
Online-Lexikon zur PR-Serie
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Perry Rhodan Action Band 13 - Kristallmond 1: Die Trümmerwelt
Autor: Frank Borsch
Inhalt
Über ein Jahr ist seit dem Ende der Regenten der Energie und Lok-Aurazins Flucht vergangen. Perry Rhodan führt am 5. Juni 2167 einen aus zwölf Frachtern und drei Schweren Kreuzern bestehenden Hilfskonvoi zum Planeten Tarkalon. Diese ehemalige arkonidische Kolonie, die seit den Methankriegen besiedelt ist, wurde durch einen jahrelangen Bürgerkrieg praktisch in Trümmer gelegt. Ihre Bewohner, die Tarkas, leben in Armut. Nert Hermon da Tarkalon, der lokale Machthaber, hatte sich seinerzeit vom Imperium losgesagt, doch er hatte den Tarkas nicht die Freiheit gebracht, sondern grausame Unterdrückung. Der Bürgerkrieg hatte der Schreckensherrschaft zwar ein Ende gesetzt, doch der Nert war von seinen immer noch zahlreichen Anhängern zu einer Art Messias stilisiert worden. Man hatte seine Leiche nie gefunden, und so war die Legende entstanden, er werde in der "Dreimondnacht" zurückehren und Rache an seinen Gegnern nehmen.
Dieses Ereignis, bei dem es sich um eine von den drei Monden Tarkalons verursachte Sonnenfinsternis handelt, steht nun unmittelbar bevor und soll zum Höhepunkt von Rhodans Staatsbesuch werden. Mechter, der Verweser des Planeten, will die Popularität des unsterblichen Terraners nutzen, um sein in verfeindete Fraktionen zersplittertes Volk zu einen. Dem Großadministrator ist die ihm entgegengebrachte Verehrung zwar unangenehm, aber er sieht ein, dass eine Symbolfigur benötigt wird, die die Tarkas auf ein höheres Ziel wie den langfristigen Wiederaufbau einschwören kann. Derzeit sind nur kleine Gruppen wie die so genannten "Minenhunde" damit beschäftigt, die nach dem Krieg übrig gebliebenen Minen, halbautonomen Waffensysteme und Kampfroboter zu beseitigen und somit die bewohnbaren Bereiche Tarkalons zu vergrößern. Andere Gruppierungen liefern sich immer noch Guerillakämpfe mit der provisorischen Regierung.
Tanisha Kabir, ein elfjähriges Mädchen, wird von einer dieser Splittergruppen für ein Attentat auf Perry Rhodan missbraucht. Tanishas Mutter Silmi war kurz vor ihrer Geburt von Terra nach Tarkalon ausgewandert und hatte sich den von ihrer Schwester Runa angeführten Minenhunden angeschlossen. Im Alter von acht Jahren hatte Tanisha ihre Parafähigkeit entdeckt, diese aber geheim gehalten: Sie ist eine Teleporterin, kann aber nur zu Personen springen, die sie schon einmal berührt hat. Sie bezeichnet solche Personen als "Bojen". Kurz vor Rhodans Ankunft auf Tarkalon wird sie von einem Mann namens Fesk erpresst, der hinter ihr Geheimnis gekommen ist. Fesk setzt Tanishas Familie als Druckmittel ein, um sie dazu zu bringen, in der Dreimondnacht mit einer Bombe zu Perry Rhodan zu springen. Es gelingt ihr, Rhodan scheinbar zufällig zu berühren, als er sich dem diplomatischen Protokoll für kurze Zeit entzieht und einen Alleingang macht.
In der Dreimondnacht gesellt sich Rhodan zu Millionen von Tarkas, die das Ereignis von einem Krater aus beobachten wollen, der alles ist, was vom einstigen Gebirgspalast des Nert übrig geblieben ist. Da erhält Rhodan eine Funkbotschaft von Carl Deringhouse, dem Sohn seines Freundes Conrad Deringhouse. Der junge Offizier kommandiert die UGANDA, einen der drei Kreuzer. Er meldet die Ankunft von elf Fragmentraumern der Posbis, die den Planeten angreifen und dabei einen der anderen beiden Kreuzer vernichten. Zwei weitere, kleinere Schiffe erscheinen, greifen aber nicht in den Kampf ein. Verstärkung wurde angefordert, wird aber nicht rechtzeitig eintreffen. Eine Space-Jet soll Rhodan in Sicherheit bringen. Das Beiboot wird jedoch von Terroristen abgeschossen, ihre Trümmer stürzen in die Menschenmenge. Die Fragmentraumer beginnen den Planeten wahllos zu beschießen. Dabei kommt Tanishas Familie ums Leben, so dass Fesk, der ebenfalls tödlich verletzt wird, nichts mehr gegen das Mädchen in der Hand hat.
