
Online-Lexikon zur PR-Serie
|
Perry Rhodan Action Band 24 - Kristallmond 12: Kristallschmerz
Autor: Christian Montillon
Inhalt
Im Desert-System, dem einzigen bekannten Hellquarz-Fundort, stoßen die Terraner auf unzählige große und kleine Asteroiden. Es scheint sich um Opulu oder Trümmer dieser kristallinen Lebensformen zu handeln, und diese scheinen sich gegenseitig zu bekämpfen. Perry Rhodan fliegt mit einer Kaulquappe voraus und landet mit einem Einsatzteam auf einem großen Asteroiden. Tanisha Khabir teleportiert mit Betty Toufry dorthin. Liarr und Rettkal treffen später ebenfalls ein. Rhodan begegnet einem Wesen, das entfernt einem Magadonen gleicht. Es ist ein organisch-mineralisches Mischwesen, in dessen Körper mehrere Hellquarze eingebettet sind. Zahlreiche ähnliche Wesen tauchen nach und nach auf und greifen an. Eine von ihnen ausgehende Strahlung legt die Systeme der terranischen Kampfanzüge lahm. Tanisha, deren Geist mit einem Opulu verbunden ist, kennt diese Wesen und wehrt sie mit ihren Parafähigkeiten ab.
Die Kristallwesen sind eine Lebensform, die sich vor langer Zeit auf einem Opulu entwickelt hat. Für sie war der Opulu ein Gott, und ihre Aufgabe bestand darin, seine Nachkommen zu schützen. Sie entwickelten sich weiter, dann rebellierten einige von ihnen. Sie missbrauchten die Kraft der Kristalle, um sich von Dienern zu Herrschern aufzuschwingen. Aus ihnen wurden die Magadonen. Es kam zu einem Bürgerkrieg zwischen den Magadonen und den treu gebliebenen Kristallwesen, die sich künftig "Hüter" oder Balar-Horamh nannten, von den Magadonen aber als "Golems" bezeichnet wurden. Die Magadonen vernichteten alle Opulu und verschwanden, um ein eigenes Reich aufzubauen. Einige Hüter überlebten jedoch, so dass neue Opulu entstehen konnten.
Lok-Aurazin war schon vor dem Krieg gegen die Arkoniden der einzige Magadone, der die Entstehungsgeschichte seines Volkes kannte. Diese Kenntnisse hat er sich zunutze gemacht, um Rache an Rhodan zu üben und Zwietracht unter den Golems zu säen. Jetzt sucht er das System erneut auf, verleibt sich die Lebensenergie zahlreicher Golems ein und nutzt die Kraft der Hellquarze, um Rhodan ein für alle Mal zu vernichten. Er wird allerdings durch einen aus Tanisha, Toufry und mehreren Balar-Horamh bestehenden Parablock behindert. Außerdem treffen die aus dem Naral-System kommenden Opulu ein, deren Todesstrahlung die Besatzungen der terranischen Schiffe lähmt. Tanisha flieht mit Toufry, Liarr Rettkal und Rhodan in die JUPITERS WRATH. Das zurückgebliebene terranische Einsatzteam fällt einer von Lok-Aurazin ausgehenden Energiesphäre zum Opfer.
Der Magadone lädt sich immer weiter mit Energie auf, die er den Golems aussaugt. Er kann diesen Prozess nicht stoppen. Das gesamte System droht vernichtet zu werden. Mit Tanishas Hilfe gelingt es Rhodan, die Balar-Horamh zur Flucht auf die Opulu zu bewegen. Die Kristallmonde verlassen daraufhin das System. Als Lok-Aurazins Energiequelle somit verschwindet, kollabiert die von ihm gebildete Energiesphäre. Sie reißt ihn selbst und einen großen Teil der Asteroiden in den Untergang.
Am 18. Juni 2167 machen sich die Terraner auf den Heimweg. Tanisha Khabir bleibt bei den Opulu zurück, um zwischen ihnen und den Balar-Horamh zu schlichten, denn viele von letzteren glauben Lok-Aurazins Behauptungen, denen zufolge es die Absicht der Opulu sei, den Kristallwesen jene Hellquarze zu entreißen, mit denen sie in untrennbarer Symbiose verschmolzen sind.
