PR 2937
© Pabel-Moewig
Verlag KG, Rastatt



Perrypedia



Archiv-Startseite
PR - Übersicht
Heftromane
Zyklus-Übersicht
« PR 2936 «
» PR 2938 »
Perry Rhodan Nr. 2937: Das Zerwürfnis

Autor: Wim Vandemaan

Inhalt

Opiter Quint, Ernst Ellert und Zau finden sich nach anfänglicher Verwirrung im Bewusstsein Khuulespius wieder. Der Thoogondu hat vor gut 30.000 Jahren auf Thoo die Re-Engrammatik entwickelt, eine Technik, mit der sich Erinnerungen löschen, überschreiben und in verschiedenen Trägermedien speichern lassen.

Khuulespiu arbeitet mit besonderen Hyperkristallen, die in winzigen Mengen aus Neutronensternen gewonnen und hyperenergetisch aufgeladen werden. Man bezeichnet sie nach ihrem Schöpfer, dem Hyperphysiker Hooronon, als Hooris-Kristalle. Es handelt sich um 5-D-Strahler mit sechsdimensionaler Tastresonanz. Ihr Schwingungsmuster ähnelt den neuronal-mentalen Prozessen, die das Bewusstsein eines Lebewesens ausmachen, und können diese spiegeln. Ein Kind, das mit ansehen musste, wie seine Eltern bei lebendigem Leib verbrennen, ist die erste Person, bei der die Re-Engrammatik angewendet wird. Die Erinnerung an das traumatische Erlebnis wird dem kleinen Mädchen genommen, so dass sie ein glückliches Leben bei Pflegeeltern führen kann, die sie für ihre echten Eltern hält. Die Technik wird in der folgenden Zeit weiter verfeinert, Subventionen fließen. Über 5000 besiegte Piraten, die ansonsten hätten hingerichtet werden müssen, können re-engrammiert werden und dürfen weiterleben. Dennoch hat Khuulespiu Bedenken, denn natürlich könnte die segensreiche Erfindung leicht missbraucht werden.

Khuulespiu freundet sich mit dem Xenopsychologen Madronoor an und wird zu einem von vielen Gespielen Paosoydees, der schönsten Tochter des Gondus. Madronoors Forschungsgebiet ist eine als Wanderer bekannte Superintelligenz, die als Förderer der Thoogondu gilt, im alltäglichen Leben aber praktisch keine Rolle spielt. Von Paosoydee wird Khuulespiu in die Gilde des Gondus aufgenommen, eine der Öffentlichkeit nicht bekannte Organisation, die Aufgaben übernimmt, von denen der Herrscher offiziell nichts wissen will und zu der auch Madronoor gehört. Paosoydee spricht von einem geheimen Krieg, der angeblich das gesamte Gondunat bedroht. Eines Tages wird Khuulespiu nach Sashento gerufen. Auf dieser in der Zentrumsregion der Galaxie Poshcooris gelegenen Welt haben sich sechsgliedrige Riesenwesen in den Kampf der Thoogondu gegen die weit unterlegenen Gansan eingemischt. Dabei ist Khuulespius als Logistikdirektorin in der Flotte dienende Schwester Nalanaodir gestorben. Nur durch massiven Beschuss aus schweren Schiffsgeschützen ist es gelungen, den Schutzschirm des Raumers der Fremden zu knacken und zwei von ihnen zu töten. Der dritte konnte gefangen genommen werden, doch zuvor hat er Nalanaodir getötet.

Khuulespiu soll nun das Gedächtnis des Fremden auslesen, während sich andere Spezialisten um die Positronik des schwarzen Kugelraumers kümmern. Der Gigant stellt sich als Haluter namens Nor Efech vor. Er bedauert Nalanaodirs Tod. Dennoch halten die Thoogondu ihn und seinesgleichen für Bestien. Es gelingt den Thoogondu nicht, dem Haluter oder der Schiffspositronik die Koordinaten der halutischen Heimatwelt zu entreißen. Die Technik der Riesen ist nun allerdings kein Geheimnis mehr für die Thoogondu. Sie statten Nor Efech mit falschen Erinnerungen aus und lassen ihn mit seinem instandgesetzten Schiff frei. Ein Notruf an die Haluter wird ausgestrahlt, in dem von einer Sternenregion die Rede ist, in der angeblich eine hoch ansteckende, unheilbare und für Haluter tödlich verlaufende Krankheit grassiert. Dann stürzt sich Nor Efech mit seinem Schiff in eine Sonne. Der Gondu ruft eine Spezialeinheit ins Leben: Die Bestienjäger.

Zwanzig Jahre nachdem der Wanderer Station im Relais auf Thoo gemacht hat, wird Khuulespiu Zeuge des ersten Einsatzes des Gravitationssuspensors. Der zur Gilde des Gondus gehörende Stellaringenieur Buutrondh hat das Aggregat zum Zwecke der "Zähmung" von Protuberanzen entwickelt, damit sonnennahe Planeten gefahrlos genutzt werden können. In Wahrheit ist der Gravitationssuspensor eine schreckliche Waffe, mit der man das Magnetfeld einer Sonne zum Zusammenbruch bringen kann. Am Ende des so in Gang gesetzten Prozesses ist nichts mehr von der Sonne übrig, was gleichbedeutend mit dem Ende aller Planeten des Systems ist.

