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Perry Rhodan Extra 9: Gesänge der NACHT

PR Extra 9

Vorbemerkung

Dieses Sonderheft hat folgenden Inhalt:

Roman "Gesänge der NACHT" von Marc A. Herren mit umlaufendem Titelbild
CD mit Lesung der Novelle "Eine Nacht in Terrania" (Autor: Frank Borsch, Sprecher: Michael-Che Koch)
Achtseitige Farbbeilage "Die SOL 1347 NGZ" von Günter Puschmann

Handlung des Romans:

30. November 1347 NGZ: Die Retroversion der Negasphäre von Hangay wurde erfolgreich eingeleitet, KOLTOROC wurde besiegt. Alle Raumschiffe der Galaktiker, die in Hangay im Einsatz waren, werden vom GESETZ-Geber CHEOS-TAI in die Milchstraße transportiert. Dazu gehört auch die SOL.

Seit einigen Jahrzehnten lebt das inzwischen auf etwa 200.000 Personen angewachsene Volk der Mom'Serimer in der SOL. Die hektischen kleinen Wesen, deren Lebenserwartung sich nur auf durchschnittlich 20 terranische Jahre beläuft, haben die Bürgerrechte der LFT erhalten und betrachten den Hantelraumer als ihre Heimat. Sie bewohnen die von ihnen selbst konstruierte "Scherbenstadt" im SOL-Mittelteil. Da sie momentan keine Aufgaben haben, fühlen die Mom'Serimer sich unterbeschäftigt. Es kommt sogar zu schweren Fällen von Pfefferminzmissbrauch. Auf Anraten des alten Mom'Serimers Seramir, den Lord Remo Aratoster schon öfter insgeheim konsultiert hat, wird deshalb mit Billigung der Schiffsführung eine Art Olympiade der Mom'Serimer in der SOL organisiert.

Milo Aratoster, Remos neugieriger Sprössling, der trotz seines fortgeschrittenen Alters von acht Jahren noch nicht in die erste Geschlechtsphase eingetreten ist, belauscht das Gespräch seines Vaters mit Seramir und macht später die persönliche Bekanntschaft des geheimnisvollen Mom'Serimers. Niemand kennt dessen wahres Alter, aber schon allein die Tatsache, dass er vier statt der üblichen zwei Stirntentakel trägt, macht ihn zu etwas Besonderem. Seramir nimmt Milo als Schüler an und prophezeit ihm eine große Zukunft. Nach der Rückkehr ins Solsystem am 1. Dezember spricht Seramir öffentlich vor den Mom'Serimern und fordert sie auf, über ihre kosmische Bestimmung nachzudenken. Er stellt die Frage, ob das Volk durch die Integration in die LFT und das Leben in der SOL nicht dabei ist, seine Identität zu verlieren. Er findet in den folgenden Wochen viele Anhänger, die ihm den Beinamen "Prophet der NACHT" geben. Man munkelt, er sei (nach den Verhältnissen der Mom'Serimer) uralt und habe noch in der NACHT gelebt. Eines Tages sucht Seramir Fee Kellind auf, um sie zu fragen, ob sie einem Exodus aller Mom'Serimer zustimmen würde. Die Kommandantin der SOL gibt diese Frage am 22. Dezember an Perry Rhodan weiter, der eine gemeinsame Besprechung in der Solaren Residenz anberaumt. Von Milo erfährt er unter vier Augen, dass nicht alle Mom'Serimer die SOL verlassen wollen. Insbesondere Remo Aratoster ist gegen diesen Plan. Somit zeichnet sich eine Spaltung des Volkes der Mom'Serimer ab.

