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30.07.2018: Wiedergelesen neu gelesen

Meine Wohnung ist mit Regalen vollgestellt und alle quellen über, insbesondere vor DVDs/Blu-rays und Büchern. Und das, obwohl ich damals beim Umzug mindestens die Hälfte meiner Büchersammlung verkauft habe. Das waren einige hundert Exemplare. Danach hat meine Bude ganz öd und leer ausgesehen! Platz für weitere Regale ist jetzt jedoch nicht mehr vorhanden. Deshalb bin ich vor einiger Zeit notgedrungen dazu übergegangen, regelmäßig auszumisten. Schließlich habe ich in all den Jahren sowieso fast nichts davon mehr als einmal gelesen. Immer wenn mir meine Datenbank sagt, dass sich mehr als 1000 Bücher angesammelt haben, zwinge ich mich dazu, einige auszusortieren. Sie landen in der Regel in einem öffentlichen Bücherschrank, denn ich bringe es nicht übers Herz, Bücher wegzuwerfen, egal wie vergilbt und abgegriffen sie aussehen. Es gibt natürlich Ausnahmen, zum Beispiel bibliophile Ausgaben, Bildbände oder Nachschlagewerke. Die bleiben ebenso im Regal wie Bücher, die eine besondere Historie haben, mit denen ich Erinnerungen verbinde und so weiter. Ab und zu fällt mir bei der Suche nach Büchern, bei denen mir die Trennung nicht so schwerfallen würde, ein Exemplar in die Hände, das ich mit dem Gedanken "Mensch, das müsste ich irgendwann mal wieder lesen", doch wieder zurückstelle. Ich habe beschlossen, dass jetzt "irgendwann" ist! Und so habe ich schon ein paar alte Schätzchen in den SUB verlegt, um noch 2018 damit anzufangen.



30.07.2018

Nach dem Ausmisten habe ich wieder ein paar Zentimeter Platz - in zweiter Reihe!

Ein Buch noch einmal zu lesen, womöglich mit dem Abstand einiger Jahre oder gar in einer anderen Sprache - das ist immer eine interessante Erfahrung. Andere Aspekte treten gegenüber Handlung und Figurenzeichnung in den Vordergrund, Zusammenhänge können anders wahrgenommen werden, überlesene Details fallen auf. Manchmal ist es ernüchternd, siehe Zitadelle des Wächters von Thomas F. Monteleone. In den Achtzigern fand ich den toll. Heute konnte ich das nicht mehr nachvollziehen. Ich bin halt nicht mehr derselbe Kringel, der ich damals war! Manchmal führt es zu verblüffenden Situationen, siehe den Trump-Effekt in Das Jesus-Video von Andreas Eschbach, den ich übrigens beim Reread genauso packend fand wie beim erstmaligen Lesen vor 17 Jahren. Außerdem musste ich neulich beim Schreiben meiner Uralt-Leseliste verdutzt feststellen, dass ich mich bei vielen Titeln nicht nur nicht an den Inhalt erinnern konnte, sondern nicht einmal daran, diese Bücher überhaupt jemals gelesen zu haben! Einige der oben genannten Schätzchen sind solche Romane. Wann, wo und warum ich sie gekauft habe, das weiß ich noch ganz genau, aber nicht, worum es in den Romanen eigentlich geht oder ob sie mir gefallen haben! Hier wird das Wiederlesen also vermutlich ein ganz neues Lesen sein. Ich bin gespannt!


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