Zurück zu den Filmen

resident_evil

Resident Evil Special Edition (D/USA 2002)
DVD - Regionalcode 2, Constantin Video
FSK: 16
Laufzeit: ca. 97 Minuten

Extras
Audiokommentar des Regisseurs und der Hauptdarsteller. "Die Entstehung" (Making of Resindent Evil, Die Filmmusik, Vom Game zum Film). "Hinter den Kulissen" (Milla Jovovich, Michelle Rodriguez, Paul Anderson). "Alternatives Ende" (Interview mit Paul Anderson, Alternatives Ende). "Cast & Crew" (Infos und Biografien über die Schauspieler und Produzenten). Trailer, Fotogalerie, Hidden Feature

Regie:

Paul Anderson

Hauptdarsteller:

Milla Jovovich (Alice)
Michelle Rodriguez (Rain Ocampo)
Eric Mabius (Matt Addison)
James Purefoy (Spence Parks)
Martin Crewes (Chad Kaplan)
Heike Makatsch (Dr. Lisa Addison)




Inhalt:

Raccoon City - ein kleines, von dichten Wäldern umgebenes Städtchen in den USA. Tief unter der Stadt erstreckt sich eine riesige, weit verzweigte Forschungsanlage über zahlreiche unterirdische Etagen. Die Anlage gehört der mächtigen Umbrella-Corporation. Vordergründig ist Umbrella ein Unternehmen der Pharmaindustrie, in Wirklichkeit wird aber in dieser Anlage ("The Hive" genannt) geheime und vor allem illegale Biowaffenforschung betrieben. Fünfhundert Wissenschaftler sind nur damit beschäftigt, das sogenannte T-Virus zu entwickeln, eine teuflische Substanz, die aus jedem Lebewesen (und auch aus jedem "ehemaligen" Lebewesen) eine bestialische Kampfmaschine machen kann. Die Forschung läuft nicht nur mit strengster Geheimhaltung, sondern auch unter extremsten Sicherheitsmaßnahmen. Alle Abläufe werden von einem Supercomputer, der "Red Queen", kontrolliert. Als ein Unbekannter absichtlich eine Probe des T-Virus im Hive freisetzt, schottet die Red Queen die gesamte Anlage hermetisch ab und tötet alle Forscher mit einem Giftgas. Leider nützt diese Maßnahme gar nichts, denn die längst mit dem T-Virus infizierten Forscher verwandeln sich nach ihrem Tod in Zombies mit einem ausgeprägten Appetit auf frisches, warmes Menschenfleisch...

Der Hive-Eingang befindet sich zur Tarnung in einem alten Herrenhaus, das in den Wäldern bei Raccoon City steht. Dort nimmt Alice, eine junge Frau, über die wir zunächst nichts weiter erfahren, gerade eine Dusche. Plötzlich strömt aus einer verborgenen Düse Gas in die Kabine, durch das Alice vorübergehend das Bewußtsein verliert. Auch dies ist eine Sicherheitsmaßnahme der Red Queen, wovon Alice aber nichts ahnt. Denn als sie wieder zu sich kommt, kann sie sich an nichts mehr erinnern, nicht einmal mehr an ihren eigenen Namen. Sie irrt durch die Villa, kommt aber nicht weit, denn plötzlich dringt eine Umbrella-eigene Spezialeinheit durch die Fenster ein. Dieser schwer bewaffnete Trupp soll die Lage im Hive klären und wenn erforderlich die Red Queen ausschalten. Der Trupp nimmt Alice mit, auch ein angeblicher Polizist namens Matt Addison, der sich ebenfalls in der Villa aufhält, schließt sich ihnen an. Der einzige Zugang zum Hive besteht aus einer firmeneigenen Eisenbahnlinie, dessen Gegenstation unter der Villa liegt. Dort greifen Alice und ihre Leute eine weitere Person mit Gedächtnisverlust auf. Sein Name ist Spence und Alice kennt ihn von ihrem Hochzeitsfoto - er trägt den gleichen Ehering wie sie. Sind die beiden also verheiratet? Als der Trupp im Hive ankommt, sind alle Labors nach wie vor hermetisch verriegelt. Man verschafft sich Zugang zu der Kammer mit der Red Queen - und dabei kommt es schon zu den ersten Verlusten, denn der Computer befindet sich hinter einer tödlichen Falle. Trotzdem gelingt es, den Computer mit einer Art EMP auszuschalten. Das hat aber den Nebeneffekt, daß alle Sperren aufgehoben werden. Und durch die jetzt offenen Türen strömt alsbald die Horde der Untoten!