Seramir behauptet, er habe bereits eine Welt gefunden, auf der sein Volk eine neue Bestimmung finden könnte: Den dritten Planeten des Pelarga-Systems, gelegen im Milchstraßenzentrum am Rand des Peldron-Nebels, der bis 1331 NGZ in einem Hyperkokon eingelagert war. Da bekannt ist, dass TRAITOR dort wegen der Nähe zur Charon-Wolke einen Brückenkopf unterhalten hat, muss der Planet zunächst näher untersucht werden. Perry Rhodan nimmt persönlich am Flug der SOL nach Neu-NACHT teil - diesen Namen erhält der Planet von Seramir. Dort gibt es intelligentes Leben, das von der Terminalen Kolonne beinahe ausgerottet worden ist. Diese nicht-humanoiden Wesen verständigen sich über Blinksignale, und ausgerechnet Milo versteht ihre Sprache sofort. Er wird somit zu einem wichtigen Kontaktmann. Die Wesen werden als "Aurenspürer" bezeichnet, da sie in der Lage sind, die Aura eines jeden Lebewesens zu erkennen und zu deuten. Die Aurenspürer weisen die Galaktiker auf eine subplanetare Basis der Terminalen Kolonne hin, die das einzige Überbleibsel TRAITORS auf dieser Welt darstellt. Bei der Erkundung kommt es zu einem Angriff feindlicher Roboter, der jedoch abgewehrt werden kann. Es werden Tiefschlaftanks mit Mikro-Bestien gefunden. Rhodan ist nicht bereit, diese Anlagen einfach zu vernichten, denn damit würde er einen Mord an Hilflosen begehen.

Seramir verkündet, die neue Aufgabe der Mom'Serimer bestehe darin, die Basis zu bewachen und die Aurenspürer zu beschützen. Viele Mom'Serimer entwickeln daraufhin zu Rhodans Unbehagen einen beinahe schon religiösen Eifer. Plötzlich aktiviert sich eine Zentraleinheit der Basis selbsttätig. Sie versiegelt die Halle, so dass Perry Rhodan, Tangens der Falke und einige Wissenschaftler im Inneren gefangen sind - zusammen mit einer unbekannten Anzahl von Mikro-Bestien, die aus ihrem Tiefschlaf erwachen und sofort zum Angriff übergehen. Da die SERUNS der Galaktiker gestört werden, kommt es schnell zu Verlusten. Perry Rhodan gerät in Lebensgefahr, wird aber von Milo gerettet, der von einem Aurenspürer durch einen geheimen zweiten Eingang in die Basis geführt wurde. Milo vernichtet die Zentraleinheit, wird dabei aber selbst tödlich verwundet.

74.612 Mom'Serimer siedeln aus der SOL auf den Planeten über. Sie wollen dort eine ewige Wache antreten. Rhodan kann darin zwar nicht die "kosmische Bestimmung" erkennen, von der Seramir immer gesprochen hat - zumal es jetzt nichts mehr gibt, was bewacht werden müsste - aber er legt Seramir keine Steine in den Weg. Er vertraut dem Propheten, der beteuert, nur das Beste für sein Volk zu wollen. Auch SENECA bewahrt ein Geheimnis. In der Projektionsgestalt des Mom'Serimers Case hat der Zentralrechner der SOL Seramirs wahres Alter erfahren. Er verrät es aber niemandem.

Kommentar:

Marc A. Herren stellt unter Beweis, dass man keine gigantischen Raumschlachten, keine Ereignisse von kosmischer Tragweite, keine intergalaktischen Reisen, Zeitparadoxa usw. braucht, um einen netten, unterhaltsamen Roman zu schreiben, wenn man es schafft, die Hauptfiguren zum "Leben" zu erwecken und dem Leser sympathisch werden zu lassen. Und dieses Kunststück hat Herren im Fall von Fee Kellind, Milo Aratoster und selbst Perry Rhodan definitiv fertig gebracht. Gute Geschichten handeln nun einmal - wie ich finde - von Menschen (oder eben von Mom'Serimern), ihren Gedanken und Gefühlen, ihren Sorgen und Freuden. Genau darauf konzentriert sich der Autor, und das tut dem Roman sehr gut.

