
Diesen Film kann man eigentlich gar nicht beschreiben. Genaugenommen ist er die konsequente Fortsetzung desssen, was die Truppe schon vor Jahrzehnten mit Monty Pythons Flying Circus angefangen hat. Er besteht aus vielen unzusammenhängenden Mini-Episoden, in denen quer durch alle Epochen, Geschmäcker und Gattungen nach der Antwort auf die Frage gesucht wird, was denn nun der Sinn des Lebens sei. Eine Frage, die sich zuallererst einige Fische stellen, die sich in einem Aquarium treffen und deren Lebenszweck darin zu bestehen scheint, als Belag für ein Fischbrötchen zu enden. Diese Frage wird zum Schluß sogar beantwortet! Bis dahin aber feuern die Pythons ihr gewohntes Feuerwerk an schrägem, makabrem, schwarzem und in diesem Film teilweise sehr ekligem Humor auf den Zuschauer ab. Das geht schon mit dem Wunder der Geburt los, wenn der Kreißsaal mit Geräten vollgestellt wird, deren Funktion nicht einmal die Ärzte kennen - kurz darauf glitscht ein blutiges Etwas hervor, das der Mutter nur einmal kurz unter die Nase gehalten und dann gleich weggepackt wird. Andere Szenen, wie die Entnahme einer Organspende aus dem (noch) lebenden Spender oder die Explosion eines monströs verfetteten Gasts in einem Restaurant, der zuvor noch alles und jeden vollkotzt, haben ebenfalls einen recht hohen Ekelfaktor. Diese Szenen sind aber nie Selbstzweck. Die Pythons treiben einfach nur ihre sarkastischen Kommentare zu unserem Lebensstil auf die letztvorstellbare Spitze. Dabei schrecken sie auch nicht vor totalem Körpereinsatz zurück, und so kann man beispielsweise John Cleese beim Geschlechtsverkehr beobachten, den er zu Demonstrationszwecken vor einer desinteressierten Schulklasse vollzieht...
Was aber ist der Sinn des Lebens? Besteht er darin, als guter Katholik nur ja kein Spermium zu verschwenden und deshalb so viel Nachwuchs in die Welt zu setzen, daß man die Kinder später wegen Geldmangel an ein Forschungslabor verkaufen muß? Oder ist der Sinn des Lebens in einem schönen Tod zu suchen (der z.B. darin bestehen könnte, von einer Horde barbusiger Schönheiten von einer Klippe gestürzt zu werden), nach dem man in einen Himmel kommt, der eher einem Galadinner auf einem Luxusliner gleicht? Wie dem auch immer sei: Bei Monty Python kann die Antwort eigentlich nur geschmacklos sein. Ist sie aber nicht - der Sinn des Lebens, der am Ende des Films so vorgelesen wird, wie z.B. bei der Oscarverleihung die Nominierten bekanntgegeben werden, ist eigentlich ganz einfach. Aber hier wird er natürlich nicht verraten. Selber gucken! Man sollte aber keinen schwachen Magen haben und sich immer vor Augen führen, daß den Pythons einfach nichts heilig ist und daß sie vor keinem Kalauer zurückschrecken - sei er noch so platt, respektlos oder gar diskriminierend. Gewürzt wird das Ganze durch einige Lieder, die Eric Idle selbst komponiert hat und natürlich auch höchstpersönlich zum Besten gibt.
Als ich den Film zum ersten Mal im Kino gesehen habe, war ich ein wenig irritiert von dem "Vorfilm". Diese ziemlich abgedrehte Geschichte über eine kleine Versicherungsgesellschaft, die plötzlich die Anker lüftet und wie ein Piratenschiff über die internationalen Finanzmärkte herfällt, ist natürlich kein richtiger Vorfilm. Sie gehört zu den anderen Episoden und bricht schließlich auch in den "Hauptfilm" ein, wo sie ihr bedauerliches Ende findet. Also: Nicht überrascht sein, wenn am Anfang plötzlich alte Buchhalter zu Piraten werden, sich mit Säbeln aus Ventilatorblättern und Enterhaken aus Papierpieksern bewaffnen und es den Yuppies an der Wall Street noch einmal so richtig zeigen!
Endlich kann man sich den Film auch in englischer Sprache ansehen. Das ist aber auch schon alles, was es zu dieser DVD zu sagen gibt, denn Extras sucht man vergebens. Dennoch: Kaufempfehlung für alle Leute mit schwarzem Humor und unempfindlichen Geschmacksnerven!