Perrypedia
Online-Lexikon
zur PR-Serie
Zur Archiv-Startseite
Zur Perry Rhodan - Übersicht
Zur Zyklus-Übersicht
Zurück zu Nr. 4
Weiter zu Nr. 6


Perry Rhodan Action Band 5: Lazarus Tod

Autor: Marc A. Herren

Inhalt

Der Transmitter in der Tiefseebasis versetzt Perry Rhodan auf die von Springern kontrollierte Freihandelswelt Sepzim. Der Terraner findet sich in einer Station wieder, in der er sofort von einem Roboter mit organischem Gehirn angegriffen wird. Er besiegt die Maschine, nimmt in einer Art Ausstellungsraum ein seltsames Armband an sich und verlässt die Station, die kurz darauf explodiert. Rhodan befindet sich nun in einer Wüstengegend, in der er zu verschmachten droht. Davor wird er von den Grall bewahrt. Diese zweiköpfigen Wesen (der zweite Kopf ist nicht mehr als ein schlauchartiger Fortsatz mit Fressrachen) leben auf Sepzim, und jene, denen Rhodan begegnet, werfen ihn in ein Gefangenenlager. Außerdem nehmen sie ihm den Zellaktivator ab. Im Lager wird Humanoiden aus verschiedenen Völkern Blut abgezapft, das an eine bestimmte Vogelart verfüttert wird. Nicht jeder überlebt diese Prozedur. Wie Rhodan im späteren Verlauf seiner Abenteuer auf Sepzim feststellt, wird auf diese Weise ein wertvolles Aphrodisiakum gewonnen.

Im Lager schließt Rhodan schnell Freundschaft mit dem Halbarkoniden Jeremon Lazaru, er hält seine Identität aber geheim. Es gelingt Rhodan, einen Gefangenenaufstand anzuzetteln und seinen ZA zurückzuerlangen. Dass die Gefangenen alle Grall umbringen, muss er in Kauf nehmen, denn ihm bleibt keine Zeit: Lazaru wurde den Vögeln zum Fraß vorgeworfen, ist schwer verletzt und muss ärztlich behandelt werden. Rhodan bringt seinen Freund in die Klinik des Aras Noarto, der das von Rhodan gefundene Armband als Bezahlung akzeptieren würde. In diesem Artefakt scheint Noarto einen Hinweis auf eine Brutkammer der Hohen Herren zu sehen, die es auf Sepzim geben soll. Der Ara ist bei seiner Suche nach der Welt des Ewigen Lebens auf entsprechende Unterlagen gestoßen. Der Ara kann Lazarus Tod nicht verhindern. Rhodan, der die Leiche zu Lazarus Familie bringen will, ist einigermaßen überrascht, als Lazaru wie sein biblischer Beinahe-Namensvetter von den Toten aufersteht. Er hatte sich mit einer Giftkapsel in eine todesähnliche Starre versetzt.

Die beiden kommen in der Hauptstadt Pessima an, wo Rhodan erfährt, dass Lazaru der Anführer einer Verbrecherbande ist. Rhodan braucht nun einerseits einen Hypersender, um Hilfe herbeizurufen, andererseits einen Historiker, um mehr über die Hohen Herren und deren Brutkammer herauszufinden, denn er geht davon aus, dass die Regenten der Energie etwas damit zu tun haben. Die Grall-Prostituierte Q-Magali-Duzzan bringt Rhodan zu ihrem Vater U-Sima-Leshnar, der den Terraner über die Bedeutung des Armbands aufklärt. Es wurde aus Grall-Haut gefertigt und ist ein Symbol für die Versklavung dieses Volkes durch die Hohen Herren. Möglicherweise sind die Hohen Herren noch - oder wieder - auf Sepzim aktiv, denn seit einiger Zeit verschwinden viele Grall spurlos. Die Grall bringen Rhodan etwas in Verlegenheit, als sie andeuten, er sei möglicherweise ihr prophezeiter Erlöser. Man arrangiert ein Treffen mit dem Arkoniden Bazoka für ihn, von dem er mehr erfahren soll. Bazoka wird jedoch von Lazaru erschossen. Lazaru behauptet, Bazoka gehöre zu Rhodans Feinden. Scheinbar hat er Recht, denn plötzlich greifen Unbekannte an. Lazaru opfert sich, um Rhodan die Flucht zu ermöglichen.