Deringhouse opfert die UGANDA, um die im Krater versammelten Menschen zu schützen. Er rammt einen sich nähernden Fragmentraumer, so dass beide Schiffe irgendwo im Gebirge abstürzen und vernichtet werden. Tanisha teleportiert zu Rhodan, aber nicht, um ihn zu töten, sondern um ihn zu einem Fragmentraumer zu bringen - es scheint eine Verbindung zwischen ihr und den Posbis zu geben. Rhodan stimmt zu, denn den Tarkas kann er ohnehin nicht mehr helfen.
Kommentar
Wenn ihr meine Kommentare (man könnte auch "Verrisse" sagen) zu den Romanen des ersten PR-Action-Zyklus kennt, dann werdet ihr euch wahrscheinlich verwundert fragen, warum ich jetzt doch auch noch den zweiten lese. Das hat einen ganz bestimmten Grund, auf den ich aber erst im Kommentar zum nächsten Band eingehe. Mit Neugier auf den Kristallmond-Zyklus hatte das zunächst nichts zu tun - auch jetzt, anderthalb Jahre nach dem Erscheinungstermin von "Die Trümmerwelt" war mein Unwille eigentlich noch viel zu groß, so dass ich diesen Zyklus unter normalen Umständen nicht mal mit der Kneifzange angefasst hätte. Ich fand die bisherigen Romane nicht nur inhaltlich mehr als fragwürdig, sondern größtenteils auch noch schlecht geschrieben und hatte einfach kein Interesse daran, die Serie weiter zu verfolgen.
Nach der Lektüre von Band 13, dem Auftaktroman des neuen Minizyklus, bin ich aber schon wieder einigermaßen besänftigt. Es geht nicht gleich wieder mit übertriebener "Action" los - man hat den Eindruck, dass das ganz bewusst vermieden wurde. Erst gegen Ende kommt es zu einer Schlacht, die aber keineswegs so ausufernd beschrieben wird, wie es bei den endlosen Gefechten gegen Kampfroboter und dergleichen im Demetria-Zyklus geschehen ist. Bis dahin werden die Verhältnisse auf Tarkalon recht eindringlich beschrieben, teils aus Rhodans Sicht, teils anhand von Tanishas Lebensgeschichte. Da die Kleine vermutlich zu einer Hauptfigur in diesem Zyklus werden soll, ist das völlig in Ordnung. Der Ort des Geschehens wurde sehr gut eingeführt, das postapokalyptische Szenario hat mir gefallen. Auch wenn ziemlich klar ist, wo Borsch die realen Vorbilder (Afghanistan?) hergenommen hat. Die Sache mit den Kindersoldaten, die ihre Waffen wegwerfen, als Rhodan Schokolade austeilt, ist natürlich übertrieben, vor allem aber hoffnungslos naiv und unrealistisch, aber wir wollen nicht überkritisch sein. Obwohl die Ausgangssituation dieselbe ist wie immer (übermächtiger Aggressor, ein fehlgeschlagenes Attentat auf Perry Rhodan, Perry Rhodan danach mehr oder weniger allein unterwegs) fühlte ich mich gut unterhalten, Spannung kam auf und jetzt endlich wurde mein Interesse für die nächsten Hefte geweckt.
Damit will ich's aber auch schon genug sein lassen. Die Hefte haben inzwischen schon so viele Monate auf dem Buckel, dass es sich nicht mehr lohnt, sie ausführlicher zu kommentieren. Deshalb will ich mich damit ein wenig zurückhalten - mal sehen, ob's mir gelingt.
J. Kreis, 15.02.2010
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