Es vergehen fast dreißig Jahre, bis Buutrondh erkennt, für welche Zwecke seine Erfindung sowie die Re-Engrammatik eingesetzt werden. Durch Gedächtnismanipulation via Satelliten wird ganzen Planetenbevölkerungen die Überzeugung eingeimpft, die Thoogondu seien ihre Wohltäter, der Wanderer dagegen sei zu fürchten. Gleichzeitig werden ihre Sonnen mit Gravitationssuspensoren vermint. Es handelt sich um ein Komplott, hinter dem möglicherweise der Gondu selbst steckt, auf jeden Fall aber hochrangige Machthaber. Diese führen Krieg gegen den Wanderer und wollen ihn in ihre Dienste zwingen. Die Superintelligenz soll dazu gebracht werden, die Bewusstseinsinhalte re-engrammierter Völker in sich aufzunehmen. Bei Überschreitung einer kritischen Masse wären diese in der Lage, das Kollektivwesen von innen heraus zu übernehmen. Der Wanderer hat seine Unterstützung der Thoogondu an die Bedingung geknüpft, dass sie dem Untersagten Sternenkreis fernbleiben. Nun hat die Gilde diese Region doch erforscht und ein System entdeckt, in dem ein Metall vorkommt, welches den Hooris-Kristallen ähnelt. Buutrondh bemerkt, dass man ihn ins Visier genommen hat. Er deponiert seine Erkenntnisse in einem gesicherten Datenträger, den er seinem Schüler anvertraut. Im Falle seines Todes soll Khuulespiu die Datenkapsel erhalten.

Einen Monat später fällt Buutrondh einem "Unfall" zum Opfer. Khuulespiu erfährt somit von dem geplanten Komplott, das schon wenig später in die Tat umgesetzt wird. Innerhalb weniger Jahre werden drei Sonnensysteme vernichtet. Die Thoogondu lassen es so aussehen, als wüssten sie selbst nicht, welche Ursache diese "Sternenpest" hat. Jedes Mal wird der Wanderer um Hilfe gebeten und stets nimmt er die dem Untergang geweihten Völker in sich auf. Milliarden von re-engrammierten Bewusstseinsinhalten sammeln sich in dem Kollektivwesen an. Insgeheim schickt Khuulespiu einen Hypersender ins All, der einen Funkspruch mit der Wahrheit absetzt. Die Machthaber des Gondunats behaupten, dass die Gansan dahinterstecken. Angeblich wollen sie einen Keil zwischen die Thoogondu und den Wanderer treiben. Der Gondu wird zur Bleibe des Wanderers gerufen und kehrt nicht zurück. Die Thoogondu müssen Poshcooris und Cooris verlassen. Niemandssohn sucht Khuulespiu auf und bietet ihm eine besondere Art der Unsterblichkeit an. Khuulespius Bewusstsein wird in eine hyperkristalline Struktur eingebettet und fungiert fortan als Wächter von Thoo. Seine Erinnerungen sind das Protokoll des Zerwürfnisses. Auch Khuulespius Hass auf den Wanderer wird für immer konserviert; er hält es für ein gewaltiges Unrecht, dass sein ganzes Volk aufgrund der Taten der Herrschenden bestraft wurde.

Damit endet das Protokoll des Zerwürfnisses. Am 27. November kehren Quint, Ellert und Zau in die Realität zurück.

Kringels Meinung:

Und wieder ein Roman von Hartmut Kasper, den ich wirklich mit großem Vergnügen gelesen habe. Das liegt hauptsächlich an Kaspers Formulierkunst, aber auch an der interessanten Frage, die hier aufgeworfen wird. Was ist besser: Jemandem Erinnerungen zu nehmen, an denen er möglicherweise zerbrechen wird, oder ihn damit leben zu lassen, so dass er daran wachsen kann? Soll man riskieren, dass sein Leben durch die Erinnerung an ein schreckliches Ereignis zerstört wird - in der Hoffnung, dass das nicht geschieht und dass er gestärkt aus der Krise hervorgeht? Schwierig. Wie soll sich eine Persönlichkeit ausbilden, wenn nicht durch prägende, wenn auch traumatische Erlebnisse, durch positive und negative Erfahrungen? Ich lege wahrhaftig keinen Wert darauf, bestimmte Episoden meines Lebens noch einmal durchmachen zu müssen, aber mir ist bewusst, dass sie für meine persönliche Entwicklung wichtig waren. Wäre eine Schonung des Betreffenden durch Re-Engrammierung nicht eher unmoralisch, selbst wenn die "schlechten" Erinnerungen nicht durch irgendwelche anderen ersetzt werden würden? Wer entscheidet, wodurch sie ersetzt werden und wie sich die betreffende Person somit weiterentwickelt? Natürlich sind die heutigen Thoogondu über dieses Stadium längst hinaus ...

