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Perry Rhodan Nr. 2960: Hetzjagd auf Bull

Autor: Hubert Haensel

Inhalt

Jedermann kennt die Losungen des Techno-Mahdi. An vielen Orten, unter anderem auf dem Saturnmond Titan und in Shonaar auf Terra, gibt es so genannte Logo-Oasen, in denen der Techno-Mahdi für die Belange der Wissenschaft wirbt. So genannte Konstabler vertreten den Techno-Mahdi in der Öffentlichkeit, doch Informationen über den Mahdi selbst gibt es praktisch nicht. In Wahrheit ist der Techno-Mahdi keine Einzelperson. Es handelt sich um ein weit verzweigtes Netzwerk von Topwissenschaftlern und anderen Sympathisanten, die der Meinung sind, die Menschheit müsse sich aus der Vormundschaft der Superintelligenzen befreien und die Milchstraße vor jeglichem Fremdzugriff sichern. Wissenschaftler aller Fachgebiete sollen eine Logokratie frei vom Einfluss der Politik errichten, um die Menschheit in eine bessere Zukunft zu führen.

Jahrzehntelang hat der Techno-Mahdi die terranische Gesellschaft unterwandert und jenes gigantische Täuschungsmanöver vorbereitet, das in den ersten Apriltagen des Jahres 1552 NGZ wirksam wird. Mitverantwortlich neben Adam von Aures, der obendrein Ziele verfolgt, die den Mahdisten nicht bekannt sind, sind vier Personen: Colin Heyday, der Chefwissenschaftler des Kepler-Komplexes auf Neo-Ganymed, die Massenpsychologin Caprice Noopila, der Spitzenpositroniker Tango Burosch und Truc Moretti, die Stellvertreterin des Chefstrategen der Liga-Flotte. Ihr Plan geht auf. Sie gaukeln der Menschheit die Invasion der Xumushan vor. Panik herrscht auf den solaren Planeten und die Sicherheitskräfte sind zu keiner Gegenwehr fähig, denn die Mahdisten kontrollieren alle terranischen Großpositroniken. Wenn alles nach Plan verläuft, soll die Macht demnächst auf einen vorwiegend mit Mahdisten besetzten Wohlfahrtsrat übergehen. Die auf Terra befindlichen Zellaktivatorträger - Homer G. Adams, Reginald Bull und Icho Tolot - stellen eine Gefahrenquelle dar, die beseitigt werden muss. Die Unsterblichen sollen festgesetzt oder falls nötig getötet werden.

Reginald Bull wird in seinem Haus am Goshun-See, dessen Positronik LESLY virusbedingte Funktionsstörungen aufweist, von TARA-Kampfrobotern angegriffen. Da die Maschinen vergleichsweise behutsam vorgehen und nur nichttödliche Waffen einsetzen, gelingt es Bull mit Tolots Hilfe, die Attacken abzuwehren. Toio wird leicht verwundet und verliert vorübergehend ihre Parafähigkeit. Bull erkennt, dass gezielt Jagd auf ihn gemacht wird. Er und seine Familie sind zu Hause nicht mehr sicher. In dieser Situation erscheint eine Frau namens Famke Bach, die sich durch Insiderwissen als Gesandte der von Homer G. Adams gegründeten Society of Absent Friends ausweisen kann. Sie fordert Bull auf, ihr per Gleiter zu Adams' Anwesen in der Grafschaft Kent zu folgen. Unterwegs dorthin verliert Bull Bachs Gleiter aus den Augen, als es zu weiteren simulierten und echten Angriffen durch Xumushan und Einheimische kommt, die Bull den Invasoren übergeben wollen. Tolot und Shinae, die den Identor einsetzt, erweisen sich in diesen Situationen als wichtige Helfer.

