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Perry Rhodan Action Band 14 - Kristallmond 2: Die Plasma-Pendlerin

Autor: Marc A. Herren

Inhalt

Perry Rhodan und Tanisha Khabir materialisieren in einem Fragmentraumer der Posbis. Es zeigt sich, dass das Mädchen eine besondere Beziehung zu den positronisch-biologischen Robotern hat: Sie kann sie als "Bojen" für Teleportationen benutzen, ohne sie zuvor berühren zu müssen. Die beiden Menschen müssen sich ein Versteck suchen, denn die Posbis greifen sofort an, allerdings reagieren sie verlangsamt. Auch Rhodan und Tanisha unterliegen einem unbekannten Einfluss, der große Mattigkeit in ihnen auslöst. Die beiden müssen sich erst zusammenraufen; Tanisha will nicht wie ein kleines Kind behandelt werden, gleichzeitig darf Rhodan aber nicht vergessen, dass sie eigentlich genau das ist. Rhodan will verhindern, dass der Fragmentraumer weiter den Planeten Tarkalon angreift, und zerstört einige Speicherbänke. Doch das Schiff stürzt nicht wie erhofft ab, sondern fliegt ins All hinaus. Rhodan untersucht einen vernichteten Roboter und stellt fest, dass sich das Plasma bereits zersetzt. In Patrockel, einem Matten-Willy, finden die beiden einen nützlichen Helfer, nachdem es Rhodan gelungen ist, ihn davon zu überzeugen, dass sie Freunde des "Wahren Lebens" sind.

Tanisha spürt, dass sie den Posbis helfen kann. Sie kann ihnen Energie spenden, doch der Prozess ist gefährlich: Durch den Kontakt mit einem sterbenden Posbi wird sie fast mit in den Untergang gerissen, einem anderen spendet sie zu viel Energie, sodass er überhitzt. Rhodan sieht keinen anderen Ausweg, als ihn zu vernichten. Tanisha ist entsetzt und macht Rhodan Vorwürfe. Der dritte Versuch ist erfolgreich, und der so "geheilte" Posbi begleitet das ungleiche Trio zur Zentrale, wo Rhodan gegen den Plasmakommandanten des Schiffes vorgehen will. Tanisha berührt eine der Kuppeln, in denen der Kommandant untergebracht ist, und versorgt ihn mit Energie. Allerdings benötigt das Plasmawesen viel größere Energiemengen als ein normaler Posbi, so dass Tanisha zusammenbricht. Die in der Zentrale versammelten Roboter gehen zum Angriff über. Die Lage scheint hoffnungslos, doch da öffnet sich ein vermeintlicher Posbi und gibt einen darin versteckten Terraner frei. Dieser lenkt die Angreifer ab, bis Tanisha genügend Energie auf den Kommandanten übertragen hat, so dass er geheilt ist und das Ende der Kämpfe befiehlt.

Der so unerwartet aufgetauchte Terraner ist Paulie Dangerfield, ein alter Raumsoldat, der als Senior-Berater im Schulschiff VARGEN tätig war und sich schon auf seine Pensionierung gefreut hat. Die VARGEN hatte zu einem Flottenverband gehört, der durch einen Notruf nach Tarkalon gerufen worden war. Paulies Schiff war vernichtet worden, er selbst hatte in einer Rettungskapsel überlebt. Er hatte einen seltsamen Kristallmond beobachtet, der sich wie ein Raumschiff mit eigenem Antrieb bewegen konnte, und war von einer unerklärlichen Antriebslosigkeit befallen worden. Nur die Erinnerungen an seinen Urenkel Moritz und die Lust auf Single Malt Whisky (eine kleine Flasche des edlen Stoffs hatte Dangerfield stets am Mann) hatten ihn am Aufgeben gehindert. Die Kapsel war auf ein Posbischiff gestürzt. Trotz der dabei erlittenen Verletzungen hatte sich Paulie auf den Weg zur Zentrale gemacht, um den Fragmentraumer zu vernichten. Unterwegs war er einem Matten-Willy begegnet, der einen Posbi nachbilden und Paulie in seinem Inneren verstecken konnte.