Ich kann ja verstehen, dass ES die Thoogondu nicht in der Nähe seines Sitzes haben wollte. Außerdem war die Superintelligenz sicher nicht erfreut über das Herumschnüffeln der Thoogondu im Solsystem (das in der Handlungszusammenfassung erwähnte System im Untersagten Sternenkreis kann nur das Solsystem sein, Zeut bestand bekanntlich zum größten Teil aus PEW-Metall). Aber hat ES das Problem durch die Verbannung der Thoogondu gelöst? Wohl kaum. Schließlich besitzen die Thoogondu die Technik zur Gedächtnismanipulation und zur Vernichtung von Sonnen noch immer. Damit haben sie ja in Sevcooris und der Milchstraße (Taltaan, siehe PR 2900) schon wieder viel Schaden angerichtet. Warum also hat ES so kurzsichtig gehandelt? Niemandssohn behauptet, ES hätte die Macht im Gondunat übernehmen müssen, um die Verantwortlichen zu bestrafen. Ich finde, damit macht der Autor es sich zu leicht. ES ist immerhin eine Superintelligenz, dürfte also geeignete Mittel und vor allem viel Zeit gehabt haben, um einen gesellschaftlichen Wandel bei den Thoogondu herbeizuführen. Zumindest wissen wir jetzt, welchen Grund die Verbannung wirklich hatte. Die Idee, eine Superintelligenz durch Einspeisung von gezielt manipulierten Bewusstseinsinhalten zu korrumpieren, hat was für sich. Was wohl aus den Milliarden geschehen ist, die bereits absorbiert wurden?

Wer PR-Romane kommentiert, wird irgendwann feststellen, dass dieselben Kritikpunkte immer wieder vorzubringen sind, weil die Autoren bestimmte Handlungsschemata und Erzählmuster ständig wiederholen. Zum Beispiel die Enthüllung von Geheimnissen oder die Vermittlung von Hintergrundinformationen durch "Lebensgeschichten". Mit schöner Regelmäßigkeit werden die Erinnerungen von Schlüsselfiguren auf Perry Rhodan und Konsorten übertragen oder ähnliches. Allein im aktuellen Zyklus ist das schon mindestens fünfmal geschehen, siehe PR 2905, 2910, 2913, 2925 und den Roman von dieser Woche.

Wie schon letzte Woche werden erneut die Haluter eingebunden. Im Roman heißt es, es habe schon vor der Sache auf Sashento Zusammentreffen zwischen Thoogondu und Halutern gegeben. Die Haluter seien jedes Mal entkommen. Das bedeutet aber doch, dass sie von der Existenz der Thoogondu gewusst haben müssen, oder? Verschweigen sie das bewusst? Ich frage mich, ob ein Zusammenhang zwischen den Geschehnissen vor 30.000 Jahren und der jetzigen Haluterseuche besteht.

J. Kreis, 02.12.2017


« PR 2936 «
» PR 2938 »






Gastkommentare


Neueste Kommentare stehen oben.


Gastkommentare werden nicht von J. Kreis verfasst und dürfen nicht auf anderen Homepages oder in Printmedien weiterverwendet werden.


Hans (03.12.2017):