Nachdem Bach wieder aufgetaucht ist, wird das Ziel am 3. April erreicht. Dort gehen Bull und seine Begleiter in eine Falle. Adams ist nicht anwesend, stattdessen Adam von Aures und Tango Burosch, die den ältesten noch lebenden Zellaktivatorträger persönlich gefangen nehmen wollten und Bull bereits erwartet haben. Sie haben die Aufzeichnung eines Gesprächs gefunden, in dem Adams Bach beauftragt, Bull zu holen. Adam von Aures setzt seine Nanogenten ein, doch den vereinten Kräften des Haluters und Famke Bachs, die sich als hochgerüsteter Roboter entpuppt, ist selbst er nicht gewachsen. Im Kampf wird das Anwesen vernichtet. Bull und seine Freunde entkommen. Zuvor hat Tolot von Bach einen Kristall mit Daten über eine Raumjacht erhalten, mit der die Gruppe am nächsten Tag von Terra fliehen kann. Per Transmitter setzen sie sich nach Neo-Ganymed ab, woraufhin die Jacht explodiert.

Die Flucht der Unsterblichen ist für Adam von Aures nur ein unbedeutender Rückschlag. Die Invasion der Xumushan dient lediglich der Ablenkung. Der eigentliche Schlag steht noch bevor. Adam von Aures glaubt nicht, dass Bull bei der Explosion der Jacht gestorben ist. Er beabsichtigt einen Jäger ins Solsystem einzuladen, den er sich mit der Aussicht auf Heilung für seine kranken Freunde gefügig zu machen beabsichtigt: Bostich ...

Kringels Meinung:

Gefahrensituationen, die gar keine sind und Katastrophen, die sich als Täuschung herausstellen ... Das ist ein gefundenes Fressen für Hubert Haensel, der diesen Roman erwartungsgemäß mit entsprechenden Szenen geradezu spickt, angefangen mit jemandem, der sich von hinten an Bully heranpirscht und seine Schulter packt - es ist natürlich nur Toio - gefolgt von einem Großalarm, weil nicht identifizierte Bewegungen auf dem Privatgrundstück festgestellt wurden - es ist nur ein Kaninchen, das zu Shinaes großer Freude von Tolot eingefangen, später aber leider von einem TARA getötet wird. In diesem Stil geht es weiter, aber da zurzeit auf Terra sowieso der zynischste, grausamste und menschenverachtendste Aprilscherz aller Zeiten gespielt wird (ich hasse Aprilscherze), kann man es hinnehmen.

Die durch immer neue Zwischenfälle gestörten häuslichen Szenen zwischen Bull, Toio und Shinae gefallen mir eigentlich ganz gut, aber müsste bei dem ganzen Geballer (ein TARA wird sogar innerhalb einer Garage mit Energiewaffen bekämpft) nicht längst das ganze Haus in Flammen aufgegangen sein? Der HÜ-Schirm wurde schließlich nicht errichtet. Apropos: Niemand kann mir erzählen, dass sämtliche Sicherheits- und Notfalleinrichtungen auf ganz Terra absolut handlungsunfähig sind. Wo sind Polizei und Feuerwehr? Nach dem lang anhaltenden Schusswechsel müsste es auf dem Gelände doch zugehen wie in einem Bienenstock. Zumindest hätte Bull wenigstens versuchen können, jemanden zu erreichen. Diesen Versuch unternimmt er erst gar nicht.

Aber was soll's, dies ist eben das Perryversum, da muss man sich die Dinge eben selbst zusammenreimen, wenn es an der Schlüssigkeit hapert. Bestimmt gibt es für alles irgendwelche plausiblen Erklärungen. Es fällt mir einfach nur schwer zu akzeptieren, wie problemlos der Techno-Mahdi den Aprilscherz bewerkstelligen kann, ohne dass auch nur ein Hauch von Gegenwehr spürbar wird. Letzte Woche habe ich gefragt, was Adam von Aures mit der Scharade bezweckt und ich habe angemerkt, dass er a) keine Sympathiepunkte damit sammelt, sondern b) das genaue Gegenteil dessen erreicht, was der Techno-Mahdi seit Jahren predigt. Dieser Wahnsinn könnte Methode haben. Vielleicht haben wir es ja mit einer doppelten Täuschung zu tun. Benutzt Adam von Aures den Techno-Mahdi für ganz andere, nur ihm bekannte Zwecke? Will er womöglich, dass die Wahrheit ans Licht kommt, so dass die Techno-Mahdi-Terroristen als die wahren Feinde identifiziert werden - und ist die Abkehr von der Technikgläubigkeit das angestrebte Ziel? Wie Han Solo schon sagte: I have a bad feeling about this!

