Wonder Woman


Wonder Woman (GB/USA, 2014)

Blu-ray, Warner Home Video
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 141 Minuten

Extras:
- Epilog: Ettas Mission (2:41 Min.)
- Die Entstehung von Wonder Woman (16:26 Min.)
- Die Vision der Regisseurin (24:41 Min.)
- Die Amazonen in Wonder Woman (9:53 Min.)
- Die drei großen Legenden (16:05 Min.)
- Hinter den Kulissen (15:34 Min.)
- Die Bedeutung von Wonder Woman (23:08 Min.)
- Erweiterte Szenen (9:04 Min.)
- Alternative Szene: Weg ins Niemandsland (1:04 Min.)
- Verpatzte Szenen (5:37 Min.)

Regie:
Patty Jenkins

Hauptdarsteller:
Gal Gadot (Diana Prince / Wonder Woman)
Chris Pine (Steve Trevor)
Danny Huston (Erich Ludendorff)
David Thewlis (Sir Patrick Morgan / Ares)
Connie Nielsen (Hippolyta)
Robin Wright (Antiope)
Elena Anaya (Dr. Isabel Maru)




Inhalt

Die Menschen, eine Schöpfung des Göttervaters Zeus, waren einst edel und gut, wurden jedoch vom neiderfüllten Gott Ares korrumpiert, so dass sie sich gegeneinander wandten. Daraufhin wurden die Amazonen erschaffen; unsterbliche Idealbilder von Frauen, die die Menschheit schützen und die Einheit zwischen ihnen sowie dem Rest der Schöpfung wiederherstellen sollten. Die Amazonen wurden jedoch von den Menschen versklavt, bis sie unter der Führung ihrer Königin Hippolyta rebellierten und sich auf die von Zeus eigens für sie erschaffene und vor den Augen der Menschen verborgene paradiesische Insel Themyscira zurückzogen. Die anderen Götter wandten sich gegen Ares und wurden getötet - bis auf Zeus, der den Kriegsgott niederschlug. Mit dem letzten Rest seiner Kraft sandte der sterbende Zeus den Amazonen mächtige Waffen, darunter einen Gott-Töter, für den Fall, dass sich Ares je wieder erheben sollte. Hippolyta erzählt diese Geschichte ihrer kleinen Tochter Diana. Das Mädchen möchte eine ebenso große Kriegerin werden wie ihre Tante Antiope und die von der Generalin ausgebildeten Amazonen. Diana versteht nicht, warum ihre Mutter strikt dagegen ist. Antiope unterrichtet das Kind heimlich. Zwar leben die Amazonen seit Jahrtausenden auf Themyscira in friedvoller Isolation, doch Antiope ist sicher, dass Ares nicht vernichtet wurde und eines Tages zurückkehren wird. Das sieht schließlich auch Hippolyta ein. Sie weist ihre Schwester an, Diana härter zu trainieren als jede andere Amazone. So entwickelt sich das Kind zur besten Kämpferin ihres Volkes. Als Erwachsene stellt sie fest, dass sie Kräfte besitzt, die weit über das gewöhnliche Maß hinausgehen.

Im Jahre 1917 wird die Ruhe auf Themyscira empfindlich gestört. Ein Einmannflugzeug durchdringt die von Zeus um die Insel herum errichtete schützende Barriere, wird beschädigt und stürzt ins Meer. Diana bewahrt den in den Fluten versinkenden Piloten, einen amerikanischen Spion namens Steve Trevor, vor dem Ertrinken. Kurz darauf landen deutsche Marinesoldaten von einem Schiff, das dem Flugzeug gefolgt ist, an der Inselküste und gehen sofort zum Angriff über. Die Amazonen verteidigen sich und lassen keinen am Leben. Sie erleiden Verluste, darunter Antiope, die sich opfert, um Diana zu retten. Trevor kämpft an der Seite der Amazonen und wird am Leben gelassen. Man begegnet ihm mit Misstrauen, zumal er nicht verraten will, warum er von den Deutschen verfolgt wurde. Die Amazonen zwingen ihn mit dem Lasso der Wahrheit zur Preisgabe geheimer Informationen. So erfahren sie, dass in der Außenwelt ein schrecklicher Krieg tobt, der schon Millionen Todesopfer gefordert hat. Der deutsche General Ludendorff und die Chemikerin Dr. Isabel Maru arbeiten an einem neuartigen Giftgas, gegen das es keinen Schutz gibt. Mit dieser furchtbaren Waffe will Ludendorff die drohende Niederlage des Deutschen Kaiserreiches abwenden. Es ist Trevor gelungen, eine feindliche Waffenfabrik in der Türkei zu zerstören. Bei dieser Gelegenheit hat er Dr. Marus Notizbuch erbeutet. Mit diesen Informationen muss er so schnell wie möglich zum alliierten Oberkommando zurückkehren, doch die Amazonen wollen ihn nicht gehen lassen.