Das ist auch nötig, weil die Handlung ansonsten nicht so spektakulär ist und vor allem nicht die Erwartungen erfüllt, die vermutlich nicht nur ich hatte. Ich hatte nämlich gehofft, man würde etwas über das weitere Schicksal der SOL in den Jahren zwischen 1347 NGZ und 1463 NGZ erfahren, aber darum geht es hier nicht. Im Grunde erfahren wir kaum mehr, als dass sich das Volk der Mom'Serimer in zwei Stämme spaltet - wer gehofft oder befürchtet haben sollte, die quirligen kleinen Burschen würden endgültig aus dem Bordalltag der SOL verschwinden, hat sich geirrt - und dass es in der Milchstraße sehr wohl noch Hinterlassenschaften TRAITORS gibt, von deren Existenz die Terraner bisher nichts wussten. Es ist zwar ein bisschen inkonsequent, den größten Teil der Mommsen-Population in der SOL zu belassen, aber andererseits wäre es schade gewesen, die sympathischen Nervensägen ganz zu verlieren.

Am Aufbau des Romans könnte man vielleicht bemängeln, dass die Mommsen-Olympiade, deren Vorbereitung ja nicht eben wenig Raum einnimmt, praktisch ausgeblendet wird (anscheinend hat sie gar nicht stattgefunden, aber darauf wird nicht näher eingegangen), und dass die Auflösung ein bisschen überhastet bzw. unbefriedigend wirkt. Was z.B. hatte es denn nun wirklich mit Seramir auf sich? Ist er evtl. ein besonders langlebiger Mutant? Konnte er Ereignisse vorhersehen oder hat er nur gut geraten? War sein etwas pathetisches Gerede von kosmischer Bestimmung ernst gemeint oder sollte es nur als Vorwand dafür dienen, die Mom'Serimer aus dem Dunstkreis der Terraner bzw. der Solaner herauszuholen? Und was das angeht: Warum hielt er das für nötig? Wenn wirklich die Gefahr bestanden haben sollte, dass die Mom'Serimer ihre Identität als Volk verlieren, so ist das zumindest in diesem Roman nicht deutlich genug rübergekommen. Man kann für die "Aussiedler" nur hoffen, dass sie nicht so bald etwas von dem Betrug erfahren, auf den sich ihre neue Existenz gründet - eigentlich ist ihre Anwesenheit auf Neu-NACHT weit sinnloser als ihr bisheriges Leben in der SOL. Dort waren sie ja schon mehrmals an wahrhaft kosmischen Geschehnissen beteiligt.

Auch kann ich mir nur schwer vorstellen, wie Milo, ein noch junger Mom'Serimer, einen Terraner - komplett mit vermutlich tonnenschwerem SERUN - aus der Gefahrenzone zerrt. Aber wahrscheinlich hatte er einen Mommsen-Spezial-SERUN mit Kraftverstärkern an. Überhaupt: Ich will nicht überkritisch sein, schließlich hat mir der Roman sehr gut gefallen. Ich fand zum Beispiel Fee Kellinds philosophisch angehauchte Gedanken bei der Heimkehr der SOL sehr schön. Diverse kleine Episoden aus dem Alltagsleben (etwa Fees Körperpflege oder das Essen mit Rhodan im Restaurant Marco Polo) lockern den Roman weiter auf. Auch Selbstironie fehlt nicht. So sagt Rhodan z.B., die Öffentlichkeit reagiere gereizt, wenn er zwischen Energiestrahlen hindurch renne...

Das Extraheft enthält einige Farbseiten mit Impressionen aus der SOL, die es verdient hätten, im Posterformat veröffentlicht zu werden, sowie die von Frank Borsch verfasste und von Michael-Che Koch kongenial gelesene Novelle "Eine Nacht in Terrania". Handlungszeit ist die Silvesternacht 1401/1402 NGZ. Es geht um ein außerirdisches Krakenwesen, das sich von Menschen verfolgt fühlt, die seinesgleichen als Cocktailsnack verputzen. Perry Rhodan sorgt mit seiner gut gemeinten Fürsorge für gefährliche Missverständnisse und Gucky muss wieder einmal rettend eingreifen - diesmal als Mutter-Ersatz... Eine köstliche, hintergründige Geschichte, die nicht nur zum Lachen, sondern auch zum Nachdenken anregt. Darin heißt es übrigens wieder (vgl. auch Kommentar zu PR 2517, Rhodan sei nicht mehr Resident. Er habe dieses Amt vor einigen Jahren aufgegeben.

J. Kreis, 17.11.2009

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