Suicide Squad


Suicide Squad - Extended Cut (USA, 2016)

Blu-ray, Warner Home Video
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 123 Min. (Kinoversion) / 135 Min. (Extended Cut)

Extras:
- Task Force X: Ein Team, eine Mission (23:08 Min.)
- Faktencheck (9:37 Min.)
- Joker & Harley: Das It-Pärchen der Unterwelt (14:29 Min.)
- Stärke & Schnelligkeit des Teams (9:03 Min.)
- Bis an die Zähne bewaffnet (11:48 Min.)
- Die epischen Kämpfe in Suicide Squad (10:54 Min.)
- Feuerprobe für die Task Force X (4:19 Min.)
- Verpatzte Szenen (2:04 Min.)

Regie:
David Ayer

Hauptdarsteller:
Joel Kinnaman (Rick Flag)
Viola Davis (Amanda Waller)
Will Smith (Floyd Lawton / Deadshot)
Margot Robbie (Dr. Harleen Quinzel / Harley Quinn)
Jared Leto (Joker)
Cara Delevingne (Dr. June Moone / Enchantress)
Jay Hernandez (Chato Santana / El Diablo)
Adewale Akinnuoye-Agbaje (Waylon Jones / Killer Croc)




Story

Durch das Auftauchen eines mit übermenschlichen Kräften ausgestatteten Außerirdischen (von den Menschen "Superman" genannt) wurde die Welt für immer verändert. Superman wurde getötet, aber was wäre, wenn ein ähnlich mächtiges Wesen auf den Plan treten würde, das der Menschheit gegenüber nicht so wohlwollend eingestellt wäre wie der Kryptonier? Amanda Waller, eine hochrangige Geheimdienstmitarbeiterin, ist der Meinung, dass es nur eine Lösung für das Problem gibt: Man muss den Teufel mit dem Beelzebub austreiben. Waller verfügt über die hierzu nötigen Mittel, denn tatsächlich sind bereits zahlreiche Personen mit besonderen Fähigkeiten auf den Plan getreten und zu den gefährlichesten Verbrechern der Welt geworden. Einige wurden verhaftet und sollen jetzt gezwungen werden, für die US-Regierung zu arbeiten. Dazu gehören unter anderem der nie sein Ziel verfehlende Profikiller Floyd Lawton (Deadshot), der Exgangster Chato Santana (El Diablo genannt, weil er vernichtende Feuerstürme entfesseln kann), ein zu einem Reptilwesen mutierter Mann namens Waylon Jones (Killer Croc) und Dr. Harleen Quinzel (Harley Quinn). Letztere war früher Psychiaterin im Arkham Asylum und sollte den als Joker bekannten Superverbrecher behandeln, hat sich aber in ihn verliebt und ihm zur Flucht verholfen. Der Joker hat sich auf seine Art bei ihr bedankt und sie in den Wahnsinn getrieben. Man setzt den unfreiwilligen Mitgliedern der "Task Force X" ein Nanoimplantat in den Nacken, das ferngesteuert zur Explosion gebracht werden kann, sollten sie den Gehorsam verweigern oder zu fliehen versuchen. Der Elitesoldat Rick Flag soll dieses zusammengestoppelte Team leiten.

Mächtigstes und gefährlichstes Teammitglied ist die Archäologin Dr. June Moore oder vielmehr der Geist der Hexe Enchantress, von dem June besessen ist. Enchantress und ihr Bruder Incubus sind vor über 6000 Jahren auf die Erde gelangt und wurden einst als Götter verehrt, dann aber gebannt. Niemand weiß, wie stark die Fähigkeiten der Hexe wirklich sind. Ihr Herz wurde seinerzeit vom Körper getrennt und befindet sich in Wallers Besitz, wodurch Enchantress mehr oder weniger unter Kontrolle gehalten wird. Waller hat außerdem dafür gesorgt, dass sich Flag und June ineinander verlieben. Enchantress strebt nach Freiheit und Rache. Unbemerkt setzt sie den Geist ihres Bruders frei. Incubus übernimmt den Körper eines Mannes, verleibt sich die Lebenskraft weiterer Menschen ein und wird zu einem unbesiegbaren Riesen. Sein Toben in der U-Bahn bleibt nicht unbemerkt, aber noch ist seine Identität nicht bekannt. Flag und June/Enchantress sollen ihn aufhalten. Die Hexe nutzt die Gelegenheit, um sich zu befreien. Als Waller das bemerkt, sticht sie auf das Herz ein, doch Enchantress kann auf die Energie ihres Bruders zurückgreifen und überlebt. Sie beginnt mit der Erschaffung einer magischen Maschine von unvorstellbarer Zerstörungskraft, um die Menschheit zu vernichten und die Weltherrschaft zu übernehmen. Außerdem verwandelt sie unzählige Bürger in eine Armee willfähriger Marionetten.

