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Perry Rhodan Nr. 2947: Rhodans letzte Hoffnung

Autor: Kai Hirdt

Inhalt

Adam von Aures beabsichtigt Perry Rhodan durch dessen aus einer Enklave Wanderers gerettete Version zu ersetzen. Der ältere Rhodan soll zu einer nicht von Superintelligenzen beeinflussten Integrationsfigur werden, damit sich die Menschheit von ihrem Übervater lösen und neue Wege einschlagen kann. Zur Erreichung dieses Ziels muss Rhodan verjüngt werden. Mit den Physiotronen im GESHOD-Spross KYLLDIN wäre das möglich. Adam und Rhodan sind zum Planeten Sumurdh gereist, doch KYLLDIN wurde vernichtet. Reginald Bull und die Tefroder sind nicht mehr anwesend. Stattdessen befinden sich mehrere Dutzend arkonidische Schiffe im System. Auf Sumurdh wurde ein kleiner Stützpunkt eingerichtet. Nach einigen Schwierigkeiten infiltrieren Adam und Rhodan das Camp am 15. November 1551 NGZ, müssen aber erkennen, dass auf Sumurdh lediglich Tote zum Zwecke einer ehrenvollen Bestattung aus den Überresten KYLLDINS geborgen werden.

Adam und Rhodan werden enttarnt. Sie müssen fliehen, wobei es zum Kontakt mit einem höherdimensionalen Irrlicht kommt. Zurück in der SARAH CONSTANT II stellt Adam fest, dass Rhodan aus unbekannten Gründen plötzlich genauso aussieht wie sein mit einem Zellaktivator ausgestattetes Ebenbild. Rhodan fühlt sich topfit, hat aber keine Erklärung für das Phänomen. Adam untersucht Rhodans ÜBSEF-Konstante. Ergebnisse erzielt er erst, als er Homunks Gliedmaßen einsetzt, denn diese weisen eine Affinität zu 6D-Phänomenen auf. Offensichtlich hat Rhodan einen Teil des sextadim-physikalischen Sonderbereichs, in den seine Enklave auf Wanderer eingebettet war, wie eine Schutzhülle mit sich herumgetragen. Diese Hülle wurde beim Kontakt mit dem Irrlicht gesprengt. Ein Zeitphänomen war die Folge, dieses hat zu Rhodans Verjüngung geführt. Ohne die Hülle ist Rhodan allerdings dem Tode geweiht, denn er gehört nicht in dieses Universum.

Rhodan müsste also in die Wanderer-Enklave zurückkehren und für immer dort bleiben, doch dazu ist er nicht bereit. Durch einen Hinweis seiner Freunde vom Techno-Mahdi kommt Adam auf die Idee, Rhodan mit Biophore zu impfen. Dann wäre Rhodan mit Lebensenergie versorgt und könnte die ihm zugedachte Rolle doch noch übernehmen. Somit steht das nächste Ziel fest: Last Hope im Bolosystem. Dort versuchen terranische Wissenschaftler die Überreste jener Biophore zu reproduzieren, die einst als Degrader gegen KOLTOROC eingesetzt worden ist, einen Heerführer der Terminalen Kolonne TRAITOR. Beim Einflug ins System versagt die "Blende" aus Nanogenten, mit der Adam die SARAH CONSTANT II getarnt hat. Wachschiffe schießen den Kreuzer ab. Adam und Rhodan entkommen mit einer ebenfalls verblendeten Rettungskapsel und landen unerkannt auf Last Hope. Sie treffen sich mit Pain Faaling, einem der dort arbeitenden und zum Techno-Mahdi gehörenden Wissenschaftler. Er wird eingeweiht.

Kringels Meinung:

Die Story schließt an PR 2930 an und nimmt Bezug auf Ereignisse, die in PR 2499 beschrieben sind. Der Roman enthält einige schöne Innenansichten des älteren Rhodan, den ich nach wie vor für eine interessante Figur halte. PR 2947 ist sicherlich kein Schlüsselroman, aber er enthält einen Schlüsselsatz. Pain Faaling glaubt sich verhört zu haben, als Adam von Aures ankündigt, er wolle die Biophore und die dazu gehörenden Forschungsergebnisse an sich bringen. Adam bekräftigt das mit den Worten: "Wir holen uns Projekt Genesis". Somit wissen wir endlich, woher der Zyklus seinen Namen hat. Das wurde auch allmählich Zeit!