Die Preiserhöhung um 10 Cent habe ich letzte Woche gar nicht bemerkt da ich gleichzeitig noch eine Zeitschrift mitbezahlte - muß wohl teurer geworden sein als ich die 5 Wochen abstinent war. Das von mir monierte PR-Extra Nr. 16 ist DOCH hochglanz-kaschiert, da hab ich in diesem Punkt letzte Woche Unsinn geschrieben, sorry.
Die ersten 15 Seiten des aktuellen Romans ziehen sich etwas träge dahin könnte von Michelle Stern geschrieben sein, grins. Ich mag ihre Romane, nur ihre aktuellsten fand ich langweilig. Ab S.16 wird es dann interessanter. Bin zwar kein Fan von solchen Biographien aber zum Transport von Infos sind diese doch ganz hilfreich, wie zuletzt bei Zau.
Mit deiner Frage nach der Haluterseuche hatte ich mich ja letzte Woche schon ausgiebig befasst. Gerade drängt sich mir folgendes auf:
1. die Haluter haben ein Verschwiegenheits-Abkommen mit ES
2. sie verschwiegen das Gondunat aus freien Stücken
3. Das Gondunat ist eine gewaltige kontra-kausale Raumzeitplastik (was ich schon zu Beginn des Teil-Zyklus vermutete)
Auffallend oft wurde das Volk der Calurier im Heft erwähnt. Was haben die mit all dem zu tun? Fartuloon war ein Calurier und Mentor Atlans.
Die Waffe des Sonnenmörders: lauert hier die Ekpyrosis?
Klar ist jetzt warum ES so sauer war, von so einer versuchten Manipulation einer SI durch das zentrale Hilfsvolk hört man in der Serie glaube ich das erste Mal. ES hätte mit gleicher Münze zurückzahlen können um die Thoogondu wieder auf Linie zu bringen - Manipulieren - was er nicht wollte und zudem haben seine Favoriten mehrfach Genozid begangen nur um ihn irgendwann zu kontrollieren. Hätte er sie behalten wäre das Risiko bestanden, daß er selbst mittelfristig zur negativen SI wird, Anti-ES war sicher begeistert vom Gondunat und ES hatte damals seinen negativen Anteil noch nicht abgestoßen. Ich finde die Erklärung des Zerwürfnisses durchaus glaubhaft.
Heute möchte ich noch die Gelegenheit nutzen um mal zu zeigen, wie ich mir das Ende des Teil-Zyklus vorstelle. Könnte ein ganzer Roman werden wenn ich die Zeit finde. Das müßte man sich in den 2990er Bänden vorstellen. Soviel hab ich schon mal geschrieben:
Fan-Fiction
"Begegnung in der Nicht-Zeit
Unterwegs mit dem Schiff der Kosmokraten"
1.
Perry stand in der Hauptleitzentrale seines derzeitigen Schiffs. Die AMTERIA war ein graziler Gigant, exakt 7000 Meter lang, am Heck hatte der Raumer einen runden Querschnitt und nur noch eine Breite von 650 Metern, der Bug lief in einer feinen Antenne von nur sieben Zentimetern Dicke aus. Die Schiffshülle schimmerte golden von Carit, alles zusammen hatte Ähnlichkeit mit einem verspielt konstruierten Turm oder dem Horn eines Einhorns. So genau konnte man das nicht sagen, die Schiffsform fluktuierte leicht. Wellen liefen den Turm hinab was zu Änderungen des Durchmessers führte die aber niemals mehr als wenige Prozent betrugen. Nach exakt sieben Minuten kehrte sich die Richtung der Wellen um, diese bewegten sich dann von der Basis des Turms aufwärts bis zu seiner Spitze. Ein scheinbar ewiges Spiel. Das Schiff hatte einst als einer von etlichen Türmen auf der Plattform der Kosmischen Fabrik MATERIA gestanden. Bei der Schlacht am Zentrumsblackhole wurde es abgekoppelt, nur wenige Sekunden bevor der endgültige Untergang über die Fabrik hereinbrach. Das Schiff war aus dem Stand in den Hypertaktflug gegangen, niemand in der Galaktischen Flotte hatte das damals bemerkt. Zumindest hatte das Cairol VIII verlauten lassen als er dem ehemaligen Großadministrator das Raumschiff übergeben hatte. So ganz nebenbei beglückwünschte er nachträglich Rhodan noch zu der legendären Schlacht die im Verlust der Kosmische Fabrik endete. Wieder einmal schien es Rhodan, der bei dieser Schlacht überhaupt nicht anwesend gewesen war, als ob es die Kosmokraten nur zu gerne gesehen hätten wenn er als Anführer der gesamten Galaxis tätig würde. Sei es wie es sei, dachte Rhodan. Ohne diesen damaligen Erfolg wäre die Eliminierung Thoregons nicht so einfach geworden, die Fabrik hatte während der Kämpfe alles gegeben und es waren damals in angrenzenden Sektoren Helioten Thoregons zugegen, unsichtbar für die galaktischen Ortungssysteme, klar sichtbar für die Besatzung MATERIAS. Cairol hatte bei diesen Erklärungen tatsächlich breit gelächelt, was Rhodan bei einem Roboter der Kosmokraten bisher noch nicht erlebt hatte. Er kam ins Grübeln.
Eigentlich war es längst überfällig gewesen, daß ihm die Kosmokraten ein Schiff zur Verfügung stellten dachte Perry während er sich mit dem Handrücken über die Stirn fuhr. Hatte er doch unwissentlich die letzten Jahrhunderte genau das getan was auch ein aktiver Ritter der Tiefe erledigt hätte. Cairol VIII hatte ihn auch ausdrücklich zur Vernichtung von KOLTOROC beglückwünscht. Das alles kam etwas sehr spät, Jahrhunderte zu spät aber Rhodan konnte nicht wählerisch sein, die AMTERIA war seine einzige Möglichkeit um nach seinem verschollenen Freund Atlan zu suchen. Die vergangenen Monate waren schwierig für ihn gewesen, er hatte die RAS TSCHUBAI in Sevcooris zurückgelassen um die gewählte Präsidentin des ZSI bei den Aufräumarbeiten nach dem erbittert geführten Bürgerkrieg zu unterstützen.