In dieser Situation kommt die Task Force X - die Suicide Squad - erstmals zum Einsatz. Man erzählt den Teammitgliedern, das Stadtzentrum sei von Terroristen überrannt worden und eine wichtige Person müsse aus einem belagerten Hochhaus geholt werden. Nur Flag weiß, mit welchem Gegner man es zu tun hat und dass es sich bei der zu rettenden Person um Waller handelt. Während sich die Suicide Squad zu Wallers Aufenthaltsort durchkämpft, bereitet der Joker Harleys Befreiung vor. Es gelingt ihm, das Fernsteuerungssignal des Implantats zu blockieren. Er kapert den Helikopter, mit dem Waller evakuiert werden sollte, und holt Harley ab. Der Helikopter wird von Soldaten abgeschossen. Ebenso ergeht es einer zweiten Maschine mit Waller an Bord. Enchantress bringt Waller in ihre Gewalt und gewinnt ihr Herz zurück. Harley überlebt den Absturz und schließt sich der Squad wieder an. Flag muss der Squad nun reinen Wein einschenken, denn allein kann er Enchantress nicht aufhalten. Flag zerstört das Fernsteuergerät und stellt es den Squadmitgliedern frei zu gehen. Sie bleiben freiwillig an seiner Seite. El Diablo opfert sich, um Incubus zu vernichten. Die anderen bekämpfen Enchantress und drohen zu unterliegen. Durch einen Trick gelingt es Harley, Enchantress das Herz aus der Brust zu schneiden. Croc schleudert einen Sprengsatz in die magische Maschine, der von Deadshot mit einem gezielten Schuss zur Explosion gebracht wird. Flag zerstört das Herz. Dadurch wird June von der Besessenheit befreit.

Die Squadmitglieder können sich nicht lange über ihren Sieg freuen, denn Waller ist noch am Leben und sie besitzt ebenfalls ein Fernsteuergerät. Sie gesteht der Squad lediglich eine Haftverkürzung um zehn Jahre (bei mehrfach lebenslänglichen Haftstrafen ein lächerliches Angebot) sowie kleinere Vergünstigungen zu. So erhält Harley eine Espressomaschine für ihre Kerkerzelle, Deadshot darf seine Tochter besuchen. Einige Zeit später wird Harley vom Joker aus dem Gefängnis befreit.


Kringels Meinung

Seit einigen Jahren kommen so viele Superheldenfilme ins Kino, dass sich bei mir allmählich gewisse Ermüdungserscheinungen bemerkbar machen. So kann ich den immer weiter ausufernden Zerstörungsorgien kaum noch etwas abgewinnen und freue mich umso mehr, wenn doch mal wieder ein Film erscheint, der aus der Masse heraussticht - etwa weil die Hauptfigur so gar nicht dem gängigen Klischee des strahlenden Helden entspricht wie im Falle von Deadpool. "Suicide Squad" sollte wohl in dieselbe Kerbe schlagen, aber das ist gründlich daneben gegangen. Dabei fängt der Film im Grunde richtig gut an. Die Expositionsphase dauert ziemlich lang, schließlich müssen Amanda Waller und die zahlreichen Mitglieder der Suicide Squad vorgestellt werden. Neben Flag, Enchantress, Deadshot und Harley Quinn, die eindeutig im Mittelpunkt stehen, sind das nicht nur die in der Zusammenfassung erwähnten Typen (El Diablo und Killer Croc), sondern auch noch Gestalten namens Captain Boomerang, Slipknot und Katana. Dass ich die drei in der Zusammenfassung ausgespart habe, liegt daran, dass sie schlicht und einfach nicht gebraucht werden. Slipknot bleibt völlig gesichtslos und ist schon kurz nach seinem Auftauchen obendrein kopflos, denn er versucht zu fliehen und darf den anderen Squadmitgliedern (sowie dem Publikum) damit demonstrieren, dass die Sache mit den Sprengimplantaten keine leere Drohung ist. Katana hätte zu einer interessante Figur ausgebaut werden können. Sie trägt ein Schwert, das die Seelen der mit ihm getöteten Menschen verschlingt und eben diesem Schwert ist Katanas geliebter Ehemann zum Opfer gefallen! Leider wird sie sehr stiefmütterlich behandelt. Captain Boomerang steuert außer einem (im englischen Original) australischen Akzent praktisch überhaupt nichts bei.