"Genesis" bedeutet so viel wie Schöpfung oder Entstehung. Mit Biophore lässt sich Leben aus toter Materie erzeugen. Möchten die Terraner den Kosmokraten ins Handwerk pfuschen, eigene Lebenssporen erzeugen und Gott spielen? Waren sie womöglich bereits erfolgreich und sind die Gemeni Biophorewesen, die ihre Existenz den Terranern zu verdanken haben? Bestimmt irre ich mich, aber ich sehe Parallelen zwischen Gemeni und Sumurdh: Intelligente Pflanzenwesen, höherdimensionale Verjüngungseffekte - beides gibt es sowohl auf Sumurdh als auch in den GESHOD-Sprossen. Die Biophore ist ja seit ca. 200 Jahren im Besitz der Terraner. Vielleicht haben sie auf Sumurdh damit herumexperimentiert und dabei irgendwas unerwünschtes ausgelöst. Oder geht der Diebstahl gründlich schief und führt zur Ekpyrosis, ausgelöst von Perry Rhodan (wenn auch nicht von dem Perry Rhodan) und dem dritten Kardinal-Fraktor Adam von Aures (Adaurest)? Aber nicht in "unserem" Universum, sondern in dem zum Untergang verdammten Universum, aus dem ES Rhodan II herausgeholt hat? Das würde ja zusammenpassen ... aber dann wäre in letzter Konsequenz ES verantwortlich für die Ekpyrosis.

J. Kreis, 10.02.2018


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Gastkommentare


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Hans (11.02.2018):

Gleich mal zu Beginn eine grundsätzliche Kritik: Das hin und her springen in der Zeit im Sinne von "3 Stunden früher" trägt nicht zur Spannung eines Romans bei - ganz im Gegenteil, da Geschehnisse vorweg genommen werden. Das werde ich demnächst bei der Leser-Email-Tante mal vorbringen.
Zu Beginn wird klargestellt, daß wir mit dem E-Rhodan (E für Enceladus) kein negatives Alter Ego kennenlernen wie im Zyklus "Das Kosmische Schachspiel" sondern jemanden, der wohl deckungsgleich mit Rhodan Humanist ist, der sogar seine Folterknechte zu retten bereit ist. Damit dürfte Herr von Aures noch seine Schwierigkeiten bekommen. In meinem Fanroman ist E-Rhodan (Rhodan2 wie ich ihn dort nenne) ja letzten Endes zur LFG übergelaufen.
Auf S.16re.Sp.u. werden die Ziele/Beweggründe des Multimutanten als deckungsgleich mit den Anklagen der Thoogondu dargestellt. Ist Adam somit ein Beauftragter der Thoogondu???
Ab S.24 kommt ein Murder-Mystery-Plot hinzu, der Autor scheint flexibel zu sein. Murder Mysteries sind meine Leibspeise. Leider wird zu früh aufgedeckt, daß eine pilzinfizierte arkonidische Soldatin die Killerin ist.
Die Rißzeichnung in der Heftmitte ist sehr gut gelungen! Erinnert mich an ein aufgemotztes und tiefergelegtes Batmobil! Da mach ich mir ein Poster draus!
Bei Deinen Spekulationen schwirrt mir einigermaßen der Kopf. Könnte es sein, daß auf Last Hope (der Originalroman aus dem Aphiliezyklus mit den Marschiere-Viels und Atlans Erlebnissen mit diesen ist einer meiner Lieblings-Romane der gesamten Serie) daran geforscht wird, die ES-Eiris neu zu erzeugen damit ES zurückkehren kann???
Der Techno-Mahdi hat die LFG bereits infiltriert, da lag ich letzte Woche nicht so ganz daneben.
Wie geht es jetzt weiter? Ehrlich gesagt bin ich gespannt, der Teil-Zyklus ist wieder spannender geworden, sodaß ich nicht gedenke nochmals auszusteigen und weil es ein Doppelroman ist muß ich notgedrungen auch das nächste Heft von VT kaufen, hoffentlich verschont sie uns mit surillen Nebenfiguren.

