Das Boot

Das Boot


Das Boot
- TV-Fassung (D, 1985)
- Special Edition - Director's Cut (D, 1981 / 1997)

DVD - Regionalcode 2 (Director's Cut) / Blu-ray (TV-Fassung), EuroVideo
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 208 Minuten (Director's Cut) / 308 Minuten (TV-Fassung)

Extras:
- Audiokommentar von Wolfgang Petersen und Jürgen Prochnow (nur DVD)
- Making Of (6:06 Min.)
- Trailer (nur DVD)

Regie:
Wolfgang Petersen

Hauptdarsteller:
Herbert Grönemeyer (Leutnant Werner)
Jürgen Prochnow (Kommandant - "Der Alte")
Klaus Wennemann (Leitender Ingenieur - "LI")
Otto Sander (Philipp Thomsen)




Inhalt

In der Anfangsphase des Zweiten Weltkrieges hatte die deutsche U-Boot-Waffe große Erfolge bei der Versenkung alliierter Schiffe. Im Jahre 1941 beginnt sich das Blatt zu wenden. Frachtschiffe, auf die es die U-Boote abgesehen haben, werden vermehrt durch Zerstörer sowie Kampfflugzeuge geschützt und die Technik, mit der U-Boote unter Wasser aufgespürt werden können, wird verfeinert. Außerdem gelingt es den Alliierten, den verschlüsselten deutschen Funkverkehr zu dechiffrieren, so dass gezielt Jagd auf U-Boote gemacht werden kann. In vielen Fällen sind die Kurse deutscher U-Boote frühzeitig bekannt, so dass Geleitzüge problemlos um sie herumgeleitet werden können. Die Verluste auf deutscher Seite steigen dramatisch an. Immer jüngere, unerfahrene Matrosen rücken nach.

Nach einer in Alkoholexzessen endenden Feier zu Ehren des frischgebackenen Ritterkreuzträgers Thomsen in La Rochelle geht das Unterseeboot U 96 im Oktober 1941 wieder auf Feindfahrt. Die Mannschaft hat den Auftrag, britische Geleitzüge im Nordatlantik zu bekämpfen. Neu an Bord ist der Kriegsberichterstatter Leutnant Werner. Es fällt ihm schwer, mit den beengten Verhältnissen im Boot zurechtzukommen und sich ins anfänglich von Monotonie und Langeweile geprägte Bordleben einzufinden, zumal er aufgrund seiner Tätigkeit weder bei der Mannschaft noch beim Kommandanten besonders beliebt ist. Die desillusionierten, teils verbitterten Männer fühlen sich als Werkzeug einer Propaganda missbraucht, der es nur darum geht, ein nicht mit der Realität übereinstimmendes heldenhaftes Bild zu zeichnen. Nach und nach freundet sich Werner dann doch mit einigen Besatzungsmitgliedern an.

Nach einem fehlgeschlagenen Angriff auf einen Zerstörer, dessen Wasserbomben das Boot nur knapp entgeht, gerät U 96 in einen wochenlang tobenden schweren Sturm. Neue Befehle bleiben aus und man kommt vom Kurs ab. Allmählich verschlechtert sich die Moral an Bord. Die Nahrungsmittelvorräte verschimmeln und von Hygiene kann keine Rede mehr sein. Die Männer sind bald nur noch Schatten ihrer selbst. Dann endlich ist der große Moment da. Ein großer feindlicher Frachterkonvoi, der noch dazu anscheinend mit nur schwachem Geleit fährt, wurde ausgemacht und ein Rudel U-Boote wurde darauf angesetzt. Als sich U 96 dem Geleitzug nähert, ist allerdings kein anderes Boot zu sehen. U 96 feuert die Torpedos ab, muss dann aber die Flucht ergreifen, als sich überraschend zwei Zerstörer nähern. Die lang anhaltenden Attacken mit Wasserbomben führen zu einigen Schäden im Schiff, außerdem wird die psychische Belastung so groß, dass Obermaschinist Johann durchdreht, einen Befehl verweigert und mit Gewalt ruhiggestellt werden muss. Erst nach sechs Stunden steht fest, dass die Zerstörer verschwunden sind. Das Boot taucht auf und gibt einem der torpedierten Schiffe, das noch nicht versunken ist, den Fangschuss. Entsetzt müssen die Männer feststellen, dass die gegnerischen Seeleute noch nicht evakuiert worden sind. Hilfeleistung kommt nicht in Frage; die Schiffbrüchigen ertrinken.

