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Perry Rhodan

Glossar


Hyperimpedanz

Im Mai 1312 NGZ warnt der Roboter Cairol die Terraner davor, daß die Kosmokraten den hyperphysikalischen Widerstand im gesamten Universum erhöhen werden, um die Ausbreitung des Lebens einzuschränken. Der hyperphysikalische Widerstand wird kurz Hyperimpedanz genannt. Er ist eine schon lange bekannte Funktion der Hyperfrequenz, die von verschiedenen Randbedingungen abhängig, also nicht konstant ist. Die Hyperimpedanz ist z.B. im Galaktischen Zentrum, wo die Sonnen besonders dicht stehen, stark erhöht und führt dort zu heftigen Hyperstürmen. Daß die Hyperimpedanz sich schon seit geraumer Zeit in allen Bereichen des Universums verändert, ist ebenfalls keine neue Information. Die Veränderungen waren jedoch bisher immer geringfügiger Natur. In den Jahren nach 1312 NGZ, insbesondere im September 1331, nehmen diese Veränderungen jedoch dramatisch zu. Im gesamten unteren Bereich des hyperenergetischen Spektrums (Frequenzbereich bis ca. 6,8 x 1013 Kalup) wird ein extremer Anstieg des Energieverbrauchs für die Erzeugung hyperenergetischer Wirkungen (die gleichzeitig immer schwächer werden) festgestellt. Die Bereiche des Hyperspektrums, in dem PSI-Kräfte angesiedelt sind, scheinen dagegen nicht betroffen zu sein. Den höchsten Wert erreicht die Hyperimpedanz am 11.09.1331 NGZ, danach ist kein weiterer Anstieg mehr meßbar.

Die erhöhte Hyperimpedanz hat mehrere teils katastrophale Folgen im gesamten Universum:

1.: Jedes technische Gerät, das auf Hypertechnologie basiert, verbraucht bei stark verringertem Wirkungsgrad enorme Mengen von Energie, die verwendeten Hyperkristalle werden innerhalb kürzester Zeit "ausgelaugt", zerfallen zu Staub und müssen ausgetauscht werden. Am haltbarsten erweisen sich hierbei Khalumvatt-Kristalle. Die Benutzung von Transmittern für den Personenverkehr wird unmöglich, weil der Prozentsatz in Verlust geratener Sendungen extrem ansteigt. Ferntransmitter sind hiervon ganz besonders betroffen. Ähnliches gilt auch für Transformkanonen: Diese Waffen haben jetzt nur noch eine Reichweite von etwa einer Million Kilometern, das größtmögliche verwendbare Kaliber liegt bei nur 500 Megatonnen Vergleichs-TNT. Metagrav-Triebwerke können nicht mehr verwendet werden. Standard in der Raumfahrt sind künftig die alten Lineartriebwerke. Raumschiffe können Überlichtgeschwindigkeit nur noch mit extremem Energieaufwand erreichen und werden nach Etappen von maximal 50 Lichtjahren wieder in den Normalraum zurückgeschleudert. Der maximal mögliche Überlichtfaktor beträgt eine Million, erreicht wird in der Regel aber nur die Hälfte. Auch der Sublichtflug unterliegt Einschränkungen. Die Reichweite des Hyperfunks ist auf wenige Lichtjahre begrenzt, es müssen wieder Funkbrücken mit Relaisstationen eingerichtet werden. Somit sind alle Welten der galaktischen Großreiche zunächst isoliert, bis auf Alttechnologie umgestellt werden kann. Die auf interstellaren Warenaustausch gegründete Wirtschaft bricht zusammen, auf vielen Planeten herrscht das Chaos.

2.: Es ist nicht mehr möglich, Energie aus dem Hyperraum zu zapfen. Gravitraf-Speicher verlieren rapide an Speicherfähigkeit, es kommen wieder Kugel- und Ringspeicherbänke zum Einsatz. Die Energieversorgung wird künftig vorwiegend durch weiterentwickelte NUG-Schwarzschild-Reaktoren sichergestellt. Alle Syntroniken fallen komplett aus, NATHAN muss auf biopositronischen Betrieb umgestellt werden. Die Kristallschirme des Solsystems und Arkons fallen ebenfalls aus. Formenergie-Objekte und ähnliches werden wegen des gigantischen Energieverbrauchs nicht mehr eingesetzt.

3.: Heftige Raumbeben erschüttern insgesamt 10 über die ganze Galaxis verteilte Raumsektoren. Einer dieser Bereiche befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Hayok-Sternenarchipel. Dort erscheinen am 02.09.1331 NGZ aus dem "Nichts" plötzlich Sterne und Sonnensysteme, bis der vormals leere Sektor von einem neuen Sternhaufen mit 220.000 Sonnenmassen ausgefüllt ist, dessen Sonnen das gleiche Alter haben wie diejenigen des Hayok-Sternarchipels. Die Sonnen waren im Hyperraum "versteckt" und fallen wegen der erhöhten Hyperimpedanz in den Normalraum zurück. Die neuen Sonnen sind zunächst ausschließlich hyperphysikalisch anmeßbar. Das ganze Gebiet steckt in einer Art hyperphysikalischem "Kokon", der sich allmählich dem Normalraum angleicht. Der Name des Sternhaufens ist Sternenozean von Jamondi. In unmittelbarer Nachbarschaft des ca. 500 Lichtjahre vom Solsystem entfernten Pfeifennebels erscheint nach heftigen Raumbeben ein weiterer Sternhaufen mit 65 Lichtjahren Durchmesser und 120.000 Sonnenmassen, der ebenso wie der Sternenozean von Jamondi noch in einem Hyperkokon hängt. Auch in Thantur-Lok, dem Kernbereich des Kristallimperiums, "rematerialisiert" eine Ansammlung von Sonnen, sie erhält den Namen "Dashkon Sternwolke".

4.: Hyperstürme treten als Sekundäreffekt der erhöhten Hyperimpedanz überall vermehrt auf und dauern erheblich länger als bisher. Sie erreichen bis dato unbekannte Stärken und übertreffen damit teilweise noch die Stürme, die vor Jahrzehntausenden die "Archaischen Perionden" Arkons eingeleitet haben. Durch diese überstarken Stürme werden immer wieder sogenannte "Tryortan-Schlünde" aufgerissen, in denen jegliche Materie entstofflicht wird. Im Antares-Gebiet der Milchstraße entsteht das Sternenriff: Eine Zone schwerster und vor allem permanenter Hyperstürme, in der ein Manövrieren unmöglich ist. Sol verwandelt sich in ein kosmisches Leuchtfeuer und emittiert Strahlung mit einer sechsdimensionalen Komponente.

5.: Das Sternenfenster erlischt, so daß die Wurme der Aarus in der Milchstraße stranden.