Weiter geht's mit meiner
Fan Fiction Teil 11:

Sie wurden von einem Kommittee begrüßt. Der Konferenzraum war zweckmäßig eingerichtet, blaue Farben herrschten vor und er lag im obersten Stockwerk des Wolkenkratzers, man sah den Schutzschirm, der die gesamte submarine Stadt überspannte aus der Nähe. Er befand sich vielleicht fünfzig Meter oberhalb des Wolkenkratzers, dahinter war das Wasser des Ozeans, dunkel und fast undurchdringlich für menschliche Augen, viele Kilometer unterhalb der Oberfläche. Gerade schwamm ein gewaltiges Tier vorbei. Reflexe des selbstleuchtenden Schirms, der gerade die Helligkeit eines Sonnenuntergangs simulierte, zeichneten sich auf der glatten Haut des Meeresbewohners ab, der einem terranischen Blauwal durchaus nicht unähnlich war. Die Evolution fand oft gleiche Antworten auf ähnliche Fragen wie Umweltbedingungen, wobei es sich hier um einen Kiemenatmer handeln mußte, Atlan konnte sich nicht vorstellen, daß er zum atmen mehr als zehn Kilometer aufsteigen würde. Durch die Fensterfront waren auch ausgedehnte Parkanlagen zu sehen und sogar einen Wald glaubte Atlan am Horizont zu entdecken, die Cantaro mußten Flora und Fauna anderer Planeten hier angesiedelt haben, denn auf der Oberfläche des Planeten gab es außer dem recht kleinen Ozean sonst nur staubtrockene Wüste.
Er wandte sich dem naheliegenden zu. Er hatte Gneppo bis jetzt die Gesprächsführung überlassen. Der Telepath konnte am besten einschätzen ob ihre Gesprächspartner vertrauenswürdig waren oder nicht. Wobei sich der Arkonide fast sicher war, daß die Cantaro Jabaris Fähigkeiten erkannten schon allein aus der Tatsache heraus, daß er zur Hälfte ein Baalol-700-Klon war und die Cantaro die Urheber der Genexperimente waren, die diese Mutanten hervorgebracht hatten. Er traute dem Mann von Yo zu, diese Tatsache ins Positive gewendet zu haben. Aus der Beobachtung heraus war er sich sicher: Gneppo liebte seine Fähigkeiten. Als er den Regensturm über Wohep-Tau herbeigerufen hatte war er sichtlich aufgeblüht, sah sehr glücklich aus bei dem was er tat.
Der Vorsitzende des Kommittees ergriff das Wort. Es handelte sich um jenen Manto Premex, der den Ortungsschutz für Simco Addax Raumschiff entwickelt hatte, seines Zeichens Chefwissenschaftler der Cantaro-Kolonie. "Wir sind entsetzt über euren Bericht bezüglich des Techno-Mahdi. Wir haben Ariel Proper ganz unmissverständlich mitgeteilt, daß eine Wiedererrichtung der Wälle um die Milchstraße unter heutigen Hyperimpedanz-Bedingungen ein Ding der Unmöglichkeit darstellt. Es stehen keine adäquaten Hyperkristalle in der Milchstraße mehr zur Verfügung um entsprechende UHF-Emitter zu bauen, die für den Bau der Chrono-Monitore unabdingbar sind. Genügend HS-Howalgonium zu erzeugen dazu bräuchte es eine gigantische Anzahl an Sonnen-Zapfanlagen und diese bräuchten ebenfalls HS-Howalgonium zum Betrieb, ein unauflösbarer Teufelskreis. Fast alles was mit Hypertechnik zu tun hat, hat sich verändert. Vor 80 Jahren hatten wir Besuch von Cairol VIII der sich im Namen der Kosmokraten für die jahrhundertelange Manipulation unseres Volkes entschuldigt hat. Er war zuerst bei unserem Hauptvolk in Neyscuur bevor er bei uns eintraf mit seiner kobaltblauen Walze. Er hat uns eine überschaubare Menge an n-Exagonium-Kristallen überlassen. Diese haben eine Halbwertszeit von 800.000 Jahren. Sehr hochwertiges Material in Zeiten wie diesen. Damit haben wir unsere Raumschiffe ausgestattet, was uns die Entwicklung eines intermittierenden Transitionsantriebs gestattete. Das Aggregat in Simcos Schiff ist die kleinstmögliche Variante. Unsere großen Schiffe verfügen über multiple Strukturkonverter und müssen nicht nach zehn Sprüngen pausieren sondern erst nach 200, während dieser 