Jetzt hat die Gruppe (die natürlich allmählich kleiner wird) also nicht nur das Problem am Hals, daß sie die weitere Ausbreitung des Virus verhindern und rechtzeitig vor der totalen Abschottung des Hive aus der unterirdischen Anlage entkommen müssen - nein, jetzt müssen sie sich auch noch gegen blutdürstige Zombies, Monsterhunde und alptraumhafte Mutanten wehren. Alice erinnert sich nach und nach daran, daß sie und Spence eigentlich zum Sicherheitspersonal von Umbrella gehören und daß ihre Ehe nur Tarnung ist. Ihre Aufgabe war es, den Zugang zum Hive zu schützen. Alice hatte jedoch Kontakt zu einer Hive-Forscherin, die brisante Informationen über die finsteren Machenschaften mit dem T-Virus an die Öffentlichkeit bringen wollte. Alice sollte die Informationen an den Bruder der Wissenschaftlerin weitergeben - der Bruder ist niemand anderer als Matt. Als die Erinnerungen klarer werden, stellt sich auch heraus, daß Spence derjenige war, der die T-Virus-Probe freigesetzt hat. Er wollte seine Spuren verwischen, denn er hatte vor, das Zeug zu stehlen und an den Meistbietenden zu verkaufen. Leider erinnert auch Spence sich alsbald wieder an diese Details und stellt sich sofort gegen seine Gefährten. Die gerechte Strafe ereilt ihn jedoch in Form eines "Licker"-Mutanten, als er sich mit dem unterirdischen Zug absetzen will. Auch Alice erreicht den Zug, ihre Begleiter sind Rain (die von einem Zombie gebissen wurde), Matt und ein weiterer Soldat. Fast scheint es so, als wären sie entkommen, doch da wird der Soldat vom "Licker" aus dem Zug gerissen und Rain verwandelt sich in einen gefährlichen Untoten. Der "Licker" dringt in den Zug ein, Matt kriegt einen Krallenhieb von ihm ab.

Natürlich gelingt es der tapferen Alice, den immer weiter mutierenden Licker zu besiegen. Das Vieh wird unter dem dahinrasenden Zug zu Tode geschleift. Am Ende überleben nur Alice und Matt, letzterer hat aber offenbar durch den Krallenhieb etwas von der mutierten DNS des Licker-Monsters abbekommen, denn auch er beginnt sich zu verändern. Als die beiden es mit letzter Kraft durch den sich unwiderruflich schließenden Eingang zum Herrenhaus schaffen, warten dort schon Umbrella-Wissenschaftler in Vollschutzkleidung auf sie. Matt wird für weitere Forschungen abtransportiert, Alice wird betäubt und in ein Krankenhaus gebracht. Dort kommt sie nach einer unbestimmt langen Zeit der Bewußtlosigkeit wieder zu sich und findet das Krankenhaus verlassen vor. Als sie ins Freie tritt, wird ihr das gesamte Ausmaß der Katastrophe bewußt: Irgendwie muß der T-Virus nach Raccoon City gelangt sein, denn die Stadt ist im Chaos versunken. Zerstörte Häuser, übereinandergetürmte Autowracks und blutverschmierte Fassaden sprechen eine deutliche Sprache. Was hier passiert ist, entnehmen wir der Schlagzeile eines vorüberwehenden Zeitungsfetzens: "The Dead walk!"

Fortsetzung folgt!