Aber ich wollte ja loben! In collagenhaft montierten Rückblicken werden die Protagonisten vorgestellt. Hier dürfen sie noch so richtig böse sein. Am besten gefällt mir Harley Quinn, die schneller zwischen mädchenhafter Unschuld und Wahnsinn umschaltet als man "Puddin" sagen kann und diese Attitüde zum Glück bis zum Ende des Films beibehält. Selbst Deadshot wird zunächst als cooler Killer eingeführt. In seinem Fall schlägt das jedoch gleich wieder um. Ich hatte schon vor dem Filmstart ein ungutes Gefühl. Ausgerechnet Saubermann Will Smith soll einen Mörder spielen? Die Befürchtungen bestätigen sich schnell. Als Deadshot von Batman angegriffen wird, verzichtet er auf Bitten seiner Tochter darauf, den Capeschwinger niederzuschießen. Im weiteren Verlauf sollen wir offenbar glauben, dieser Schwerverbrecher, der schon unzählige Opfer auf dem Gewissen hat ("Ehrenkodex": Er tötet keine Frauen und Kinder) sei im Grunde ein anständiger Kerl und ein echter Familienmensch mit dem Herzen am rechten Fleck ... Was hätte man aus der zugrunde liegenden Idee nicht alles herausholen können! "Suicide Squad" hätte noch düsterer und abgründiger werden können als "Deadpool". Aber nein, alle Teammitglieder degenerieren zu familienfreundlichen 08/15-Helden, die selbst dann noch für Flag kämpfen, als der ihnen nichts mehr zu bieten hat und sie sogar gehen lässt. Dass Waller ein zweites Fernsteuergerät besitzt, wissen sie zu diesem Zeitpunkt ja noch nicht. Sie wollen beweisen, dass Gutes in ihnen steckt. Lächerlich! Vergleicht man die Squadmitglieder mit Waller, gegen deren absolute Skrupellosigkeit sie nicht ansatzweise anstinken können, wirken sie wie ein Haufen harmloser Naivlinge. Ach, fast hätte ich den Joker vergessen! Jared Leto liefert eine akzeptable eigene Interpretation dieser Comic-Ikone ab, aber auch für ihn gilt: Er ist eigentlich überflüssig.

Ganz davon abgesehen ist "Suicide Squad" einfach kein guter Film. Es ist praktisch keine Handlung vorhanden. Nach dem guten Auftakt latscht das Team gemächlich zum Hochhaus, unterwegs wird ausgiebig gelabert. Sehr eilig scheint Flag es ja nicht zu haben! Es folgen austauschbare Feuergefechte. Danach wird wieder gelatscht und gelabert, bis man endlich Enchantress gegenübersteht, die einen nicht wirklich eindrucksvollen CGI-Brei (die Weltuntergangsmaschine) beschworen hat und ansonsten kaum mehr bietet als seltsame Posen. Berücksichtige ich dann noch die Art und Weise, wie Incubus und Enchantress sowie die Weltzerstörungsmaschine unschädlich gemacht werden, dann muss ich sagen, dass der Einsatz der Suicide Squad völlig überflüssig war. Hätte Waller das Herz der Enchantress sofort komplett zerstört und gleichzeitig ein paar Bömbchen auf das von der Hexe mit Beschlag belegte Gebäude abgefeuert, dann wäre mit etwas Glück derselbe Effekt zu erzielen gewesen. Hätte man den Film "Harley Quinn" genannt und zum Auftakt einer neuen Serie rund um diese faszinierende Superschurkin gemacht, dann könnte ich eher damit zufrieden sein. Denn Harley Quinn ist der einzige Aspekt, der diesen Film für mich doch noch sehenswert macht und nur so hätte die ansonsten deplaziert wirkende Harley-Joker-Beziehungskiste einen Sinn.


Extras

Sowohl die Kinoversion als auch der etwa zwölf Minuten längere Extended Cut liegen auf Blu-ray vor. Ich habe beide Fassungen gesehen und muss gestehen, dass mir die zusätzlichen Szenen des Extended Cut überhaupt nicht aufgefallen sind. Das allein lässt schon darauf schließen, dass man vom Extended Cut keine neuen Handlungsstränge erwarten darf. Zusätzliche Kämpfe, höherer Gewaltgrad, weitere Spezialeffekte? Fehlanzeige. Einem Schnittbericht zufolge, den ich im Internet gefunden habe, wurden vor allem mehr Szenen mit Harley Quinn und dem Joker eingebaut. An meinem nicht besonders guten Eindruck von "Suicide Squad" hat sich durch die neuen Szenen jedenfalls nichts geändert.

Die sieben Featurettes sind insgesamt gut 80 Minuten lang und interessanter als der Film, weil recht ausführlich auf die Comics eingegangen wird, und zwar nicht nur auf die der titelgebenden Reihe, sondern auch auf andere, in denen Figuren wie der Joker oder Harley Quinn vorkommen. Man erhält hier viel mehr Infos über Eigenschaften und Hintergrundgeschichten der Squadmitglieder als im Film. Es ist witzig zu sehen, wie sich das Design der verschiedenen Figuren über die Jahre hinweg entwickelt hat und inwieweit die Realfilmversionen mit diesen Vorbildern übereinstimmen. Die Harley Quinn des Films könnte direkt den Comics entsprungen sein, während z.B. Captain Boomerang ursprünglich völlig anders ausgesehen hat und wohl eher eine Witzfigur war. Ansonsten wird einiges an Hinter-den-Szenen-Material geboten. Das Waffenarsenal wird genau beschrieben. Man sieht, wie sich die Schauspielerinnen und Schauspieler im Training gequält haben, um so viele Stunts wie möglich selbst absolvieren zu können. Sie mussten sogar eine Art militärisches Training über sich ergehen lassen, komplett mit Handhabung der Waffen, Häuserkampf und so weiter.


J. Kreis, 10.01.2018




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