200 Sekunden erreichen wir etwas über 300 Mio. ÜL aber dann folgt eine Auflade-Pause von mindestens sieben Minuten, was die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit auf etwa 50 Mio. ÜL senkt. Kein Vergleich natürlich mit dem STIC-Drive über den wir damals verfügten aber das ist endgültig Vergangenheit. Die galaktische Technik setzt auf den Linearantrieb was auch nicht verkehrt ist. Ihr dürftet auch wieder schneller unterwegs sein sobald ihr den On-Raum gemeistert habt, wir hatten zunächst einen Linearkonverter entwickelt, der es in der oberen Sphäre des Halbraums auf dauerhaft 30 Mio. ÜL brachte aber der Kristallverbrauch beim Bau und die Auslaugung der Kristalle war signifikant höher als bei Strukturkonvertern für den Transitionsantrieb."
Gneppo bedankte sich für die Informationen und blickte Atlan an, der schräg neben ihm an dem runden Tisch saß. Nickte ihm zu, was als Zeichen dafür vereinbart war, daß die Cantaro mit offenen Karten spielten. Der Arkonide übernahm gerne. "Ich gebe meinem Bordsyntron die Anweisung, die LFG zu kontaktieren damit der Bluff dieses Techno-Mahdisten aufgedeckt wird. Hekener Sharoun wird umgehend das Galaktikum informieren, damit diese absurde Petition gar nicht erst angenommen wird. Ihr habt uns sehr weitergeholfen, dafür mein ausdrücklicher Dank."
Atlan diskutierte mit Premex dann noch die augenblickliche Gesamtlage in der Galaxis, wollte hören wie die Cantaro über all die seltsamen Phänomene dachten die im Zuge der Universums-Scherung auftraten. Dazu konnten sie nicht viel beisteuern aber sie hatten die begründete Vermutung, daß die Raumzeitplastiken bereits vor der Scherung vorhanden waren und auf der Septim-Parrallelspur eingelagert gewesen waren. Sie hatten kurzzeitige Messungen vorgenommen mit Ortern, die sie mit den restlichen n-Exagonium-Kristallen gebaut hatten die nach der Flottenumrüstung übrig geblieben gewesen waren. Diese Messungen hatten die Kristalle aber extrem schnell ausgelaugt. Und sie vermuteten, daß die zurückgebliebenen Onryonen den Galaktikern zu effizienteren Linrarantrieben hätten verhelfen können. Die Raumväter erreichten maximal 20 Mio. ÜL. Ein Vorteil den diese offenbar nicht weiterzugeben bereit waren. Atlan nahm sich fest vor, sobald als möglich Cairol VIII um n-Exagonium für die LFG-Flotte zu bitten. Einen intermittierenden Sprungantrieb könnte diese gut gebrauchen. Zum Abschluss des Gesprächs setzte er alles auf eine Karte, weil er dringend Hilfe brauchte nicht nur wegen dem ungeklärten Zustand Rhodans und der Verletzung seines Orbiters Kenzan.
"Ich brauche Unterstützung, Vorsitzender Premex. Im Zentrum der Milchstraße lauert höchstwahrscheinlich das Verderben und ich habe nur ein einzelnes Schiff, zugegeben, mit sehr hochwertiger Technologie aber trotzdem nur ein einsames Schiff im Angesicht der Ekpyrosis. Kannst du uns Begleitraumschiffe mitgeben? LFG-Schiffe wären viel zu langsam, von Hekener Sharouns Kurierschiff das im Orbit steht einmal abgesehen, das zumindest 18 Mio. Ül erreichen kann, wie man mir sagte, und auch kein anderer Machtblock kann etwas schnelleres als 5 Mio. ÜL anbieten, die Überlegenheit der Onryonen war mir so nicht bewusst. Ich würde die Kommandanten zu Orbitern ernennen, sie erhalten dann auch Kampfanzüge aus porleytischer Fertigung." Manto Premex lächelte. "Es gibt bei uns etliche Männer und Frauen die sich langweilen und hinaus in die Galaxis fliegen wollen." Er machte eine Geste mit der Hand, die das eindeutig illustrierte. "Wir haben unsere ursprüngliche Flotte von einhundert Buckelschiffen umgerüstet, zu mehr hat das n-Exagonium nicht ausgereicht. Nach der Hyperimpedanz-Erhöhung lagen sie für fast zweieinhalb Jahrhunderte still, wir betrieben in dieser