J. Kreis, 11.05.2018


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Gastkommentare


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Hans (13.05.2018):

Die Beweggründe von Colin Heyday werden in dem Heft klar beschrieben: Es findet in der LFT/G schon länger kein technologischer Fortschritt mehr statt und das gefällt Colin ganz und gar nicht. Der T-Mahdi will mit dieser irrwitzigen Inszenierung diesen Fortschritt wieder ankurbeln.

Ansonsten halte ich mich mit Spekulationen zurück. Aures sucht Kontakt zu Bostich, das fand in meinem Fanroman ja auch statt... Nächste Woche sind wir sicher alle schlauer.


Patrick (12.05.2018):

Es ist ein Plot wie aus einem Austin-Powers-Film, nur meinen es die Expokraten ernst.

Mal ehrlich - was soll der Quatsch? Wieso ist die LFG mit ihrem Riesen-BIP und wieso ist die Neue USO nicht im Stande, so etwas zu verhindern? Ein guter Telepath an einer der Schlüsselstellen hätte dazu gereicht. In meinem letzten Kommentar verwies ich auf Boyt Margor - der wurde auch von Parabegabten entzaubert. Sind die alle ausgestorben?

In meinem letzten Kommentar merkte ich auch an, Adam bzw. der Mahdi könnte nur der Handlanger einer anderen Macht (wie GESHOD) sein. Hingegen glaube ich nicht, dass er hier 6D-Schach spielt und den ganzen Zirkus nur mitmacht, um den Mahdi auffliegen zu lassen. Diese Denkweise ist eine natürliche Reaktion auf das Beobachten schwachsinniger Geschehnisse, a.k.a. "der Präsident/die Kanzlerin/der geliebte Führer werden schon einen Plan haben". In der Politik führen völlig irre Geschehnisse zu Verschwörungstheorien, wenn in Wahrheit schlichte Inkompetenz dahinter steckt. Hier ist es nicht so einfach. Angesichts des abstrusen Plots will ich Ihre Überlegung nicht von der Hand weisen; ich vermute aber, dass es irgendeine Brücke zur restlichen Handlung geben wird. Von daher denke ich nicht, dass Adam bewusst das Gegenteil erreichen will, sondern dass er eine Art Doppelagent sein könnte. Z.B., indem er Top-Wissenschaftler dazu bewegt, die ZA-Träger und das Solsystem auszuschalten sowie Propaganda gegen ES macht. Wenn Adam aus reinem Idealismus falsches Spiel treiben würde, dann hätte dies keinen tieferen Sinn für die Gesamthandlung, außer wenn dadurch eine noch nicht absehbare Entwicklung vorbereitet würde.

Dafür, dass der Schlüssel bei GESHOD zu suchen ist, spricht, dass Tifflor Atlan in GESHODS MB absetzte, auch wenn das ausschließlich wegen den "Gemeni" passiert sein könnte. Übrigens könnte GESHOD in Verbindung zu diesem Wesen stehen, über das der Fauth in Band 2850 geschwurbelt fabulierte. Da war irgenein Tierchen mit Geheimnissen des Dakkarraumes im Hirn, und das "Shod" ist ja der Dakkarraum. Vielleicht wurde das damals nicht einfach nur so erwähnt, da der Band aus der Feder unserer Expokraten stammt.

Wichtige Entwicklung hier ist Bostich, der ja für den Weltenbrand benötigt wird. Ansonsten tut die Zwanghaftigkeit, mit der sich diese unlogischen Geschehnisse abspielen - nur, weil die Autoren es so wollen - fast schon weh.



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