Sein Gedankenfluß kam ins Stocken. Germo Jobst materialisierte auf einer Plattform des bordinternen Transportsystems. Die Kabinentrakte der Besatzung befanden sich einige Kilometer weiter oben im Turm. Antigravschächte suchte man vergebens an Bord der AMTERIA. Um von A nach B zu kommen war man auf die internen Transmitter angewiesen. Sie waren nun schon fast zwölf Wochen in der Synchronie unterwegs und das interne Transport-System arbeitete wirklich perfekt, keinerlei Zwischenfälle wurden gemeldet. Ein Nutzer verspürte nicht den leichtesten Entzerrungsschmerz. Sobald man eine Plattform betrat dachte man kurz an den Ort im Schiff wo man hin wollte, ein goldenes Leuchten, von wirbelnden kobaltblauen Partikeln durchsetzt, bildete sich um das Individuum. Sobald dieses abflaute wie ein leichter Windstoß im Sommer befand man sich auf der nächstgelegenen Plattform des Ortes im Schiff den man der Bordintelligenz gedanklich als Ziel angegeben hatte. In der Hauptleitzentrale gab es insgesamt sieben dieser Plattformen, was dem kuppelförmigen Raum den man auch als Dom bezeichnen konnte angemessen war. Prompt materialisierten sich in kurzer Folge zwei weitere Besatzungsmitglieder. Lua Virtanen und ihr Freund Vogel Ziellos. Germo Jobst hatte bereits etwa zehn Meter zurückgelegt, Perry ging ihm entgegen, wies mit der Hand auf die Sitzgruppe vor dem imposanten Ortungsterminal. Perry musterte sein Gegenüber nachdem sich beide in die Kontursessel hatten fallen lassen. Jobst hatte sich von einem Teenager zu einem hoch aufgeschossenen, schlaksigen Mann entwickelt. Er war mittlerweile fast 50 Jahre alt, trug einen Vollbart, verwuscheltes braunes Haar und wußte oft nicht wohin mit seinen sehr großen Händen. "Hast du es wieder gespürt? " Perry blickte ihn aufmunternd an. "Laß es mich mal so sagen, es macht mir keine Angst mehr. Ich vermute stark, daß wir Atlan bald finden werden." Germo war am Anfang ihrer Reise sehr oft zu Rhodan gekommen um über seine Ängste zu sprechen, die Angst zu versagen, zu spät zu kommen. Jobst konnte Atlans Anwesenheit in der Synchronie spüren, grauenvolle Alpträume hatten ihn am Anfang ihrer Reise gequält. Das schien jetzt vorbei zu sein. Die Suche nach Atlan hatte oberste Priorität. Rhodan brauchte endlich Antworten, hatte den alten Arkonidenhäuptling zuletzt vor mehr als 30 Jahren gesehen als sich die Wege der ATLANC und der RAS TSCHUBAI trennten. Atlan flog weiter auf seinem Weg zu Thez, Rhodan verschlug um es um etliche Millionen Jahre in die Vergangenheit der Milchstraße. Die späteren Erlebnisse in der Heimatgalaxis der Tiuphoren hatte er so gut wie verdrängt, insbesondere seinen zeitweiligen körperlichen Tod. Cairol hatte Rhodan glaubhaft versichert, daß die AMTERIA sehr viel schneller die Synchronie durchqueren würde als es die ATLANC seinerzeit tat. Lua und Vogel hatten ausführlich darüber berichtet. Zu Verlusten an Vitalenergie und Gendefekten würde es nicht kommen, auch nicht für die Besatzungsmitglieder ohne Zellaktivator von denen es genau 150 gab. Rhodan hatte ein Raumlandebataillon der TSCHUBAI mit auf die Reise genommen dazu etliche Wissenschaftler, Ärzte und Sanitätspersonal. Man wußte nicht was am Ziel der Reise wartete. Cairol hatte Rhodan auf seinem Schiff, der Kobaltblauen Walze HARMONIE DER ORDNUNG eine Bildfunkverbindung zur LFG-Regierung auf Terra geschaltet bevor er ihm sein neues Schiff übergab. Perry war auf dem laufenden darüber was sich in der Heimatgalaxis seit seinem Aufbruch in das Goldene Reich alles ereignet hatte. Die HaLem-Armee, mit der alles begann, war zuletzt verschwunden, hatte mit einem skurillen Konglomerat aus Bauwerken den Platz getauscht - eine der vielen kontra- und auto-kausalen Raumzeitplastiken die die Lokale Gruppe in immer schnellerer Abfolge heimsuchten. Die skurillen Gebäude beherbergten einen Sotho Rel Kamer, der die LFG-Regierung unmißverständlich dazu aufgefordert hatte ihm die Befehlsgewalt über das Solsystem zu übertragen. Es hatte sehr düster ausgesehen für Terra da der Sotho zwei Tage nach seinem Erscheinen Verstärkung durch eine erkleckliche Anzahl von Zwölfzack-Stern-Schiffen erhalten hatte, die im Orbit um den Merkur erschienen waren. 800 Schiffe der Heimatflotte Sol waren innerhalb weniger Minuten vernichtet worden, ausradiert von nur 30 Schiffen aus Estartu. Hätte nicht der Spross SHINAE ein psionisches Schutzfeld um den Merkur aufgespannt, der die Schiffe einschloß und den sie nicht durchdringen konnten, hätte es noch mehr Verluste gegeben. Im Arkonsystem sah es nicht viel besser aus, der legendäre Imperator Yobilyn I war wie aus dem Nichts aufgetaucht, nun Herrscher über eine Bevölkerung von Naats die er aber als seine Arkoniden bezeichnete. Bizarr. Zumindest gab es dort keine Toten zu beklagen. Die Realität begann sich absurd zu verzerren und der Urheber von all diesem Irrsinn hieß Thez. Cairol VIII hatte offen zugegeben, daß den Kosmokraten das Problem erst bewußt wurde als sich Raumzeitplastiken immer größer und schneller in der Realität des Jahres 1552 NGZ manifestierten. Thez schien ihre Wahrnehmung stark getrübt oder ganz ausgeschaltet zu haben seit das Tribunal zum ersten Mal im Solsystem erschienen war. Für ihre Verhältnisse hatten sie aber jetzt extrem schnell reagiert. Die HARMONIE DER ORDNUNG, mit der AMTERIA im Schlepptau war im Orbit der Hauptwelt des ZSI materialisiert. Cairol VIII hatte auf allen Normal- und Hyperfrequenzen nach Perry Rhodan gerufen und so kam es, daß der einstmals abtrünnige Ritter der