Zeit nur einfach lichtschnelle Flüge mit Beibooten, die Buckelschiffe wurden konserviert. Den Schutzschirm und die Technik für die Stadt hatten wir zum Glück nur normalenergetisch angelegt, der Schirm hat bei Eintritt der HI nicht einmal geflackert. Von unserer Flotte patrouillieren ständig siebzig Einheiten in der näheren stellaren Umgebung unseres Planeten Neu-Neyscuur und decken damit eine Raum-Kugel mit einem Radius von 25 Lichtjahren ab. Dreissig sind dauerhaft hier im System stationiert falls wir angegriffen werden. Ich werde unser Parlament befragen ob ich dir fünf Schiffe anvertrauen darf. Habt etwas Geduld, die Kammer des Volkes tritt morgen zusammen wenn ich sie sofort einberufe, was ich direkt nach unserem Gespräch zu tun gedenke."
Man stellte Atlan und seiner Begleitung eine Wohnung im selben Gebäude zur Verfügung. Simco Addax verabschiedete sich. Atlan hoffte, den Cantaro wiederzusehen, der ihm auf Zabar-Ardaran todesmutig das Leben gerettet hatte als das Duell gegen den Dakkar-Pionier Anthor Zahrakatt schlecht für ihn auszugehen drohte.
*
Atlan rief während der Wartezeit eine Datenbank auf, die sich auf einem Datenkristall befand den er von Premex erhalten hatte. Die Buckelschiffe der Cantaro verfügten über einen neuentwickelten, intermittierenden Transitionsantrieb. Die Hypertropzapfung samt Gravitrafspeichern und alle herkömmliche Prä-HI-Hypertechnik funktionierte auf reduziertem Niveau von 33% der Vor-HI-Zeit. Paratronschirme konnten aufgebaut werden, ebenfalls um den Faktor drei schwächer aber in vierfacher Staffelung, was galaktischer Technik nach wie vor unmöglich war, vom Betrieb eines Syntrons ganz zu schweigen, was die Cantaro ganz offenbar wieder beherrschten. Als Bewaffnung standen Transformkanonen, Antimateriewerfer, Narkosegeschütze und Irregulator-Geschütze zur Verfügung. Die Waffentechnik war dank dem n-Exagonium sogar zu 50% so leistungsfähig wie in früheren Zeiten. 250 m lang, 120 Meter breit und 150 Meter hoch waren diese Schiffe. 100 Mann Besatzung pro Schiff. Selbst mit dieser kleinen Flotte hätten die Cantaro z.B. der LFG immensen Schaden zufügen können aber diese hatten sich offensichtlich grundlegend gewandelt. Die Vergangenheit als Beherrscher der Milchstraße war vorbei.
*
Der nächste Nachmittag. Es lief sehr gut für Atlan. Das Parlament von Neu-Neyscuur hatte getagt und drei der fünf beantragten Schiffe als Begleitkommando auf unbestimmte Zeit genehmigt. Atlan traf sich mit Manto Premex und den drei Kommandanten. Zwei waren Frauen. Er hatte drei der porleytischen Kampfanzüge dabei, die STORMON für diesen Zweck produziert hatte. Eine sehr schöne Überraschung war, daß Simco Addax eines der Schiffe befehligen würde. Dieser Cantaro war ein überaus kluger Taktiker, wie er im Einsatz gegen die Robotflotte im Schemmenstern-System bewiesen hatte.
In einer improvisierten Zeremonie verlieh er Addax und den beiden Kommandantinnen Bentira Primalan und Reskana Schekromar den Orbiter-Status. Stormo nahm Kontakt mit den drei Syntrons der Schiffe auf und führte mit diesen eine Koordinierung durch, was Abstimmung der Antriebe und Kampfstrategien betraf. Im Bedarfsfall würden die drei Buckelschiffe und die STORMON einen gemeinsamen Schutzschirm bilden. Einen zweifach gestaffelten Paratron mit 25% 6-D-Komponente. Die Waffen wurden ebenso koordiniert. Überschlägig ergab sich dadurch die Kampfkraft von drei regulären Schiffen der SATURN-Klasse. Das reichte hoffentlich aus um gegen mögliche Angreifer gewappnet zu sein. Viel war auch das möglicherweise nicht aber Atlan fühlte sich damit wesentlich sicherer als nur allein mit der STORMON, seinen Orbitern, Rhodan plus Leibwächter und Jabari Gneppo gegen eine unbekannte Bedrohung vorzugehen.
*