Der Film:

Verfilmungen von Videospielen sind traditionell genauso schlecht wie Videospielumsetzungen von Filmen. Resident Evil ist bzw. war im Jahre 1998 der Blockbuster unter den damaligen Spielen für die alte Sony Playstation und war der erste richtige Vertreter eines neuen Genres, das man als (Survival-) Horror - Adventure bezeichnet. Das Spiel Resident Evil hat bereits mehrere Fortsetzungen erlebt, der erste Teil wurde einmal als Director`s Cut für die Playstation und einmal als Remake für eine Videospielkonsole der nächsten Generation neu aufgelegt, es gibt eine Romanserie nach Motiven aus diesen Spielen und auch Resident Evil - Comics sind erschienen. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis die Geschichte um das zombieverseuchte alte Herrenhaus auch den Weg auf die Leinwand finden würde. Und im Gegensatz zu anderen Versuchen, Spiele zu verfilmen, finde ich Resident Evil sogar fast gelungen.

Natürlich hat der Film einige Schwächen: Die Story des Spiels wurde nicht sklavisch übernommen (das sehe ich an und für sich nicht als Schwäche an), sie ist aber im Film ebenso dünn wie im Spiel. Viele Ideen wurden im übrigen von anderen Filmen abgeschaut und damit meine ich noch nicht einmal die Klassiker von George Romero. Als Beispiel sei hier nur die Szene genannt, in der einer der Soldaten von einem Laserstrahl in kleine Scheibchen geschnitten wird. Das hat man fast genau so schonmal in dem Film Cube gesehen. Um noch eine Altersfreigabe ab 16 zugebilligt zu bekommen, wurde die Gewaltdarstellung zurückgeschraubt - jedenfalls im Vergleich zu "richtigen" Zombiefilmen aus den Siebzigerjahren. Splatterfans kommen deshalb kaum auf ihre Kosten. Wenn man aber keinen echten Zombiefilm mit exzessiven Metzel- und Freßszenen erwartet und auch keine Ansprüche an die Handlung stellt, dann kann man mit der Actionkost, die Resident Evil bietet, schon recht zufrieden sein. Der Film gewinnt viel durch den treibenden Industrial-Soundtrack, den Marilyn Manson eigens dafür komponiert hat. Ohne diese Musik, die (genau wie im Spiel) lauter und aggressiver wird, wenn man sich fürchten soll oder wenn tatsächlich etwas passiert, wäre die Atmosphäre vermutlich nur halb so gut. Man kann sich noch an der etwas allzu übertriebenen Powerfrau-Darstellung von Michelle Rodriguez stoßen oder bemängeln, daß keiner der Helden aus dem Spiel namentlich vorkommt, aber mal ehrlich: Wen stört das schon, wenn Milla Jovovich mitspielt? Für Fans ist der Film gespickt mit Anspielungen an alle Teile der Resident Evil - Spieleserie. Sei es nun lediglich ein Zug, auf dem ALEXIA steht oder am Ende ein bedauernswertes Opfer des T-Virus, das von Forschern für das Nemesis-Projekt eingesackt wird. Man kann den Film aber auch als Nicht-Fan goutieren. Er ist schnell, kompakt und kurzweilig, geizt nicht mit interessanten Toden, hat nette Special Effects und die eigentlichen Helden - die Zombies - sehen so schön aus, wie Untote überhaupt aussehen können. Heike Makatsch macht übrigens nicht nur als geifernde Untote eine gute Figur, sondern auch als Noch-lebendige Person - davon war ich angenehm überrascht.

Die DVD:

Die Special Edition umfaßt zwei Silberlinge, wobei die meisten Extras auf den zweiten gepackt wurden. Das sehr kurze und noch nicht vollständig bearbeitete alternative Ende hätte man sich auch schenken können. Man sieht lediglich, wie Milla Jovovich schwer bewaffnet in eine Umbrella-Zentrale (oder so) eindringt - das ist alles. Interessanter, wenn auch nicht wirklich fesselnd sind da schon die verschiedenen Blicke hinter die Kulissen. Am interessantesten finde ich das Interview mit Marilyn Manson über den von ihm komponierten Soundtrack. Das alles rechtfertigt aber immer noch nicht den höheren Preis für die Special Edition. Da kann man auch die normale Version kaufen.

Seitenanfang