Für Diana ist klar, dass nur Ares hinter einem Krieg stecken kann, der die ganze Welt in den Untergang zu reißen droht. Sie befreit Trevor und setzt ihre neu entdeckten Kräfte ein, um die Waffen zu stehlen, die Zeus den Amazonen hinterlassen hat, darunter ein Schwert, das sie für den Gott-Töter hält. Das bleibt Hippolyta nicht verborgen. Sie erkennt, dass sich Diana nicht aufhalten lassen wird, und lässt sie schweren Herzens ziehen. Trevor muss Diana versprechen, dass er sie zur Front bringen wird. Wenn Ares irgendwo zu finden ist, dann dort, wo die Kämpfe am schlimmsten sind. Zunächst vollendet Trevor seine Mission, indem er das Notizbuch dem Führungsstab der Alliierten in London übergibt. Diana, als wunderschöne Amazone eine viel zu auffällige Erscheinung in der "zivilisierten" Welt, wird neu eingekleidet. Trevor gibt sie als seine Sekretärin "Diana Prince" aus. Mit ihren umfangreichen Sprachkenntnissen kann sie das verschlüsselte Notizbuch übersetzen. Es wird klar, dass Ludendorff das Giftgas an der Westfront einsetzen will. Trevor drängt auf die Vernichtung der Fabriken, in denen Ludendorff und Dr. Maru an der Herstellung des Gases arbeiten, doch Feldmarschall Haig lehnt das ab. In diesen Tagen wird über einen Waffenstillstand verhandelt, der nicht gefährdet werden darf. Mit inoffizieller finanzieller Hilfe seitens des Kabinettsmitglieds Sir Patrick Morgan stellt Trevor ein kleines Team zusammen, um Ludendorffs Pläne zu durchkreuzen. Diana ist natürlich mit dabei.

Unterwegs zur Front in Belgien erlebt Diana erstmals die Schrecken des Krieges. Sie kann die Augen nicht vor dem Leid der Zivilbevölkerung verschließen und befreit das von deutschen Truppen besetzte Städtchen Veld fast im Alleingang. In dieser Zeit kommen sich Diana und Trevor näher, schließlich verbringen sie eine Nacht zusammen. Diana glaubt, dass Ludendorff niemand anderer als Ares ist und dass der Krieg enden wird, wenn sie ihn tötet. Ludendorff, der mittels einer von Dr. Maru entwickelten Substanz übermenschliche Kräfte gewinnt, hat inzwischen alle Generäle ermordet, die den Waffenstillstand befürworten. Anlässlich einer Präsentation des neuen Gases für den Kaiser gibt er eine Gala. Trevor und Diana infiltrieren die Feier. Trevor hält Diana davon ab, Ludendorff zu ermorden. Die Präsentation findet statt. Veld wird mit einer Gasgranate beschossen. Es gibt keine Überlebenden. Diana verfolgt Ludendorff bis zu einem Militärflughafen. Dort wird ein riesiger Bomber für einen Giftgasangriff auf London vorbereitet. Während Trevor und seine Gefährten den Start des Bombers zu verhindern versuchen, durchbohrt Diana Ludendorff mit dem Schwert. Die Kampfhandlungen gehen dennoch weiter. Da erscheint Sir Patrick Morgan. Diana erkennt, dass sie den falschen Mann getötet hat - Morgan ist Ares. Er versucht Diana auf seine Seite zu ziehen, indem er die Menschen als dem Bösen verfallen bezeichnet. Das Schwert erweist sich als nutzlos. Ares erklärt, dass Diana jene "Waffe" ist, die einen Gott töten kann, denn sie ist als Tochter des Zeus und der Hippolyta selbst eine Göttin.