Opiter Quint hatte ein schlechtes Gefühl. Als sie bei den von Homunk auf Badalar-Eins, dem finalen Planeten ihrer Suche, gelieferten Koordinaten eintrafen, war er geschockt als er realisierte, daß hier ein Objekt stand, das auf den ersten Blick einem Sporenschiff der Kosmokraten glich. Nähere Messungen ergaben, daß es nur 1000 Kilometer durchmaß statt 1126. Die GOS'TUSSAN II Bostichs stand antriebslos im Raum und dahinter näherte sich die IWAN IWANOWITSCH GORATSCHIN und ging dann abrupt auf einen Abfangkurs. "Paratron aktivieren!" Das geschah gerade noch rechtzeitig denn die IIG begann zu feuern. Eine Transformsalve streifte den Schutzschirm. Yemaya Shango meldete sich. "Ich gehe auf Fluchtkurs, wenn er uns direkt trifft, sind wir Staub." JASON beschleunigte mit Maximalwerten und trat in den Linearraum ein bevor ein Treffer sie in die ewigen Jagdgründe beförderte.
Zwanzig Lichtjahre entfernt stoppte Quint den Dolan. "Es ist Zeit einen weiteren Kommunikationsversuch zu starten. Nach Funkrelais scannen." Und das Schicksal meinte es gut mit ihnen. Ein alter GALORS-Satellit war in Reichweite und betriebsbereit. Die hier, im Milchstraßen-Zentrum üblichen Hyperstörfronten waren zum Glück gerade auf einem relativ niedrigen Niveau. Aber es dauerte geschlagene fünf Stunden bis eine Funkverbindung zur Führung der LFG zustande kam Es war noch ein Geheimnis, daß die alten GALORS-Stationen der Cantaro seit 1385 NGZ sukzessive reaktiviert worden waren. Die Invasion der Atopen und dann der Tiuphoren hatte den letzten Reaktivierungsschritt verzögert aber seit 1540 NGZ stand dieses Netz für galaxisweiten Funk und großräumige Ortung zur Verfügung. Es hatte 155 Jahre gedauert da die Reparaturschiffe nur mit maximal 1 Mio. ÜL unterwegs sein konnten und das nötige HS-Howalgonium zunächst primär zur Umrüstung der LFT-Flotte benutzt wurde. Bisher war das nur dem galaktischen Ligadienst und der USO bekannt, die restlichen Völker gedachte man erst später zu informieren. Die Ziele des Neuen Tamaniums waren noch nicht eindeutig bestimmbar. Vetris Molaud hatte versucht das Polyportsystem zu kapern, das sollte mit dem neuen GALORS-Netz keinesfalls passieren.
Es war nur eine Audioverbindung, mehr schaffte das Netz bei Distanzen oberhalb von 1000 Lichtjahren nicht, und sie waren aktuell sehr viel weiter von Terra entfernt.
"Hekener Sharoun hier, es freut mich von dir zu hören Opiter."
Quint sammelte sich. "Ich gebe dir ein Ortungsmuster durch, checke bitte die solaren Datenbanken, ich muss wissen was das für ein Objekt ist? Es steht 15 Lichtjahre vor dem Zentrumsblackhole."
Es dauerte ein paar Minuten, dann meldete Sharoun sich erneut.