Tiefe Perry Rhodan einen Auftrag der Kosmokraten übernommen hatte. Ziel war das Finden von Atlan, der im Gegensatz zu Rhodan noch über eine intakte Ritteraura verfügte. Cairol teilte mit er könne mit seiner Kosmokraten-Walze nicht in die Synchronie einfliegen, die Disharmonischen Temperenzen die dort herrschten hätten ihm und seinem Schiff sofort den Garaus gemacht - Rhodan hatte ihm das sofort abgekauft. Der Flug nach Larhaaton hatte zehn Tage gedauert. Dort hatte Cairol mit seiner Kobaltblauen Walze am ehemaligen Standort des dortigen Atopischen Konduktors ein stundenlanges Energiegewitter entfesselt und letztlich erfolgreich eine irreguläre Öffnung zur Synchronie geöffnet in welche die AMTERIA letztlich einflog. Cairol meinte dazu: "Ich habe die Scherung mit aller Gewalt aufgebrochen, Thez wird das registrieren." Auch die Vermutung seitens Cairols, daß Atlan seine intakte Ritteraura zum Verhängnis geworden sein mußte klang für Rhodan durchaus nachvollziehbar. Thez war ein abtrünniger Kosmokrat, war Atlan von Beginn an in eine Falle gelockt worden? Lua und Vogel hatten berichtet, daß Atlan so bald als möglich in die Milchstraße zurückzukehren gedachte - das war vor mehr als 30 Jahren gewesen. Atlan war verschollen, genau wie sein Sohn Michael Reginald der seit noch viel längerer Zeit mit der SOL in Weltraumtiefen unterwegs war. Die sich bietende Gelegenheit nutzend hatte Rhodan den Kosmokratenroboter befragt, der aber nichts über den Verbleib Roi Dantons sagen konnte. Noch so einen Verlust hätte er nicht ertragen, der Tod Tekeners saß ihm noch immer in den Knochen auch wenn er das nicht mehr offen thematisierte oder gar zeigte.
Rhodan und Jobst hatten sich angeschwiegen seit dem letzten Satz Germos, hingen ihren eigenen Gedanken nach. Bevor sie das Gespräch wieder aufnehmen konnten drang ein dezentes Alarmklaxon, dezent wie alles auf diesem Schiff, an die Ohren der in der Hauptleitzentale Anwesenden. Der wachhabende Offizier am Ortungsterminal, ein junger Arkonide namens Kenzan ter Aumakyia drehte sich mit seinem Kontursessel zu Rhodan herum, die Sitzgruppe in der dieser mit Jobst saß war nur wenige Meter entfernt. "Andrabasch in der Ortung..." Jobst und Rhodan sahen sich an. "Wir setzen das Gespräch später fort, Germo." Er erhob sich und stellte sich neben den Ortungsoffizier. Fünf Meter nach links befand sich die Maschinenkontrolle, ein sechs Meter breites halbkreisförmiges Terminal mit ebenso vielen Holo-Displays und -Schaltungen wie das neben dem Rhodan stand. Eine ältere Ferronin mit karmesinrotem Haar, die auf den klangvollen Namen Tizania Regorza hörte und als Chefingenieurin fungierte machte folgende Meldung: "Die simulierten Trans-Chronalen Treiber werden auf 3 Prozent Leistung heruntergefahren, wir gehen auf Schleichfahrt, wie verabredet." Sie zog ihre linke Hand von einem gelb leuchtenden Kontaktfeld zurück das direkt vor ihr war. Einen expliziten Piloten brauchte das Schiff nicht. Das Navigieren und Pilotieren erledigte die Bordintelligenz CICERO selbsttätig auf Anweisung des Kommandanten. Rhodan hatte diesen Namen gewählt als er das Schiff zum ersten Mal betrat und von der Bordintelligenz dazu aufgefordert wurde. Es handelte sich mit Sicherheit um eine Syntronik. Einzig Ortung, Maschinenkontrolle und Waffenleitstand befanden sich im Moment sichtbar in der Zentrale der AMTERIA. Bei Bedarf konnten bis zu vier weitere Steuerungsterminals als Materieprojektion aufgerufen werden was aber bis jetzt nicht nötig gewesen war. Rhodan entschied als Sofortumschalter nach dem letzten Wort der Chefingenieurin. "CICERO, richte ein Funkterminal ein und hol jemanden dafür aus den Mannschaftsquartieren." Kaum ausgesprochen erschien wie aus dem Nichts eine Arbeitskonsole rechts vom Ortungsterminal und wenig später nahm dort ein Offizier Platz, der auf einer der Transportplattformen ankam. Ein weißhaariger Terraner, etwa 100 Jahre alt, den Rhodan von der RAS TSCHUBAI her gut kannte. "Oberst Lexington, bitte nach Funkmeldungen scannen aber keinerlei Kontaktaufnahme vorerst." Germo Jobst hatte sich indessen zu Lua und Vogel gesellt, die sich das Geschehen in der näheren Umgebung auf der Oberfläche der Innenkuppel, die als gewaltiger Bildschirm fungierte, ansahen.
*
Atlan litt Schmerzen. Er konnte sich fast nicht mehr erinnern wann er das letzte Mal schmerzfrei aufgewacht war... und das bei seinem photographischen Gedächtnis. Der Schmerz überlagerte fast alles. Die synchronale Freßzelle hatte sehr spät zugeschlagen, die Atopische Sonde hätte innerhalb weniger Stunden die Synchronie verlassen und dann im Normalraum die Milchstraße ansteuern sollen. Dazu kam es nicht mehr. Atlan vermutete, daß dieser funktionale Körper fehlgesteuert auf seine Ritteraura reagiert hatte und ihn als Feind der Atopie identifizierte. Das kopfgroße amorphe Gebilde hatte die Hülle der Sonde durchdrungen und sich in seinen Körper hineingebohrt. Ohne den Zellaktivator wäre er sicher schon längst tot gewesen. Von seiner Schulter aus hatte sich ein rötlich leuchtendes Energiefeld gebildet das in die Freßzelle eindrang, diese auf Apfelgröße schrumpfen und quasi versteinern ließ. Seither steckte dieser versteinerte Apfel in seiner rechten Brusthälfte und verursachte die Schmerzen. Er hatte die Sonde angewiesen, nach Andrabasch zu fliegen da ihm diese lapidar mitgeteilt