Rhodan hat von Lazaru erfahren, dass die Brutkammer sich in einem bestimmten Berg des Xanado-Gebirges befindet. Mit dieser Information bewegt er Noarto dazu, ihn zu unterstützen - der Ara besitzt ein privates Hyperfunkgerät.

In der Brutkammer beschäftigt Perpet-Regent Sin-Toraghu sich damit, einem von vielen Grall, die in seiner Gewalt sind, das Gehirn zu entnehmen. Dass Rhodan lebend auf Sepzim angekommen ist, scheint er nicht zu wissen.

Kommentar

Ich kann diesen Erstlingsroman von Marc A. Herren weder als gut noch als schlecht bezeichnen, denn er hat mich schlicht und ergreifend völlig kalt gelassen. Herren meint es sicher gut, d.h. er versucht so viele originelle Ideen wie möglich in den Roman zu packen, damit überfrachtet er die Geschichte aber auch. Mir fehlt irgendwie die klare Linie, der rote Fadenů Wäre ich ein Literaturkritiker, könnte ich in wohlgesetzten Worten erklären, warum mich das Heft in stilistischer Hinsicht nicht so recht überzeugen konnte. Da ich keiner bin, versuche ich es lieber gar nicht erst.

Inhaltlich gibt's weniger zu bemängeln. Die Geschichte ist jedenfalls erheblich abwechslungsreicher als die letzten vier Baller-Romane, wenn der Roman auch mit einer eher sinnlosen Episode beginnt. Es mag ja eine nette Idee sein, Rhodans Kampf gegen den Roboter (nein, es ist kein Androide, auch wenn er ein organisches Gehirn hat, aber egal) aus der Sicht des Kunstwesens zu schildern. Aber dass es dem nur mit einer Stahlstange bewaffneten Menschen gelingt, eine hochgezüchtete Kampfmaschine im Nahkampf zu besiegen, setzt dem, was man in den letzten Romanen lesen musste, wirklich die Krone auf. Immerhin nennt das Bürschchen sich "Regentgardist", da sollte man doch annehmen, dass das Ding besonders leistungsfähig ist. Die lustigen Kämpfe gegen offenbar völlig vertrottelte Roboter entwickeln sich allmählich zu einer Art Running Gag. Vergleichbar vielleicht mit den Piraten, deren Schiff von Asterix und Obelix immer wieder quasi im Vorbeigehen versenkt wird.

Mit den Bezugnahmen auf Themen aus der Bibel kann ich mich auch nicht anfreunden. Dass Rhodan nicht so sehr vom eigenen Sendungsbewusstsein durchdrungen ist, als dass er sich gern zum Messias hochstilisieren lassen würde, und dass eine seiner diesbezüglichen Erinnerungen ihn auf Sepzim sozusagen wieder einholt, ist ja in Ordnung. Aber die Sache mit dem Gang durch die Wüste, den auch Jesus unternommen hat, oder die Gleichsetzung von Lazaru und Lazarus... das ist denn doch ein wenig allzu dick aufgetragen.

Dass ich mich frage, warum Lazaru seine Giftpillen nicht schon im Lager geschluckt hat, um sich zu befreien, dass ich auf die x-te Wiederholung des Unsterblicher-verliert-Zellaktivator-Szenarios gern hätte verzichten können, und dass mir die Gefangenenrevolte zu glatt geht, bemerke ich mal nur nebenbei.

J. Kreis, 02.06.2008


Deine Meinung?

(Bei Klick auf diesen Button öffnet sich ein Kontaktformular in einem gesonderten Fenster)


Zur Archiv-Startseite
Zur Perry Rhodan - Übersicht
Zur Zyklus-Übersicht
Zurück zu Nr. 4
Weiter zu Nr. 6