"Das ist mit 97,3% Wahrscheinlichkeit der Galaxienzünder KRO'GOM'ATHO. Seid extrem vorsichtig. Vermutlich ist das eine weitere kontrakausale Raumzeitplastik. Der Galaxienzünder wurde definitiv vor sehr langer Zeit abgezogen. Die letzte routinemäßige GALORS-Ortung von vor drei Wochen hat in diesem Sektor außer den zu erwartenden Hyperanomalien nichts angezeigt." Sharoun machte eine Pause, man hörte nur sein Atmen. "Ich habe eine positive Nachricht, Atlan ist zu euch unterwegs. Er verfügt über ein von den Porleytern gebautes Ritterschiff, sehr schnell und mit großer Feuerkraft, er ist jetzt wieder ein vollwertiger Ritter der Tiefe und hat Handlungsvollmacht von Cairol VIII dem Kosmokraten-Roboter erhalten. Atlan wird begleitet von drei Buckelschiffen der Cantaro die ebenfalls einen hochwertigeren Antrieb und Technik haben als der aktuelle galaktische Standard, sie werden überdies alle syntronisch gesteuert. Ich schicke dir ein Dossier zu den Cantaro. Im Zuge der Ermittlungen die der zweite Rhodan bezüglich des Techno-Mahdis durchgeführt hat kam heraus, daß es eine bis jetzt versteckte Cantaro-Kolonie in der Southside der Galaxis gibt. Diese ist uns wohl gesonnen. Atlan hat die Schiffskommandanten zu Orbitern ernannt. Und noch etwas." Wieder legte der LFG-Resident eine Pause ein. Quint kratzte sich am Kopf, der ihm schon jetzt ordentlich schwirrte. Er warf Mahnaz Wynter einen Blick zu, die neben im in der Steuerzentrale JASONS saß. Sie legte ihm eine Hand aufs Knie und lächelte. "Atlan hat den echten Rhodan aus der Stadt Allerorten gerettet und auf dem Cantaro-Planeten kam es zu einer Begegnung der beiden Rhodans. Eine Art parachronaler Überlagerungseffekt hat sich ereignet, sie sind miteinander verschmolzen. Es gibt jetzt nur noch einen Rhodan, der allerdings um 20 Jahre älter ist als unser bekannter Großadministrator a.D. - und er hat wieder eine Ritteraura, die allerdings nicht seine eigene ist. Das klingt alles sehr verwirrend wie ich zugeben muß. Ihr solltet warten, bis Atlans kleine Flotte eintrifft und euch dann mit ihm über das weitere Vorgehen abstimmen." Quint fand sein inneres Gleichgewicht wieder oder zumindest glaubte er das.
"Danke. Wir scannen und warten. Quint Ende."
*
Die IMPERATORS STOLZ ging auf Parkposition in der Mitte des Kosmokraten-Schiffs. Bostich und Aures verließen das Beiboot mit arkonidischen TRUUVS und flogen zu der zentralen Insel hinüber. Ein 500 Meter durchmessende Fragment dessen Scheibe einmal Teil einer Planetenoberfläche gewesen sein mußte, man sah felsigen Untergrund. Überspannt war das ganze von einem Paratronschirm. Die Helmoptik rechnete die optische Verzerrung des Schirms heraus und damit bot sich das Bild einer grünblauen Feuerlohe, die auf der gesamten Insel tobte. Im Zentrum befand sich ein größeres Objekt, nicht klar erkennbar.
Als sie sich dem Schirm auf 50 Meter genähert hatten gab eine synthetische Frauenstimme per Normalfunk bekannt. "Solange der zweite Kardinalfraktor nicht hier in KRO'GOM'ATHO erscheint kann die Insel nicht betreten werden. Der Start der Ekpyrosis kann bei seiner Ankunft dann vom Adauresten allein eingeleitet werden. Das hat mein Herr so festgelegt, seine Identität wird offenbar werden sobald alle drei Akteure im Schiff sind. Ihr müsst warten."