hatte, daß er die Synchronie erst verlassen konnte wenn der Fremdkörper entfernt war. Auf dem Donut-Planeten Andrabasch lebten die Transterraner, dort erhoffte er sich Hilfe. Der Zellaktivator hielt den Fremdkörper in Schach aber komplett entfernen konnte er ihn nicht. Ob das sein alter kosmokratisch geprägter Zellaktivator gekonnt hätte? Diese Frage hatte er sich oft gestellt und dabei insgeheim Thez verflucht, dieses omnipotente Wesen am Ende aller Zeiten des Universums das sich größer als die Hohen Mächte wähnte und dessen Vital-Liquor-Aktivator er nun in sich trug. Der Flug nach Andrabasch verlief nicht problemlos und dauerte gefühlt schon etliche Monate. Atlan hatte sich per Dagor-Meditation immer öfter in langen Tiefschlaf versetzt aber bei jedem Erwachen setzte sofort dieser dumpf pochende Schmerz in seiner Brust ein, fast so wie ein zweiter Herzschlag. "Sonde, wie lange noch?" Die sonore Stimme des atopischen Gefährts ließ sich einige quälend lange Sekunden Zeit für eine Antwort. "Vermutlich wenige Tage. Die nach unserem Aufbruch aus den Jenzeitigen Landen neu entstandenen dys-chronen Katarakte in der Synchronie haben jetzt signifikant abgenommen, ich kann diese mittlerweile auch sehr leicht umfliegen." Atlan atmete ein paar Mal tief ein und aus. "Wieviel Zeit ist vergangen seit unserem Abflug von der Feste Tau?" Die Antwort kam ohne Verzögerung. "38 Tage hier an Bord, wieviel Zeit jedoch auf Andrabasch oder gar im Normalraum vergangen ist kann erst bei Ankunft dort und bei Austritt aus der Synchronie verifiziert werden. Wie du bereits weist habe ich vier Tage nach unserem Abflug den Kontakt zum Atopischen Hof verloren, zu diesem Zeitpunkt erschienen auch die ersten Katarakte." "Danke." lautete Atlans hervorgepreßte Antwort. "Ich begebe mich jetzt wieder in Dagor-Meditation. Weck mich in 30 Stunden." Der Arkonide begab sich in die kleine Kabine, legte sich auf die Liege und nach etwa zehn Minuten sank die wohlige Dunkelheit der Bewußtlosigkeit auf ihn herab und beendete seine Schmerzen vorerst.
*
Der eigenartige Ringplanet war so lebensecht dargestellt, daß man die Bildprojektion für eine Glaskuppel halten konnte. Dem war natürlich nicht so. Die 40 Meter weite Zentrale der AMTERIA befand sich im exakten Mittelpunkt des Schiffs, fast zweihundert Meter von der Schiffshülle entfernt, das Schiff hatte hier einen Durchmesser von fast 400 Metern. Lua hielt die Hand ihres Freundes Vogel. "Ob wohl dein Bruder Shukard noch lebt?" Sie wandte ihm den Kopf zu. Er machte ein bedrücktes Gesicht, "Wer weiß schon wieviel Zeit seither in dieser seltsamen Dimension vergangen ist?" Genau das war das Problem. Atlan hatte sich dank ZA sicher nicht verändert aber die Möglichkeit seinen Bruder als alten Mann wiederzusehen oder gar im schlimmsten Fall nur noch ein jahrhundertealtes Grab vorzufinden lag im Bereich der Wahrscheinlichkeit.
"Funkverkehr auf einer UHF-Hyperfrequenz." Oberst Lexingtons Hände flogen geradezu über die Sensorfelder seiner Funkkonsole. "Schalte auf Akkustikprojektionsfeld." Eine tiefe Stimme hallte nun durch die Zentrale. In der Sprache der Sieben Mächtigen gab sie folgendes bekannt. "Siedlergemeinschaft Andrabasch an den Atopischen Hof. Wir bitten dringend um Unterstützung, schickt uns ein Richterschiff, helft uns oder holt uns hier raus, der Planet wird heimgesucht von synchronalen Antikörpern. Vereinzelt wurden auch schon Freßzellen gesichtet. Die Bevölkerung versucht sich mit Energieschirmen vor der Markierung und Eliminierung zu schützen. Bitte helft uns. Siedlergemeinschaft Andrabasch Ende." Nach einer kurzen Pause wurde klar, daß hier jemand auf Endlosschleife geschaltet hatte, die Nachricht begann erneut. Rhodan hob die Hand. "Bekommen sie Antwort?" Lexington schaltete wieder auf lautlos, blätterte eine holographische Liste mit gespreizten Fingern durch. "Sonst nur statisches Rauschen aber... gerade eben kommt etwas herein." Er unterbrach sich, nestelte an seinem rechten Ohr wo der kleine Soundprojektor angebracht war, der ihm alles direkt ins Trommelfell einspielte. Erneut wurde es laut. "Hier spricht die WEYD'SHAN, haltet aus! Wir erreichen eure Position in 43 Minuten."
Rhodan blickte fragend zu Lua und Vogel. "Die WEYD'SHAN lag bei unserem letzten Aufenthalt hier, als Wrack in einem Gebirge." Germo Jobst hatte sich unbemerkt genähert "Anscheinend hat sich hier wesentliches verändert. Die WEYD'SHAN galt als nicht mehr flottzukriegen, Atlan hat es vergeblich versucht, ganz besonders weil sich an Bord dieses alten Richterschiffs damals schon Raumzeitplastiken manifestierten." Er zögerte etwas bevor er fortfuhr, beide Hände tief in die Hosentaschen seiner Bordkombination vergraben. "Ich hatte insgeheim gehofft Atlan möge sich in dieses Schiff zurückgezogen haben. Das kann ich mir jetzt wohl abschminken." Er verzog das Gesicht. In Rhodans Gesicht arbeitete es. In etwa 40 Minuten würde das Richterschiff auf Andrabasch auftauchen. "Entfernung zu Andrabasch?" fragte Rhodan in Richtung des jungen Arkoniden Kenzan an der Ortungskonsole. "Bei voll aufgedrehten Trans-Chronalen Treibern brauchen wir rund 17 Minuten bis in einen Orbit." Die Ferronin Lagorza nickte ihrem Kollegen bestätigend zu. Nun lag es an Perry Rhodan eine Entscheidung zu treffen. "Nach Andrabasch. CICERO, bring uns hin."
*
Fortsetzung folgt evtl.