Die Lage in dem Fragmentraumer, der BOX-3132, ist unter Kontrolle. Paulie hat beim Kampf gegen die Posbis jedoch schwere Verletzungen erlitten, denen er nach einem letzten Schluck Whisky erliegt. Tanisha beginnt damit, alle Posbis zu "reinigen". Die Prozedur muss abgebrochen werden, denn die anderen Fragmentraumer greifen an. Sie scheinen die BOX-3132 zum Kristallmond drängen zu wollen, von dessen Existenz nun auch Rhodan und Tanisha erfahren. Der Plasmakommandant opfert sich und sein Schiff, um den Terranern die Flucht mit einem Beiboot zu ermöglichen. Es gelingt Rhodan nicht, das Mädchen zum Verlassen des Schiffes zu bewegen. Sie macht ihm weitere Vorhaltungen und findet seine Schwachstelle: Die Erinnerungen an seinen Sohn Thomas Cardif, für dessen Untergang sich Rhodan verantwortlich fühlt. Patrockel muss Tanisha gut zureden, damit sie bereit ist, Rhodan zu folgen. Danach wird die BOX-3132 vernichtet. In einem auf den Kristallmond zutreibenden Beiboot wird Rhodan von seinen Gefühlen übermannt, als Tanisha erneut auf Thomas Cardif zu sprechen kommt. Tanisha ist von der Heftigkeit seines Ausbruchs erschüttert und bereut ihre Worte.

Kommentar

An dieser Stelle verrate ich euch wie im Kommentar zum letzten Roman versprochen den Grund, warum ich mit der Lektüre der zweiten PR-Action-Staffel begonnen habe: Marc A. Herren hat mich in diesem Roman verewigt. Rhodan und Tanisha finden in einer Kabine Unterschlupf, in der die Leiche eines Terraners namens Johnny Kreisz liegt. Marc A. Herren hat mir bestätigt, dass ich damit gemeint bin! Er hat mich alias Johnny Kreisz im vorliegenden Roman sterben lassen, weil seine ersten beiden PR-Action-Romane (Nr. 5 und Nr. 9) bei mir nicht gut weggekommen sind. Ich wusste das bis vor ein paar Wochen gar nicht und wollte jetzt natürlich nachlesen, was es mit Johnny Kreisz wirklich auf sich hat. Diese Art der "Rache" ist für mich viel eher eine Ehre - schließlich kann nicht jeder Fan von sich behaupten, dass eine Figur des Perryversums nach seinem Vorbild erschaffen wurde. Da sehe ich doch gern darüber hinweg, dass Johnny Kreisz sein Ende offenbar unter großen Qualen gefunden hat...

Man erfährt nur wenig über den armen Kommunikationsoffizier. Er war als Vertreter der Menschheit an Bord der BOX, hat sich mit Patrockel angefreundet und dem Matten-Willy diverse terranische Floskeln beigebracht. Er hatte sogar seine eigene Kabine, und das Panoramafenster hatte Gardinen. Welch Luxus in einem Fragmentraumer! Besonders schön finde ich, dass Perry Rhodan sich vornimmt, sich später um den Toten und seine persönlichen Hintergründe zu kümmern. Wer weiß? Vielleicht erfahren wir ja irgendwann mehr über die Vergangenheit von Johnny Kreisz...

Zugegeben: Wenn ich das nicht zufällig erfahren hätte, dann hätte ich wohl immer einen weiten Bogen um PR Action gemacht. Und das wäre schade gewesen, denn die ersten beiden Romane haben mich geradezu begeistert, Marc A. Herrens Roman sogar noch mehr als der erste Band von Frank Borsch. Marc A. Herren vermittelt die Gefühls- und Gedankenwelt der Hauptfiguren überzeugend, ohne in emotionalen Schwulst zu verfallen. Einen Roman mit einer kindlichen Hauptfigur zu schreiben, stelle ich mir schwer vor. Genau wie im Film kann leicht der unerwünschte Effekt eintreten, dass das Balg zur Nervensäge wird, oder dass es sich eben nicht wie ein Kind, sondern wie ein kleiner Erwachsener verhält. Marc A. Herren bringt das Kunststück fertig, Tanisha als Kind glaubwürdig werden zu lassen, sie gerade aufgrund ihres kindlichen Verhaltens sinnvoll in die Handlung einzubinden und dem Leser damit nicht auf die Nerven zu gehen. Hinzu kommen einige köstliche Kapitel mit dem Matten-Willy Patrockel, unzählige Gags und Anspielungen, gut dosierte Action und ein wenig - aber nicht zu viel - Tragik in Gestalt von Paulie Dangerfield. Klasse gemacht. Da sehe ich gern über Ausrutscher wie einzelne fragwürdige Formulierungen hinweg. Mein Whiskygeschmack ist übrigens ein wenig anders als der von Paulie Dangerfield: Ich bevorzuge The Macallan.

J. Kreisz - pardon - Kreis, 17.02.2010


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