Adam von Aures besaß auch die latente Gabe der Präkognition, die sich jetzt manifestierte. Er war sich sicher, daß Perry Rhodan oder sein parareales Alter Ego in vertretbarer Zeit hier eintreffen würden.
Bostich war nun klar, daß er entweder den Galaxienzünder von innen her vernichten oder den Adauresten töten mußte um die Galaxis vor dem Feuertod zu bewahren.
Beide begaben sich zurück an Bord der IMPERATORS STOLZ. Bostich hoffte auf eine nicht allzu lange Wartezeit, Geduld war zwar eine seiner Stärken aber seit seiner Umwandlung zur Haluter-Chimäre plagten ihn Impulsschübe von tiefster Aggression. Sie flogen durch ein Schott in den 800-Meter-Raumer ein und dann machte Adam Nägel mit Köpfen, sie hatten gerade die klobigen Schutzanzüge abgelegt als der Adaurest verkündete: "Bostich, ich werde dich jetzt lahmlegen, ich brauche nur deine Anwesenheit hier, ich verhindere, daß du meine Pläne durchkreuzt".
Eine Wolke von dunkelbraunen Partikeln löste sich vom Körper des Multimutanten, der in Gestalt eines athletischen, hochgewachsenen Terraners mit dunklem Haar aufgetreten war seit er Kontakt mit Bostich hatte. Sobald diese seine nachtschwarze Haut berührten begann er eine Drehschwindel-Attacke zu fühlen. Er verhärtete seinen Haluter-Arm und schaltete auf Planhirnfunktion um. Der Schwindel verschwand sofort. Der entmachtete Imperator ging umgehend zum Gegenangriff über, zog nach einem beherzten Ausfallschritt sein Dagorschwert aus der Scheide die an seinem TRUUV-Anzug befestigt war, den er gerade in den Schrank hängen wollte als der Adaurest ihn hinterrücks angriff. In seiner halutischen Hand wirkte es wie ein Spielzeug. Aber ein sehr gefährliches Spielzeug. Es besaß gleichzeitig eine Desintegrator-Funktion und heizte sich im vorderen Drittel auf über 500 Grad Celsius auf. Damit hatte Aures wohl nicht gerechnet denn er blieb still wie eine Statue stehen. Bostich attackierte mit einigen kurzen Dagorschlägen die die Kombination seines Gegners in rauchende Streifen von Stoff zerfetzten. Helle Haut und Muskelpakete kamen zum Vorschein. Das Schwert war nicht in der Lage den Körper dieses Wesens zu verletzen. Bevor Bostich testen konnte ob brachiale physische Gewalt dem Körper etwas anhaben konnte war ein hohes Singen zu hören und dann schlugen fünf Maximal-Paralysatorsalven in Bostichs Körper ein. Aures hatte schon beim Durchqueren der Schleuse fünf in der Nähe befindliche Arkoniden unter seinen Hypnobann gezwungen, die den Imperator a.D. nun bewußtlos schossen.
Der Adaurest hatte nun freie Bahn, er mußte nur warten.

to be continued next week


Mark (11.02.2018):

Ich habe mir mal die titel der nächsten hefte angesehen. (Ge)SHOD-spiegel...(ge)menes(meni)?.. dann wäre geshods zeitliche eskorte..würde deine speku zutreffen..aus der zukunft in die gegenwart gekommen..um sich bei den terranern zu bedanken für die biophore..die adam nach sashpanu bringen wird und dort zur (ge(nesis) von SHOD führt?...

Vllt wird die biophore am ende auch als als waffe gegen eine SI eingesetzt wie schon gegen koltoroc



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