Kommentar
Christian Montillon bringt den Kristallmond-Zyklus zu einem zwar vorhersehbaren, insgesamt aber noch akzeptablen Abschluss. Lok-Aurazin wird wohl endlich sein endgültiges Ende gefunden haben, und das ist doch schonmal ein Pluspunkt. Ich bin allerdings nicht wirklich zufrieden damit, dass die Entstehungsgeschichte der Opulu und der Magadonen in ein paar kurzen Rückblick-Kapiteln erzählt wurde, und dass mit den "Golems" noch im letzten Band ein ganz neuer "Kriegsschauplatz" eröffnet werden musste. Solche Erklärungen in letzter Minute wirken immer etwas unglücklich. Sowas muss man besser vorbereiten, sonst klingt es - wie auch in diesem Fall - als habe man sich über die Auflösung während des ganzen Zyklus gar keine großen Gedanken gemacht, und als habe sie erst am Schluss mit relativ heißer Nadel gestrickt werden müssen.
Jedenfalls bin ich froh, dass ich den Zyklus jetzt endlich hinter mich gebracht habe. Dabei hat er so gut angefangen! Die beiden Auftaktbände haben mir wirklich gefallen, sie haben Hoffnung auf eine ganz neue Handlung gemacht. Außerdem wurde die Action nicht zu sehr übertrieben, trotzdem fand ich die Romane spannend. Gute Charakterzeichnungen waren ebenfalls vorhanden. Das gilt vor allem für Tanisha Khabir und Betty Toufry. Ich glaube, von Toufry haben wir in der Heftromanserie nie so viel zu lesen bekommen wie in diesem Minizyklus. Sehr schön!
Doch dann kam Lok-Aurazin. Schon in Band 4 taucht er auf, und der restliche Zyklus besteht dann in der Hauptsache nur noch aus gefühlten tausend Duellen zwischen ihm und Perry Rhodan, Tanisha, Rettkal und Liarr. Jeder darf mal gegen ihn antreten. Keinen besiegt er, und er wird von keinem besiegt. Er heckt immer wieder supertolle Pläne aus, die mit absoluter Sicherheit zu Rhodans Tod führen sollen. Das Ganze geht jedes Mal schief, zum Beispiel weil er sich beharrlich weigert, einfach abzudrücken, wenn seine Kontrahenten hilflos vor ihm auf dem Boden liegen und er einen Strahler auf sie gerichtet hat! Stets kann er im letzten Moment entkommen und verdünnisiert sich zum Schauplatz des nächsten Duells - und immer so weiter. Das ist umso schlimmer, als es im vorherigen Zyklus schon praktisch genauso abgelaufen ist. Die Beklopptheit der "Pläne" Lok-Aurazins ist ein weiteres Thema. Zum Beispiel vernichtet er in Band 11 seine eigene und vermutlich letzte Basis. Mit einer Bombe, deren Explosion Rhodan noch nicht mal zum Opfer fällt. Wie sollte er auch? Jedem nicht völlig hirnamputierten Leser dürfte klar sein, dass Rhodan wohl kaum in der Serienvergangenheit sterben wird, wenn er in der Erstauflage wie üblich die Welt retten muss.
Und so tritt die Handlung während der Hälfte des Zyklus mehr oder weniger auf der Stelle, während im Hintergrund die Opulu herumdümpeln. Mal greifen sie an, dann wieder nicht. Mal verströmen sie Todesstrahlung, dann wieder nicht. Es wird nie so richtig klar, welche Funktion sie für den Zyklus erfüllen sollen. Es gelingt den Autoren einfach nicht, diese zugegebenermaßen recht bizarren und gewöhnungsbedürftigen Wesen für den Leser zum Leben zu erwecken, "greifbar" zu machen oder wenigstens sinnvoll in die Handlung zu integrieren. Die Posbis, seinerzeit groß angekündigt und in den ersten beiden Bänden recht vielversprechend eingeführt, verschwinden nach spätestens dem dritten Band sang- und klanglos einfach so aus der Handlung. Die Posbis waren wieder mal nur ein Appetitanreger für Altleser, ein weiteres nicht eingelöstes Versprechen - genau wie die Behauptung, der Zyklus sei in sich abgeschlossen und könne völlig losgelöst vom Demetria-Zyklus gelesen werden.
Nach dem ersten Drittel des Zyklus springt die Handlung von Tarkalon nach Ekhas. Dann fällt den Autoren auf, dass sie den mit Zyklusbeginn eingeführten neuen Schauplatz sträflich vernachlässigt haben, also wechselt die Handlung plötzlich wieder unmotiviert dorthin. Danach geht's wieder zurück nach Ekhas, aber nur, damit es von dort weiter zum Demetria-Sternhaufen gehen kann, also zu einem Schauplatz, der im aktuellen Zyklus noch überhaupt keine Rolle gespielt hat.
Nö, das hat keinen Spaß gemacht. Und deshalb werde ich mir Staffel drei vorerst nicht antun. Da muss erst wieder ein bisschen Gras drüber wachsen.
J. Kreis, 25.05.2010
(Bei Klick auf diesen Button öffnet sich ein Kontaktformular in einem gesonderten Fenster)
|
|