Patrick (03.12.2017):

Ich mag Rückblende-Romane nicht besonders, und begann den Band auch aus anderen Gründen eher skeptisch. Ich wurde angenehm überrascht. Der Roman bringt die Handlung voran und bietet zahlreiche interessante Ideen.

Vielleicht sind ja die bereits absorbierten Bewusstseine für ES' unausgegorenes Verhalten verantwortlich? Oder bezweckt ES irgendetwas? Vielleicht sollte durch die Umsiedlung der Thoogondu irgendwem ein Stachel ins Fleisch gesetzt werden? Vielleicht sollten die Thoogondu gerade in dem Fall, dass ES verschwindet, aktiv werden, eventuell um der Milchstraße zu schaden - ein "Backup", um eine nach dem Muster ZSI außer Kontrolle geratene, imperialistische Menschheit zu zähmen? Letzteres halte ich für unwahrscheinlich. Es passt nicht zu ES, welcher/s seine MB bereits für längere Zeit verlassen hatte und via Ellert sowieso aktiv wird.

Die Thematik "Erinnerungen" haben wir bereits berührt. Nämlich im Atopen-Großzyklus, präziser im Gespräch Atlans mit Thez. Es gibt Unterschiede, aber auch Parallelen. Ich halte das Thema für sehr wichtig für SF. Manche Leute träumen davon, ihr Bewusstsein in ein Computersystem hochzuladen und so ewig zu leben (zumeist in einem Harem). Ich frage mich dann immer, wie das konkret aussehen soll. Man kann nach der Ankunft im System unmöglich beurteilen, ob man den Trip unverändert vollzogen hat, zumal die "Wahrnehmung" auch beliebig manipuliert werden kann. Bzw. man wird verletzlich für Hacker-Attacken von kriminellen, staatlichen und privaten Akteueren. Also das digitalisierte Bewusstsein ist plötzlich ein begeisterter Fan von Facebook oder des IS - oder ist z.B. schwul - und nimmt auch an, dies sei schon immer so gewesen. (Für mich ist das Thema eigentlich Quatsch. Technisch gesehen erzeugt man eine Kopie des Gedächtnis-Inhaltes, die dann von einem Computerprogramm ausgeführt wird, während man selbst Suizid begeht - oder wie? Es handelt sich um einen Abkömmling - wie ein Klon -, keine Gestaltwandlung oder so.)



Deine Meinung?

(Bei Klick auf diesen Button öffnet sich ein Kontaktformular in einem gesonderten Fenster)