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Perry Rhodan Action Band 9: Der Zündermutant

Autor: Marc A. Herren

Inhalt

Während die Regenten der Energie verzweifelt versuchen, das in einem Ozean auf Falkan liegende Raumschiff AURATIA unter ihre Kontrolle zu bringen, wobei sie gegen Produkte ihrer eigenen Technologie kämpfen müssen (offenbar hat O-Mare-Teska seinerzeit auch die Roboter und die Brutkammer an Bord des Schiffes manipuliert), ersucht Perry Rhodan den arkonidischen Fürsten Athurn von Falkan um Hilfe. Ihre ersten Begegnungen verlaufen nicht besonders günstig, denn es behagt dem ambitionierten, stolzen Kolonialarkoniden gar nicht, Befehle vom Großadministrator des Vereinten Imperiums entgegennehmen zu müssen. Rhodan wird von Cosmai Cetera begleitet, weitere Unterstützung erhält er später von Iwan Iwanowitsch Goratschin, dem Zündermutanten. Rhodan begeht den Fehler, das Kommando über Fürst Athurns berühmte Jägerstaffel zu fordern, und nicht darum zu bitten. Der in seinem Stolz gekränkte Adlige schmiedet daraufhin Ränke gegen den verhassten Terraner und schafft es sogar, den treuen Iwan Goratschin gegen ihn aufzuhetzen. Dennoch stellt er ihm seine Streitkräfte für einen Angriff auf die AURATIA zur Verfügung. Zu allem Überfluss erscheint ein Grall-Kriegsschiff bei Falkan. Die Grall wollen sich niemals wieder von den Magadonen versklaven lassen, und sind bereit, gegen sie zu kämpfen. Einige Magadonen, die sie mitgebracht haben, sollen das Versteck der Regenten für sie aufspüren.

Derweil gelingt es den Regenten, die Schiffs-Brutkammer zu vernichten. Allerdings kommt einer von ihnen dabei ums Leben, er wird von Lok-Aurazin bewusst geopfert. Der Bordrechner "Klinge der Erkenntnis" kann aktiviert werden. Die Regenten beginnen umgehend damit, alle Kampfroboter in ihrem Sinne umzuprogrammieren. Der Prim-Regent ist mehr als nur erzürnt, als seine Spionsonden ihm ein Bild Perry Rhodans übermitteln. Er befiehlt einen Roboter-Großangriff, der Rhodan und dessen aus Grall, Magadu und arkonidischen Kampfjägern bestehenden Trupp in Bedrängnis bringt. Iwan Iwanowitsch Goratschin unterstützt Rhodan mit seiner verheerenden Zünderfähigkeit, steht sich aber wegen seines Loyalitätskonflikts selbst im Weg und wird schwer verletzt. Es gelingt Rhodan, Iwans Loyalität zurückzugewinnen. Dennoch scheint die Lage wegen der Übermacht der Roboter aussichtslos zu sein. Alle Magadu werden niedergemetzelt. Da tauchen Roboter vom Typ Regentengardist aus dem Ozean auf, vernichten die Täuscher und Verheerer - und verschwinden wieder. Es bleibt zunächst unklar, was sie dazu gebracht hat, Rhodans Trupp beizustehen.

Kommentar

Dieser Roman hinterlässt einen sehr zwiespältigen Eindruck. Auf der einen Seite stehen einige durchaus unterhaltsame Kapitel mit launigem Geplänkel zwischen Rhodan und einem typischen Arkoniden, und zwischen diesem Arkoniden und seinem Extrasinn. Die gehen zwar ein wenig im Robot-Geballer unter, auf das man in diesem Zyklus offenbar nicht verzichten will, aber das wäre ja noch zu verschmerzen. Wenn ich auch nicht behaupten kann, mich inzwischen daran gewöhnt zu haben. Aber dann gibt es da noch die Regenten. Die benehmen sich jetzt plötzlich wie nörgelige Gören im Kindergarten und haben nichts Besseres zu tun, als sich gegenseitig mit "Disziplinarverfahren" zu drohen. Als das nichts fruchtet, schickt Lok-Aurazin den größten Deppen bewusst in den Tod. Das ist geradezu unglaublich, wenn man bedenkt, wie sehr ihr Häuflein schon zusammengeschmolzen ist. Nur Vollidioten würden sich derart selbst schwächen, und leider muss man wirklich Zweifel am Geisteszustand der Regenten haben. Als ernstzunehmende Gegner kommen sie jedenfalls absolut nicht mehr in Betracht.

Auch Iwan Goratschins Schmollerei kann nicht überzeugen. Der gute Mann ist seit 1982 als Offizier des Mutantenkorps in Perry Rhodans Diensten (das sind bald 200 Jahre), war immer loyal und ist mit Rhodan durch so manchen gefährlichen Einsatz gegangen. Sein Verhalten in diesem Roman ist äußerst untypisch für diesen Charakter und kommt außerdem völlig unmotiviert. Welchen Grund hat er, sich jetzt plötzlich darüber zu grämen, dass man ihn als "Mutanten" bezeichnet, warum ist er jetzt plötzlich erbost darüber, dass er in einen möglicherweise tödlichen Kampf geschickt wird? Der Autor hätte sich wenigstens irgendeine Begründung für Goratschins schlechte Laune ausdenken können. Rhodan ist auch nicht besser. Warum verhält er sich bei dem Falkan-Grafen wie der Elefant im Porzellanladen? Oder warum geht er ihn überhaupt um Hilfe an? Er könnte doch endlich mal auf die Idee kommen, seine eigene Flotte herbeizurufen...

Der zweifelhafte Satzbau sowie die auffallend vielen Fehler in Wortwahl und Rechtschreibung erwecken darüber hinaus den Eindruck, man habe es mit amateurhafter Fan-Fiction zu tun. Das gilt vor allem für die unsäglich dämlichen Dialoge der Regenten. Aber wir wollen nicht überkritisch sein; im allgemein absinkenden sprachlichen Niveau aller PR-Serien sticht ein Roman wie dieser gar nicht mal allzu sehr negativ hervor.

Übrigens: Der Drachenharnisch des Grafen von Falkan ist eine Anspielung auf die Illochim aus der Atlan-Illochim-Taschenbuchtrilogie und dem PC-Adventure. Für die Action-Serie dürfte das aber bedeutungslos sein.

J. Kreis, 28.07.2008


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