Diana lässt sich nicht beirren und bekämpft Ares. Trevor sieht nur noch eine Möglichkeit, das Giftgas unschädlich zu machen. Er muss das Flugzeug kapern und in großer Höhe zur Explosion bringen. Er zögert nicht, obwohl dies sein Ende bedeutet. Als Diana begreift, dass sich ihr Geliebter geopfert hat, um Schlimmeres zu verhindern, ist ihr Zorn so groß, dass sie endlich ihre ganze Macht zum Einsatz bringt. Ares will das zu seinem Vorteil nutzen, doch Diana erkennt, dass die Menschen nicht grundsätzlich schlecht sind, sondern immer eine Wahl haben. Diana verschont Dr. Maru, deren Laboratorium von Trevors Teamkameraden vernichtet wurde. Ares schleudert einen tödlichen Blitz auf Diana. Sie fängt ihn ab und wendet die Energie gegen ihren Bruder, der das nicht übersteht. Wenig später ist der Erste Weltkrieg zu Ende. Diana kämpft bis ins 21. Jahrhundert weiter für alle, die sich nicht selbst verteidigen können.


Kringels Meinung

Folgendes Handlungsdetail habe ich nicht erwähnt: Diana und ihre drei Kampfgefährten werden in Veld fotografiert. Zu Beginn des Films erhält Diana eben jenes Foto als Geschenk Bruce Waynes. Beim Anblick des Bildes werden Erinnerungen in Diana wach - das ist dann die Story des Films. Dianas Suche nach einer digitalen Kopie des Fotos führt in Batman v Superman: Dawn of Justice zur ersten Begegnung mit Bruce Wayne.

Dianas bzw. Wonder Womans Auftritte sind für mich die absoluten Highlights des verlinkten Films. Gal Gadot stiehlt Ben Affleck und Henry Cavill jedes Mal die Show! In meinen Augen ist sie die perfekte Verkörperung der ersten Superheldin des DC-Universums und ich war von ihrer Darstellung Wonder Womans derart begeistert, dass ich mich wie ein Schneekönig auf den Kinostart des ganz dieser Figur gewidmeten Films gefreut habe. Und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht! Erst durch eine Featurette, die zum Bonusmaterial von "Batman v Superman: Dawn of Justice" gehört, habe ich erfahren, welch große Bedeutung Wonder Woman für den Feminismus hatte und immer noch hat. Hierzulande vielleicht nicht, sehr wohl aber in den USA. Sie wird sogar als feministische Ikone bezeichnet. Ich würde sagen: Dieser Aspekt wird im vorliegenden Film sehr angemessen gewürdigt.

Gal Gadot ist einfach umwerfend, egal in welchem Kostüm sie steckt, ob sie vor dem ungläubig starrenden Generalstab ihre Meinung sagt oder sich an der Front ebenso elegant wie schlagkräftig ins Getümmel stürzt. Ich kann mir keine bessere Besetzung für die Rolle vorstellen. Sie ist perfekt! Das gilt nicht nur für ihre klassichen Gesichtszüge und den ganzen Habitus. Auch ihre Ausstrahlung entspricht genau dem, was Wonder Woman ausmacht. Einerseits ist sie eine furchtlose Kämpferin, deren Fähigkeiten denen Supermans kaum nachstehen, eine selbstbewusste Anführerin und eine leidenschaftliche Streiterin für die Unterdrückten. Auf der anderen Seite stehen ihre Güte, ihr Mitgefühl und ihr unerschütterlicher Glaube an die Macht der Liebe. Sie ist also eine ganz andere Art von Superheld als ihre mal düster-grüblerischen (Batman), mal allzu abgehobenen (Superman) Kollegen. Bei Wonder Woman gibt es keinen Zynismus, sie ist keine gebrochene, zweifelnde Heldin. Wonder Woman ist hundertprozentig positiv, und das finde ich sehr erfrischend. Zugegeben, ein bisschen Naivität ist mit dabei, schließlich kennt Diana bis zu ihrer Ankunft in London nur das von der Schlechtigkeit der Menschen unbefleckte Paradies Themyscira. Aber gerade durch diese Unbekümmertheit, mit der sie die Männerwelt des frühen 20. Jahrhunderts ordentlich aufmischt, wird sie so sympathisch.