Anschließend ordnet der Kommandant die Heimfahrt an. Per Funk erhält er jedoch anderslautende Befehle. U 96 wird ins Mittelmeer beordet. Dort sollen die Nachschublinien des Afrikakorps geschützt werden. Nach einem Zwischenstopp im spanischen Vigo zur Übernahme von Vorräten, Treibstoff und Torpedos soll das Boot Kurs auf La Spezia in Italien nehmen. Der Kommandant will die Gelegenheit nutzen, um seinen angeschlagenen Leitenden Ingenieur (LI) von Bord gehen zu lassen. Werner soll ihn begleiten. Das entsprechende Ersuchen wird vom Befehlshaber der U-Boote abgelehnt. Aufgrund der Neutralität Spaniens muss das Treffen mit dem Versorgungsschiff Weser im Hafen von Vigo bei Nacht und Nebel erfolgen. Angewidert vom Verhalten der "Operettenoffiziere" rund um den Kapitän der Weser und aufgrund des Verdachts, dass es dort eine undichte Stelle gibt, befiehlt der Kommandant den verfrühten Aufbruch von U 96. Die Durchquerung der von den Briten schwer bewachten Straße von Gibraltar kommt ohnehin einem Himmelfahrtskommando gleich. Der erfahrene Kommandant setzt alle Tricks ein, um unbemerkt an den feindlichen Sicherungsketten vorbeizukommen. Doch ein mit einem neuartigen Ortungsgerät ausgerüstetes Flugzeug entdeckt das Boot, nimmt es unter Feuer und wirft Bomben ab. Der Obersteuermann wird angeschossen und das Schiff wird beschädigt. Durch die anschließende Flucht mit Höchstgeschwindigkeit kommt es zu weiteren Schäden, so dass U 96 unhaltbar in die Tiefe sinkt. Bei 280 Metern kommt das Boot auf einem Felsgrat zur Ruhe.

Tiefenruder, Dieselmotoren, Lenzpumpen, Batterien und viele andere wichtige Anlagen sind unbrauchbar. Der LI und seine Techniker arbeiten bis zur totalen Erschöpfung, um alles wenigstens provisorisch zu reparieren. Außerdem müssen die zahlreichen Wassereinbrüche gestoppt werden. Nach stundenlanger Schwerstarbeit können die Männer den einzigen Versuch starten, der ihnen zur Rückkehr an die Oberfläche bleibt - und das Auftauchen gelingt. Obendrein können die Dieselmotoren wieder in Betrieb genommen werden. Da die Briten mutmaßlich im Kasino sitzen, um die Versenkung von U 96 zu feiern, kann das Boot ungehindert aus der Meerenge entkommen und nach La Rochelle zurückkehren. Kurz bevor U 96 die Sicherheit des dortigen U-Boot-Bunkers erreicht, kommt es zu einem Luftangriff. Zahlreiche Bomber legen die Anlage in Schutt und Asche. Einige Besatzungsmitglieder von U 96, darunter Werner, können sich in Sicherheit bringen. Viele sterben oder werden verwundet, darunter der Kommandant, der den Untergang seines Bootes mit ansehen muss, bevor er das Bewusstsein verliert.


Kringels Meinung

"Das Boot" basiert auf einem gleichnamigen Roman, in dem der Autor Lothar-Günther Buchheim seine eigenen Kriegserlebnisse verarbeitet. Ich habe die Kinoversion damals nicht gesehen, sie kam 1981 in die Lichtspielhäuser. Erst als die Fernsehfassung ausgestrahlt wurde (1985) war ich dabei. Den Director's Cut aus dem Jahre 1997 habe ich mir irgendwann in den Zweitausendern auf DVD zugelegt. Seitdem sind wieder viele Jahre vergangen, bis mir eine Blu-ray mit der ungekürzten, aus sechs Einzelepisoden bestehenden TV-Serie in die Hände gefallen ist, die ich mir jetzt angeschaut habe. Und was soll ich sagen? Ich bin heute nicht weniger begeistert als damals. Ich hatte mir vorgenommen, nur eine Folge pro Tag anzuschauen. Daraus wurde nichts! Ich war total gefesselt und konnte nicht aufhören. Es war also eine lange Nacht ...

