen gegeizt. Insgesamt geht "Vendetta" schon in Ordnung, aber ehrlich gesagt fällt mir kein Grund ein, warum ich den Film jemandem empfehlen sollte, der kein Fan von "Resident Evil" ist ...


Blu-ray-Features

Die Featurette "Von CGI zur Realität" zeigt die verschiedenen Phasen des Entstehungsprozesses computergenerierter Filme am Beispiel des "Ariego" (der aus der Verschmelzung von Arias und Diego hervorgegangene Tyrant), des Herrenhauses, Leons Motorrad und so weiter. Die Entwickler erklären die einzelnen Arbeitsschritte und es sind Live-Action-Proben für den Kampf der beiden männlichen Hauptfiguren gegen Zombies im Arias-Hauptquartier zu sehen. Dante Carver schleicht sich in der zweiten Featurette ins Studio, wo gerade Motion-Capture-Aufnahmen stattfinden. Er erklärt, was es damit auf sich hat und spricht u.a. mit dem Schauspieler Reuben Langdon, der Chris schon seit dem Spiel "Resident Evil - Code: Veronica" verkörpert, d.h. dessen Bewegungen für die CGI-Figur verwendet werden. Carver selbst macht Motion Capturing für die Figur "D.C." in "Resident Evil: Vendetta".


J. Kreis, 06.09.2017




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