Ich muss allerdings sagen, dass der Film ohne Gal Gadot und Chris Pine in der Rolle desjenigen, der die resolute Halbgöttin etwas bremsen muss, nur halb so gut wäre. OK, die Gegensätze zwischen dem ruhigen, abgeschiedenen Leben auf der sonnendurchfluteten Insel Themyscira und dem so gar nicht paradiesischen London, wo es ziemlich ruppig zugeht und wo Diana angesichts verstümmelter Kriegsheimkehrer zum ersten Mal sieht, was sich die Menschen gegenseitig antun, sind gut gelungen und auch die Atmosphäre des Ersten Weltkriegs wurde prima umgesetzt. Die Story hat jedoch außer Dianas Selbstfindung nicht so arg viel zu bieten. Wem das zu negativ klingt, den kann ich beruhigen. "Wonder Woman" ist meiner bescheidenen Meinung nach der beste Film aus dem DC-Universum! So mitreißend und berührend war bis jetzt noch keiner.


Extras

Die erweiterten Szenen und die alternative Szene sind nicht weiter interessant, wohl aber der "Epilog". Darin trifft sich Etta nach dem Krieg mit Steves Freunden, weil sie das Kommando über eine Geheimmission erhalten hat. Es geht um ein würfelförmiges Artefakt. Was damit gemeint sein mag? Jedenfalls muss sich Etta erst einmal Respekt verschaffen, indem sie denselben Kneipenschläger zu Boden streckt, dem auch Diana schon Saures gegeben hat.

Bei den in viele Einzelbeiträge unterteilten Featurettes habe ich eine "alles abspielen" - Funktion vermisst. Insgesamt ergeben sie eine interessante und aufschlussreiche Filmdokumentation. Die Regisseurin sagt, sie sei "Wonder Woman" - Fan und habe sich gefragt, wie sie dem, was sie liebt, treu bleiben könne. Man sieht, wie sie sich während der Dreharbeiten so richtig reinstürzt, d.h. dass sie wirklich für den Film brennt. Es wird deutlich, dass mit viel Liebe zum Detail gearbeitet wurde. Bei der Ausstattung wurde auf Kleinigkeiten geachtet, die dem Publikum wahrscheinlich gar nicht auffallen. Nur ein Beispiel: Die von Bruce Wayne aufgestöberte alte Glasplattenfotografie wurde wirklich mit einer uralten Kamera angefertigt. Die Drehorte werden gezeigt (u.a. wurde am Trafalgar Square gefilmt!) und es wird ausführlich auf das Training der Darstellerinnen eingegangen. Eine Gruppe junger Frauen (Schülerinnen?) durfte sich hinter den Kulissen umschauen und mit den Crewmitgliedern sprechen.

Zwei Featurettes fallen etwas aus dem "Makin of" - Rahmen heraus. So geht es in "Die drei großen Legenden" nicht um den Film, sondern um Superman, Batman und vor allem Wonder Woman im Wandel der Zeiten. Comicautoren sprechen über die Entwicklung der Figur über die Jahrzehnte hinweg und es sind einige Comicseiten sowie Szenen aus einer Animationsserie zu sehen. In "Die Bedeutung von Wonder Woman" sprechen Menschen (vor allem Frauen) aus den verschiedensten Berufsgruppen über Gleichberechtigung und erläutern, was sie mit Begriffen wie Empathie, Mut, Weisheit, Stärke und so weiter verbinden. Es ist wirklich interessant, was eine Rennfahrerin, eine Astronautin, eine Professorin und andere Frauen dazu zu sagen haben. Eingerahmt wird das Ganze von einem Gedicht.


J. Kreis, 22.06.2018




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