Machen wir's kurz: Ich halte "Das Boot" für einen der besten Filme aller Zeiten. Er gehört zur Allgemeinbildung - auch als cineastische Dokumentation des U-Boot-Krieges, der im zugrunde liegenden Roman möglicherweise noch authentischer, meiner Meinung nach aber nicht so packend und eindrucksvoll dargestellt wird. Ich möchte mich nicht in endlosen Lobeshymnen ergehen, sondern mich darauf beschränken, euch "Das Boot" wärmstens ans Herz zu legen. Bleibt die Frage: Film oder Serie? Nun, die Fernsehfassung mag in den ersten drei Episoden langatmig wirken, aber das passt zur "Gammelfahrt" des Bootes, und auf diese Weise kommt die klaustrophobische Atmosphäre noch besser rüber. Im Film wird das viel knapper abgehandelt.

Eins möchte ich nur noch erwähnen: "Das Boot" ist erstaunlich gut gealtert. Natürlich ist in einzelnen Szenen allzu gut zu erkennen, dass kleine Modellschiffe verwendet wurden, die keineswegs im Ozean schwimmen, sondern in einem Wasserbassin. Auch andere Spezialeffekte können aus heutiger Sicht nicht hundertprozentig überzeugen. Aber das sind Marginalien, die den Genuss nur unwesentlich schmälern. Ansonsten ist der grandios und mit viel Aufwand inszenierte Film ein wahres Fest. Und nicht zuletzt hat man das Vergnügen, hier eine Vielzahl von Schauspielern zu sehen, für die der Durchbruch damals erst durch genau diesen Film gekommen ist. Jürgen Prochnow war selten nochmal so charismatisch wie hier, Klaus Wennemann gibt alles, so dass man ihm die totale Erschöpfung wirklich abnimmt, und Herbert Grönemeyer stellt eindrucksvoll unter Beweis, dass er ein mindestens ebenso guter Schauspieler wie Musiker ist. Damit nenne ich nur die prominentesten Beispiele; Ausreißer nach unten gibt es in diesem Ensemble nicht. Den jungen Jan Fedder habe ich zuerst gar nicht erkannt! Erst die Stimme hat etwas zum Klingeln gebracht.


Extras

Die Special Edition (DVD) enthält lediglich den Director's Cut, die Kinoversion ist nicht vorhanden. Das Bild ist akzeptabel, aber nicht mit der sehr guten Bildqualität der Blu-ray zu vergleichen. Diese enthält alle sechs ungekürzten Folgen der Fernsehserie auf zwei Discs.

Das nur 6 Minuten lange "Making of" stammt wahrscheinlich aus dem Jahre 1997; es wird wohl anlässlich der Veröffentlichung des Director's Cut entstanden sein. Abgesehen von recht vielen Filmausschnitten sind lediglich kurze Schnipsel aus Interviews (in englischer Sprache ohne Untertitel) mit Jürgen Prochnow, Wolfgang Petersen und Ortwin Freyermuth sowie noch etwas weniger Hinter-den-Szenen-Material zu sehen. Unter anderem wird der in Originalgröße und auf einer hydraulischen Bühne stehende Nachbau des Kommandoraums in Aktion gezeigt. Prochnow berichtet von dem Gefühl des Eingesperrtseins, das die Schauspieler in diesem Set hatten. Freyermuth hat den Director's Cut produziert. Er betont, wie wichtig das Sounddesign (es wurde für den DC völlig überarbeitet) bei einem solchen Film ist. Ich kann es bestätigen! Wenn man sich "Das Boot" mit einem guten Kopfhörer anschaut, ist das Erlebnis wirklich genial.


J. Kreis, 23.09.2018




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