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Strange Circus (Japan, 2005) - Kimyo na sakasu - DVD - Regionalcode 2, Rapid Eye Movies FSK: Keine Jugendfreigabe Laufzeit: ca. 108 Minuten Extras Making of, Kinotrailer Regie: Sion Sono Hauptdarsteller: Masumi Miyazaki (Mitsuko Gozo / Sayuri Gozo / Taeko) Hiroshi Ohguchi (Ozawa Gozo) Issei Ishida (Yuji Tamiya / Mitsuko Gozo) Rie Kuwana und Mai Takahashi (Junge Mitsuko Gozo) Inhalt:
Die erfolgreiche Schriftstellerin Taeko hat gerade einen neuen Roman fertig gestellt. Er handelt von der zwölfjährigen Mitsuko, die von ihrem Vater Gozo in einen Cellokasten gesperrt wird. Durch ein kleines Loch muss sie zusehen, wie er mit ihrer Mutter Sayuri schläft. Dann muss sie mit ihrer Mutter die Rollen tauschen und wird von ihrem Vater missbraucht. Mitsuko flieht in Fantasiewelten, eine davon ist ein bizarrer Zirkus, dessen letzte Attraktion eine Guillotine ist. Mitsuko identifiziert sich immer mehr mit ihrer Mutter - sie glaubt, sie seien ein und dieselbe Person. Wenn ihr Vater nicht da ist, wird Mitsuko von ihrer Mutter aus Eifersucht misshandelt. Während eines Streits um verschwundene Ohrringe Sayuris kommt es zu einem Unfall. Bei einem Treppensturz kommt sie ums Leben, Mitsuko gibt sich die Schuld dafür. Sie versucht sich zu Tode zu stürzen, wird dabei aber nur schwer verletzt und muss den Rest ihres Lebens im Rollstuhl verbringen, während ihr Vater sich mit zahlreichen anderen Frauen vergnügt.
Ich habe der Vollständigkeit halber versucht eine Inhaltsangabe zu schreiben, aber im Grunde ist das überflüssig. Die Zusammenfassung liest sich denn auch ziemlich wirr - all die verschiedenen ineinander verwobenen Handlungsebenen, Rückblicke, Visionen und Traumsequenzen sinnvoll zu beschreiben, ist praktisch unmöglich. So beginnt der Film bereits mit rätselhaften Szenen im Zirkus (den Sinn des Zirkus habe ich nicht verstanden) und geht dann in Mitsukos Schicksal über. Immer wieder werden Visionen des Mädchens eingearbeitet. So ist zum Beispiel der Schulkorridor plötzlich blutig rot, nachdem Mitsuko im Büro ihres Vaters, des Schuldirektors war - ein Hinweis darauf, was ihr dort widerfahren sein mag. Dann kommt es zu einem weiteren Bruch in der Handlung, als man erfährt, dass alles nur auf den Seiten des von Taeko geschriebenen Romans stattgefunden hat - oder auch nicht, wie sich später herausstellt. Diese verschachtelte Erzählweise funktioniert hervorragend, aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Die Szene mit Yujis Monolog und den Rückblenden, die zeigen, wie es "wirklich" war, wirkt zu aufgesetzt. Zuviel muss auf diese Weise aufgearbeitet werden und gerade durch diese Erklärungen verliert der Film viel von seinem Reiz. Allerdings kriegt er dann doch wieder sozusagen die Kurve, denn womöglich hat Taeko alles nur geträumt.
Das ca. 70-minütige "Making of" ist gar nicht so einfach anzuschauen, denn ab und zu ist die Schnittfolge ziemlich hektisch, außerdem wird oft Text in japanischen Schriftzeichen eingeblendet. Man muss dann nicht nur die normalen Untertitel lesen, sondern gleichzeitig die Übersetzungen dieser Texteinblendungen. Ohne Pausetaste kann man das kaum schaffen. Das "Making of" ist interessant, es enthält viel Hinter-den-Szenen-Materiel, ist aber meist unkommentiert. Es konzentriert sich auch etwas zu sehr auf die Hauptdarstellerin. Sie hatte vor diesem Film elf Jahre lang nicht als Schauspielerin gearbeitet und war dementsprechend unsicher (und dann gleich so ein Film...). Außerdem erfährt man, dass vieles bei den Dreharbeiten noch gar nicht festgelegt war, und dass einige Szenen nur ein einziges Mal gedreht wurden. Der Regisseur wollte auf diese Weise "echte" Reaktionen erhalten, die Schauspieler sollten in dem Bewusstsein arbeiten, nur eine einzige Chance für die Aufnahme zu haben. |